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4/2021 | Theorie & Praxis
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»Alles im grünen Bereich«

Jean-Jacques Barbéris, Leiter des institutionellen Geschäfts von Amundi, über seine neue Aufgabe für die deutsche Niederlassung der Franzosen und die ehrgeizigen Pläne des Asset Managers in Bezug auf die Integration von Lyxor.

Anfang Februar teilte die französische Amundi im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Jahreszahlen für 2020 mit, ihr damaliger Vorstandschef Yves Perrier werde seinen Chefposten im Vorstand an Valérie Baudson abgeben. Manch einem war damals schon klar, dass das auch Konsequenzen für die deutsche Niederlassung der Franzosen haben würde. Baudson war zu der Zeit nämlich noch Aufsichtsrats­chefin des hiesigen Amundi-Ablegers. Seit Ende Mai steht fest, dass Jean-Jacques ­Barbéris (41), damals schon Leiter des institutionellen Geschäfts, die Verantwortung als Aufsichtsratschef von Amundi Deutschland übernehmen wird. Wir haben mit ­Barbéris über seine Pläne gesprochen. 


Herr Barbéris, Sie leiten nicht nur das institutionelle Geschäft von Amundi, Sie sind auch Leiter des Geschäftsbereichs ESG und seit Kurzem Aufsichtsratsvorsitzender von Amundi Deutschland. Welche Rolle beansprucht Sie derzeit am meisten?
Jean-Jacques Barbéris: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, zumal sich diese Rollen inhaltlich und thematisch zum Teil überschneiden. Persönlich habe ich schon sehr lang eine ganz besondere Beziehung zu Deutschland. Nicht nur weil das Deutsche meine erste Fremdsprache während meiner Schulzeit gewesen ist, auch während meiner politischen Tätigkeit als Berater im Wirtschaftsministerium und im Élysée-Palast spielten die deutsch-französischen Beziehungen immer wieder eine zentrale Rolle. Umso mehr freue ich mich, für Amundi auf der Ebene des Privatsektors daran anknüpfen zu können. Was meinen persönlichen Anspruch an meine neue Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender von Amundi Deutschland angeht, habe ich mir durchaus zum Ziel gesetzt, unsere Gesellschaft bei bestimmten Themen schneller und stärker vor­anzubringen, insbesondere was die Akquisition von Lyxor angeht, die wir bis Ende ­dieses Jahres abschließen wollen.


Ein Wechsel in einer so bedeutenden Position geht aber doch in der Regel nicht ohne eine Reihe von Veränderungen vor sich. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten?
Lassen Sie mich mit einem Zitat aus dem Film „Der Leopard“ des italienischen Regisseurs Luchino Visconti antworten, in dem der Hauptdarsteller erklärt: „Wenn alles gleich bleiben soll, dann muss sich alles verändern.“ Was ich damit sagen will: Es mag zwar Bewegungen an der Spitze unseres Unternehmens gegeben haben, an unserer strategischen und operativen Ausrichtung hat sich dadurch aber im Grunde nichts verändert. Auch unser Managementteam ist extrem stabil, zu nennenswerten Veränderungen ist es jedenfalls nicht gekommen. Nicht ohne Grund hat Valérie Baudson bei ihrem Antritt als neue Vorstandschefin von Amundi betont, dass Sie die Arbeit von Yves Perrier, der seither dem Aufsichtsrat von Amundi vorsitzt, in einer durchaus bewussten Kontinuität fortsetzen wird.


Aber waren Sie nicht vom Ergebnis Ihrer Gesellschaft im dritten Quartal ein wenig enttäuscht? Immerhin musste Amundi ­außerordentliche Mittelabflüsse bei einem Joint Venture in China hinnehmen und konnte mit 200 Millionen Euro vergleichsweise nur geringe Neuzuflüsse verbuchen.
Wir haben meiner ­Ansicht nach gar keinen Grund, enttäuscht zu sein. Wir haben im dritten Quartal eine starke Geschäftsdynamik erlebt und hohe Zuflüsse von 15 Milliarden Euro bei mittel- und langfristigen Anlagen verzeichnet. Es gab einen spezifischen einmaligen Abfluss von 11,6 Milliarden Euro. Davon abgesehen konnten wir das bereinigte Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,5 Prozent auf 333 Millionen Euro steigern und haben damit die Erwartungen sogar übertroffen. Auch unsere Nettoerträge legten um 25,7 Prozent auf 791 Millionen ­Euro zu, und unsere Provisionsüberschüsse fielen um 17,6 Prozent höher aus als im dritten Quartal 2020. Insgesamt sind wir mit unserem strategischen Fahrplan auf Kurs. Daher würde ich etwas verkürzt sagen: ­Alles im grünen Bereich. In Europa sind wir nach wie vor die unangefochtene Nummer eins. Und dennoch werden wir auch künftig mit einer gewissen Demut und einer angemessenen Bescheidenheit nach vorn blicken.


Wie meinen Sie das?
Auch wenn es derzeit für Amundi und im Grunde für die gesamte Investmentbranche erfreulich gut läuft, sollten wir uns immer dessen bewusst sein, dass dieses positive Momentum auch diesmal nicht ewig anhalten wird. Die Erfahrung lehrt uns, dass auch die Investmentbranche früher oder später wieder schwierigere Zeiten erleben wird – spätestens dann, wenn die Märkte nicht mehr so stark von einer nach wie vor akkommodierenden ­Politik der Zentralbanken unterstützt werden. Darauf müssen wir vorbereitet sein.


An welchen Stellen muss denn eine Gesellschaft wie Amundi noch zulegen?
Jean-Jacques Barbéris: In einigen Ländern haben wir gewissermaßen noch nicht unseren gewünschten Marktanteil erreicht. Auch wenn ich eben betont habe, dass wir mit dem Gesamt­ergebnis von Amundi keineswegs unzufrieden sind, so sind wir an der einen oder anderen Stelle insofern etwas frustriert, weil Dinge zum Teil nicht schnell genug vorangehen. Auch wenn wir speziell auf Deutschland bezogen eine aus meiner Sicht bisher großartige Entwicklung erlebt haben, so liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, um unserer Rolle als echter und ernst zu nehmender Herausforderer gegenüber den bereits etablierten Playern gerecht zu werden.


Welche Trends sind es denn, die aus Ihrer Sicht Ihr Geschäft derzeit bestimmen?
Hier muss man meiner Ansicht nach unterscheiden zwischen marktgetriebenen und operativen Trends. Ausgehend von dem, was unsere Kunden uns durch ihre Nachfrage nach Produkten und Lösungen derzeit signalisieren, würde ich zunächst ein deutlich gestiegenes Inter­esse an Aktieninvestments auch auf Seiten der institutionellen Investoren nennen, denn in den entsprechenden Assetklassen verzeichnen wir derzeit das größte Absatz­potenzial. Das betrifft nicht nur globale ­Investmentmandate, sondern auch die Nachfrage nach entsprechenden Instrumenten für die europäischen Märkte sowie insbesondere US-Aktien. Im Grunde kann das angesichts der überaus positiven Erträge, die mit Aktien in der jüngeren Zeit zu erzielen waren, auch kaum verwundern. Denn im Grunde folgen gerade institutionelle ­Investoren damit mehr oder minder einfach dem allgemeinen Markttrend. Parallel dazu setzt sich zudem die schon seit mehreren Jahren zu beobachtende Höhergewichtung von alternativen Investments in den Port­folios von Großanlegern fort. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist natürlich die Tatsache, dass mit festverzinsten Anlagen derzeit kaum nennenswerte Erträge zu erzielen sind. 


Nicht zuletzt dürfte doch auch eine in jüngerer Zeit immer heftiger aufgeflammte Diskussion über einen deutlichen Anstieg bei der Preisentwicklung eine Rolle spielen.
Uns selbst hat die Entwicklung bei den Inflationszahlen nicht wirklich überrascht. Wir haben schon seit geraumer Zeit vor möglichen strukturellen Veränderungen in Bezug auf die Preisentwicklung gewarnt. Inzwischen stellen auch viele unserer Investoren das Szenario einer nur vorübergehend höheren Inflation, wie es ihnen die Zentralbanken nach wie vor kommunizieren, mehr und mehr in Frage. Nicht zuletzt spüren sie die zunehmende Verteuerung ja selbst, und zwar nicht nur an der Tankstelle und bei den Energiepreisen insgesamt, wobei der Anstieg der Preise für Energie im Grunde nur eine Erscheinung innerhalb der eben angesprochenen struk­turellen Veränderung darstellt. Ohne nun gleich in eine Art marxistische Terminologie verfallen zu wollen, aber der Druck auf eine andere Verteilung der Entlohnung von Arbeit und Kapital wird in Zukunft sehr viel relevanter werden. Und hohe Löhne werden uns eher in Richtung einer höheren Infla­tionsrate bringen.


Aber Sie haben auch von operativen Trends gesprochen, die Ihr Geschäft verändern. Was ist damit gemeint?
Das betrifft zum Beispiel die inzwischen merklich ausgeprägte Entwicklung, dass sich Investoren mehr und mehr die Frage stellen, ob sie einen Teil ­ihrer Vermögenswerte weiterhin selbst verwalten oder diese nicht besser komplett an einen Dienstleister auslagern sollen. Wir sind sicher noch nicht der größte Anbieter in diesem Geschäft, aber auch wir haben in der jüngeren Vergangenheit eine zunehmende Zahl unserer Kunden dafür gewinnen können, uns die Verwaltung ihres gesamten Vermögens zu übertragen.


Zumal Amundi mit der Anfang des Jahres lancierten Investmentplattform Alto im Grunde sogar signalisiert hat, dass die ­Gesellschaft sich offenbar zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten von BlackRock entwickeln möchte. Mit „Aladdin“ bietet der US-Riese seinen Kunden seit Langem erfolgreich ein entsprechendes IT-Angebot.
Wobei wir in dieser Hinsicht wirklich realistisch bleiben müssen. Insofern sollten wir zum einen be­scheiden auftreten, denn unsere Wettbe­werber in diesem Geschäft sind lang vor uns gestartet und konnten dementsprechend ­ihre Fähigkeiten in dieser Hinsicht bereits ­ausgiebig unter Beweis stellen. Andererseits möchten wir jedoch keineswegs schüchtern erscheinen, denn wir sind schon davon überzeugt, dass wir mit Alto eine Lösung anbieten, die unseren Kunden nicht nur sehr viele Vorzüge bietet, sondern vor allem auch ­extrem anpassungsfähig ist. Auch wenn wir das vielleicht in der Breite erst noch zeigen müssen, so ­haben wir ent­sprechende Lösungen für eine ganze Reihe unserer Kunden bereits durchaus erfolgreich umgesetzt. Und wir sind ­zuversichtlich, dass wir diesen Geschäftszweig wie geplant werden ausbauen können. Wir haben uns nicht ohne Grund zum Ziel gesetzt, mit diesem neuen Geschäftsfeld bis 2025 einen Umsatz in Höhe von 150 Millionen Euro zu erwirtschaften.


Darf man daraus schließen, dass Amundi sich mehr und mehr von einem Produkt­anbieter zu einem technologiegetriebenen Serviceanbieter entwickeln wird?
Jean-Jacques Barbéris: Letzten Endes sind wir meines Erachtens in gewisser Weise bereits heute ein Technologieunternehmen, zumindest werden wir uns immer stärker in dieser Richtung weiterentwickeln. Eine zunehmende Digitalisierung und Technisierung hält schließlich immer mehr Einzug nicht nur in unserem eigenen Tagesgeschäft, sondern auch in dem unserer Kunden. Auch wenn wir bei Amundi mit unserem Angebot vielleicht noch nicht überall so weit sind wie unsere großen Konkurrenten, so haben diese doch gezeigt, dass man als Asset ­Manager mit dem Geschäftsbereich Outsourcing einen gehörigen Anteil seiner ­Einnahmen erzielen kann. Da wollen auch wir hin.


Gewachsen ist Amundi in den letzten Jahren allerdings vor allem durch Akquisitionen. Was darf man im kommenden Jahr von ­Ihrer Gesellschaft erwarten?
Ich glaube, wir tun gut daran, uns fürs Erste auf eine möglichst reibungslose Integration von Lyxor zu konzentrieren. Im Grunde war das schon immer unser Anspruch, auch im Zusammenhang mit früheren Übernahmen einer neuen ­Gesellschaft. Es ist natürlich nicht immer einfach gewesen, diesen Anspruch zu erfüllen, im speziellen Fall von Lyxor sehe ich uns in dieser Hinsicht aber auf jeden Fall auf einem guten Weg. Und insbesondere in Bezug auf unsere Präsenz in Deutschland ist es ein wirklich bedeutender Abschnitt für die Entwicklung von Amundi.


Inwiefern?
Zum einen, weil wir neben dem Münchner Hauptsitz von Amundi Deutschland unseren Standort in Frankfurt stärken werden. Zum anderen, weil wir durch die Akquisition zusätzliche Managementkapazität hinzugewinnen.


Zudem wird Amundi doch mit einem Schlag zum zweitgrößten ETF-Anbieter in Europa?
Nicht nur das, wenn auch das ETF-Geschäft den Großteil bei dieser Übernahme ausmachen wird. Aber wir bekommen mit der Integration von Lyxor zusätzlich eine Plattform für Liquid Alterna­tives hinzu. Zusammengenommen gewinnen wir damit für Amundi völlig neue Kapazitäten in Bezug auf Produkte und Lösungen, die wir unseren Kunden bisher noch gar nicht anbieten konnten. Und das wiede­rum wird unser angesprochenes Outsourcing-Geschäft zusätzlich unterstützen. Nicht zu unterschätzen sein wird zudem der mit Sicherheit positive Effekt auf der Distributionsseite, den die Übernahme haben wird.


Muss man aus Ihrer Begeisterung etwa schließen, dass das aktive Management bei Amundi nach und nach verschwinden wird?
Mit Sicherheit nicht, im Gegenteil! Wir werden gerade in Bezug auf das aktive Management auch künftig extrem fokussiert bleiben. Denn wir blicken nicht ganz ohne Stolz auf das, was wir ­damit bisher erreicht haben, insbesondere wenn es um die Integration des inzwischen allgegenwärtigen Aspekts Nachhaltigkeit geht. In dieser Beziehung waren wir im laufenden Jahr extrem erfolgreich, und das soll auch künftig so bleiben. Entsprechend wird Amundi auch in Zukunft ein sehr stark ­diversifiziertes Unternehmen bleiben, nicht nur geografisch, auch in Bezug auf unsere Managementexpertise. Mit Lyxor verstärken wir uns massiv im Bereich der ETFs und der passiven Investments, was eine großartige Entwicklung darstellt. Aber das bedeutet nicht, dass wir diesen Bereich ­einem anderen vorziehen würden.


Dennoch wird eine Gesellschaft wie Amundi doch auch künftig als sogenannter „natürlicher Konsolidierer“ betrachtet werden.
Organisches Wachstum war immer unsere Priorität, aber gemeint ist sicherlich, dass wir aufgrund unserer schieren Größe am ehesten die Power haben, auch eine finanziell bedeutendere Übernahme zu stemmen. Das trifft sicher zu, deshalb werden wir natürlich die Augen auch künftig nicht verschließen, wenn sich eine Übernahmemöglichkeit ergeben sollte, die uns als sinnvolle Ergänzung unseres Geschäfts erscheint. Aber nun geht es zunächst einmal darum, unter Beweis zu stellen, dass wir nicht nur akquirieren, sondern auch ­integrieren können.


Zumal Ihre Gesellschaft offenbar nicht unter einem immensen Kostendruck zu stehen scheint, der viele Ihrer Mitbewerber plagt. Amundi ist auch im dritten Quartal mit seiner Cost-Income Ratio erneut deutlich unter der Marke von 50 Prozent geblieben. Was können Ihre Mitbewerber von Ihnen lernen?
Wir werden uns hüten, unseren Mitbewerbern gute Ratschläge zu erteilen. Wobei sich hinter einer niedrigen Kostenquote im Grunde kein großes Geheimnis verbirgt. Beim Kostenmanagement ist es im Prinzip wie mit dem Zähneputzen: Wer eine regelmäßige und konsequente ­Hygiene einhält, muss nicht nur wesentlich seltener zum Zahnarzt, er spart sich auch die Erstellung kostspieliger Behandlungspläne. Eine Gesellschaft agiert wesentlich kosteneffizienter, wenn sie es schafft, die Eindämmung unnötiger Aufwendungen als Prinzip in die eigene Unternehmenskultur zu integrieren. Deswegen ist Kosteneffizienz am Ende vor allem eine Frage von Disziplin und Gewohnheit. Aus eigener ­Anschauung weiß ich, dass sich jeder verantwortliche Manager bei Amundi vor einer Investitionsentscheidung zur Anschaffung neuer Ressourcen die Frage stellt: Braucht meine Abteilung das wirklich unbedingt, und bringt es uns einen echten Vorteil? ­Daher herrscht bei uns eine Art kollektiver Disziplin in Bezug auf das Thema Kosten. Und wir sind entschlossen, uns diese zu ­erhalten.


Bitte noch ein Wort zum Thema Nachhaltigkeit. Was sind aus Ihrer Sicht die drängendsten Probleme, und wie können Sie sich als Asset Manager darauf einstellen?
Das ist mit wenigen Worten kaum einzugrenzen. Die vor Kurzem zu Ende gegangene UN-Weltklima­konferenz in Glasgow hat doch gezeigt, dass viele Fragen in Bezug auf das Erreichen der im Pariser Abkommen formulierten Klimaziele, sei es nun die CO2-Neutralität oder das 1,5-Grad-Ziel, noch vollkommen unbeantwortet sind. Aus diesem Grund sehen auch wir als Asset Manager uns einer nach wie vor zunehmenden Fülle von Her­ausforderungen gegenüber – nicht nur seitens der Regulierungsbehörden, sondern auch von Seiten unserer Kunden und anderer Stakeholder.


Ist die speziell an die Asset-Management-Branche herangetragene Kritik – Stichwort Greenwashing – berechtigt?
In gewisser Weise schon. Im Grunde müsste doch jedem klar sein, dass es nicht ausreicht, einfach nur zu behaupten, Nachhaltigkeit habe schon immer zur eigenen DNA gehört, wie es viele Mitbewerber leichtfertig beteuert haben. Als Asset Manager muss man schon unter Beweis stellen, dass man das Thema seriös und ernsthaft umsetzt, indem man transparent darüber berichtet, wie der ESG-Komplex in die eigenen Investmentprozesse integriert ist und in welcher jeweiligen Ausprägung er in einzelnen Produkten umgesetzt wird.


Woran hapert es am meisten?
Was die Branche und im Grunde der gesamte Markt, um nicht zu sagen die Gesellschaft insgesamt, dringend braucht, sind Standards. Im Prinzip gemeinsame Bezugselemente, auf die sich jeder verlassen kann, um verlässlich bestimmen zu können, was eigentlich nachhaltig ist und was nicht. Denn am Ende wird es nicht ausreichen, sich auf die Selbsteinschätzung der Branche zu verlassen. Deshalb ist es Aufgabe der Regulierungsbehörden, entsprechende Definitionen bereitzustellen, die dann von jedem Marktteilnehmer angewandt und überprüfbar berichtet werden müssen. Daher unterstützen wir durchaus bewusst die regulatorischen Bemühungen in dieser Hinsicht. Denn wir sind davon überzeugt, dass wir als Branche keine Angst vor mehr Regulierung in dieser Beziehung haben sollten. Ganz im Gegenteil, sie wird uns helfen. 
 
Wir danken für das Gespräch.
 
Hans Heuser 
 

Begnadetes Multitalent


Jean-Jacques Barbéris leitet als Mitglied des Vorstands von Amundi nicht nur das institutionelle Geschäft des Asset Managers, er ist auch Leiter des Geschäftsbereichs ESG. Seit Ende Mai ist Barbéris zudem Aufsichtsratsvorsitzender von Amundi Deutschland und der Tochtergesellschaft CPR Asset Management. Bevor Barbéris zu Amundi kam, war er von 2013 bis 2016 als Berater für Wirtschafts- und Finanzfragen im Stab des französischen Staatspräsidenten tätig. Davor gehörte er dem Mitarbeiterstab von Pierre Moscovici, ehemaliger Wirtschafts- und Finanzminister Frankreichs, an. Zwischen 2009 und 2010 führte Barbéris den Vorsitz der europäischen Expertengruppe für Klimafnanzierung bei den Verhandlungen im Rahmen der UNFCCC. In dieser Zeit wirkte er auch an verschiedenen Studien zur Ökonomie des Klimawandels mit, wie etwa am Bericht von Jean Tirole, der vor der UNFCC-Konferenz in Kopenhagen 2015 veröffentlicht wurde. Barbéris begann seine Karriere in der Generaldirektion des französischen Finanzministeriums, wo er von 2008 bis 2012 tätig war. Er ist Absolvent der École normale supérieure de lettres et sciences humaines und Alumni der Sciences Po Paris und der École normale d’administration.

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