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4/2017 | Steuer & Recht
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Power-User wollen Effizienz

Das Mandate-Tool von Institutional Money verzeichnete 2017 einige interessante Ausschreibungen. Wir machen einen Blick zurück und erinnern an die Highlights des Jahres.

Uns hat das Mandate-Tool bei der Umsetzung unserer Ka­pi­talanlagestrategie geholfen, extern gemanagte Anlagethemen möglichst transparent und effizient auszuwählen“, erklärte Matthias Briem, zuständig für das Kapitalanlagenmanagement der SDK-Versicherungsgruppe, in einem Feedback-Gespräch mit Institutional Money seine Erfahrungen mit dem Mandate-Tool betreffend. „Es handelte sich um ein globales Corporate-Mandat, einen Serviceauftrag im Bereich Immobilien sowie ein Währungs-Overlay“, umreißt Briem kurz das Gesuchte und liefert gleich eine Begründung, warum er allein im Jahr 2017 dreimal das Mandate-Tool für die Suche nach möglichst guten Asset Managern respektive externen Spezialisten verwendete: „Der breite Marktzugang des Tools hat es dabei einfacher gemacht, neben den großen Asset-Management-Gesellschaften zum Teil auch unbekannte Gesellschaften in die Vorauswahl einzubinden.“ Die SDK hat 2017 ein dreistelliges Millionen-Euro-Volumen an Mandaten ausgeschrieben und zählt damit derzeit zu den „Power-Usern“ des Mandate-Tools. Aber auch viele andere namhafte institutionelle Investoren haben 2017 auf die Ausschreibungsplattform von Institutional Money gesetzt und einige durchaus interessante Mandate ausgeschrieben. In Summe erreichten die kurz vor Redaktionsschluss zur Ausschreibung gelangten 13 Mandate ein Volumen von rund zwei Milliarden Euro, um das sich bislang rund 300 Asset Manager beworben haben. Das ist Grund genug, sich als Investor nachfolgend überblicksmäßig an­zusehen, was andere Großanleger über dieses RfP-Tool 2017 suchten, sich Inputs für eigene Mandatsvergaben zu holen und 2018 vielleicht sogar selbst eine Ausschreibung über das Mandate-Tool zu machen.


Dynamischer Jahresauftakt
Die SDK nutzte Anfang Januar jedenfalls den Elan des neuen Jahres und schrieb gleich am ersten Arbeitstag, dem 2. Januar 2017, ein Mandat mit Anlageschwerpunkt „Globale Unternehmensanleihen“ aus, das zu Beginn des dritten Quartals „live“ gegangen ist. „Den Zuschlag erhielt ein international renommiertes und seit vielen Jahren am deutschen Markt etabliertes Haus“, erklärt Briem, ohne dabei den Namen des glücklichen Gewinners des Beauty Contests zu nennen. An dieser Stelle sei an jenen Vorteil erinnert, den institutionelle Investoren als Ausschreiber beim Mandate-Tool wohl am meisten wertschätzen: die Anonymität. Denn der Schleier der Verschwiegenheit wird erst gelüftet, wenn dies der Inves­tor ausdrücklich wünscht beziehungsweise wenn Einladungen zum Beauty Contest ausgesprochen werden. „Die Anonymität ist der große Vorteil des Mandate-Tools. Ohne Anonymität würde bei uns das Telefon ständig klingeln“, bringt es Andreas Reichel von der Wertpapierabteilung der Nordrheinischen Ärzteversorgung (NÄV) auf den Punkt. Die Anonymität war im Falle der SDK wohl ratsam und verhinderte Dauerklingeln des Telefons: Denn immerhin gab es 47 Bewerbungen, was zugleich der höchs­te Wert des ganzen Jahres war. Offenbar war auch der Vertrieb am Jahresanfang topmotiviert.


Zwei Tage nach dem SDK-Mandat kam es zu einem „Doppelschlag“. Aus dem ­Bankensektor kamen innerhalb eines Tages gleich zwei Mandate mit jeweils einem Volumen zwischen 25 und 50 Millionen Euro. Das erste Mandat betraf Emerging Markets Bonds in Hartwährung, das andere Hochzinsanleihen mit einer niedrigen Duration sowie Fokus auf die USA und Europa. Letztgenanntes Mandat brachte wohl auch einen anderen Vertreter aus der Kategorie „Bank/Sparkasse“ auf den Geschmack. Denn dieser schrieb im Februar ebenfalls ein globales High-Yield-Bond-Mandat aus, dessen Volumen immerhin im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich lag. Das Anlagesegment „Global High Yields“ war 2017 eindeutig en vogue bei renditehungrigen Investoren. Denn nur einen Monat später schrieb ein Großanleger aus der Kategorie „Versicherung/Vorsorge/Kirche“ ein entsprechendes Mandat aus. Abgesehen vom Mindestrating „B–“ war der Wunsch des Ausschreibers nach einem Ausweis des „Carbon Footprints“ nennenswert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Trend in Richtung „nachhaltiges Investieren“ nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern auch in der Praxis umgesetzt wird.


Absolute Renditen
Auf großes Interesse mit 45 Bewerbungen stieß das im März 2017 ausgeschriebene Absolute-Return-Mandat eines Industrieunternehmens. Das mag daran gelegen haben, dass Asset Manager im Rahmen des RfP-Prozesses die geeigneten Assetklassen selbst vorschlagen durften, sofern gewisse Prämissen wie beispielsweise der maximale Drawdown (zwei bis drei Prozent) oder die rasche Liquidierbarkeit (14 Tage) erfüllt wurden, und dass das Renditeziel von 0,5 bis 1,5 Prozent nach Kosten eine realistische Forderung seitens des Ausschreibers war.


Ausschreibung Nummer sieben kam ebenfalls von einem sehr bekannten Indus­trieunternehmen, war auch ein Absolute-Return-Mandat und hatte ein Volumen zwischen 100 und 200 Millionen Euro. Ausschreibung Nummer acht fiel ebenfalls in die Kategorie „Absolute-Return-Konzept“. Zwar kann weltweit in Aktien und Anleihen sowohl von Industrie- als auch Schwellenländer investiert werden, einzuhalten ist ­jedoch neben anderen Risikorestriktionen eine Fondspreisuntergrenze von anfänglich 85 Prozent.


Spezielle Wünsche
Beginnend mit Juni wurden über das Mandate-Tool zwei Immobilienmandate ausgeschrieben. Der erste Ausschreiber war eine Bank und suchte einen breit diversifiziert investierenden AIF-Immobilienfonds. Beim zweiten Mandat handelte es sich um den oben von Briem genannten „Serviceauftrag im Bereich Immobilien“ mit einem Volumen zwischen 200 und 500 Millionen Euro. Damit stellte die SDK offenbar bereits im Juni über das Mandate-Tool die entscheidenden Weichen für den derzeit geplanten Aufbau eines am Ende rund eine Milliarde Euro schweren Immobilienportfolios im Direktbestand, über das dann im Herbst auf der Webseite informiert wurde. Im August suchten die Schwaben dann einen Manager für ein Währungs-Overlay mit einem ausgeschriebenen Volumen von mehr als 500 Millionen Euro. Das zwölfte Mandat war ebenfalls etwas „Spezielleres“. Eine Adresse der Kategorie „Versicherung/Vorsorge/Kirche“ suchte eine Master-KGV für alternative Investments für ein geplantes Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro. Gefragt ist jedenfalls Expertise in den Bereichen Private Equity, Debt sowie Infrastruktur. Auch in diesem speziellen Fall sorgte das Mandate-Tool dafür, dass der Ausschreiber aus geeigneten Bewerbern wählen kann. Kurz vor Redaktionsschluss wurde das 13. Mandat ausgeschrieben, bei dem ein sehr bekanntes ­Unternehmen einen konservativ agierenden Rentenfondsmanager suchte.   


Anhang:

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