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4/2018 | Produkte & Strategien
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Geringe Überlebenschancen

FLOP. Der Wandelanleihenfonds CIC CH – Convert Bond Fund der CIC (Schweiz) AG bereitet wenig Freude. Warum er noch unter den Lebenden weilt, ist eines der vielen Rätsel.

Über zu wenig Spielraum kann das Management des global in Wandler investierenden Luxemburger Fonds, der von der Bank CIC (Schweiz) AG beraten wird, nicht klagen. Der Fonds darf direkt oder indirekt in Convertibles investieren, geografischen, währungs- oder branchenspezifischen Beschränkungen unterliegt er dabei nicht. Um das Vermögen vor den Folgen einer ungünstigen Marktentwicklung zu schützen oder um die Wertentwicklung zu optimieren, darf er darüber hinaus Derivate einsetzen. Außerdem können bis zu einem Fünftel des Nettofondsvermögens laut der aktuellen Key Investor Information in langfristige, nachrangige Schuldverschreibungen (CoCo-Bonds oder Contingent Convertible Capital Instruments) angelegt werden. Dass mit 15. Februar 2018 die empfohlene Haltedauer von mehr als zwei Jahren in Richtung drei bis fünf Jahre ausgedehnt wurde, lässt darauf schließen, dass die CoCo-Tangente zu diesem Zeitpunkt Eingang in die Anlagerichtlinien fand. Ein Blick in den Halbjahres­bericht des Fonds zum 30. Juni 2018 lässt allerdings nicht erkennen, dass diese neuen Freiheitsgrade auch nur ansatzweise genutzt wurden. Das Anlageziel besteht darin, ein Anleiheninvestment in Euro mittelfristig zu schlagen. Das höhere Wandelanleihenrisiko wäre anders auch nicht zu rechtfertigen. Seit Anfang 2015 ist man an diesem Anspruch allerdings gescheitert; wer den Fonds seit damals hält, hat nichts verdient.

Verwirrspiel

Ausgangspunkt der Analyse ist die am 21. Juni 2004 aufgelegte und auf Euro lautende Fondsanteilsklasse B (ISIN: LU0111727250), nachdem die Anteilsklasse A bereits am 26. Mai 2010 liquidiert wurde. Verwaltet wird der Fonds laut Morningstar und Bloomberg von Conventum Asset Management in Luxemburg, die Bank CIC (Schweiz) agiert als Fondsberater. Darüber, wer nun tatsächlich die Anlageentscheidungen trifft, sind sich die Datenanbieter nicht einig. Laut Angaben von CIC und citywirese­lector.com ist Carl Münzer ver­antwortlich, Bloomberg listet ihn allerdings als Manager von drei anderen Produkten der CIC. Laut Bloomberg ist Christian Meier, stellver­tretender CIO von CIC, seit Oktober 2011 als verantwortlicher Fondsmanager aus­gewiesen. 

Schwierig gestaltet sich auch die Suche nach der geeigneten Fonds-Benchmark. Das Fondsdatenblatt weist den Thomson Reuters Qualified Global Convert Index als Messlatte aus, Morningstar den Thomson Reuters Global Convertible Bond Total Return US-Dollar Index. Letzteres verwundert einigermaßen, da die US-Allokation laut Factsheet Ende Oktober 2018 nur bei 29,5 Prozent lag. Die drei nächstgrößten Märkte Deutschland, Frankreich und die Niederlande kommen als Euroländer auf zusammen 44,2 Prozent. Der Verwirrung nicht genug, führt Morningstar den J.P. Morgan Asia Credit TR US-Dollar Index als Messlatte an. Wie sich das mit einer Japan-Allokation im Fonds von gerade einmal 2,7 Prozent verträgt, bleibt im Dunkeln. Nachdem das Fremdwährungsengagement bei der B-Tranche Euro gehedgt wird, erscheint der Thomson Reuters Qualified Global Convertible Monthly Hegded (EUR) Index mit der Bloomberg-ID der richtige zu sein.

Kein Grund, stolz zu sein

Dass es niemanden wirklich dazu drängt, den „Fondserfolg“ für sich zu reklamieren, wird verständlich, wenn man die Performance der letzten fünf Jahre betrachtet. ­Vergleicht man den Fonds mit der in Euro ­gehedgten Benchmark, fällt auf, dass er in den letzten fünf Jahren nur ein wirklich ­starkes Quartal vorzuweisen hat, und zwar das erste des Jahres 2015. Danach fiel er ­gegenüber der Benchmark beinahe konti­nuierlich zurück, woraus sich eine annualisierte Performance von 1,79 Prozent netto nach Abzug der Managementkosten von jährlich 1,45 Prozent errechnet. Ein Vergleich mit dem Abschneiden der Benchmark deren Ertrag über denselben Zeitraum bei 4,36 Prozent pro Jahr liegt, wirkt ernüchternd. Kumuliert summiert sich die Underperfor­mance über fünf Jahre auf 14,51 Prozent. Selbst wenn man eine institutionelle Management Fee von 0,45 Prozent per annum ansetzt, ist das Resultat enttäuschend. Die Grafik „Hoffnungslos hinterher“ illustriert die Zusammenhänge. Wie bei Underperformern üblich, schrumpfen auch die Volumina. Per Ende Oktober befinden sich noch 39,61 Mil­lionen Franken im Fonds. Man darf gespannt sein, wie lange er noch durchhält, ­beziehungsweise hoffen, dass eine Strategieänderung doch einen Turn­around bewirkt.    

Dr. Kurt Becker


Anhang:

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