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2/2026 | Produkte & Strategien

Die Kette entlang

Mit einem Krieg, der sich immer mehr um die Kontrolle der Straße von Hormus dreht, stellt sich die Frage, welche Energiestrategien langfristig am besten funktionieren. Ein Vergleich entlang der Wertschöpfungskette bietet Aufschlüsse.

Gorodenkoff | Adobe Stock

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Die aktuellen Eskalatio­nen rund um die Straße von Hormus lassen Fragen zur Energieversorgung aufkommen, hinzu kommen Sorgen um Versorgungsengpässe und damit verbundene Inflationsängste. Wer sich vor diesem Hintergrund an die Zeit nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erinnert fühlt, steht wahrscheinlich nicht ganz allein da. In Anbetracht dessen hat uns interessiert, welche breit gefassten Energiestrategien – vom Versorger bis hin zum Ausrüstungszulieferer – in den vergangenen zehn Jahren am besten funktioniert haben und welche nicht ganz so aufgegangen sind. Gemeinsam mit dem Datenanbieter Mountain-View wurde zu diesem Zweck eine Liste erstellt, die die Performance entsprechender Strategien während der vergangenen zehn Jahre in der DACH-Region umfasst. Aus den unterschiedlichen Ansätzen haben sich bemerkenswerterweise sowohl als Top als auch als Flop zwei Ansätze herauskristallisiert, die sich auf Unternehmen fokussieren, die sich um Lösungen im Bereich der „sauberen Energie“ bemühen, wie es in den jeweiligen Publikationen zur Fondsstrategie heißt.

Ziemlich herausragend hat diese Aufga­be die Robeco-Smart-Energy-Strategie gelöst, die es über die vergangenen zehn Jahre auf ein Plus von mehreren hundert Prozent gebracht hat. Auch in jüngster Vergangenheit präsentierte sich das Management stark: ein Plus von knapp 27 Prozent per annum innerhalb der vergangenen drei Jahre. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,7 Prozent zu Buche. Zwei große Subthemen dominieren die Strategie: IT/Telekommunikation auf der einen und Industrie auf der anderen Seite bestreiten jeweils rund 43 Prozent des Portfolios. Relativ gering ist man mit 48 Prozent im US-Dollar gewichtet, der Euro steht als Währung mit 16 Prozent an zweiter Stelle. Von den Einzeltiteln her scheint das Prinzip „conviction“, aber nicht „high conviction“ vorzuherrschen. Quanta Services, ein US-amerikanischer Industriedienstleister mit Sitz in Houston, spezialisiert auf Bau, Wartung und Modernisierung von Energie- und Kommunikationsinfra­struktur, ist mit 3,8 Prozent die größte Einzelposition, gefolgt von Vertiv Holdings, einem ebenfalls US-amerikanischen Anbieter – jedoch spezialisiert auf digita­le Infrastruktur für Rechenzentren und Kommunikationsnetze – mit 3,7 Prozent. Das Top-Trio schließt mit 3,5 Prozent ein Haushaltsname ab: Infineon Technologies.

Gewinne mitgenommen

Zur Taktik befragt, meint Lead-Manager Roman Boner, man habe in der jüngeren Vergangenheit selektiv Gewinne in stark gelaufenen Segmenten realisiert und das Portfolio stärker auf Netze, Ausrüster und Infrastrukturwerte ausgerichtet. „Weitere Anpassungen erfolgen opportunistisch und diszipliniert entlang von Bewertungen, Fundamentaldaten und Risikoprofil.“ Wichtig sei dem Manager „eine gezielte Allokation in strukturelle Gewinner entlang der Elektrifizierungswertschöpfungskette, getragen insbesondere von Netzausbau und Infrastruktur sowie Energieeffizienzausrüstung für Rechenzentren und durch Leistungshalbleiterwerte. Die Outperformance gegenüber der Peergroup resultierte aus einer frühzeitigen Positionierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie einer disziplinierten Aktienauswahl, die zyklische Erholung und langfristige Wachstumstrends kombinierte.“ Zur näheren Zukunft meint Boner, dass „geopolitische Risiken, ­regulatorische Eingriffe und höhere Kapitalkosten die zentralen Herausforderungen ­darstellen. Gleichzeitig eröffnen beschleunigte Inves­titionen in Netzinfrastruktur, Elektri­fizierung und Energieeffizienz attraktive Chancen für nachhaltig wachstumsstarke Unternehmen.“

Flop

Am anderen Ende der Liste findet sich die Clean-Energy-Solutions-Strategie von BNP Paribas AM – wobei die Performance von der Managementseite folgendermaßen eingeschätzt wird: Zwar wird betont, dass man benchmarkfrei agiert, gleichzeitig verweist man darauf, dass man den WilderHill Global Clean Energy Composite in fünf von sechs Jahren geschlagen und 2026 den Award „Best Sustainable Fund“ von MainStreet Partners erhalten hat. 2019 wurde der Fonds vollkommen neu aufgestellt, 2021, rund um den Höhepunkt der Performance (siehe Chart unten), erfolgte ein Soft Closing. Gelitten hat man laut Ulrik Fugmann, bei BNP AM Co-CIO Environmental Strategies, nicht zuletzt darunter, dass „das Clean-Energy-Thema irrtümlicherweise als ESG-Thema gesehen wird“ und deshalb nach der jüngsten Desillusionierung mit der Thematik zu einem „blinden Fleck für die meisten institutionellen Investoren“ geworden ist.

Der Fokus der Strategie liegt mit rund 60 Prozent des Portfoliobestands ganz auf dem Sektor „Industrie“. Von der Währungsverteilung macht der US-Dollar mit 56 Prozent den größten Posten aus, gefolgt vom kanadischen Dollar mit elf Prozent, auf Platz drei der Euro mit knapp zehn Prozent. Von den Einzeltiteln her ist die US-amerikanische Photovoltaik-Firma Sunrun mit rund sechs Prozent der Top-Wert. Dass die Verlierer von gestern manchmal die Gewinner von morgen sind, zeigt übrigens ein Blick auf die Zwölfmonatsperformance: Mit mehr als 80 Prozent führt man in diesem Zeitraum die Top-Flop-Liste an.

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