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3/2018 | Theorie & Praxis
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Abgerechnet wird am Schluss

Von zeitweise underperformenden Outperformern und manchmal auch outperformenden Underperformern …

Wenn man sich mit Under- und Outperformance beschäftigt, wird rasch klar, dass es hier ein Vielzahl von Varianten geben kann. Die Morningstar-Analysten haben daher eine Reihe von real existierenden Varianten der Under- und Outperformance-Phasen kategorisiert.

Aus der Sicht des Investors ist die güns­tigste davon eine Outperformance-Phase, in der der Fonds über den gesamten ­Beobachtungszeitraum hinweg seinen Vergleichsindex geschlagen hat. Hält dieser Höhenflug zum Beobachtungsstichtag noch an, sprechen die Morningstar-Experten von einer „nicht definierten LOP“. In der oberen Grafik ist dies die graue Linie. Sie steht für einen Fonds, der seine Benchmark über 15 Jahre geschlagen hat, wobei die Outperformance-Periode bis Ende Dezember 2017 anhielt.

Die LOP mit dem Zusatz „nicht komplett“ repräsentiert einen underper­formenden Fonds, dessen Outperfor­mance­-Phase innerhalb des Beobachtungszeitraums begonnen hat und bei dessen Ende noch anhält. In der Grafik ­erkennt man an der gepunkteten Linie die Periode der Underperformance des Fonds gegenüber der Benchmark, bevor er seinen Höhenflug startete. Da diese mit Dezember 2017 noch nicht zu Ende ist, lautet die ­Bezeichnung dafür „nicht komplette längste Outperformance-Periode“.

Wenn es eine „nicht komplette LOP“ gibt, muss auch eine „komplette LOP“ möglich sein. Diese liegt dann vor, wenn der Fonds über den Beobachtungszeitraum hinweg insgesamt hinter der Benchmark blieb, innerhalb dieses Zeitraums aber eine Zeit lang besser performte. In der Grafik ist dies die sehr flach verlaufende Linie mit der ­Bezeichnung „komplette LOP“. Die Periode der Outperformance – 121 Monate von ­Dezember 2005 bis Januar 2016 – ist mit einer durchgängigen Linie gezeichnet. Dieser Fonds hat zwar seine Benchmark zehn Jahre lang geschlagen, zeigt aber über 15 Jahre betrachtet eine Underperformance.

So wie die „nicht definierte LOP“ der Idealfall aus Anlegersicht ist, stellt die „nicht definierte LUP“ die für ihn ungünstigste Variante dar. Hier kommt es im Beobachtungszeitraum zu keinem Zeitpunkt zu einer Outperformance. Im Chartbeispiel ist dies die graue Linie. Für Investoren ebenfalls unerfreulich ist die Variante, in der ein Fonds am Beginn der Beobachtungszeit seine Benchmark schlagen, im weiteren Verlauf aber dann nicht mehr mithalten konnte. Hält die „Schwächephase“ am Ende der Beobachtungszeit an, spricht man von einer „nicht kompletten LUP“. In der unteren Grafik ist eine solche Wertentwicklung als rote Linie dargestellt. Sie ist zu Beginn gepunktet, weil der Fonds in dieser Phase seine Benchmark phasenweise schlagen konnte.

Die Linien in der Grafik mit der ­Bezeichnung „komplette LUP“ zeigen ­einen Fonds, der seinen Vergleichsindex zwar über den Untersuchungszeitraum von 15 Jahren schlagen konnte, in 164 von 180 Monaten kam es jedoch zu ­einer Underperformance (durchgehende gelbe Linie).
Bitte beachten Sie, dass nur die jeweils längsten Under- und Outperformance-Perioden Gegenstand der Analyse sind, kürze Phasen wurden daher nicht erfasst beziehungsweise dargestellt.

 


Anhang:

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