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3/2019 | Produkte & Strategien
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Der unbekannte Staatsfonds

Der „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ (KENFO) ist – von der ­Öffentlichkeit weitgehend ignoriert – Deutschlands erster Staatsfonds. Mittlerweile ist das ­ Milliardenvermögen zu 40 Prozent investiert, und der Fonds legt ein positives Anlageergebnis vor.

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Ein Fonds, der die sichere Entsorgung und Lagerung von Atommüll über Jahrzehnte hinweg finanzieren soll, benötigt erstens reichlich Kapital und zweitens eine entsprechend langfristig ausgerichtete Strategie.

© kenfo, Adlerauge1 | stock.adobe.com

Während die Idee, einen deutschen Staatsfonds zu schaffen, der in Zukunft helfen könnte, das Problem der Altersarmut zu entschärfen, noch heftig diskutiert wird, arbeitet der erste deutsche Staatsfonds schon seit 2017. Schon vor mehr als zwei Jahren wurde dieser Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) etabliert. Dass vor allem die Vermögensverwaltungsgesellschaften anlässlich seiner Gründung im Juni 2017 gleich sehr viel Interesse an dieser Einrichtung zeigten, lag an der Dotierung. 24,1 Milliarden Euro lagen seinerzeit auf ­einen Schlag zur Anlage bereit. Für Asset Manager winkte dabei nicht ein finanziell interessantes, sondern auch ein ­prestigeträchtiges Mandat. Laut Entsorgungsfondsgesetz mussten die Energiekonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall den Betrag von 24,1 Milliarden Euro im Sommer 2017 auf die Konten des Fonds überweisen. Im Gegenzug waren sie die langfristigen Verbindlichkeiten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus den deutschen Atomkraftwerken los. Nun liegt die Finanzierungsverantwortung für die Entsorgung des radioaktiven Abfalls vollständig beim deutschen Staat, der dafür den KENFO gegründet hat. Mit seinem Volumen avancierte der KENFO zur größten öffentlich-rechtlichen Stiftung Deutschlands.

Staatliche Stiftung

Der Zweck des Fonds besteht darin, „die Finanzierung der Kosten für die sichere Entsorgung der entstandenen und zukünftig noch entstehenden radioaktiven Abfälle aus der gewerblichen Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität in Deutschland zu sichern“, so steht es im Entsorgungsfondsgesetz. Bereits im ersten Jahr seines Bestehens musste der Fonds Auszahlungen leisten, und das soll nun über Jahrzehnte so bleiben. Es dauert lange, bis die Radioakti­vität des Atommülls so weit abgeklungen ist, dass er nicht mehr gefährlich ist. Der ­KENFO ist daher eine sogenannte Verbrauchsstiftung, deren Laufzeit auf rund 80 Jahre ausgelegt ist.

Der Fonds hat seinen Sitz in Berlin, was die Suche nach qualifiziertem Personal aus der Finanzbranche nicht leicht macht. Natürlich ist der Fonds auch hoch politisch. Das Kuratorium, das über alle grundsätzlichen Fragen entscheidet, die mit der Erfüllung des Stiftungszwecks verbunden sind, besteht aus Vertretern verschiedener Bundesministerien sowie aus Mitgliedern des Deutschen Bundestags. Da ist es verständlich, dass öffentliche Verlautbarungen, wie die Assets angelegt werden, eher rar sind und man sich pressemäßig eher zurückhält.

Investment-Infrastruktur

Aber am 23. Juli stellte der KENFO den Jahresabschluss seines ersten vollständigen Geschäftsjahres vor. Zu diesem Anlass wurde in einem Pressegespräch auch eine Reihe offizieller Zahlen veröffentlicht, und die Vorstandsvorsitzende Anja Mikus erklärt, dass das neue Führungsteam zunächst aus dem Nichts heraus eine langfristige und leistungsstarke Investment-Infrastruktur schaffen und ordnungsgemäße Geschäftsprozesse sicherstellen musste. Ihr Vorstandskollege und Chief Operating Officer Victor Moftakhar ergänzt: „Es mussten Konzeption und Umsetzung so parallel wie möglich gestaltet werden, um die schnelle Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Zeitgleich zum Aufbau der Innenorganisation begann die Personalgewinnung.“ Anfangs waren in der Stiftung ­lediglich drei Vorstände sowie ein Jurist tätig. „Mittlerweile arbeiten neben den drei Vorständen 18 Mitarbeiter beim KENFO, zusätzlich befinden sich drei Stellen aktuell in der Ausschreibung“, erklärt Moftakhar.

Als globale Verwahrstelle für die Anlage der liquiden Assets wurde die State Street Bank bestimmt, und als Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft HSBC INKA. Moftakhar erklärt, dass das nicht so einfach wie in der Privatwirtschaft vonstattenging: „Das auch auf uns ­anzuwendende Vergaberecht der öffentlichen Hand bedingte einen aufwendigen Auswahlprozess.“ Teilweise musste EU-weit ausgeschrieben werden. Bereits im November 2017 – fünf Monate nach Gründung des Fonds – stand die Infrastruktur für die ersten Investitionen in Milliardenhöhe bereit. Seit Sommer 2019 geht man beim KENFO daran, die Infrastruktur für die illiquiden Anlagen weiterzuentwickeln.

Auszahlungen

Außerdem vergab der KENFO eine Asset-Liability-Studie, die die Basis für die Anlagestrategie und den angestrebten Vermögensmix liefern sollte. Sie war auch Grundlage für die Sicherstellung der erforderlichen Liquidität für die „zum Teil erheblichen Zahlungsverpflichtungen der Stiftung im Zeitverlauf“, so Moftakhar. „Zwischenzeitlich wurden bereits 460 ­Millionen Euro an den Bund überwiesen – im Berichtsjahr 2018 waren es 181 Millionen“, ergänzt Finanzvorstand Dr. Thomas Bley.

Nachdem die Stiftung bei ihrer Gründung zunächst die Räumlichkeiten des Bun­deswirtschaftsministeriums (BMWi) nutzen konnte, star­tete man im Mai 2018 die ­Suche nach einem eigenen ­Bürostandort. Im November 2018 konnten der Mietvertrag unterzeichnet und bis Mai 2019 die Räumlichkeiten hergerichtet werden.

Dann natürlich die Investitionen: „Der Fonds hat den konkreten Auftrag, sich als ­Finanzinvestor auf die Erwirtschaftung der notwendigen Renditen zu konzentrieren“, erklärt Mikus. Um eine Vorstellung von den geplanten jährlichen Entsorgungskosten und der sich daraus ergebenden Zielrendite zu bekommen, hatte das BMWi bei der Kanzlei Warth & Klein ein Gutachten in Auftrag gegeben, das bereits Ende 2015 vorlag. Demnach setzt sich das Gesamtvolumen von 24,1 Milliarden Euro zusammen aus dem Basisbetrag von 17,8 Milliarden Euro, der den Rückstellungsbeträgen der Energieversorgungsunternehmen für ihre Entsorgungsverpflichtungen entsprach, sowie einem Risikoaufschlag von rund 35 Prozent (6,3 Milliarden Euro). Die durch das Gutachten ermittelten künftigen Entsorgungsverpflichtungen wurden mit dem von den Energieversorgern verwendeten Faktor von 4,58 Prozent abdiskontiert, was angesichts der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten eine stramme Vorgabe ist. Mikus lenkt aber ein: „Unser Stiftungskapital von 24,1 Milliarden Euro beinhaltet auch den Risikoaufschlag. Auf 24,1 Milliarden Euro berechnet, liegt die Zielrendite bei rund 3,7 Prozent per annum.“

Um diesen Verpflichtungen gerecht werden zu können, wurde eine Vermögensstruktur entwickelt, die das Potenzial hat, die erforderliche Rendite zu erwirtschaften. Entsprechend besteht die strategische Asset Allocation zu 27 Prozent aus risikoarmen Anlagen wie der risikoneutralen Anlage, die in Euro-Anleihen bei der Bundesbank liegt, und sicheren Staatsanleihen weltweit, zu 27 Prozent aus Unternehmensanleihen und Anleihen von Schwellenländern und zu 16 Prozent aus weltweiten Aktien. Die restlichen 30 Prozent sollen in illiquide Anlagen wie Private Equity, Infrastruktur und Immobilien investiert werden (siehe Chart „Strategische Asset Allocation“).

„Wir managen die einzelnen Teilsegmente nicht selbst und haben Mandate an spezialisierte und sehr erfahrene Asset-Management-Gesellschaften vergeben“, so Mikus. Außerdem wurde die Anlage zeitlich gestreckt, um nicht nur eine Streuung über die Assetklassen, sondern auch über die Investitionszeitpunkte zu erreichen.

Bereits 40 Prozent investiert

„Wie wichtig ein solch langfristiger Aufbauplan ist, zeigt die Aktienmarktent­wicklung der letzten zwei Jahre“, verweist Mikus auf die Verluste im DAX gegen ­Ende 2018. „Mit der systematischen ­Streckung der Anlagen konnte der KENFO die günstigeren Einstiegsniveaus Anfang 2019 nutzen.“

Zur Jahresmitte 2019 hatte der KENFO mit 9,1 Milliarden Euro knapp 40 Prozent seines Volumens investiert, nachdem zum Jahresende 2018 erst 4,3 Milliarden inves­tiert waren. Die zeitliche Streckung der ­Investitionen soll weiter fortgesetzt werden.

Das ultraniedrige Zinsniveau macht na­turgemäß auch dem KENFO zu schaffen: „Der Negativzins betrifft nun auch längere Laufzeiten. Die Zehnjahresrenditen von Bundesanleihen fielen unter minus 0,4 Prozent. Das ist der Einlagensatz, den wir für unsere sicher angelegten Barmittel bei der Bundesbank bezahlen – allerdings mit täg­licher Kündigungsmöglichkeit“, sieht Mikus wenigstens noch einen winzigen Vorteil. Mit der erreichten Performance des Fonds ist man zufrieden: „Die durchschnittliche Wertentwicklung auf das schrittweise investierte Fondsvermögen beträgt 6,2 Prozent per ­annum. Das ist ein sehr ordentliches Zwischenergebnis – insbesondere nach dem Börsenjahr 2018, in dem weltweit nahezu alle Märkte verloren haben“, so Mikus. Sie ist zuversichtlich, dass das Stiftungsergebnis bereits 2019 – und damit ein Jahr früher als geplant – in der Gewinnzone landet.

Illiquide Anlagen haben im Fonds eine Zielallokation von 30 Prozent. „Die Verfügbarkeit dieser Assets stellt eine Herausforderung dar, da angesichts der Zinssituation eine hohe Nachfrage auf diesen Märkten besteht“, verweist Moftakhar darauf, dass nicht nur der KENFO auf der Suche nach attraktiven illiquiden Anlagen ist. Hier verfolgt der Fonds einen zweistufigen Ansatz: Im ersten Schritt sollen aufgrund ihrer sofortigen Diversifikationseffekte vorrangig Anteile an Private-Equity-Fonds erworben werden. „Erste Fondszeichnungen können hier schon ab Herbst 2019 getätigt werden“, so Moftakhar. Im zweiten Schritt sollen ­daneben auch Assets weiterer Klassen wie z. B. Infrastrukturinvestments erworben werden. „In diesem Zusammenhang liegt ein weiterer Schwerpunkt und ein besonderes Augenmerk auf der Herstellung der Investitionsfähigkeit für Co- und Direktinvestments“, so Moftakhar. Die entsprechenden Strukturen hierzu würden jetzt aufgebaut.

Weiters war von Anfang an klar, dass das Portfolio nachhaltig sein sollte. Dazu hat der KENZO zum einen Ausschlüsse: Betreiber von Kernkraftwerken oder Unternehmen, die Kernkraftwerksbetreiber beherrschen, werden gemieden, ebenso wie Unternehmen, die dem angestrebten Ausstieg aus der Kohleverstromung zuwiderlaufen; ebenso Unternehmen, die gegen die Kernprinzipien des UN Global Compact verstoßen. Daneben verfolgt der KENFO einen Best-in-Class-Ansatz. Insbesondere für die liquiden Anlagen soll dieser Ansatz Anwendung finden. „Um Bewertungen vorzunehmen, ist die Datenqualität von nachhaltigen Unternehmensinformationen von entscheidender Bedeutung. Nur was messbar ist, kann gemanagt werden“, erklärt Mikus.

Insgesamt ist man zufrieden mit der geleisteten Aufbauarbeit und dem Ergebnis der ersten zwei Jahre. Finanzvorstand Bley erklärt zum Ergebnis: „Bedingt durch unsere Aufbausituation und das Niedrigzinsniveau, aber auch durch das auf allen weltweiten Märkten schwierige Börsenjahr 2018 schreiben wir im Jahr 2018 noch Anlaufverluste“, erläutert er das für 2018 negative Stiftungsergebnis von 71,5 Millionen Euro. Die Verluste ergäben sich dadurch, dass den Erträgen von 20,9 Millionen Euro Aufwendungen von 92,4 Millionen gegenüberstehen, wovon über 90 Prozent, nämlich 86,4 Millionen Euro, als Negativzinsen an die Deutsche Bundesbank geleistet wurden. Der KENFO muss für seine während der Aufbauphase schrittweise in Vermögensanlagen umgeschichteten Barbestände bei der Deutschen Bundesbank einen Negativzins von minus 0,4 Prozent zahlen. Einen kleinen Trost gibt es hier aber für die deutschen Steuerzahler: Die Zinsen fließen über die Gewinnausschüttung der Bundesbank wieder an den Bundeshaushalt zurück.

„Unsere eigenen Verwaltungsaufwendungen betragen demgegenüber nur sechs Millionen Euro. Dies zeigt, dass wir einen schlanken Verwaltungsapparat haben“, verweist Bley auf die kos­tengünstige Verwaltungsstruktur des KENFO von 0,25 Prozent.

Anke Dembowski


Fünf Fragen an Anja Mikus

Vorstandsvorsitzende des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO), Berlin

Anja Mikus arbeitet seit 30 Jahren im Vermögensmanagement. In ihren beruflichen Stationen war sie Portfoliomanagerin, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied. Bei Allianz und Union Investment war sie mit ihren Teams für den Anla­geerfolg großer Vermögen verantwortlich. Mit den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung für Investments hat sie sich intensiv bei der Fondsboutique Arabesque beschäftigt, wo sie zuletzt Partnerin und CIO war. Außerdem ist Anja Mikus im Aufsichtsrat der Commerzbank und im Beirat der Fondsfrauen. Vor zwei Jahren wurde sie als Vorstandsvorsitzende des ersten deutschen Staatsfonds nach Berlin geholt.

Aus dem Nichts heraus einen Staatsfonds mit 24,1 Milliarden Euro zum Laufen zu kriegen, ist sicher eine Herausforderung. Wie sind Sie vorgegangen?
Anja Mikus: Wir sind sehr systematisch vorgegangen: Dies bedeutete neben den richtigen Prozessen in erster Linie die Entwicklung einer zielkonformen Anlagestrategie. Dazu haben wir die geplanten langfristigen Verpflichtungen analysiert und eine solide, breit diversifizierte Vermögensstruktur für die Anlagen entwickelt, die das Potenzial hat, die erforderliche Rendite zu erwirtschaften. So soll auch nach schwierigen Marktphasen ausreichend Kapital erhalten werden, damit die Finanzierung der geschätzten zukünftigen Entsorgungskosten in den kommenden rund 80 Jahren gelingt.

Sie hatten im Sommer 2017 den Betrag von 24,1 Milliarden Euro zur Anlage in Cash zur Verfügung bekommen. Wie lange möchten Sie die Investition dieser Gelder ­strecken, und warum diese lange Streckung, angesichts der Negativzinsen, die Sie dafür zahlen müssen?
Eine Streuung der Einstiegszeitpunkte ist aus Risiko-Rendite-Überlegungen immer wichtig. Besondere Bedeutung bekommt diese Vorgehensweise jedoch im aktuellen Umfeld mit extremen Marktniveaus und zunehmenden Risiken von Kurskorrekturen. Gerade mit der zeitlichen Streckung der liquiden Anlagen konnte auch in spürbar günstigere Kurse als im ersten Jahr des Aufbaus investiert werden. Mit den aktuellen Anlageergebnissen im Jahr 2019 wurden die gesamten Negativzinsen und die Verlus­te durch die schwachen Märkte 2018 deutlich überkompensiert. Angesichts des herausfordernden Marktumfelds strecken wir die Anlagen auch weiterhin und erwarten, bis 2021 weitestgehend investiert zu sein. Illiquide Anlagen beanspruchen eine längere Vorlaufzeit.

Der KENFO hat den konkreten Auftrag, sich als Finanzinvestor auf die Erwirtschaftung der notwendigen Renditen zu konzentrieren. Wie lautet die Zielrendite des Fonds?
Aus einem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten errechnete sich ein Basisbetrag von über 17 Milliarden Euro. Dabei wurden die ermittelten zukünftigen Entsorgungsverpflichtungen und der von den Energieversorgern verwendete Diskontierungsfaktor von 4,58 Prozent zugrunde gelegt. Auf den Basisbetrag wurde ein Risikoaufschlag berechnet, sodass das Gesamtvolumen bei 24,1 Milliarden Euro liegt. Auf das Gesamtvolumen bezogen, liegt die Zielrendite des KENFO daher immerhin noch bei rund 3,7 Prozent pro Jahr über die geplante Laufzeit. Das ist ­natürlich eine Herausforderung!

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich bei der Kapitalanlage aus dem Einfluss von Politik und Regierung auf den Fonds?
Wir haben engen Kontakt zu Bundesregierung und Bundestag durch das mit ihren Vertreterinnen und Vertretern besetzte Kuratorium, das grundsätzliche Fragen beschließt. Die operative Steuerung der Investitionen liegt jedoch in der Verantwortung des Vorstands. Der KENFO hat den klaren Auftrag, eine Rendite für den Stiftungszweck zu erzielen. Er verfolgt keine besonderen Förderaufgaben und investiert im Rahmen der vorgegebenen Anlagerichtlinien.

Nachhaltigkeit ist derzeit ein großes Thema. Gilt der KENFO hier auch ein wenig als Vorzeige-Investor, da er als langfristig orientierter Staatsfonds gut zeigen kann, wie nachhaltiges Investment in der Praxis umsetzbar ist?
Der KENFO hat bereits 2017, das heißt von Anfang an, systematisch Nachhaltigkeitskriterien gemäß seiner Anlagerichtlinien in den Investmentprozess integriert. Dass dabei als Deutschlands erster Staatsfonds ein Augenmerk auch der Öffentlichkeit auf uns liegt, ist Ansporn und Verpflichtung zugleich. Die Vergangenheit hat den Finanzmarktakteuren gezeigt, dass nicht nachhaltiges Verhalten von Unternehmen negativen Einfluss auf Profitabilität hat und die Zukunftsfähigkeit gefährdet. Wir haben ein an internationalen Marktstandards ausgerichtetes Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das auch die Besonderheiten einzelner ­Assetklassen berücksichtigt. Hierzu gehört eine Kombination von einigen wenigen Ausschlüssen – wie zum Beispiel Atomkraft – und der gezielten Auswahl von Unternehmen, die mit Blick auf ihr Nachhaltigkeitsrating führend in ihrer Branche (Best in Class) sind. Wir wollen – gerade wegen unserer Renditeziele – in Unternehmen inves­tieren, die nachhaltig wirtschaften. Dabei stehen Umwelt- und Klimaschutz sowie soziale Themen und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung im Fokus.

Vielen Dank für das Gespräch!


Anhang:

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