Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
4/2020 | Produkte & Strategien
twitterlinkedInXING

Vier auf einen Streich

In Zeiten negativer Realzinsen, wirtschaftlicher Umbrüche und nie dagewesener Geldfluten ist der OFI Financial Investment – Precious Metals die richtige Antwort.

1606385854_gold.jpg

Was Gold in den nächsten Jahren zugutekommen könnte, ist der Druck auf der Angebotsseite. Alte Minen werden zunehmend unergiebiger, und seit 2011 wurden die Explorationsbudgets reduziert, sodass die Entdeckung neuer Goldfunde zurückging.

© OFI Asset Management, Dmitriy | stock.adobe.com

Noch selten in der Historie fanden sich so viele gute Gründe für ein Investment in Edelmetalle wie in der Gegenwart. Das klassische 60:40-Renten-Aktien-Portfolio hat ausgedient, hört man vielerorts, denn die Staatsanleihen können bei heftigen Kursrückgängen nicht mehr für die nötige Upside sorgen. Es mehren sich die Stimmen, die da sagen, Gold sollte – neben alternativen Investments – ein fixer Bestandteil dieser langfristigen ­Asset Allocation werden. Wer mit einem Produkt den Edelmetallmarkt und damit eine Gold-, Silber-, Platin- und Palla­dium-Allokation abdecken will, ist mit dem Fonds OFI Financial Investment – Pre­cious Metals bestens bedient.

Die Gemengelage

Aktuell befindet sich die Angebots- und Nachfragesituation am Goldmarkt im Gleichgewicht, wozu in den letzten Jahren sicherlich auch die steigende Investmentnachfrage durch Gold-ETFs und Zentralbanken beigetragen hat. Letztere waren in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends noch Netto-Verkäufer, haben aber in den letzten zehn Jahren mehr gekauft als zuvor abgegeben, und dieser Trend setzt sich fort. Vor allem die Notenbanken aus den Schwellenländern greifen zu. China ist wohl auch auf der ­Käuferseite, hält sich allerdings sehr bedeckt. Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Fund bei OFI Asset Management, sagt: „Die Volksrepublik hat Gold zu einem Werkzeug gemacht, das die Glaubwürdigkeit von Chinas Währung und seiner internationalen Rolle unterstreicht.“ Ob China einmal die Welt mit einer goldgedeckten Währung überraschen wird, wenn die westlichen im Schuldensumpf versinken? Man wird ­sehen …

Was Gold in den nächsten Jahren zugutekommen könnte, ist der Druck auf der Angebotsseite. Alte Minen werden zunehmend unergiebiger, und seit 2011 wurden die Explorationsbudgets ordentlich zurückgefahren, sodass die Entdeckung neuer Goldfunde zurückging. Dazu kommt, dass neue Vorkommen oft deutlich schwieriger auszubeuten sind und daher die Produk­tionskosten – trotz niedriger Energiepreise – steigen müssten. Nicht umsonst bemühen sich die Großproduzenten in letzter Zeit um mittelgroße und Junior-Produzenten, um durch Übernahmen und Kooperationen ihre Reserven aufzufetten. Auch Warren Buffett, der nie viel von Gold hielt, hat zuletzt seine Meinung bezüglich des gelben Metalls geändert und ist bei Barrick Gold eingestiegen. Für Gold spricht, dass mit der Abschaffung des Zinses und negativen Realzinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold weggefallen sind, wodurch es relativ attraktiver wird. Die Grafik „Gold versus Realzinsen“ belegt diesen Zusammenhang. Dazu kommt, dass die Realzinsen wegen des hohen Schuldenbergs, den die Welt mittlerweile angehäuft hat, wohl negativ bleiben werden, damit der Schuldendienst leistbar bleibt. Denn das führt zu einer schleichenden Enteignung der Gläubiger und zu einer Erleichterung für die Schuldner. Des Weiteren ist festzuhalten, dass steigende Zinsen dem Goldkurs nicht schaden, wenn diese mit einer anziehenden Inflation einhergehen.

Wer an einen – in den Augen ­vieler aber unwahrscheinlichen, da angesichts hoher Verschuldung nicht leistbaren – neuen Zinszyklus glaubt, ist ebenfalls mit Gold gut bedient, wie die Grafik „Goldperformance in Zinssteigerungszeiten“ nahelegt. Auch der schwelende Handelskrieg USA-China und andere geopolitische Risiken unterstützen Gold genauso wie Phasen niedriger bis negativer Realzinsen, die mit einem wirtschaftlichen Umbruch einhergehen.

Aktienhedge

Die Absicherungseigenschaften von Gold gegen kräftige Aktienmarktschwächen lässt sich beispielsweise daran messen, wie sich der Goldkurs in den zehn am schlechtesten performenden Monaten des S&P 500 Index ent­wickelt hat. In sieben Fällen wartete der S&P GSCI Gold Official Index mit einem Plus auf, in drei Fällen war er negativ, davon in zwei Fällen (Februar 2020 und August 1998) jedoch deutlich besser als Gold. Nur in einem Fall, nämlich im Oktober 2008, übertraf die negative Performance des Goldes mit minus 18,4 Prozent sogar jene des ­Aktienmarktes von minus 16,8 Prozent. Insgesamt verwundert es daher nicht, dass der Ruf nach Gold als teilweises Staatsanleihensubstitut im berühmten 60:40-Portfolio erschallt. Untersucht man die Korrelationseigenschaften von Gold im Allgemeinen und dem OFI Precious Metals im ­Besonderen zu den Hauptassetklassen US-Aktien, internationale Aktien, US-Treasuries und Rohstoffen, so zeigt sich über die drei letzten Jahre, dass Gold eine jener Assetklassen ist, die am wenigsten mit traditionellen Assets korreliert, und der OFI Precious Metals besitzt ein ziemlich ähnliches Korrelationsprofil wie Gold selbst. Dies illustriert die Grafik „Kaum korreliert“.

Silber, Platin & Palladium

Silber weist eine Korrelation von 80 bis 85 Prozent zu Gold auf, hat die gleiche Fluktuation wie Gold, jedoch mit höherer ­Volatilität. Platin leidet noch immer an den Folgen von Dieselgate, da es dort für Abgaskatalysatoren eingesetzt wird, und ist bis dato weit hinter Gold und Palladium zurückgeblieben. Das Angebot von Platin und Palladium ist aber beschränkt: Während 80 Prozent des Palladiums aus Russland und Südafrika stammen, liegt der Förderanteil von Südafrika bei Platin allein bei 75 Prozent. Angesichts der steigenden politischen Labilität des ­eins­tigen Vorzeigelandes in Afrika, der dort mangels Investitionen herrschenden Energieknappheit, häufiger Bergwerksabschaltungen und steigender Kosten in den letzten fünf Jahren scheint ein Angebotsengpass möglich.

Die Nachfrage nach den Metallen der Platingruppe wird durch die zunehmende Motorisierung in den Schwellenländern unterstützt. Das gleichzeitig steigende Umweltbewusstsein in diesen Ländern trägt ebenfalls zur Stützung der Nachfrage bei. Die Verkehrswende in Richtung Elektromobilität führt im Übrigen zu einer höheren Nachfrage nach den Metallen der Platingruppe, da ­Hybridfahrzeuge mehr davon benötigen als Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren.

Investmentprozess

Der OFI Precious Metals bietet ein synthetisches swapbasiertes Exposure zu einem strategischen Index, dem Solactive OFI Basket Precious Metals Strategy Index (Bloomberg Ticker: SOOFBPMS Index), der von dem Managementteam, bestehend aus Benjamin Louvet und Olivier Daguin, beide Commodity Fund Manager bei OFI Asset Management, entwickelt wurde. Dieser Index wird vom unabhängigen Indexprovider Solactive berechnet und setzt sich aus 35 Prozent Gold, 20 Prozent Palladium, 20 Prozent Platin, 20 Prozent Silber und fünf Prozent Drei-Monats-Euro-Dollar zusammen, wobei die Anteile täglich rebalanciert werden. Konkret wird dergestalt verfahren, dass die Indexpartizipation 105 Prozent beträgt, sodass netto in etwa hundert Prozent Partizipation am Edelmetallbasket ­besteht. Das Fondsvermögen selbst wird in französische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten inves­tiert beziehungsweise auch zu jeweils maximal zehn Prozent in Cash und Geldmarktfonds. Swap-Gegenparteien sind UBS, BNP Paribas, Barclays und SocGen, wobei auch andere Swap-Partner eingesetzt werden können. Collateral gibt es keines, die Swaps werden jeden Tag abgerechnet, wobei vorgesehen ist, dass es zu einem automatischen Transfer kommt, wenn die Swap-Position einen Gewinn oder Verlust von 250.000 Euro aufweist. Der OFI Precious Metals erhält also die Performance des Customized Index und bezahlt dafür eine fixe Swap-Gebühr. Der Vorteil des Investments in fünf verschiedene Assets, wie im Index reflektiert, ist, dass damit die nach den UCITS-Regeln vorgeschriebene Mindest­diversifikation erreicht wird und es der Fondsrichtlinie UCITS V entspricht. Der OFI Precious Metals bietet neben dem UCITS-Format also ein reines Edelmetall-Exposure und verzichtet auf physische Metalle und die damit verbundenen Probleme, er sichert das Währungsrisiko ab, bietet tägliche Liquidität und eine Streuung im Edelmetallsegment um den Preis einer synthetischen Lösung via Rohstofffutures. Das Gegenparteirisiko erscheint angesichts der Topnamen unter den Swap-Partnern und des täglichen Spitzen-Clearings vertretbar.

Betrachtet man ein Edelmetallinvestment unter SRI-Gesichtspunkten, muss man wissen, dass gerade Metalle dieses Segments – neben der Platingruppe auch Silber – verstärkt gesucht werden. Zur Erinnerung: Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind ein wichtiges Standbein der Energiewende und benötigen eine steigende Menge an Silber (neben Kupfer).

Milliardengrenze erreicht

Der gut achteinhalb Jahre alte Fonds hat per 5. November 2020 die Milliarden-Euro-Grenze durchbrochen. Der Swap-Ansatz zur Aufnahme des Edelmetall-Exposures ist problemlos skalierbar. Mit einer Year-to-­date-Rendite per 4. November von 17,37 Prozent in der I-Tranche respektive 11,53 Prozent über drei und 8,94 Prozent über fünf Jahre, jeweils annualisiert, hat der Fonds das Segment hervorragend abgedeckt. Die Chancen auf diesem Sektor dürften aufgrund der vielen Fundamentals, die für Edelmetallanlagen in Zeiten einer nicht mehr zu stoppenden Geldflut und negativer Realzinsen sprechen, aber noch lange nicht ausgereizt sein, sodass jede Schwäche ein Kaufsignal darstellt. Das tägliche Rebalancing sorgt für eine eingebaute Antizyklik. Die Management Fee von 0,76 Prozent pro Jahr erscheint tragbar. Wer also vier Fliegen mit einem Streich erschlagen will, kommt am OFI Financial Investment – Precious Metals kaum vorbei.    

Dr. Kurt Becker


Anhang:

twitterlinkedInXING
 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren