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2/2022 | Produkte & Strategien
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Chancen ohne Risikobremse

Acatis-Gründer und -CEO Dr. Hendrik Leber hat sich 2008 mit dem opportunistischen Mischfonds ­Acatis Datini Valueflex einen Wunschtraum erfüllt. Viele Freiheitsgrade und hohe Volatilität machen sich auf lange Sicht performancemäßig bezahlt.

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Betrachtet man die Top-Positionen des Acatis Datini Valueflex, so erkennt man Lebers unverwechselbare auf langfristigen Ertrag ausgerichtete Handschrift.

© Axel Gaube, jirsak | stock.adobe.com

Vom Ehepaar Leber 1994 gegründet, ist Acatis ein Asset Manager, der aktu­ell 12,9 Milliarden Euro Assets under Management gemäß einer modernen Value-Philosophie verwaltet. Dabei werden systematisch und datenbankgestützt unterbewertete Unternehmen mit starken Geschäftsmodellen her­ausgefiltert, wobei der Value-Ansatz konsequent umgesetzt und zukunftsorientiert ins 21. Jahrhundert weiterentwickelt wird. Seit 2016 hat man auch KI-gestützte Aktienfonds im Angebot. 2008 war insofern ein bemerkenswertes Jahr, als zeitgleich mit dem Acatis IfK Value Renten Fonds – das Haus besaß bis dahin noch keinen Rentenfonds – und dem Acatis Gané Value Event Fonds der Acatis Datini Valueflex Fonds ins Leben gerufen wurde, bei dem Dr. Hendrik Leber „unternehmerisch und ungestört agieren“ wollte. Mehr als zehn Jahre lang stand der Fonds wegen seiner hohen Volatilität nicht auf der Vertriebsliste von Acatis und war ein Fonds für Family and Friends. Dass sich in dem bereits 837,14 Millionen Euro schweren ­opportunistischen Fonds ein hübsches Sümmchen der Gründer befindet, ist ein offenes Geheimnis. 

Performance im Fokus
Dr. Leber selbst bezeichnet den Datini als „Rennwagen, der sich nicht für zarte Gemüter eignet“. Warum der Fonds diesen Namen trägt, ist leicht erklärt. Dr. Leber: „Inspiration holte ich mir durch die Bio­grafie des italienischen Kaufmanns Francesco di Marco Datini aus Prato, der im 14./15. Jahrhundert gelebt und ein Handelsimperium aufgebaut hat.“ Dieser  die Mittelmeerwelt umspannende breite unternehmerische Fokus hat es Dr. Leber angetan. Im Acatis Datini Valueflex kann er sich seit 14 Jahren entfalten und Ideen umsetzen, die in den klassischen Value-Fonds aufgrund ihres zu hohen Risikogehalts infolge geringer Marktkapitalisierung, aus Gründen der Portfoliostreuung oder des exotischen visionären Zukunftsthemas durch den Rost fallen. Lebers Credo lautet: Man kann Performance nicht nur durch das Vermeiden von Risiken erzielen, sondern noch viel stärker durch das Ergreifen von Chancen. Von diesen Chancen gibt es mehr, als man glaubt, allerdings außerhalb einer konventionellen Asset Allocation, auch in Krisen. 

Radikal individuell
Im Datini Fonds werden situativ und ­opportunistisch Investmentgelegenheiten genutzt, wobei der Investitionsgrad sehr flexibel gehandhabt werden kann. Der Value-Gedanke steht auch bei diesem Fondskonstrukt im Vordergrund, bezieht sich dabei aber nicht nur auf Aktien, sondern grundsätzlich auf alle Anlageklassen. Langfrist­investments stehen im Mittelpunkt der Anlage, jedoch soll in regelmäßigen Abständen der Ausblick verschiedener Assetklassen ­geprüft werden. Die Umsetzung der Investments kann entweder auf Basis von Zielfonds oder mithilfe von Baskets an Einzeltiteln vollzogen werden. Derivate können sowohl zur Ver­stärkung der Chancen als auch zur Risikoreduktion verwendet werden. Sollten keine klaren Chancen erkennbar sein, kann der Fonds auch über längere Zeit eine hohe Liquiditätsquote halten. Die Zahl der Freiheitsgrade ist somit hoch, der unternehmerische Spielraum ist gegeben, nur die Grenzen des Investmentfondsgesetzes beschränken diesen. Wie die Grafik „Asset Allocation im Zeitablauf“ illustriert, sind bisher immer mindestens drei Viertel des Fondsvermögens in den beiden Hauptassetklassen investiert. Der Zertifikateanteil wurde über die Zeit ausgebaut und erreicht mittlerweile ungefähr zehn Prozent. Der Investitionsgrad ist sehr flexibel, die Cashquote wird durchaus dynamisch gestaltet. Derivate gibt es sowohl von der Stange als auch tailor-made. Die ­Asset Allocation ist kein Ergebnis von Top-down-Überlegungen, sondern von Bottom-up-Ideen. 

Betrachtet man die Top-Positionen des Acatis Datini Valueflex, so erkennt man Lebers unverwechselbare auf langfristigen Ertrag ausgerichtete Handschrift: Da findet sich prominent gewichtet ein von Goldman Sachs maßgeschneidertes fünfjähriges Inflationspartizipa­tionszertifikat, das bei Überschreiten ­eines bestimmten Schwellenwerts des harmonisierten Verbraucherpreisindex ex Tabak weit überproportionale Erträge liefert und bereits teilweise verkauft werden musste, da man durch die exzellente Wertentwicklung an die OGAW-Maximalgrenze stieß – und das obwohl Leber die Position gern vollumfänglich weiterlaufen gelassen hätte. Ein zweites von der Unicredit emittiertes 30-jähriges maßgeschneidertes Zertifikat auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) rundet das Inflationsexposure ab, das in Summe aktuell mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Das Thema der anziehenden CO2-Bepreisung deckt der Fondsmanager über ein im Juni 2019 von der SocGen übernommenes CO2-Zertifikat ab, das sich im Wert bereits deutlich mehr als verdreifacht hat. Bereits seit 2016, als die breite Öffentlichkeit noch nicht von Bitcoin sprach, hat Leber dieses neue Asset in Form von Bitcoin-Tracker im Fonds erfolgreich gespielt. Als Bitcoin seinen großen Run erlebte und die Tracker-Zertifikate dramatisch anzogen, musste die Position ebenfalls regularienbedingt zurückgestutzt werden. Dazu kommt auch eine Ethereum-Position. Zusammen macht das Digital-Assets-Exposure heute um die fünf Prozent des Datini-Fondsvermögens aus. 

Was die Aktientangente anbelangt, so ­dominieren die „Best Ideas“ von Dr. Leber. Dazu zählt eine BioNTech, deren Produktpipeline in der Krebsforschung durch die Milliardengewinne des Covid-Impfstoffs, der eigentlich nur ein Randprodukt der wissenschaftlichen Forschung darstellt, nun auf Basis der Zukunftstechnologie im Zell­bereich richtig ins Laufen kommt, genauso wie die australische Fortescue Metals Group. Der weltgrößte Eisenerzproduzent kleckert nicht, sondern klotzt bei der Ausrichtung auf die Produktion von grünem Wasserstoff und kann bereits auf erste Langfristverträge mit renommierten deutschen Industrieadressen verweisen. Bis 2030 will der überaus günstig bewertete Bergbaugigant selbst CO2-neutral aufgestellt sein. Unter den kleineren Positionen finden sich Namen wie SFC Energy, ein Micro Cap, der weltweit einer der wenigen erfolgreichen Brennstoffzellenhersteller für Methanol und Wasserstoff ist, oder auch Aker Horizons aus Norwegen, eine Energieholding, die an Firmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und Carbon-Capture-Technologien aktiv beteiligt ist. Hier reicht das Portfolio von Sonnen- bis Windenergieproduktion und zur Speicherung von Kohlendioxid. Zu den interessanten Käufen im heurigen Jahr zählen Aktien von Firmen, von denen die meisten Investoren nicht einmal die Namen kennen: ­Quidel auf dem Gebiet der medizinischen Tests, Medifast, ein zweites Weight Watchers, China Water Affairs (Trinkwasser für China), Rigetti Computing mit Software für Quantencomputer, nCino, ­Anbieter von Software für die Bank von morgen, 23andme mit Gentests für Private und der Schweizer Biopharmazeutikahersteller Molecular Partners, Entwickler von Mini-Antikörpern gegen Covid-19. Am stärksten vertreten ist im Datini Fonds die Gesundheitsbranche (Megatrend: konsumkräftige alternde Bevölkerung), gefolgt von IT (Megatrend KI, Datenmanagement) und der Industrie, wo sich etwa bei der Roboterisierung und in der Bekämpfung des Klimawandels große Chancen auftun (siehe Grafik „Aktuelle Länder- und Branchenallokation“).

Spannendes Potpourri
Die größten Fondspositionen lassen erkennen, wo Leber die Schwerpunkte aktuell sieht: im Gesundheitssektor, in der Wasserstoffwirtschaft, aber auch bei Blockchain, Elektromobilität und künstlicher Intelligenz. Damit ist die Liste aber nicht erschöpft, denn Leber hält bei seinem unternehmerischen Ansatz die Augen nicht nur offen für neue Entwicklungen, sondern für alle ­Opportunitäten, die eine langfristige Wertmaximierung versprechen. Fehlbewertungen in allen Segmenten können sein Inter­esse wecken. Keine Benchmark und kein Investmentprozess steht hier im Weg. Das bedeutet aber nicht, dass Dr. Leber aus dem Bauch heraus Entscheidungen für den Datini Fonds trifft. Vielmehr muss es schon eine rationale Begründung geben, etwa dadurch, dass ein bestimmter Trend oder ein bestimmtes Investmentthema besetzt werden soll. Etwa 2016, als Leber erfuhr, dass Ölproduzenten bei nachgebenden Preisen ihre Produktion nicht einschränken. Da das Überangebot an Öl preisdrückend wirkte, setzte Leber im Datini Fonds diese Idee mittels eines dreifach gehebelten Öl-Short-Produkts, Wisdom Tree Boost WTI Oil 3x Short Daily ETP, um und wurde mit einer Versechsfachung belohnt. Diese Idee hätte in einem klassischen Fonds mit klar definierten Investmentprozessen niemals umgesetzt werden können. Aus Beobachtungen werden also Schlüsse gezogen und im Portfolio umgesetzt. Wenn der Markt Zinssteigerungen erwartet, dann sieht Leber nicht schwarz, denn in der Historie erwiesen sich erste Zinssteigerungen keineswegs als Gift für Aktien, sondern bedeuteten sehr oft steigende Aktienkurse. Nun positioniert sich der Markt angesichts der sich verändernden Zinslandschaft seit geraumer Zeit neu: Traditionelle Branchen mit hohem Anlagevermögen wie etwa Öl und Gas laufen gut, ­Zukunftsbranchen – Leber bezeichnet sie als „Asset light“-Branchen – schlecht. Das niedrige Sentiment ist ein Indikator für ­steigende Kurse – eine Gemengelage, die Leber an Aufstockung denken lässt: „Der Markt fällt, und unsere Aktien fallen stärker: Wir kaufen nach!“ So wie sich so mancher Tenbagger im Portfolio findet, gibt es auch Positionen, die mehr als 90 Prozent verloren – das ganze Spektrum eben. In Summe macht sich Lebers „Wohlfühl“-Fonds, wie er ihn einmal bezeichnete, bezahlt: Im Zehnjahresvergleich (siehe die gleichnamige Grafik) per Ende April 2022 outperformt der Acatis Datini Valueflex den MSCI World in Euro um annualisiert 634 Basispunkte per annum. 

Nicht zu teuer
Wer an der geballten ungebremsten Fondsmanagementexpertise von Hendrik Leber partizipieren möchte, weil es das Risikobudget zulässt, kann einem Investment in den ­Acatis Datini Valueflex nähertreten. Gerade bei Verfolgung eines Core-Satellite-Ansatzes macht der Fondseinsatz Sinn. Kursrücksetzer waren in der Vergangenheit stets ein guter Einstiegszeitpunkt. Die Anteilsklasse A erscheint trotz laufender Kosten von 0,93 Prozent pro Jahr (ohne Performance Fee) nicht zu teuer.

Dr. Kurt Becker


Anhang:

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