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Produkte & Strategien

2/2021 | Produkte & Strategien
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Topresultate mit gesundem Mix

DJE – Mittelstand & Innovation. Das Wachstumssegment Mittelstand vornehmlich aus der DACH-Region so effektiv und für die Investoren ertragreich zu bespielen, wie DJE Kapital das tut, verdient zu Recht Applaus.

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Es sind Unternehmen wie Kochzutaten-Abo-Anbieter Hellofresh, mit denen der DJE – Mittelstand und Innovation seit 2015 ­überzeugende Anlageergebnisse erwirtschaftet.

© dje Kapital AG, New africa | stockadobe-.com

1974als Dr. Jens Ehrhardt Vermögensverwaltung gegründet, ist das Haus mittlerweile zur DJE ­Kapital AG mutiert. Die Münchner Vermögensverwaltung managte per Ende März 2021 15,3 Milliarden Euro, verfügt über ­eine ausdifferenzierte Fondspalette und seit 2003 auch über eine eigene KVG, die DJE Investment S.A. Den vom Firmengründer vorgegebenen Prinzipien blieb das Investmenthaus aber bis heute treu. Die formulierte der Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Ehrhardt schon in seiner Dissertation in den Grundzügen: die dreidimensionale Analyse, FMM-Methode genannt, die auf fundamentale, monetäre und markttechnische Faktoren abstellt. Die Fundamentalanalyse ist langfristig ausgerichtet und untersucht Konjunkturentwicklung, Währungsverhältnisse, Gewinn- und Substanzbewertungen sowie Managementqualität. Monetäre und damit mittelfristige Aggregate, die in die Analyse einfließen, umfassen Zinsen und Zinsstruktur, Notenbankpolitik, Kreditvergabe, Geldmengenwachstum und die Inflationsentwicklung. Die Barquoten von Fonds, Umfrage- und Trendindikatoren sowie Börsenbriefauswertungen, aber auch die Umsatzentwicklung sind Bestandteil der Markttechnik, die kurzfristig ausgerichtet ist. Der gesamte Analyseprozess wurde mittlerweile unter der Leitung des Sohns und Nachfolgers von Jens Ehrhardt, Jan Ehrhardt, digitalisiert – wie es das Unternehmen überhaupt verstanden hat, sich von einer One-Man-Show zu einem soliden einzelpersonenunabhängigen, breit aufgestellten, zukunftsfitten Unternehmen zu mausern. Das erkennt man beispielsweise am siebenköpfigen Strategieteam, das sich neben Vater und Sohn Ehrhardt aus dem dritten Vorstandsmitglied, einem erweiterten Mitglied der Geschäftsführung sowie dem Bereichsleiter Research und dem Leiter des Fondsmanagements sowie Fondsmanager Moritz Rehmann zusammensetzt. Dieses Gremium hat die Aufgabe, die monatliche FMM-Analyse durchzuführen, Top-down-Vorgaben für Research und Fondsmanagement zu ­erstellen und die Aktienquote genauso wie die regionale und sektorale Allokation und die Währungspositionierung festzulegen. Nachhaltigkeitskriterien sind im Investmentprozess bei DJE Kapital fest verankert, dabei arbeitet das Unternehmen, das die UN PRI unterzeichnet hat und sich an den Global Compact Standards orientiert, mit MSCI ESG zusammen.

Investitionsprozess

Gleichzeitig arbeiten die Analysten bottom-up, indem sie ihre Einschätzungen zu Sektoren und Einzeltiteln entwickeln, Unternehmensgespräche führen, Portfoliokandidaten auf etwaige Nachhaltigkeitsrisiken abklopfen, relative und absolute Bewertungen vornehmen, das Momentum überprüfen und dabei Sicherheit und Liquidität nicht außer Acht lassen. Am Ende der Übung stehen Einzeltitelscorings von Aktien, die den Rohstoff bilden, aus denen der verantwortliche Portfoliomanager dann einen Korb chancenreicher Titel zusammenstellt.
Nicht anders verhält es sich beim mit 3. August 2015 ins Leben gerufenen DJE – Mittelstand & Innovation Fonds, der seit 1. Januar 2019 von Fondsmanager René Kerkhoff, der mehrjährige Erfahrung in der Aktienanalyse und im Portfoliomanagement mit Fokus auf Technologie- und Indus­trieunternehmen mitbringt, gemanagt wird. Kerkhoff mitverantwortete den Fonds als Co-Manager ­bereits seit 2018, als noch Maximilian Thaler an Bord war. Gleich­zeitig generiert er Ideen für andere DJE-Fonds und ist Co-Manager des DJE – Europa. Der Investi­tionsschwerpunkt des hauptsächlich in den Regionen Deutschland, Österreich und Schweiz inves­tierenden Aktienfonds liegt auf wachstumsstarken und innovationskräftigen Unternehmen, die man landläufig als „Hidden Champions“ bezeichnet. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung konzentriert sich der Fonds auf Small und Mid Caps.

Bei dem Bottom-up-Ansatz fokussiert man sich im Wesentlichen auf die Fundamentaldaten der Unternehmen. Bevorzugt werden solche mit hohem Gewinnwachstum, wobei vor allem anhaltendes Wachstum und Stabilität der Unternehmensgewinne entscheidende Investmentkriterien sind. Ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil mit geringem Maximum Drawdown und niedriger Volatilität wird dabei angestrebt. Fondsmanager Kerkhoff: „Der aktive Mix aus strukturellen, zyklischen und potenziellen Wachstumstiteln führt zu einem strukturierten und ausgewogenen Growth-Ansatz“ (siehe Grafik „Allokationsaufteilung“). Mit 50 bis 80 Einzelaktien aus wachstumsstarken und innovationskräftigen Unternehmen bietet der Fonds jedenfalls ­eine konzentrierte Anlagestrategie, die ­neben einem attraktiven Chance-Risiko-Profil auch einen innovativen Charakter ­besitzt. „Im Fonds werden Aktien mit hohem ­Gewinnwachstum bevorzugt, wobei vor ­allem anhaltendes Wachstum und Stabilität der Unternehmensgewinne entscheidende Investmentkriterien sind“, sagt Kerkhoff. Mit mehr als 1.500 Unternehmen ist der deutschsprachige Raum die Kernregion der Hidden Champions.  Die DACH-Region ist von stabiler Binnenkonjunktur, Exportstärke und hoher Rechtssicherheit geprägt und ­bildet damit einen günstigen Rahmen für dynamische, zyklusunabhängige Wachstumsunternehmen, die im Mittelpunkt der Anlagestrategie stehen. Gemessen wird der Fonds an einer Composite Benchmark, ­bestehend aus 30 Prozent MDAX, 30 Prozent SDAX, 30 Prozent SMI Mid Cap und 10 Prozent ATX Index, woraus eine Län­derverteilung Deutschland zu Schweiz und zu Österreich von sechs zu drei zu eins ­re­sultiert.

Der Growth-Ansatz mit seinem Mix, bestehend aus strukturellem, zyklischem und potenziellem Wachstum, strebt einen hohen Active Share von mindestens 60 Prozent an, wobei die Hälfte des Fondsvermögens zumindest auf Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als fünf Mil­liarden Euro entfallen soll. Entscheidend für die Titelauswahl sind neben einer hohen ­Innovationskraft des Unternehmens starke Wachstumsraten und hohe Marktanteile in strukturell wachsenden (Nischen-)Märkten. Diese Hidden Champions sind in ihrer jeweiligen Nische sehr gut positioniert und investieren aufgrund ihrer längerfristigen Sichtweise auch mehr in die Zukunft. Aktuell zeigt die Länderallokation eine Übergewichtung Deutschlands zulasten der Schweiz und von Österreich. Betrachtet man die Branchenzusammensetzung im Vergleich mit den Sektoren der Benchmark, so zeigt sich per Ende März 2021 eine sehr starke relative Übergewichtung von Technologieaktien, gefolgt von Aktien aus dem Einzelhandel und der Konsumgüter- und Haushaltswarenbranche. In absoluten Zahlen zeigt die Sektorallokation nach Technologie das zweithöchste Gewicht bei Indus­triegütern und Dienstleistungen, gefolgt von Einzelhandel und Gesundheit.

Performance und Risiko

Um eine gegenüber dem Markt geringere Fondsvolatilität zu erreichen, sind einige Nebenbedingungen formuliert. So soll das maximale Gewicht der einzelnen Positionen nicht mehr als fünf Prozent des Fonds­vermögens betragen. Während klassische Aktienfonds in der Regel immer voll inves­tiert sind, verhält es sich beim DJE – Mittelstand & Innovation anders: Hier kann in volatilen Märkten die Investitionsquote verringert werden. Tatsächlich hat man diesen Spielraum im zweiten Halbjahr 2018 genutzt, als man die Investitionsquote auf 80 Prozent herunterfuhr. Ansonsten liegt man eigentlich durchgängig bei 90 bis 95 Prozent. Diversifikation versucht man auch ­innerhalb der einzelnen Sektoren zu erzielen. Dies alles geschieht eingebettet in die hauseigene Datenbank FMM 2.0, die ein frühzeitiges Erkennen von fundamentalen, monetären und markttechnischen Signalen ermöglicht. Jedenfalls konnte der DJE – Mittelstand & Innovation auch während der Coronakrise überzeugen. Kerkhoff führt dies unter anderem darauf zurück, dass man bei DJE Kapital besonders großen Wert auf regelmäßige Unternehmensbesuche legt, um einen tieferen Einblick zu bekommen und dadurch Chancen und Risiken besser einschätzen zu können: „Aktives Management sowie der persönliche Kontakt zu den Unternehmen haben sich bewährt. Das ­belegen auch zuletzt die guten Ergebnisse in der Krise.“ Tatsächlich zeigte eine Gegenüberstellung von Fonds und Composite Benchmark, dass die Outperformance des DJE – Mittelstand & Innovation seit Fondsauflage 2015 im Jahr 2020 am größten war. Während die Benchmark um 7,8 Prozent zulegen konnte, gewann der Fonds 33,6 Prozent hinzu – und das obwohl der stärkste Kursrückgang im abgelaufenen Kalenderjahr mit 31,7 Prozent am Höhepunkt der Pandemiekrise durchaus beträchtlich war und man sich damit nur wenig von der Benchmark abheben konnte. Allerdings gestaltete sich der Aufholprozess des DJE – Mittelstand & Innovation ungleich schneller und fast symmetrisch v-förmig und war in ungefähr drei Monaten bereits abgeschlossen, während die vier Vergleichsmaßstäbe ein Mehrfaches dieses Zeitfensters benötigten, um wieder das Niveau von vor dem Ausbruch der Coronakrise zu erreichen. Das Fondsmanagement hatte also auf die richtigen Titel gesetzt, die sich blitzartig vom Corona-Schock erholen konnten.

Herausragende Leistung

Die Leistung seit Fondsauflage ist wirklich herausragend, konnte doch die institutionelle Tranche annualisiert von Fondsauflage bis 6. Mai 2021 16,81 Prozent jährlich verdienen, das sind beeindruckende 536 ­Basispunkte mehr pro Jahr als der SMI Mid-Cap TR Index, 669 Basispunkte mehr als der SDAX Performance-Index, 917 ­Basispunkte mehr als der MDAX und 981 Basispunkte mehr als der ATX (siehe Grafik „Auf und davon“). Gegenüber dem Composite sind das imposante 7,35 Prozent an jährlichem Vorsprung. Wenn man etwas ­bemängeln wollte, dann ist es die Tatsache, dass der weitaus überwiegende Teil der Outperformance aus nur zwei Jahren stammt, nämlich 2017 und 2020. Wünschenswert wäre – aber das ist Wehklagen auf hohem Niveau – eine gleichmäßigere Alpha-Generierung. Auch könnte die aktive Quoten- sowie Liquiditätssteuerung ruhig noch etwas deutlicher ausfallen.
Die Volumina haben sich seit Jahresmitte 2020 in etwa verdoppelt, der Fonds ist aktuell 234,18 Millionen Euro schwer, sodass in nächster Zeit nicht mit einem Soft Closing zu rechnen ist. Trotzdem sollte man sich nicht allzu lang mit einer Investmententscheidung Zeit lassen, da das Thema ­keine Assets in mehrfacher Milliardenhöhe verträgt. Schließlich soll der Ansatz ja nicht verwässert werden. Die Erfahrung lehrt, dass solche Volumenssteigerungen unter Umständen sehr schnell passieren können. Leistung soll sich lohnen, keine Frage. Trotzdem muss man die Gebührenregelung als Wermutstropfen ansehen, die für ein klassisches Long-only-Aktienmandat schon etwas happig aussieht und an Hedgefonds erinnert. Bei institutionellen Core-Satellite-Ansätzen sollte der DJE – Mittelstand & ­Innovation als Satelliteninvestment jedenfalls gefragt sein.   

Dr. Kurt Becker


Anhang:

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