Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Artikel Filter

Erweiterte Suche

Produkte & Strategien

2/2020 | Produkte & Strategien
twitterlinkedInXING

Sturmfest gemacht

Welche Asset Manager konnten vor dem Ausbruch des Covid-Sturmes noch Geschäft auf sich ziehen und so ihre Marktposition möglichst sturmfest gestalten? Das Institutional Money Ranking bietet Aufschluss.

1591785312_aum.jpg

Der Sturm, der in Form der Covid-Pandemie eine gehörige Schneise in die Märkte zog, war zu Jahreswechsel kaum vorauszusehen. Die Prä-Covid-Positionierung lässt aber Schlüsse darauf zu, welche Geschäftsmodelle sich als sturmfest erweisen könnten.

© OHENZE | ADOBE STOCK
Das aktuelle Institutional Money Ranking kann dieser Tage in Wirklichkeit nur unter einem Motto stehen: Wie sind die Asset Manager weltweit für die stürmischen Zeiten rund um die Corona-Pandemie eingestellt? Und hier gibt es zumindest bezüglich des verwalteten Vermögens gute Nachrichten: Mehr als 85 Prozent der gerankten Unternehmen konnten vor dem Ausbruch einen Zuwachs bei den Assets under Management verbuchen.
 
An der Spitze unserer Rankings, bei dem wir regelmäßig die global aggregierten verwalteten Assets nach den Segmenten „Privatkunden“ – also das Geschäft mit Retail-, Wholesale- und Private-Banking-Anlegern – und „Institutionelle Kunden“ auf halbjährlicher Basis listen, konnte BlackRock seinen Status als Branchenprimus eindrucksvoll verteidigen – und zwar indem der Passiv-Gigant einen neuen Asset-Rekord in Höhe von 6,6 Billionen Euro aus dem Ärmel schüttelte.
 
Stark positioniert
 
Ebenfalls beeindruckend positioniert hat sich Vanguard. Dem großen BlackRock-Herausforderer gelang ein Plus von zwölf Prozent und damit der Sprung über die Fünf-Billionen-Euro-Marke. Dazu Sebas­tian Külps, Head of Germany and Austria bei Vanguard: „Wir haben ein extrem dynamisches Geschäft in Deutschland. Dabei profitieren wir natürlich vom stetigen Wachstum des passiven Marktes. Hier sehen wir weiteres großes Potenzial: Momentan beträgt der prozentuale Wertanteil aller weltweit investierbaren Wertpapiere, die sich im Besitz registrierter Indexfonds befinden, nur zirka zehn Prozent.“
 
Vom passiven Prä-Corona-Boom konnten auch die Nummer drei des Segments, State Street, aber auch ein Haus profitieren, das eher für seine hochaktiven Strategien bekannt ist: Goldman Sachs. Der Neuntplatzierte schaffte mit einem Zuwachs von 18 Prozent beim verwalteten Gesamtvermögen das stärkste relative Wachstum unter den Top Ten des Rankings. Den Amerikanern kam unter anderem der Launch der haus­eigenen ETF-Strategien auf dem europäischen Markt zugute. In den USA bieten die Amerikaner bereits seit 2015 ETFs an. Dort ist das ETF-Geschäft seither auf 20 Produkte mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 14 Milliarden US-Dollar gestiegen. Den Anfang in Europa machte jedenfalls im September eine Aktienstrategie, die sich in den USA schon bewährt hat, der Goldman Sachs Active Beta U.S. Large Cap Equity ETF. Dieser neu aufgelegte Fonds ist das europäische Pendant zu Goldmans US-amerikanischem Flaggschiff, dem weltweit größten multifaktoriellen Aktien-ETF mit einem verwalteten Vermögen von über 6,5 Milliarden US-Dollar. Mittlerweile bietet Goldman bereits drei ETFs in Europa an. „Wir sehen uns gut aufgestellt, und die Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit auf weiteres Wachstum hat sich bezahlt gemacht“, ergänzt Dennis Lübcke, Head of Institutional Business Deutschland und Österreich.
 
Der starke Anstieg in der zweiten Jahreshälfte 2019 hat es den Passiv-Anbietern ­zumindest halbwegs erleichtert, die Rückschläge des laufenden Jahres abzufedern, wenngleich sich seriöserweise bei Redak­tionsschluss noch nicht abschätzen lässt, wie die Situation aussehen wird, wenn sich der erste Staub einmal gesetzt hat. Wie ­volatil sich der Markt gestaltet, zeigt das Beispiel BlackRock. Da hieß es – vom ­Unternehmen unbestätigt – noch im März, die Assets seien um 1,3 Billionen Dollar eingebrochen. Nur kurze Zeit später stand fest, dass der Rückgang im ersten Quartal relativ moderate zwölf Prozent ausmacht und sich das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens wieder bei 6,5 Billionen eingependelt hat. Auf einem langfristigen Chart wäre ein derartiger Rückgang mit freiem Auge kaum sichtbar.
 
Aktiv vorbereitet
 
Bei aller Unsicherheit steht aber fest, dass sich nicht nur die passiven Manager vor der Krise gut positionieren konnten, auch die aktive Seite hat sich gut geschlagen. Das lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass der Institutional Money „Billionärsclub“ weiter Zuwachs erhalten hat. Nachdem ­Invesco dank der Übernahme von Oppenheimer Fonds bereits im zweiten Quartal 2019 zum elften Billionär geworden ist, schafften diesmal gleich zwei Vermögensverwalter den Sprung über die 1.000 Mi­l­liarden: T. Rowe Price und Wellington Management. Spannend bleibt außerdem das mittlerweile klassische Ringen um Platz fünf des Rankings: Diesmal hat Pimco die Nase hauchdünn vorn und platziert sich mit rund 1,7 Billionen unter den Top Five – für Fans von Kommastellen: BNY wurde um gerade einmal 0,01 Billionen Euro distanziert. Wir dürfen uns also auf eine Fortsetzung dieses Duells freuen.
 
Übernahmen
 
Während wir zu Platz fünf des nächsten Rankings keine Prognosen wagen, lehnen wir uns bei den Positionen 19 und 20 aber weit hinaus und prophezeien, dass wir hier definitiv eine Änderung sehen werden. Zugegeben, das ist keine große Kunst, da wir dort Legg Mason und Franklin Templeton finden – und hier stimmte ja am 15. Mai Legg Mason im Rahmen eines virtuellen Meetings der Übernahme durch Franklin Templeton zu. Dadurch entsteht ein neuer Asset-Management-Gigant mit einem kombinierten verwalteten Vermögen von – per 31. 12. 2019 – 1,3 Billionen Euro. „Die Übernahme ist ein Meilenstein für unser Unternehmen und setzt erhebliches Wachstumspotenzial frei“, erklärt Gregory Johnson, Verwaltungsratschef von Franklin ­Resources, der börsennotierten Gesellschaft hinter der Marke Franklin Templeton. „Der Schritt verschafft uns Skaleneffekte sowie eine breitere und ausgewogenere Streuung über verschiedene Investmentstrategien, Vertriebskanäle und Regionen hinweg.“
 
Ein Caveat gibt es bei der Positionsprognose zu Legg Mason und Franklin Templeton doch – nämlich wie schnell die beiden Unternehmen konsolidierte Ergebnisse liefern. Wir erinnern uns an dieser Stelle an die Übernahme von Hermes Investment Management durch Federated Investors, die bereits 2018 über die Bühne ging. Erst im Februar dieses Jahres wurde jedoch die globale Marke Federated Hermes präsentiert. Zum Stichtag 31. 12. 2019 liegen die kombinierten Assets bei fast 513 Milliarden Euro. Antonis Maggoutas, Head of Germany & Austria Distribution, erklärt, worauf man in Europa künftig seinen Fokus legen möchte: „In der DACH-Region sehen wir derzeit ein großes Interesse institutioneller Anleger am Segment hochverzinsliche Anleihen, etwa unser Hermes Unconstrained Credit Fund. Gerade im aktuellen Marktumfeld schneiden flexible Kreditstrategien gut ab, und wir haben in den letzten Wochen bereits Mittelzuflüsse verzeichnen können. Außerdem konzentrieren wir uns stark auf das Thema Nachhaltigkeit, wenn es um globale Aktien geht. Unsere beiden Fonds, der Hermes Global Equity ESG Fund und der Hermes Impact Opportunities, sind dem Markt weit voraus.“ Des Weiteren konzentriere man sich bei Federated Hermes auf europäische Direktkredite und Private Equity im privaten Marktsegment. 
 
Bessere Renditen erhofft man sich auch bei Daiwa SB Investments durch die vereinten Kompetenzen mit Sumitomo Asset Management. Im vergangenen Jahr ist durch den Merger zwischen den beiden Gesellschaften ein neuer, über 125 Milliarden Euro schwerer Fondsanbieter entstanden: Sumitomo Mitsui DS Asset Management. Der Merger ging zwar schon im April 2019 über die Bühne, bei Redaktionsschluss gab es diesbezüglich allerdings noch keine offiziellen Zahlen. Somit erscheint das Unternehmen zum ersten Mal im Ranking.
 
Spezial-Expertise
 
Santander AM will wiederum dezidiert im Bereich ESG punkten und hat sich für 2020 ambitionierte Ziele gesetzt: „Unser Angebot wurde mit der Einführung von Santander GO, einer Best-in-Class-Produktreihe in Kooperation mit strategischen Partnerschaften, erweitert. Darüber hinaus ergänzen wir das Angebot an ESG-Produkten in unseren wichtigsten Regionen und entwickeln unsere eigene ESG-Bewertungs­methode, die im Lauf des Jahres 2020 implementiert wird, sodass wir für alle unsere Fonds bis Ende des Jahres ein ESG-Rating haben werden“, so Stefan Jochum, CEO Santander Asset Management Deutschland. Im gemessenen Zeitraum konnte Santander das für institutionelle Investoren verwaltete Vermögen um 55 Prozent steigern. 
 
Außerdem sieht Jochum neben den Best-in-Class-Produkten das ­Lateinamerika-Know-how als Basis des Erfolgs: „Wir fokussieren uns aktuell besonders auf unsere Kernexpertise im Bereich lateinamerikanischer Unternehmensanleihen – diese sind attraktive Beimischungen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld. Lateinamerika bietet ­eine sehr geringe Korrelation zu anderen Regionen und Assetklassen und zudem hervorragende Renditechancen.“
 
Dynamisch positioniert
 
Im zweiten Cluster, in dem wir alle Asset Manager zwischen zehn und 100 Milliarden Euro ranken, wird es vermutlich noch dauern, bis einer der beiden Vermögensverwalter BayernInvest oder Pinebridge Investments, die jeweils um die 90 Milliarden Euro verwalten, in das oberste Segment des IMR aufsteigen. Dynamisch präsentierte sich in diesem zweiten Cluster der Schwellenländerspezialist Ashmore Group. Das britische Unternehmen hat in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt und konnte sein verwaltetes Vermögen von ­Ende 2015 bis Ende 2019 von 49,4 Mil­liarden auf mehr als 98 Milliarden Euro steigern und somit fast verdoppeln.
 
Magische 11 …
 
Nicht nur auf dem elften Platz des zweiten Clusters, sondern auch mit einem Zuwachs von elf Prozent präsentiert sich mit Helaba eine der führenden deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaften im institutionellen Asset Management. „Das Jahr 2019 ist für Helaba Invest sehr positiv verlaufen. Als Full-Service-Manager mit ausgewählten Kompetenzfeldern haben wir unser Profil weiter geschärft. Insbesondere bei illiquiden Assetklassen sowie im Bereich Multi-Asset und Credit hatten wir eine starke Nachfrage und konnten nicht nur unsere Bestands­kunden bedarfsorientiert bedienen, sondern auch zahlreiche Neukunden gewinnen“, so Uwe Trautmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. 
 
… und schwungvoll Richtung 50
 
Mit einem verwalteten Vermögen von 49,96 Milliarden Euro ist man bei Flossbach von Storch kurz davor, einen wichtigen Meilenstein zu erreichen. Die Produkte des Kölner Fondshauses erfreuen sich nicht umsonst anhaltender Beliebtheit. Immerhin hat man schon des Öfteren Weitblick bewiesen, wie Marcus Stollenwerk, Leiter des Bereichs Vermögensverwaltung bei Flossbach von Storch, erklärt: „Ein wichtiger Punkt ist ­sicherlich die Performance. Die heftigen Rücksetzer im Februar und März haben wir relativ gut abfedern können. Wir waren aufgrund der gestiegenen Bewertungen am ­Aktienmarkt bereits vor der Korrektur mit einer relativ hohen Liquiditätsquote in den einzelnen Mandaten defensiver aufgestellt.“
 
Overlay als Trumpf
 
Zu den relativ betrachtet am stärksten gewachsenen Fondsanbietern in diesem Segment zählt mit einem Plus von 19 Prozent auch Universal-Investment. Die Gründe für die signifikanten Nettomittelzuflüsse im Portfoliomanagement sind laut Victor Bemmann, Head of Portfolio Management bei Universal-Investment, vielfältig: „Wir sehen, dass immer mehr institutionelle Anleger Wertsicherungskonzepte wie Overlays nachfragen – darunter chancenorientierte Varianten oder Währungsabsicherungen. Insbesondere für diese Mandate ist die Risi­kosteuerung vorteilhaft, da Universal-Invest­ment als Master-KVG einen holistischen Blick auf die Anlagen hat und dadurch effizient und zentral Risiken in einem Masterfonds steuern kann.“ Universal-­Investment beschränkt sich als Service-KVG im Portfoliomanagement auf systematische, regelgebundene Konzepte für Overlay, Nachhaltigkeit oder maßgeschneiderte Indexorientierung. Nachdem gerade in Krisenzeiten Overlay-Konzepte und andere Risikomanagementstrategien auf großes In­ter­esse stoßen, sind wir besonders gespannt, ob dieser Trumpf im nächsten Ranking zu einer Verbesserung führt.“
 
Ebenfalls erfolgreich waren Comgest und Assenagon mit jeweils elf und 19 Prozent Zuwachs. Bei Assenagon wurden im zweiten Halbjahr 2019 außerdem zwei neue Fonds lanciert: im Juli 2019 der Assenagon Credit ESG und im Dezember der Assenagon Alpha Premium. Der Fonds Assenagon Credit ESG verfolgt das Ziel, kontinuier­liche Erträge durch die Vereinnahmung von Kreditrisikoprämien und Anleihenzinsen zu erwirtschaften. Der Assenagon Alpha Premium nutzt Volatilität als Renditequelle. Der Fonds strebt mittelfristig einen positiven Ertrag durch die Vereinnahmung von Risikoprämien am Volatilitätsmarkt an. Das Portfoliomanagement nutzt hierfür vorwiegend relative Preisdifferenzen zwischen ­Aktienindexvolatilitäten und den Volatilitäten der einzelnen Aktien im Index.
 
Wachstumsbilanz
 
Generell können die Asset Manager des zweiten Clusters mit ihrer Performance zufrieden sein: Nur sechs Häuser mussten Rückgänge beim verwalteten Vermögen hinnehmen. Die Verluste beschränkten sich außerdem allesamt auf den einstelligen Prozentbereich.
Im dritten Cluster, der alle Asset Manager zwischen einer und zehn Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen beinhaltet, waren die Zuwächse relativ betrachtet besonders stark. Gleich mehrere der in diesem Segment gelisteten Investmenthäuser konnten einen zweistelligen Anstieg der Vermögen verzeichnen. 
 
Spezialisierte Ansätze
 
Zu ihnen zählt auch das Investmenthaus Idinvest. Hier betrachtete man den Markt ­zwar bereits vor der Krise als sehr reif, sah aber gleichzeitig viele Opportunitäten über mehrere Assetklassen hinweg: „Der Hauptgrund für den Anstieg unseres verwalteten Vermögens ist die gute Performance. Tatsächlich hat sich die Wertentwicklung in Private Equity vor dem Hintergrund der ­aktuellen Situation in einigen Bereichen vom breiten Markt entkoppelt. Infolge­dessen beobachten wir, dass Anleger vor ­allem an Investitionen in die Digitalwirtschaft interessiert sind. Ein weiterer Bereich, an dem seitens unserer Investoren großes Interesse besteht, sind Secondaries, die sich aufgrund ihrer Robustheit und ­Sicherheit hoher Beliebtheit erfreuen. Für Investoren, die etwas anderes als Private Equity suchen, haben sich Private-Debt-Strategien als starke Alternative erwiesen. Dies gilt insbesondere für Akquisitions­finanzierungen. Sie ermöglichen es euro­päischen Unternehmen, durch Übernahmen zu wachsen – und sind damit Teil der ­Antwort auf die gegenwärtige Krise. Die Konsolidierung der europäischen KMU ist in vollem Gange“, so Christophe Bavière, CEO & Managing Partner bei Idinvest ­Partners.
 
Die weiterhin steigende Nachfrage in den Assetklassen Infrastruktur, Private Equity und Private Debt ist auch Golding Capital Partners zugutegekommen, was wiederum 2019 zu einem Rekordergebnis führte. „Insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital haben uns institutionelle Investoren aus Europa im vergangenen Jahr anvertraut. Dies ist das beste Ergebnis in der 20-jährigen Geschichte von Golding“, freut sich ­Jeremy Golding, Gründer und Geschäftsführer von Golding Capital Partners. Deutlich zugenommen hat bei Golding Capital Partners die Nachfrage seitens der institu­tionellen Investoren nach individuellen ­Managed Accounts, insbesondere aus dem Kundensegment der Versicherungen. Golding konnte acht Managed-Account-Mandate mit einem Gesamtvolumen von 825 Millionen Euro hinzugewinnen. 
 
Auch bei Acatis freut man sich über hohe Nettomittelzuflüsse. Am stärksten zulegen konnten im zweiten Halbjahr 2019 der ­Acatis Gané Value Event, der Acatis IfK Value Renten und das kurz vor dem zweiten Halbjahr aufgelegte Aktienprodukt Acatis ­QILIN Marco Polo Asien Fonds. Die hohe Nachfrage, die unter anderem zu einem Vermögenszuwachs von 15 Prozent im zweiten Halbjahr führte, dürfte wohl auf die gute Wertentwicklung der Produktpalette zurückzuführen sein. Immerhin konnten „mit Ausnahme des Indien-Fonds alle unsere Fonds im Jahr 2019 eine positive Performance ­erzielen. An der Spitze lag der Acatis AI Buzz US Equities mit 32,2  Prozent“, so Hendrik Leber, Geschäftsführender Gesellschafter der Acatis Investment KVG.
 
Neuankömmlinge
 
Im dritten Cluster, des Institutional ­Money Rankings zeigt sich, dass immer wieder und trotz aller Konsolidierungsprozesse in der Fondsbranche neue Asset Manager auftauchen und frische Erfolgsgeschichten schreiben – beispielsweise 7orca. Bei seiner Ranking-Premiere am 31. 12. 2017 befand sich das Unternehmen mit 300 Millionen Euro an verwalteten Assets wohl noch nicht auf dem Radar vieler Investoren. Zwei Jahre später – und somit im aktuellen Ranking – konnte das Unternehmen seine Assets auf fast 1,7 Milliarden Euro mehr als verfünffachen und hat sich somit einen deutlich prominenteren Platz im Rampenlicht erarbeitet. Der hoch spezialisierte Asset Manager bietet institutionellen Kunden im deutschsprachigen Markt zum einen Lösungen zur Steuerung ihrer Fremdwährungs­risiken und zum zweiten Wege zur Vereinnahmung der Volatilitätsrisikoprämie an. 7orca-CEO Tindaro Siragusano zufolge hat man in beiden Kompetenzfeldern erhebliche Nachfrage durch institutionelle Investoren erfahren: „Im Currency-Overlay-Management ist dies begründet durch die stetige Globalisierung der Kapitalanlage und die zunehmende Allokation von Alternative ­Assets wie Private Debt. Sie haben dazu ­geführt, dass Fremdwährungsrisiken in insti­tutionellen Portfolios strukturell zunehmen. Insbesondere bei großen, komplexen Portfolios eröffnet die zentrale Steuerung durch einen Currency-Overlay-Spezialisten eine Vielzahl von Skalenvorteilen – unabhängig davon, ob das Risiko aktiv oder passiv abgesichert wird.“
 
Aktiv im Wortsinn
 
Beim Stichwort aktiv fühlt sich auch das inhabergeführte deutsche Fondshaus Eyb & Wallwitz besonders angesprochen: „Unsere Kunden wissen zu schätzen, dass sie von uns ,echtes‘ aktives Asset Management bekommen. Wir investieren nie entlang der Benchmark, sondern verfolgen konsequent unseren ganz eigenen Investmentansatz“, sagt Eyb-&-Wallwitz-Geschäftsführer Georg Wallwitz. Im Fokus der institutionellen ­Investoren stand dabei nach wie vor der Flaggschifffonds Phaidros Funds Balanced, der etwa ein Drittel des 18-prozentigen Vermögenszuwachses auf sich vereint. Aber auch die individuellen Aktien- und Anleihenstrategien des Phaidros Funds Schum­peter Aktien und des Fallen Angels Fonds finden zunehmend Platz in der Asset Allocation institutioneller Kunden. 
 
Auch für ÖkoWorld war das Jahr 2019 ­erfolgreich: Das Gesamtvolumen aller von ÖkoWorld konzipierten und vertriebenen ­Investmentfonds beträgt zum Stichtag mehr als 1,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem ­Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von mehr als 554 Millionen Euro, wie ein ­zufriedener Alfred Platow, Vorstandsvorsitzender bei ÖkoWorld, erklärt: „Trotz sehr volatiler Börsen konnte ÖkoWorld neue Höchststände erzielen. Performancezahlen zwischen plus 20 und plus 40 Prozent sind selbst für die über viele Jahre sehr er­folgreichen ÖkoWorld-Fonds eine Besonderheit.“
 
Gewinner von morgen
 
Aus dem vierten und letzten Abschnitt, also der Gruppe an Managern, die Vermögen von zumindest 200 Millionen bis zu ­einer Milliarde Euro verwalten, haben ­Capitulum und Ansa Capital den Sprung ins Ranking geschafft. In dieser Gazellen-Kategorie finden sich außerdem Medical Strategy, Baumann und Partners und CCPM, die sich mit starken relativen Wachstumsraten auch in die Ranking-Subkategorie „Die ­dynamischsten Asset Manager“ einreihen konnten. Angeführt wird dieses Spezial­ranking von Ansa Capital Management, das ein Plus von 251 Prozent ausweist (siehe ­Info-Element „Die dynamischsten Asset Manager“).
 
Azim El-Morsi  

Die dynamischsten Asset Manager

Auffallend hohe relative Zuwächse und Abflüsse im zweiten Halbjahr 2019

Die Wachstumsstory der Investmentboutique Ansa Capital Management kann mit Fug und Recht als beeindruckend bezeichnet werden. Seit der Gründung im Jahr 2013 verfolgt das Team eine sys tematische Total-Return-Strategie, die in unterschiedlichen Risikoprofilen angeboten wird. „Besonders hohe Nachfrage bestand im letzten Jahr nach einer defensiven Variante, die sich als Alternative zu Negativzinsen, beispielsweise für die Treasury-Veranlagung, anbietet. Ein kundenspezifisches Risikobudget bestimmt dabei den Investitionsgrad in ein Portfolio, das sich jederzeit optimal auf die ökonomischen Wirklichkeiten ausrichtet“, erklärt Daniel Linzmeier, Managing Partner bei Ansa Capital.

Übernahmen und Fusionen

Während bei kleineren Managern auch im organischen Geschäft schnell die prozentuellen Basiseffekte zu einer guten Position im Dynamik-Ranking beitragen können, stellen Übernahmen oder Fusionen einen weiteren Wachstumsmotor dar – manchmal auch in der zweiten Welle: So konnte Capitulum Asset Management – hervorgegangen aus der Übernahme der LBB-Invest durch Deka – an das Plus vom letzten Ranking nicht nur anschließen, sondern es gleich um Längen schlagen. Diesmal betrug das Wachstum satte 72 Prozent im Vergleich zu den 43 Prozent aus dem Vorjahr.

Auch der britische Fondsanbieter Liontrust konnte über die im Oktober 2019 abgeschlossene Akquisition des Mitbewerbers Neptune Investment punkten, deren Vermögen von 2,7 Milliarden Euro konsolidiert werden konnte.

Infolge der Übernahme wurden mit der Auflage des Liontrust GF Sustainable Future Global Fonds Ende 2019 gleich die neu erschlossenen Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit genutzt. Damit stellen die Briten im Dynamik-Ranking die Manager mit den meisten Assets under Management dar – nämlich satte 15,8 Milliarden Euro.

Einen starken Wachstumssprung konnte man mit einem Plus von 25 Prozent auch bei Baumann und Partners hinlegen. Der geschäftsführende Verwaltungsrat Thomas Foth erklärt: „Das Wachstum 2019 wurde durch unseren systematischen Ausbau in allen drei Geschäftsfeldern erreicht: Individualkunden, standardisierte Fondsvermögensverwaltung und institutionelle Kunden.“

Infrastruktur-Hype

Über ein massives Plus von mehr als einer Milliarde Euro, was wiederum einem Plus von 22 Prozent entspricht, freut man sich auch beim auf Privatmarktanlagen spezialisierten Vermögensverwalter Alpha Associates: „Wir hatten eine sehr starke Nachfrage nach unseren globalen Infrastruktur-Equity- und unseren europäischen Private-Debt-Programmen. Bei Infrastruktur-Equity konnten wir Ende letzten Jahres aufgrund unseres langjährigen starken Track Records drei weitere große Mandate, ebenfalls von deutschen Investoren, gewinnen“, freut sich Managing Partner Petra Salesny.


Anhang:

twitterlinkedInXING
 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren