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3/2018 | Produkte & Strategien
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Erfolgreicher Grenzgänger

Wer ein offenes Fondsinvestment in der Region Mittlerer Osten – Nordafrika mit gutem Track Record und einem überzeugenden Manager sucht, sollte den Magna Mena Fund ins Auge fassen.

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Der Magna Mena Fonds hat einen eindeutigen Fokus auf Saudi-Arabien, das nach einer Entscheidung von MSCI im Juni 2018 ab Juni 2019 vom Frontier-Market- in das Emerging-Market-Segment aufsteigen wird.

stock.adobe.com | swisshippo; Jens Braun

Der Mittlere Osten und Nordafrika (Mena) sind allen ­Medienberichten zum Trotz eine überaus interessante Anlageregion. Vieles hat sich durch Reformen zum Positiven gewandelt. Wie ein Fisch im Wasser bewegt sich Fondsmanager Stefan Böttcher in den Schwellenländer- und Grenz-(Frontier)-Märkten, der seine Langfristexpertise im mittlerweile durch ein Soft Closing Anfang März 2018 nur mehr Bestandinvestoren zugänglichen 466 Millionen Euro schweren Magna New Frontiers Fund eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Mit der Performance dieses geografisch wesentlich breiter als der Mena Fund aufgestellten Fonds befindet sich Fondsmanager Böttcher über drei respektive fünf Jahre im 98. beziehungsweise 99. Perzentil seiner Bloomberg-Vergleichsgruppe. Neben dem Magna Frontier Markets und dem Mena Fund managt Böttcher noch ­einen dritten Fonds. Dieser Long/Short-Schwellenländeraktienfonds (Oaks Emerging and Frontier Opportunities) gehört mit an die acht Prozent annualisierter Performance seit Auflage im August 2013 ebenfalls zur Spitze unter seinen Peers. Oaks ist seit Juni 2018 wieder offen, nachdem sich der Fonds bereits im Soft Closing befunden hatte. Maximal 100 Millionen Euro können die neuen Zuflüsse betragen, ehe der Fonds für Neuinvestoren wieder geschlossen wird, davon sind Anfang September nur mehr 14 Millionen offen. Wer seine Expertise will, muss also den Magna Mena Fund in Betracht ziehen.

Mastermind managt drei Fonds

Böttcher besitzt jahrzehntelange Erfahrung als Fondsmanager im Bereich der Schwellenländer. Bei Fleming wurde er im Jahr 1994 mit der Verwaltung eines der ers­ten Publikumsfonds für osteuropäische ­Aktien betraut. Seit 2001 ist Stefan Böttcher bei der britischen Investmentboutique Charle­magne Capital tätig, wobei er sich in den letzten Jahren auf die Frontier Markets fokussierte. Dabei investiert er in attraktiv bewertete, gut gemanagte Unternehmen, ­deren Geschäftstätigkeit ein nachhaltiges Wachstum erwarten lässt. Daneben sucht Stefan Böttcher gezielt nach Sondersituationen in diesen Märkten. Als Stockpicker zeichnet ihn eine entsprechend umfangreiche Unternehmensbesuchstätigkeit aus. Nun ist Böttcher für die kanadische Fiera Capital tätig, ohne den Arbeitgeber gewechselt zu haben. Denn Fiera übernahm Ende 2016 den britischen Asset Manager Charlemagne, der im Dezember 2017 in Fiera Capital umbenannt wurde und die Firmenbezeichnung der kanadischen Mutter annahm. Die Magna Fonds allerdings behielten ihr Branding, sie sind eine irische UCITS-Struktur unter dem Magna Umbrella Fund. Ende 2017 übernahm Böttcher auch den Magna Mena Fund, nachdem der ehemalige Manager des Fonds, Akhilesh Baveja, Charlemagne bereits Anfang November 2017 verlassen ­hatte. Streng genommen ist Böttcher Sub-Advisor von Fiera Capital, da er eine eigene Firma besitzt, die Fiera berät.

Aufgrund der langfristig gezeigten Expertise von Böttcher in den anderen beiden Fonds, die sich im Soft Closing beziehungsweise knapp davor befinden, bitten wir den Magna Mena Fonds vor den Vorhang, der ein konzentriertes Anlagespektrum abdeckt (siehe Grafik „Fokussiertes Anlageuniversum“). Die Marktkapitalisierung Saudi-Arabiens lag Ende 2017 etwa bei 455 Milliarden US-Dollar, und das ohne den zur Teilprivatisierung anstehenden Ölkonzern Aramco, dessen Börsengang nicht abgesagt, sondern nur verschoben wurde.

Investmentansatz

Böttcher verfolgt ein fundamentales Bottom-up-Stock­picking im All-Cap-Bereich, verbunden mit einem konzentrierten Ansatz auf 30 bis 50 Titel. Gemeinsam mit seinem Co-Manager Dominic Bogor-­Ingram investiert er in Qualitätsunternehmen mit starkem Management und nachhaltigen Wachstumsperspektiven, die eine attraktive Bewertung aufweisen. Gesucht wird besonders nach vom Markt weniger gut verstandenen Opportunitäten, was sich auch in einem relativ hohen Active Share von an die 80 Prozent widerspiegelt. Regelmäßige Treffen mit dem Topmanagement sind für den Anlageprozess unverzichtbar. Böttcher: „Es gilt, Unternehmen zu finden, die uns langfristig attraktive Anlagemöglichkeiten bieten. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Wachstums und die bewiesene Orientierung an den Interessen aller Aktionäre stehen für uns dabei im Mittelpunkt.“ Gemäß dem gelebten Strong-Conviction-Ansatz werden jene Titel, von denen die beiden Manager am stärksten überzeugt sind, in der Portfoliokonstruktion auch mit dem höchsten Gewicht versehen. Auch Off-Benchmark-Werte finden sich im Portfolio.

Saudi-Arabien und Kuwait

Der Magna Mena Fonds hat einen eindeutigen Fokus auf Saudi-Arabien, das nach einer Entscheidung von MSCI im Juni 2018 ab Juni 2019 vom Frontier-Market- in das Emerging-Market-Segment aufsteigen wird. Die regulatorischen und organisatorischen Reform- und Öffnungsschritte für institutionelle In­ves­toren machen sich für die Saudis bezahlt. Nun denkt man sogar schon über die Einführung von Aktienderivaten nach. Die Indexaufnahme geht in mehreren Schritten vor sich, wobei das Anfangsgewicht von 32 Aktien bei 2,6 Prozent im MSCI Emerging Markets liegen wird. Eine Umreihung von Kuwait vom Frontier Markets in den Emerging Markets Index könnte im Juni 2019 folgen, die dann 2020 wirksam würde. Mit dem Aufstieg in der Indexhierarchie ist eine zusätz­liche Milliardennachfrage verbunden, weil ­alle passiven Schwellenländerfonds in saudische Aktien investieren müssen.

Überzeugende Reformdynamik

Das Wahhabiten-Königreich überzeugt neben den Kapitalmarktreformen auch mit einer hohen Schlagzahl politischer und wirtschaftlicher Reformen – Schlagwörter sind hier die „Vision 2030“ und das „National Transformation Programme“ des jungen saudischen Kronprinzen, der einen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft anstrebt. Damit können Wachstumspotenziale gehoben werden. Der Fonds ist mit einem Anteil von zirka 56 Prozent in diesem Markt übergewichtet. Böttcher: „Saudi-Arabien befindet sich in einer Phase riesiger Umwälzungen. Um das Ausmaß der Veränderungen zu verstehen, muss man mehr als ein Jahrzehnt zurückschauen, als es nur eingeschränkte Investitionsmöglichkeiten für nicht ansässige Investoren gab. Das änderte sich 2008, als es Ausländern gestattet wurde, über Total-Return-Swap-Produkte zu investieren. Zu einem weiteren Durchbruch kam es dann 2015, als ausländische Anleger durch die QFI-Reformen für qualifizierte ausländische Investoren die Möglichkeit bekamen, im Rahmen gewisser Schwellenwerte saudische Aktien zu erstehen.“ Der saudische Markt ist weiterhin stark auf inländische Investoren ausgerichtet. Örtliche Institutionen und Private sind für mehr als 90 Prozent des Gesamtumsatzes an der Börse verantwortlich, und der verbleibende Rest teilt sich zwischen ausländischen Swap-Investoren und internationalen QFI-Investoren auf. Das ist bemerkenswert, da die Quote des durchschnittlichen ausländischen Aktienbesitzes im Vergleich dazu in den Schwellenländern bei zirka 50 Prozent liegt. Der tägliche Börsenumsatz in Saudi-Arabien entspricht jenem der Türkei.

Der Fonds ist am stärksten im Bankensektor (siehe Grafik „Branchenzusammensetzung“) engagiert, der in Saudi-Arabien eine der höchsten Gesamtkapitalrenditen der Emerging Markets aufweist. Zurückzuführen ist das auf niedrige Steuern, geringe Kosten und geringe Rückstellungen. Der Sektor hat außerdem eine niedrige Verschuldungsquote. Das bedeutet, dass die Banken beträchtlich mehr Kredite vergeben können, ohne dafür frisches Kapital aufzunehmen. Vor allem Kredite an Private gibt es kaum, was bei der Umsetzung der Reformen hin zu einer Volkswirtschaft, die sich weg vom Öl bewegen soll, viel Wachstumspotenzial bietet. Böttcher: „Dazu kommt, dass die saudischen Leitzinsen an die US-Zinsen gekoppelt sind. Da saudische Banken eine Mischung aus Unternehmensanleihen und zinsfreien Einlagen halten, ­gehören sie global zu den mit am besten ­positionierten Banken, um von US-Zinserhöhungen zu profitieren.“ Daneben sieht Böttcher aber auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten gute Chancen, wo die Bewertungen sehr günstig sind. Hier ist NMC Healthcare zu nennen. Durch die Einführung einer Krankenversicherungspflicht für alle Gastarbeiter ist hier deutliches Wachstum vorprogrammiert. Eine weitere große Position im Fonds betrifft den größten ­Anbieter von privater Hochschulbildung in Kuwait namens Humansoft. Steigende Studentenzahlen bedeuten eine Verteilung der Fixkosten und bessere Margen.

Wie die Analyse seit Fondsauflage (siehe Grafik „Langfristig überzeugend“) zeigt, die den Fonds mit dem S&P Pan Arab Composite Index als Benchmark vergleicht, konnte in den siebeneinhalb Jahren von ­Ende Februar 2011 bis Ende August 2018  eine kumulierte Outperformance von 161,45 Prozent erwirtschaftet werden. Das entspricht einer annualisierten Rendite von 16,32 Prozent, die sich vorteilhaft mit jener der Benchmark von 5,53 Prozent vergleicht.

Aktiver Ansatz vorzuziehen

Ein längerer Anlagehorizont ist bei diesem Spezialthema mitzubringen. Es besteht auch ein Ansteckungsrisiko, wenn die Schwellenländer – wie gerade eben – aufgrund des starken Dollars und hausgemachter Schwächen einiger Länder (Türkei, ­Argentinien) wie großen Leistungsbilanz­defiziten, gepaart mit Verschuldung in Fremdwährung, schwächeln. Allerdings sind in der Mena-Region die meisten Währungen und auch deren Zinsen an den Dollar gekoppelt. Zudem ist die Korrelation zu den Grenzmärkten mit 0,4 nicht zu groß. Die Wahl eines aktiven Managers ist in ­dieser Nische passiven Anlagen vorzuziehen, und Böttcher hat hier seine Alpha-Qualitäten bereits bewiesen.

Die Kostenstruktur ist mit 1,25 Prozent jährlich zuzüglich einer Performancegebühr von 20 Prozent zwar kein Schnäppchen, aber dem Thema angemessen. Insti­tutionelle, die ein Satelliteninvestment mit hohen Alpha-Chancen suchen, das noch Kapazität frei hat – ein Soft Closing wird es hier erst bei einem Fondsvolumen von 300 bis 400 Millionen Euro geben –, sollten den Fuß in die Tür stellen.

DR. KURT BECKER


Anhang:

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