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IM Investmentforum: Soziale Infrastruktur-Investments

Remco van Dijk, Franklin Templeton Investments arbeitet die ESG Aspekte von Infrastruktur-Investments heraus und erklärt das Potenzial von inflationsgebundenen Cashflows mit niedriger Korrelation zum BIP. Melden Sie sich gleich an!

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4/2018 | Produkte & Strategien
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Wachstums pause

Das für Fondsmanager bisher schwierige Börsenjahr 2018 hinterlässt auch in den Volumensstatistiken der meisten Anbieter Spuren. Etliche der führenden Fondsanbieter mussten erstmals seit fünf Jahren ­einen Stillstand, manche sogar Rückgänge beim verwalteten Vermögen verzeichnen.

Seit Ende Januar 2018 herrschen für die Vermögensverwaltungsbranche schwierige Zeiten. Bisher kam es zwar weder bei Aktien noch bei Renten zu wirklich dramatischen Rückschlägen, das ständige Auf und Ab an den Kapitalmärkten sorgt aber weiterhin für Dauerstress. Jens Ehrhardt von der Münchner DJE Kapital fasst dies so zusammen: „Das Jahr 2018 war ein besonders schwieriges, weder steigende Anleihenkurse noch Zinsen konnten einen Ausgleich für fallende ­Aktienkurse bieten.“ Dass es in ­einer solchen Phase für Vermögensverwalter schwierig ist, das verwaltete Kapital zu halten, liegt auf der Hand; erstens schrumpfen die Assets, weil die Kurse sinken, und zweitens ziehen nervöse Anleger auch Geld ab. Sichtbar wird dies auch in unserer halb­jährlich erstellten Statistik der von den Fondsanbietern verwalteten Assets under Management.

Stagnation auf hohem Niveau

Erhoben wurden diesmal die Zahlen von 201 Vermögensverwaltungsgesellschaften, die in Summe mit Stichtag 30. 6. 2018 47.500 Milliarden Euro verwalteten. Immerhin 140 dieser 201 Unternehmen konnten das ihnen anvertraute Vermögen im Halbjahresvergleich ausweiten. Betrachtet man nur die institutionellen Fonds, trifft dies sogar auf 144 Häuser zu. Und nach wie vor ist das für Großanleger verwaltete Vermögen mehr als doppelt so groß wie jenes, das in Privat­anlegerfonds angelegt ist. Wenn zwei Drittel ihr Volumen steigern konnten, lautet der Umkehrschluss, dass dies dem verbleibenden Drittel nicht gelungen ist. Und in dieser Gruppe findet man auch einige Big Player. Zum ersten Mal seit Institutional Money diese Daten erhebt, konnten die beiden größten Fondsgesellschaften der Welt – BlackRock und Vanguard – kein Volumenswachstum verzeichnen. Das von Vanguard betreute Kapital blieb praktisch unverändert, BlackRock büßte rund zehn Milliarden US-Dollar ein. Da die Übersicht auf den folgenden Seiten in Euro berechnet wurde, zeigt sie bei BlackRock und Vanguard sowie bei anderen US-Häusern Zuwächse, die auf Wechselkursveränderungen zurückzuführen sind.

T. Rowe Price gibt Gas

Insgesamt könnte man die Bilanz der ganz großen Fondsanbieter für die erste Jahreshälfte 2018 wohl als „Stagnation auf ­hohem Niveau“ betiteln. Real zulegen konnten nur wenige Häuser wie etwa Goldman Sachs AM oder die Capital Group – wenngleich mit moderaten Wachstumswerten. Auffallend stark konnte sich hingegen T. Rowe Price verbessern. Das Unternehmen ist auf dem europäischen Markt noch nicht so lange präsent wie viele Mitbewerber, seine Bekanntheit nimmt nun dank der vergleichsweise erfolgreichen Produktpalette aber laufend zu. Carsten Kutschera, Head of Germany and Austria, freut das: „Es kommt nicht von ungefähr, dass knapp 75 Prozent unserer Fonds mit einem Morningstar-Rating von vier oder fünf Sternen ausgezeichnet sind. Trotz des komplexeren Marktumfeldes schlagen viele unserer Fonds auch weiterhin ihre Benchmark.“ Besonders das institutionelle Geschäft sei mit einer Steigerung um 18 Prozent gut gelaufen, in jüngster Zeit konnte man auch mehrere Spezialmandate akquirieren.

Aufstieg in Oberliga

An der Schwelle zum „1.000-Milliarden-Euro-Klub“, in dem man derzeit neun Fondsanbieter findet, steht derzeit Invesco. Sofern in den kommenden Monaten keine unvorhersehbaren Ereignisse einen Strich durch die Rechnung machen, sollte die Fondsgesellschaft im nächsten Ranking diese Hürde überwunden haben. Allerdings ist dieser Wachstumsschub nicht dem Neugeschäft zu verdanken, sondern der jüngsten Einkaufstour. In der aktuellen Tabelle sind nur die Fonds des ETF-Anbieters Source (26 Milliarden US-Dollar) enthalten. Die anderen neuen Töchter – das ETF-Geschäft von Guggenheim Fonds (38 Mrd. USD) sowie Oppenheimer Fonds (250 Mrd. USD) fehlen noch, werden aber in der Bilanz zum Jahres­ultimo zu finden sein. Der Verkäufer, der Versicherer Massachusetts Mutual Life Insurance, erhielt im Gegenzug 15,5 Prozent der Anteile und wurde damit zum größten Aktionär von Invesco. Zufrieden dürfte man auch bei UBS Global Asset Management mit der aktuellen Volumensentwicklung sein: Das Wachstum der Schweizer lag in der ersten Jahreshälfte bei rund sechs Prozent – ohne Akquisitionen. Die Investmentsparte der UBS-Gruppe baut ihr Geschäft tatsächlich global aus. Geschäftsführer Reiner Hübner verweist etwa darauf, dass sein Haus der größte ausländische Fondsanbieter in China ist. Hübner führt diese Absatzerfolge im Wesentlichen auf die Leistungsfähigkeit seiner Produkt­palette ­zurück.

Bei Allianz Global Investors gab es zwar ein kleines Minus im Retailbereich, bei ­institutionellen Kunden hatte die Versicherungstochter hingegen keine Probleme. „Als Tochter eines der weltweit größten Versicherer und dank unserer ausgezeichneten Risikomanagementsysteme können wir bei Kunden regelmäßig auch mit Blick auf ­Sicherheitsaspekte und die Rendite-Risiko-Effizienz der Anlagestrategien punkten“, ­erklärt Arne Tölsner, Head of Institutional DACH. Tölsner sieht sein Unternehmen als Innovationsträger und steuert bewusst in diese Richtung: „Allianz GI ist immer wieder Pionier bei der Entwicklung neuer, aus Kundensicht interessanter Investmentstra­tegien. Zuletzt war dies insbesondere im Bereich der illiquiden Alternatives der Fall. Zum Beispiel legen wir derzeit einen der ersten Trade-Finance-Fonds auf – und zwar als klare Antwort auf die Nachfrage unserer Kunden.“

Bei einem anderen Tochterunternehmen eines Versicherungsriesen läuft es derzeit gut: Barings, Fondstochter der amerikanischen Massachsetts Mutual, entstand aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Baring AM und der vier Asset-Management-Einheiten von Massachusetts Mutual Life Insurance Company: Babson Capital, deren Tochtergesellschaften Cornerstone Real Estate und Wood Creek Capital. Laut ­Volker Samonigg, Managing Director Global Business Development Group, bestehe die Stärke seines Hauses vor allem in der Tatsache, dass sich seine Expertise auf mehr Gebiete erstreckt, als es bei den meisten ­an­deren Vermögensverwaltern der Fall ist. „Wir erhalten Zuflüsse und Mandate über unsere Anlageklassen hinweg – von globalen Hochzinsanleihen und Anleihen aus Schwellenländern bis hin zu Spezialkrediten, Unternehmenskrediten, Immobilien und Sachwertanlagen“, so Samonigg.

Auch Neuberger Bermann dürfte mit der jüngeren Entwicklung zufrieden sein. Zuletzt erhöhte sich das verwaltete ­Volumen zur Jahresmitte um rund sechs Prozent auf umgerechnet etwa 261 Milliarden Euro. Der Ausbau der Private-Equity-Kapazitäten in Europa und insbesondere in Deutschland habe sich, so Christian Pusch­mann, Head of Germany and Austria, bezahlt gemacht. „Weltweit und auch in Deutschland sehen wir aktuell eine starke Nachfrage nach Private-Equity-, Emerging-Market-Debt- und Low-Volatility-Equity-Strategien. Diese können wir systematisch durch vollständig besicherte Optionsstrategien umsetzen“, erzählt Puschmann. Da­rüber hinaus ortet er auch Nachfrage seitens institutioneller Investoren bei Strategien wie europäischen Senior Secured Loans, CLO-Income-UCITS oder Multi-Sector-Fixed-­Income-Lösungen.

Weniger gut lief es bei Franklin Templeton und Fidelity International. Beiden Unternehmen ist es zwar gelungen, jeweils fünf Prozent im institutionellen Geschäft zuzulegen, das reichte aber nicht aus, um die Einbußen im Retailgeschäft vollständig auszugleichen. Bei Franklin Templeton ist das verwaltete Gesamtvermögen um ein Prozent auf 620 Milliarden Euro gesunken. Auch bei Fidelity Investments gab es einen einprozentigen Rückgang. Dieser hat das Vermögen auf 266 Milliarden Euro reduziert. Ähnlich ergangen ist es auch M&G und Nordea, denen es im laufenden Jahr ebenfalls nicht gelungen ist, das verwaltete Kapital signifikant auszuweiten.

Oaktree wächst kräftig

Einen Aufschwung verzeichnete auch die im Los Angeles beheimatete börsennotierte Oaktree Capital Group. Seit Gründung im Jahr 1995 hat sich Oaktree zu einem der führenden Alternative-Investments-Spezialisten der Welt entwickelt. Die Assets haben sich seit 2005 mehr als vervierfacht, allein im ersten Halbjahr 2018 vergrößerte sich das verwaltete Volumen in US-Dollar um 22 Prozent und in Euro um 25 Prozent auf zuletzt etwa 120 Milliarden US-Dollar. Ein solcher Anstieg in einem insgesamt schwierigen Jahr lässt aufhorchen. Die Kalifornier genießen in den USA den Ruf, in guten Börsenzeiten herzeigbare risikoadjustierte Renditen zu erwirtschaften und diese in den weniger guten Zeiten erfolgreich zu verteidigen. Investiert wird mehrheitlich in Renten, wobei hier ein Schwerpunkt auf Distressed Bonds, Wandelanleihen und andere höher verzinste Anleihen gelegt wird.

Auch der in Chicago ansässigen Vermögensverwaltungsgesellschaft LSV Asset Management ist es im ersten Halbjahr 2018 gelungen, in die Oberliga der Fondsanbieter aufzusteigen. Das 1994 gegründete Unternehmen sieht sich als quantitativer Value Equity Manager und arbeitet vornehmlich für institutionelle Investoren. Neu in der Liste ist Eurizon, der Asset Manager der ­italienischen Bank Intesa Sanpaolo, von der man in Zukunft voraussichtlich öfter hören wird. Die Italiener arbeiten derzeit am Ausbau der Standorte im deutschsprachigen Raum.

Ruhiges Mittelfeld

Im Mittelfeld der Vermögensverwaltungsbranche, also unter den Investmenthäusern, die zwischen zehn und 100 Mil­liarden Euro verwalten, verlief das erste Halbjahr vergleichsweise ruhig, bis auf wenige Ausnahmen kam es zu moderaten Zuwächsen im einstelligen Prozentbereich.

Bei Warburg Invest fällt auf, dass das ­Volumen im Halbjahresvergleich um elf Prozent verbessert werden konnte, wobei der Zuwachs im institutionellen Bereich mit 14 Prozent überdurchschnittlich viel zu ­diesem Wachstum beitragen konnte. Laut Matthias Mansel, Geschäftsführer der ­Warburg Invest, hat dies zwei Gründe: Zum einen beruht der Erfolg auf der Weiterentwicklung sowie dem Ausbau von Konzepten im Bereich Liquid Alternatives, die nach seiner Einschätzung im Vergleich mit dem Wettbewerb überdurchschnittliche Ergeb­nisse liefern. Zum anderen verweist er auf das wachsende Interesse von Investoren, die gering korrelierende Konzepte und Diver­sifikationsbausteine suchen und hohe Flexibilität schätzen.
Seine beeindruckende Wachstumsdynamik aus dem vergangenen Ranking konnte Lupus alpha dank der hohen Nachfrage ­hinsichtlich spezialisierter Anlageklassen – etwa Nebenwerte, Volatilitätsstrategien oder auch Wandelanleihen – fortsetzen. Besonders stark waren dieses Mal die Retailzahlen. „Dank ausgewählter Kooperationen im Bankensegment konnten wir unserem Publikumsgeschäft einen deutlichen Schub verleihen. Mit zunehmender Größe dieser Fonds kommen jetzt auch immer mehr Dachfonds auf uns zu. Hier haben wir noch viel vor“, so Gründungspartner und Sprecher Ralf Lochmüller. Aufsteiger zu den Vermögensverwaltern zwischen zehn und 100 Milliarden Euro gibt es diesmal keinen. Die Annahme, dass die relative Outper­formance der Privatmärkte gegenüber den öffentlichen Märkten weiterhin Bestand ­haben wird, spielt der auf diesen Bereich spezialisierten Partners Group genau in die Hände. „Insbesondere die Strategien für ­Private Equity Relative Value und Real Estate Secondaries sowie Private Debt wurden von Kunden nachgefragt. Die Nachfrage stammt weiterhin von unterschiedlichen institutionellen Investorentypen, die ihre ­Allokation zu Privatmärkten aufgrund der attraktiven Renditeaussichten weiter ausbauen“, erklärt Dr. Guido Koch, Co-Head European Client Solutions.

Mit einem Volumensplus von elf Prozent konnte sich auch das französische Investmenthaus Ardian innerhalb seiner Liga ­verbessern. Vorstandsmitglied Jan Philipp Schmitz verweist dabei auf das starke Europa-Geschäft: „Mehr als 90 Prozent der neuen Gelder stammen aus Europa. Ge­messen am Zeichnungsvolumen stellten Versicherungen und Pensionskassen über 90 Prozent des Zuwachses. Auf besonders großes Investoreninteresse stießen unser erster nordamerikanischer Infrastrukturfonds sowie die neuen Fondsgenerationen in den Bereichen Private Debt, Co-Investment, Growth, Buyout, Early Secondaries und Real Estate.“ Der Trend, dass Investoren ­ihre Geschäftsbeziehungen konzentrieren und sich daher zunehmend an Investmentgesellschaften mit einem breiten Angebot im Privatmarkt wenden, erweist sich anhand von Ardian und der zuvor erwähnten Partners Group als ungebrochen.

Ein Trend, der den darauf spezialisierten Fondshäusern in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten bescheren könnte, ist die wachsende Popula­rität von ESG-Strategien. Weil sich immer mehr institutionelle Investoren mit der Thematik beschäftigen, fließt zwangsläufig auch mehr Kapital in diesen Bereich. Unmittelbare Profiteure davon sind Häuser wie die britische Hermes Investment Management, die sich seit fast 30 Jahren damit beschäftigt. Die jüngsten Zuflüsse waren so hoch, dass die Assets under Management zum Halbjahr um zwölf Prozent auf fast 40 Milliarden Euro anwuchsen. Und das ist auch dem US-Fondsanbieter Federated ­Investors aufgefallen. Die US-Gesellschaft hat einen 60-Prozent-Anteil an dem Nachhaltigkeitsspezialisten erworben und beabsichtigt, die Strategien der Briten in die USA zu exportieren.

Im Bereich der kleineren Vermögensverwalter, die Fondsvolumina zwischen einer und zehn Milliarden Euro betreuen, gab es in der ersten Jahreshälfte keine spektakulären Bewegungen. Das könnte sich aber bald ändern. Auf dem besten Weg in die nächstgrößere Anbieterkategorie sind Adressen wie HQ Capital, 3 Banken-Generali Investment und Tocqueville Asset Management.

Acatis ist mit einem Volumen von weniger als fünf Milliarden Euro zwar noch ein Stück von der nächsten Größenkategorie entfernt, mit einem Zuwachs von sechs Prozent beim verwalteten Vermögen kann man dennoch zufrieden sein. Zu verdanken sei dies der Wertentwicklung von Produkten wie dem Acatis Aktien Global Fonds und dem Acatis Gané Value Event Fonds: Sie haben sowohl den Markt als auch ihre Benchmark auf Jahressicht zum 30. 6. 2018 geschlagen.

Vorläufig noch stark im Retaillager verankert, aber mit steigenden Ambitionen in Richtung institutionelle Klientel, zeigt sich Shareholder Value Management, deren ­prominenter Fondsmanager und CEO Frank Fischer zuletzt zu einer Art Medienstar avancierte. Fischer berichtet von zuneh­mendem Interesse von Seiten kleinerer ­Institutioneller: „Wir sehen eine verstärkte Nachfrage hinsichtlich ausschüttender Anteilsklassen, auch ohne Bestandsprovisionen. Typischerweise kommt diese Nachfrage von kleineren Versorgungswerken oder Stiftungen. Speziell für diese Anleger haben wir im vierten Quartal daher auch steuer­befreite Anteilsklassen lanciert, die den ­Aufwand mit dem Finanzamt stark redu­zieren sollten.“ Auch das Multi-Asset-Absolute-Return-Produkt, der Frankfurter Stiftungsfonds, ist trotz des schwierigen Um­feldes dieses Jahr sehr erfreulich angenommen worden. Bei defensiven Mischfondskonzepten werden viele Anleger etwas vorsichtiger, da sie nicht mehr an weitere Kursgewinne auf der Rentenseite glauben.

Dass defensive Aktienstrategien hingegen durchaus gefragt sind, zeigt sich anhand der Zuflüsse bei Loys. „Wir konnten im ersten Halbjahr 2018 eine weiterhin anhaltend starke Nachfrage im Bereich der Liquid ­Alternatives verzeichnen. In diesem Segment gehören wir mit unserer defensiven Long/Short-Aktien-Strategie mit zirka sieben Jahren Track Record zu den erfahrenen Managern“, erklärt Head of Sales Raphael Riemann.

Vom erwähnten Boom bei ESG-Investments profitierte zuletzt auch Ökoworld. Der Nachhaltigkeitsspezialist verbuchte zur Jahresmitte einen Zuwachs von 17 Prozent sowohl im Geschäft mit institutionellen als auch mit Retailkunden. Vorstandsvorsitzender Alfred Platow sieht den Zeitgeist auf seiner Seite: „Insbesondere hinsichtlich des Klimas und des Kapitals suchen Investoren Alternativen für eine bessere Zukunft. Und Investoren, die neue und menschlichere ­Wege gehen wollen, finden diese mit ­Ökoworld.“ Mit dem selben Stolz, mit dem Ökoworld auf seinen Nachhaltigkeitsansatz blickt, betrachtet Eduardo Mollo Cunha, Gesellschafter und Head of Distribution bei Eyb und Wallwitz, das organische Wachstum seines Arbeitgebers: „Wir wachsen seit etwa zehn Jahren durchschnittlich jährlich mit gut 25 Prozent, Im Unterschied zu ­früher, als wir überwiegend Family-Office-Assets gemanagt haben, gewinnen wir heute Kunden aus allen Bereichen, von Family Offices über Versorgungswerke bis hin zu Banken und Vertrieben.“

Ökoworld knackte die Eine-Milliarde-Euro-Marke im vergangenen Halbjahr, ­dieses Jahr folgt der inhabergeführte Asset Manager Greiff Capital Management nach. Blickt man zurück, so ist die Erfolgsstory der Freiburger beachtlich: 2015 lag das verwaltete Vermögen noch bei 144 Millionen Euro. Volker Schilling, Mitglied des Vorstands, verweist dabei auf zwei erfolgreiche Strategien: „Auf der Seite institutioneller Investoren konnten wir mit Spezialmandaten bei unserer aktienbasierten Strategie, dem Alpora Global Innovation Fund, neue Gelder akquirieren, sowie die Assets im Greiff Special Situations Fund weiter ausbauen.“

Angesichts des Höhenflugs von Greiff Capital Management wird deutlich, dass es sich auch für institutionelle Investoren lohnen kann, einen Blick auf kleinere Boutiquen zu werfen. Hier ist zwar die „Volatilität“ beim verwalteten Volumen noch beträchtlich, wie unsere Liste zeigt, letztlich haben aber fast alle großen Häuser in dieser Liga begonnen. In der Gruppe von 200 Millionen bis einer Milliarde Euro finden sich 23 Unternehmen, wovon einige schon recht nahe bei einer Milliarde liegen.

Eine davon, die mit einem verwalteten Vermögen von 887 Millionen Euro schon bald in den „Über-eine-Milliarde-Klub“ aufsteigen könnte, ist die auf Immobilienanlagen spezialisierte Deutsche Investment ­Kapitalverwaltungsgesellschaft. Neben den bestehenden Fonds, die bereits nach kurzer Zeit voll investiert waren, soll das Angebot laut Geschäftsführer Simon Graf bald ausgebaut werden: „An die bisherigen Erfolge anknüpfend plant der Fonds Deutsche Investment – Wohnen IV, mit einem anfänglichen Zielvolumen von 300 Millionen Euro Wohnimmobilien in guten Lagen in Berlin und Hamburg zu erwerben. Unter anderem konnten zwei große Versicherungen als ­Investoren gewonnen werden. In Hamburg wurden bereits Akquisitionen in Höhe von rund 20 Millionen Euro getätigt.“ Ebenfalls gut geschlagen haben sich QC Partners und GPEP. Der Mikrofinanzfondsspezialist ­Invest in Visions kann auch in diesem Jahr wieder ein gesundes Wachstum vorweisen und hat seine Expertise mittlerweile um einige andere soziale Themengebiete erweitert.

Fällt eine Fondsgesellschaft unter die Grenze von 200 Millionen Euro, wird sie in diesem Ranking nicht mehr dargestellt, weil sie dann auch für kleine institutionelle ­Anleger kaum mehr in Frage kommt. Erfreulicherweise ist dies 2018 keinem Asset Manager passiert – ein gutes Zeichen für die Branche.     

Azim El-Morsi


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