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3/2022 | Produkte & Strategien
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»Wir agieren nicht wie Aktivisten«

Im Interview erklärt Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit bei Deka Investment, unter ­anderem, warum sein Unternehmen auch künftig Atomkraft ausschließt und in einzelne ­Unternehmen der Versorgerbranche investiert bleibt.

Hauptversammlungen sind für ihn genau das richtige Forum: Ingo Speich gehörte zu den Ersten in Deutschland, die von großen Konzernen öffentlichkeitswirksam mehr Nachhaltigkeit einforderten. Gut 15 Jahre lang hat er das für Union Investment gemacht, seit April 2019 leitet er den Bereich „Nachhaltigkeit und Corporate ­Governance“ bei Deka Investment. Im ­Interview mit Institutional Money erläutert er, warum sein Haus manchen Aktionärs­antrag zu Umwelt- oder Klimathemen ablehnt und warum in seinem Verständnis von Nachhaltigkeit das Thema Transformation eine wichtige Rolle spielt.
 
Herr Speich, können Sie in wenigen Worten erklären, wie die Deka Nachhaltigkeit in ­ihre Investmentprozesse bringt?
Ingo Speich: In der nachhaltigen Anlage legen wir Wert auf klassische Ausschlusskriterien sowie Best-in-Class- und Impact-Ansätze. In der breiten Kapitalanlage steht die Integration von Nachhaltigkeit in den Investmentprozess im Vordergrund. Zudem ist die Ausübung der Stimmrechte eine unserer zentralen Aufgaben als Treuhänder. Um es konkreter zu machen: Unter die Ausschlusskriterien, die für unsere gesamte Fondspalette gelten, gehören zum Beispiel Hersteller von geächteten und kontroversen Waffen, aber auch Unternehmen, bei denen die Förderung oder die Verstromung von Kohle ­eine bestimmte Umsatzgrenze überschreitet. Für unsere ESG-Strategien sind zudem ­Unternehmen aus Branchen wie beispielsweise Tabak, Alkohol, Glücksspiel oder Atomenergie ausgeschlossen. Wir als Asset Manager betrachten es zudem als unsere Aufgabe, treuhänderisch im Sinne unserer Investoren zu agieren, indem wir unsere Aktionärsrechte aktiv wahrnehmen. 
 
Eine Reihe dieser Aspekte werden viele ­andere Investmentgesellschaften auch für sich in Anspruch nehmen. Wie drückt sich denn zum Beispiel die Wahrnehmung von Aktionärsrechten in konkreten Zahlen aus? 
Übers Jahr betrachtet sind wir mit über 2.000 Unternehmen in einem aktiven Dialog. Wir führen zudem mehr als 150 Gespräche unter dem Aspekt Engagement, sprich mit dem konkreten Ziel, das jeweilige Unternehmen gezielt zu einer bestimmten Veränderung innerhalb seiner Strategie, seiner Prozesse oder seiner Produktpolitik, nicht zu vergessen seiner Vergütungsprin­zipien, zu veranlassen. Wir haben klare ­Abstimmungsrichtlinien festgelegt, anhand derer wir unsere Stimmrechte ausüben, und zwar für alle von uns verwalteten Sondervermögen inklusive aller ETFs. In diesem Jahr waren wir darüber hinaus bei 28 Hauptversammlungen mit eigenen Rede­beiträgen präsent. Insgesamt gehören wir zu den Anbietern, die auf den meisten Hauptversammlungen in Deutschland ihre Stimme abgeben. Wir sind aber nicht auf jedem Annual General Meeting eines amerikanischen Mid Caps dabei. Der Aufwand dafür steht nicht im Verhältnis zur Höhe unserer jeweiligen Beteiligung, die bei solchen ­Unternehmen oft zu gering ist. 
 
Aber können Sie die Kritik von manchen NGOs verstehen, wonach große Häuser wie die Deka zwar auf Hauptversammlungen präsent sind, am Ende aber nicht wirklich Gebrauch machen von ihren Stimmrechten, weil sie dann häufig doch gegen Anträge stimmen, die den Unternehmen mehr ­Umwelt- oder Klimaschutz abverlangen würden? 
Wir haben eine eigene „Proxy Voting Policy“ erarbeitet. Dieses Regelwerk gibt den Rahmen vor, wie wir mit Aktionärsanträgen umgehen. Wichtig ist dabei aus unserer Sicht die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Antrag, also die Frage, ob das verfolgte Ziel tatsächlich sinnvoll ist. Wenn etwa eine Umweltorganisation von einem Energieversorger verlangt, von heute auf morgen alle Kohlekraftwerke abzuschalten, so ist das aus deren Sicht mit Sicherheit die richtige Forderung. Wir sind aber Aktionäre, keine Umweltaktivisten. Für uns muss sich eine Änderung des Geschäftsmodells langfristig für das Unternehmen und damit für die Aktionäre auszahlen. 
 
Geben Sie uns ein Beispiel?
Die Dekarbonisierung ist ohne Zweifel alternativlos, deshalb unterstützen wir entsprechende Initiativen nach Kräften. Dieser Umbau muss aber behutsam erfolgen, sonst werden nicht nur Firmenwerte vernichtet, sondern auch Arbeitsplätze. Und zum nachhaltigen Investieren gehört nach unserer Überzeugung auch, auf soziale ­Aspekte zu achten. Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist der Aspekt Transformation. Wenn wir uns lediglich an den Grundsätzen der von der EU formulierten Taxonomie orientieren, dann könnten wir gerade einmal in rund sechs Prozent der Unternehmen im MSCI Welt investieren. Damit wir uns nicht missverstehen: Es ist grundsätzlich gut, dass es die Taxonomie gibt, auch wenn sie bisher lediglich ökologische Aspekte des Klimawandels berücksichtigt. Sich ausschließlich danach zu richten, würde es aber unmöglich machen, ein breit gestreutes Aktienportfolio aufzustellen. Es gibt noch weitere Gründe, warum wir gegen manchen Aktionärsantrag stimmen, selbst wenn er sich aus ESG-Perspektive zunächst einmal sinnvoll anhören mag.
 
Wie zum Beispiel?
Aktivistische Aktionäre versuchen inzwischen, das Thema Nachhaltigkeit zu kapern, um daraus in ihrem Sinne Profit zu schlagen. Auf den ersten Blick mag es vielleicht gar nicht so unsinnig erscheinen, wenn ein US-Hedgefonds fordert, einen großen Energiekonzern aufzuspalten in einen „braunen“ und einen „grünen“ Teil. Nach unserem Verständnis von Nachhaltigkeit wäre das kontraproduktiv. Denn die nötige Transformation des Gesamtkonzerns würde damit ausbleiben. Eine solche Aufspaltung würde mit Blick auf den Aktienkurs vielleicht ein kurzes Strohfeuer entfachen, ganz im Sinne des aktivistischen Investors, der dann mit Gewinn aussteigen könnte. Mittelfristig aber wäre weder für die Umwelt noch für das Unternehmen und seine Aktionäre etwas gewonnen.
 
Dann sind also aktivistische Investoren ­sozusagen Ihr wahrer Feind?
So würde ich das auf keinen Fall sagen. Aktivisten sind allenfalls im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit ­eine recht neue Spezies, zumindest für den europäischen Aktienmarkt. Aber auch das scheint inzwischen zu einer Art Normalität zu werden, was andererseits natürlich nicht verwundern kann. Angesichts der Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit inzwischen in der Breite erreicht hat, war es nur eine Frage der Zeit, dass auch Aktivisten das in ihrem Sinne zu nutzen versuchen. Das bedeutet aber nicht, dass man ihnen als Investor eins zu eins folgen oder ihrer Meinung sein müsste. Aber das schließt nicht aus, dass man sich mit deren Ansichten austauscht. Das gilt natürlich auch für die Vertreter von NGOs. Auch hier kann es sinnvoll sein, Informationen zu teilen. Daher würde ich sagen: Austausch ja, aber nur auf der Informationsebene. Gemeinschaftliche Aktivitäten schließen wir immer aus. 
 
Bleiben wir noch beim Begriff Transformation. Was verstehen Sie konkret darunter?
Nehmen wir zum Beispiel die Versorgerbranche. Sie steht nach dem ­Bereich Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe an zweiter Stelle unter vier Sektoren, die zusammengenommen für rund 85 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Gerade am Beispiel der Versorgerbranche lässt sich gut verdeutlichen, was unserer Auffassung nach sinnvolle und effiziente Transformation im Sinne von Nachhaltigkeit bedeutet, was unter anderem damit zusammenhängt, dass wir es in diesem Sektor mit sehr langen Investitionszyklen zu tun haben. Denn auch wenn die Zeit der Großkraftwerke wohl vorbei ist, auch bei Investitionen in Windparks hat man es in der Regel mit ­extrem langen Laufzeiten und enorm hohen Geldbeträgen zu tun, die in die Hand ­genommen werden müssen. Uns als Asset Manager ermöglicht das, sehr weit in die Zukunftsplanung entsprechender Unternehmen zu schauen. 
 
Aber was genau sehen Sie dabei?
Wir erkennen, dass in der Branche der Versorger derzeit Nennenswertes in Bewegung ist. Deshalb muss man sich als Investor sehr genau überlegen, ob man auf diese Branche mit sehr harten Kriterien ­reagieren sollte, um sie grundsätzlich aus den Portfolios auszuschließen. Wir haben uns dafür entschieden, dass es sinnvoller ist, den Aspekt Transformation in unsere Investmententscheidungen miteinzubeziehen. Deshalb bleiben wir beispielsweise in einzelne Unternehmen der Versorgerbranche investiert, vorausgesetzt, dieser Transfor­mationsweg ist bei einem Unternehmen wirklich zu beobachten. 
 
Woran erkennen Sie das?
Zum Beispiel an der Veränderung von Risikoprämien. Wenn ein Unternehmen sich auf der CO2-Treppe nach unten bewegt, führt das in der Regel dazu, dass die Risikoprämie der betreffenden Aktie sinkt und damit im Endeffekt der Aktienkurs steigt. Im langfristigen Trend lässt sich eine entsprechende Korrelation zwischen der Entwicklung der CO2-Intensität eines Unternehmens auf der einen Seite und dem Verlauf des Aktienkurses auf der anderen erkennen. Daher besteht für uns in der Transformation die eigentlich sinnvolle Kopplung oder, besser gesagt, Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Kapitalmarkt. 
 
Nennen Sie uns ein Beispiel?
Wir sind als Asset Manager nach wie vor in ein Unternehmen wie RWE ­investiert, allerdings nicht in unseren nachhaltigen Kernprodukten. Ein Unternehmen wie RWE ist natürlich noch weit davon entfernt, im Sinne harter Ausschlusskriterien als vollumfänglich nachhaltig zu gelten. Es ist aber ein gutes Beispiel dafür, welch ­positiven Effekt es auf den Aktienkurs ­haben kann, wenn ein Unternehmen sich auf dem Weg der Transformation befindet. 
 
Andererseits ist es doch schon so, dass ­sich Unternehmen, die sich in Bezug auf strenge Nachhaltigkeitskriterien im obersten Quintil bewegen, trotz Ukrainekrieg und anderer Unwägbarkeiten immer noch besser ent­wickelt haben als solche im unteren Quintil. 
Das ist richtig, stellt aber lediglich auf eine mehr oder weniger rein statistische Betrachtung ab. Ein hohes Nachhaltigkeitsrating ist in gewisser Weise der Lohn dafür, dass ein Unternehmen bestimmte ­Risiken besser oder vorausschauender ­gemanagt hat und eventuell über mehr ­Redundanzen in seinen Lieferketten verfügt, was dann auch in Krisensituationen dem Aktienkurs ein Stück weit einen Puffer verleiht. Eine gute Nachhaltigkeitsnote sagt aber wenig bis nichts darüber aus, ob ein Unternehmen sich auf dem Weg zur Transformation befindet und damit dynamisch zu einem besseren Management seiner Risiken beiträgt. 
 
Sie haben eingangs das Stichwort Atomkraft erwähnt, die inzwischen laut EU-Taxonomie als nachhaltig gilt. Ist man bei der Deka nie auf die Idee gekommen, die Kernkraft unter dem Stichwort Energiekrise von der eigenen Ausschlussliste zu streichen? 
Einmal ganz abgesehen davon, dass die Taxonomie für uns keinen zwingend bindenden Charakter hat: Als die Entscheidung der EU absehbar wurde, haben wir intern natürlich darüber diskutiert, ob Unternehmen der Nukleartechnik zu unserem Nachhaltigkeitsansatz passen und wie wir künftig damit umgehen sollen. Aber wir sind aus guten und nachvollziehbaren Gründen zu der Entscheidung gekommen, unsere ESG-Grundsätze nicht zu verändern. 
 
Was hat dabei eine Rolle gespielt?
Unser Verständnis von Nach­haltigkeit geht sehr stark zurück auf deren eigentliche Ursprünge, die die Vereinten Nationen bereits 1987 in ihrem Brundtland-Bericht formuliert haben. Darin ist als eines der Merkmale einer nachhaltigen Entwicklung eine intra- und intergenerationelle Verteilungsgerechtigkeit definiert. Mit diesem Wortungetüm ist gemeint, dass Entwicklung nur dann dauerhaft ist, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu ­riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können. Unter diesem Leitgedanken sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir der Nukleartechnik auch künftig kritisch ­gegenüberstehen. Einer der ausschlag­ge­benden Gründe dafür war die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage. 
 
Welche weiteren gab es?
Mit einem Investment in Atomkraft ist ein Regulierungsrisiko verbunden. Denn selbst wenn man auf der einen Seite das Ereignisrisiko, also das tatsächliche ­Eintreten eines Schadens, als relativ gering betrachtet, so steht dem andererseits ein enorm hohes und kaum zu kalkulierendes Schadensrisiko gegenüber. Unter dem Risikogesichtspunkt, der zum Beispiel bei ­einem institutionellen Investor bei dessen Entscheidung für ein nachhaltiges Investment immer eine zentrale Rolle spielt, lässt sich ein Investment in Atomkraft ­unserer Auffassung nach nicht verantworten; zumal sich durch die Aufnahme von Atomkraft in die EU-Taxonomie im Endeffekt nichts an der Eintrittswahrscheinlichkeit oder den ­Risikoparametern ändert, was man ja live an der Börse beobachten kann. 
 
Worauf spielen Sie an?
Die beschlossene Verstaatlichung des französischen Energiekonzerns EDF ist das beste Beispiel dafür, welche ­Risiken gerade im Nuklearsektor bestehen. Nach aktuellem Stand soll das Unternehmen, dessen Aktienkurs im Grunde seit zehn Jahren auf dem Weg nach unten ist, zum Preis von zwölf Euro von der Börse genommen werden. Der Grund dafür sind Investitionssummen in einer Höhe von 100 Milliarden Euro, die bis zum Jahr 2030 je zur Hälfte für die Sanierung der bestehenden Atommeiler sowie zur Finanzierung ­bereits neu geplanter Kraftwerke aufgebracht werden müssen. Das Unternehmen kann diese Summen aber nicht mehr tragen. Daran wird erkennbar, dass solche Risiken in die Obhut des Staates gehören. All das zusammengenommen wäre schon Grund genug, unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten nicht in Atomkraft zu investieren. 
 
Welchen Grund gäbe es denn noch?
Zum Betreiben eines Atomkraftwerks benötigt man Uran. Das ist nicht nur ein endlicher Rohstoff, er muss zudem ­importiert werden, weil er überwiegend in Konfliktregionen oder zumindest politisch instabilen Ländern gefördert wird. Frankreich bezieht ihn aus Nordafrika, andere ­europäische Länder aus der Ukraine oder aus Russland. Wenn man das alles einbezieht, gehört hinter Argumente wie Energieunabhängigkeit und CO2-Neutralität durch Nuklearstrom ein dickes Fragezeichen. 
 
Mit Fragezeichen sind für manche Marktbeobachter auch die Zukunftsaussichten der Automobilindustrie versehen. Ein derzeit heiß diskutiertes Thema ist der Börsengang von Porsche. Was halten Sie davon?
Im Prinzip ist es für ein Unternehmen wie Porsche von Vorteil, denn es hat dadurch die Chance auf größere Eigenständigkeit. Insbesondere in Bezug auf ­Themen wie mehr Unabhängigkeit bei Forschung und Entwicklung, aber auch in ­Bezug auf die Positionierung der eigenen Marke wäre eine echte Loslösung vom Mutterkonzern VW zu begrüßen. Nur findet eine solche nicht wirklich statt. Zudem würde ein Konzern wie VW das Geld, das dem Konzern durch den Börsengang von Porsche zufließen wird, eigentlich gar nicht brauchen. Denn dem Unternehmen fließen schon jetzt mehr als auskömmliche Mittel aus dem regulären Geschäft zu. Aber das ist im Grunde gar nicht das eigentliche Problem bei VW beziehungsweise Porsche.
 
Das liegt Ihrer Ansicht nach wo genau?
Als problematisch sehen wir vor allem, dass sich in Bezug auf die personellen Verflechtungen zwischen Porsche und VW nach den jetzigen Plänen nichts Nennenswertes ändert. Schon beim ehemaligen VW-Chef Herbert Diess war zu beobachten, dass der Job eines Vorstandschefs eine mehr als ausfüllende Aufgabe darstellt. Und wenn dessen Nachfolger Oliver Blume nun auch noch parallel den Spitzenposten bei Porsche übernehmen soll und gleichzeitig den Börsengang zu stemmen hat, dann fragt man sich, wie das zu schaffen sein soll. Auch für den besten Automobilmanager hat der Tag am Ende nur 24 Stunden. 
 
Dann würden Sie aus ESG-Sicht weder VW noch die neu an den Markt kommende Porsche AG kaufen?
Was das deutliche Bekenntnis zur E-Mobilität angeht, ist ein Unternehmen wie VW sicher auf einem guten Weg. Aus Nachhaltigkeitssicht unzureichend erscheint mir dagegen die Governance-Seite, die ­Unternehmensführung, die nach wie vor zu wünschen übrig lässt. Das gilt im Grunde auch für das geplante IPO von Porsche, wo eine ähnliche Handschrift erkennbar ist. ­Dazu gehört nicht nur das Problem von Doppelrollen innerhalb der Unternehmensführung beider Unternehmen, was meiner Ansicht nach unweigerlich zu Interessenkonflikten führen wird. Auch die Tatsache, dass die Alteigner nach dem Porsche-Börsengang weiterhin das Sagen haben werden, führt zu Minuspunkten. Und so dominiert das ­Thema Governance die Beurteilung aus Nachhaltigkeitssicht bei Weitem. Unsere nachhaltigen Publikumsfonds investieren daher nicht in eine Porsche AG. 
 
Wo finden Sie die bessere Governance?
Was die Unternehmensführung angeht, sind Unternehmen wie BMW oder Mercedes ihrem Konkurrenten aus Wolfsburg ein ganzes Stück voraus. BMW hält zwar nach wie vor an einer hybriden Strategie fest, indem das Unternehmen auch weiterhin auf den Verbrenner setzt. Allerdings haben die Münchner im Sommer signalisiert, dass die E-Mobilität, in die sie im Grunde als einer der ersten deutschen Automobilproduzenten gestartet waren, bald wieder eine sehr viel stärkere Rolle spielen soll. Mercedes überzeugt zum einen durch Konsequenz, indem man sich klar dafür entschieden hat, auf das Luxussegment zu setzen. Und auch in Bezug auf das Managementthema setzt das Unternehmen die richtigen Zeichen und zeigt aktuell den stärksten Willen zur Veränderung innerhalb der Automobilbranche. Womit wir wieder bei einem der wichtigsten Aspekte von nachhaltigem Investieren wären – der Bereitschaft und dem Willen zur Transformation.
 
Wir danken für das Gespräch.
 
Hans Heuser 
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