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4/2022 | Produkte & Strategien
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Nullsummenspiel

FLOP. Außer den Gebühren für das Asset Management hat der DMS UCITS Platform ICAV – Alkeon Ucits Fund mit seinem Long/Short-Equity-Ansatz in fast vier Jahren nichts verdient. Das ist zu wenig.

Der in Irland am 17. Dezember 2018 aufgelegte UCITS-Fonds wird von DMS Investment Management Services (Europe) in Irland administriert und von der 2002 gegründeten New Yorker Alkeon ­Capital Management gemanagt. Alkeon wurde von Panayotis „Takis“ Sparaggis gegründet, der über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Asset Management und Kenntnisse im Informations- und Technologiesektor verfügt. Der Fonds zielt auf einen maxi­malen Kapitalzuwachs ab, indem er weltweit hauptsächlich in Long- und Short-­Positionen börsennotierter Firmen investiert. Die Anlagephilosophie konzentriert sich ­dabei auf eine gründliche Fundamentalanalyse der einzelnen Unternehmen und die Identifizierung von Wachstumszyklen, die weitgehend unabhängig von Konjunktur­zyklen sind. Bei den Long-Investitionen des Portfolios liegt der Schwerpunkt auf Growth-Titeln mit sich verbessernden Fundamentaldaten, starken Bilanzen und freien Cashflows sowie einer überlegenen Wett­bewerbsposition. Auf der Short-Seite werden Titel mit ­geringer Qualität leer verkauft, die mit langfristigen Herausforderungen wie instabilen und schwachen Geschäftsmodellen, sich verschlechternden Fundamentaldaten und ­sinkender Rentabilität zu kämpfen haben.
 
Laut dem Researchteam von ­Kepler Partners in London managt Alkeon wohl über elf Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verfolge einen Private-Equity-Ansatz für Investitionen in öffentliche Aktien mit einem Fokus auf Qualitätswachstum, der weltweit umgesetzt werde, heißt es in einer Note über das Treffen. Die Hauptschwerpunkte auf der Long-Seite liegen dabei in den Bereichen TMT, Konsumgüter, Gesundheitswesen und Dienstleis­tungen, das Short-Buch ist breiter angelegt. Damals wirkten sich die Leerverkäufe positiv auf die Performance aus. Das typische Nettoexposure liegt zwischen 30 und 80 Prozent (im Durchschnitt 65 Prozent), das Bruttoexposure zwischen 80 und 200 Prozent. 
 
Hochschaubahn
Wenn man die Wertentwicklung des Alkeon Ucits Fund seit Bestehen verfolgt, so entspricht sein Chartbild genau dem, was ein Investor in Long/Short Equity nicht will, denn dieser sucht langfristig hohe einstellige Durchschnittserträge bei hoher einstelliger Volatilität, um die Strategie als Portfolio­sta­bi­li­sator einsetzen zu können. Hier bekommt man etwas gänzlich anderes, nämlich eine Achterbahnfahrt ohne Sicherheitsgurt. Ging es von Dezember 2018 bis Februar 2021 noch stramm nach oben – nicht einmal der kurze Corona-Crash im Fe­bruar/März 2020 konnte der Performance Nennenswertes anhaben –, ging es an dann noch etwas schneller wieder nach unten, ­sodass Anfang November 2022 von der in der Spitze 120-prozentigen Performance nicht nur nichts mehr übrig blieb, sondern nach Kosten ein annualisiertes Minus von 91 Basispunkten zu verzeichnen ist (siehe Grafik „Alles wieder verspielt“). 
 
Noch aufschlussreicher ist ­allerdings die frappante Ähn­lichkeit mit der Wertentwicklung des ARK Innovation ETF der Starmana­gerin Cathie Woods: Die Grafik belegt, dass das All Time High fast exakt zum selben Zeitpunkt erreicht wurde, wie sich überhaupt die Muster – vor allem im ­Abstieg – überaus stark ähneln. Nachdem Alkeon-Mastermind Sparaggis über Kenntnisse des IT- und Tech-Sektors verfügt, dürft die ­Positionierung ähnlich sein. Der Perfor­mance­unterschied erklärt sich aus dem von Morning­star berichteten Fonds-Beta von 0,56. Eine schriftliche Anfrage bei ­Alkeon in New York, die Licht ins Dunkel hätte bringen können, blieb unbeant­wortet. Der Fonds ist per 8. November 2022 noch immer 68,69 Mil­lionen US-Dollar schwer. In ­seinen Glanzzeiten waren es zirka 330 Millionen US-Dollar. Die laufenden ­Kosten des Fonds betragen immerhin 2,38 Prozent jährlich. Im Bloomberg-Peergroup-Vergleich befindet er sich im untersten Dezil über ein und über drei Jahre. Viele Investoren ­haben die Konsequenzen gezogen und die Hochschaubahn verlassen. À la longue wird sich ­Alkeon die Frage stellen müssen, ob das hoch volatile Anlagekonzept im UCITS-Format den richtigen Weg darstellt, um ­Investorenkapital anzuziehen.

Dr. Kurt Becker

Anhang:

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