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Produkte & Strategien

3/2020 | Produkte & Strategien
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Ethik top, Rendite Flop

FLOP. Der H & A Prime Values Equity investiert weltweit in Aktien, die den vom Ethik-Komitee definierten ethischen Kriterien entsprechen – mit bescheidenem Erfolg.

Die Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG in Zürich hat den Fonds ­initiiert und ist auch Fondsmanager. Stolz ist man auf seine Expertise im Bereich der ethisch-nachhaltigen Geldanlage. Das Besondere ist das unabhängige Ethik-Komitee, das aus Professoren und Doktoranden in den verschiedensten Spe­zialgebieten wie Sozialethik, Corporate ­Governance, Umwelt- und Wirtschaftsethik oder Gewässertoxikologie besteht. Das ­Komitee bewertet das Ethikprofil der Unternehmen und wacht über die Einhaltung definierter ethischer Standards. Dabei werden die im deutschsprachigen Raum anerkannten ethischen Werthaltungen im Umgang mit Mensch und Natur berücksichtigt.
 
Der H & A Prime Values Equity inves­tiert weltweit in Aktien von Mid und Large Caps. Der Schwerpunkt wird auf Aktien von Unternehmen gelegt, die über ein solides Geschäftsmodell und überdurchschnittliche Marktchancen verfügen. Dank einer aktiven Allokationssteuerung kann der Fonds flexibel auf Marktentwicklungen reagieren und die Aktienquote als vermögensverwaltender Fonds kurzfristig reduzieren. Das sieht man an den Drawdowns, die geringer ausfallen als im MSCI World, allerdings blieb man in den darauf fol­genden Aufwärtsbewegungen meist deutlich hinter dem Markt zurück. 
 
Ethisch nachhaltig
 
Ziel des H & A Prime Values Equity ist, ein rentables, ­zugleich jedoch sozial und ökologisch ­verantwortliches Anlageverhalten umzusetzen, das auf nachhaltige unternehmerische Wertschöpfung ausgerichtet ist. Die Investmentethik verbindet also klassische Anlagekriterien mit ethischen Standards. Diese lassen sich aus der gesellschaftlichen Bedeutung von Unternehmen und aus den Prinzipien guter Unternehmensführung ableiten. Der Anlageprozess erfolgt in fünf Schritten. Zuerst kommt die Titelselektion aufgrund von Finanz- und Branchenanalysen. In einem zweiten Schritt erfolgt die qualitative Ethik-Analyse nach dem proprietärem Modell: Ausgeschlossen werden Firmen anhand eines Katalogs von Negativkriterien. Bei den verbleibenden Unternehmen konzentriert sich die Analyse aus ethischer Perspektive auf fünf detaillierte Bereiche, die die Positivkriterien dar­stellen: Verantwortungsverständnis, das Angebot von Produkten und Dienstleistungen, Unternehmensprozesse, den Schutz natürlicher Ressourcen sowie Transparenz und Reputation. In einem dritten Schritt erfolgt die Bewertung der Unternehmen durch das Ethik-Komitee, das bei jedem Titel über Aufnahme oder Ausschluss entscheidet. Dessen Entscheidungen sind bindend für das Fondsmanagement und sorgen für Objektivität und Transparenz. Vierter Schritt ist die eigentliche Portfoliokonstruktion. Das ethische Anlageuniversum umfasst mehr als 600 ­Titel, und es erfolgt eine kontinuierliche Überwachung der Titel und des Gesamtportfolios unter Berücksichtigung technischer Indikatoren. Fünftens betreibt man Engagement und tritt über einen Kooperationspartner in einen Dialog mit den investierten Unternehmen. Ziel ist die Verbesserung des Nachhaltigkeitsprofils bei inves­tierten Unternehmen. 
 
Fazit
 
Dass man Ambition hat, den Markt zu schlagen, kann man der Gebührengestaltung entnehmen. Neben einer fixen Managementgebühr von 1,5 Prozent per annum gibt es eine zehnprozentige Performancegebühr mit High Water Mark. Laut Bloomberg schlägt sich das in einer Gesamt­kos­ten­belastung von 2,66 Prozent pro Jahr nieder. Da der Fonds in den letzten fünf Jahren eine Netto­performance von 2,69 Prozent pro Jahr auf annualisierter Basis per 3. September 2020 (siehe Chart „Hoffnungslos zurück“) erzielte, fressen die Kos­ten die halben Erträge auf. Das soll sich nun ändern, die Gebühren werden verringert, und vor zwei Jahren wurde ein neuer Manager angeworben. Das geringe Fondsvolumen im einstelligen Millionenbereich hängt auch damit zusammen, dass man den Fonds nie aktiv beworben hat. Doch dafür wird der H & A Prime Values Equity erst Leis­tung zeigen müssen.
 
Dr. Kurt Becker

Anhang:

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