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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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2/2017 | Produkte & Strategien
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Unterirdisch

FLOP. Statt des stetigen Wertzuwachses, den der Abaris Conservative Equity Global ­Strategy anstrebt, lieferte der Fonds bislang nur Stagnation.

Ziel der Anlagepolitik des Fonds ist die langfristige Erzielung eines möglichst stetigen Wertzuwachses, wie bereits die Fondsbezeichnung vermuten lässt. Schwerpunktmäßig investiert der Fonds seine Assets in hochliquide Large-Cap-Aktien, die in internationalen Standardwerte-Indizes vertreten sind, weiß man bei Morningstar. Laut Abaris setzt man auf ­besonders wertstabile Unternehmen, die es auf attraktiven Kursniveaus einzusammeln gilt, um dann von einer Normalisierung ­ihres Bewertungsniveaus zu profitieren.


Jenseits von Gut und Böse
Die Performance des am 2. 3. 2012 auf­gelegten Luxemburger Fonds (ISIN: LU0723562251), der von André Janorschke, Gründungspartner und Mitglied der Geschäftsleitung der Abaris Investment Management AG, seit Start verwaltet wird, lässt – gelinde gesagt – einiges zu wünschen übrig. Der Fonds, der offiziell keine Benchmark besitzt, wird von Morningstar wegen seines globalen Ansatzes mit dem MSCI World verglichen. Tut man das und stellt die Eurotranche des Fonds dem MSCI World in Euro gegenüber, so hat das Vehikel seit Beginn bis inklusive 4. 5. 2017 eine annualisierte Underperformance von fast zehn Prozent pro Jahr auf der Sollseite zu verbuchen (siehe Chart „Unter ferner liefen“). Hätte man den strengeren Maßstab des MSCI World Net Total Return Euro (Bloomberg ID: MSDEWIN Index) herangezogen, hätte die Underperformance gar knackige 11,25 Prozent per annum betragen.
Dabei hatte 2012 alles gut begonnen, und bis weit ins Jahr 2013 hinein glich die Performance jener eines ETF auf den MSCI World, ehe sich alles zum Schlimmeren wendete. Über drei Jahre befindet man sich mit einer annualisierten Performance von minus 2,48 Prozent per annum in der Bloomberg-Peergroup (Large Cap Equity Growth International) gar im letzten Perzentil. Über fünf Jahre rangierte man mit plus 2,47 Prozent jährlich im letzten Dezil (Stand per 4. Mai 2017). Year-to-date 2017 läuft es besser. Der Fonds ist aber noch ­immer in der unteren Hälfte der Vergleichsgruppe.


Der globale Ansatz wird durch stark abweichende Gewichte vom MSCI World charakterisiert. Das ist bei einem Fonds, der reines Bottom-up-Stockpicking betreibt, nun nichts Außergewöhnliches und im Grunde ja auch wünschenswert, wenn ein hoher „Active Share“ angestrebt wird. Aktivität allein aber rettet den Tag nicht, und auch ein relativ konzentriertes Portfolio – immerhin machten zum 31. 3. 2017 die Top-10-Aktien einen Anteil von 29,83 Prozent des Fondsvermögens aus – hilft da nicht weiter, wenn das Gros der Wetten nicht aufgehen will und statt Über- meist nur Unterrenditen am laufenden Band generiert werden.
Auch ein Lucky Shot, der dem Fonds mit dem kanadischen Unternehmen Constella­tion Software, einem Kurs-Vervierfacher, gelang, rettet die Performance nicht. Wahrscheinlich braucht der Fonds eine gehörige große Portion Risikoaversion im Markt, um sich zu verbessern. Auffällig an der Asset Allocation zum Ende des ersten Quartals 2017 war, dass fast drei Viertel des Fondsvermögens in den USA angelegt waren, während sich das restliche Viertel auf die Märkte China (14 %), Hongkong (6 %) und Südkorea (4 %) verteilte.


Allokation
Der Branchenmix ist für den Beobachter nur zum Teil nachvollziehbar. Die Allokation wird von Pharma (19,54 %) und Pipelines in Form von Master Limited Partnerships (18 %) und REITs
(8 %) dominiert. Danach folgen – ebenfalls vergleichsweise schwer gewichtet – Gas und Biotechnologie. Die starke Berücksichtigung der 1987 in den USA zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten eingeführten und für Amerikaner steuergünstigen MLPs soll wohl ähnlich wie die Real Estate Investment Trusts die versprochenen Einkommen generieren, eine konservative Asset Allocation sollte aber wohl mehr Diversifikation zeigen. Dass der Fonds in Europa und Japan praktisch nicht investiert ist, stimmt ebenso nachdenklich wie die hohe China-Tangente. Dazu kommt ein 110/10-Profil, es gibt also auch Short-Positionen und eine Verlängerung der Long-Posi­tionen, was bisher nicht belohnt ­wurde. Im Einklang mit der schlechten Performance hat sich auch das Fondsvolumen zuletzt auf 24,49 Millionen Schweizer Franken halbiert. Billig ist der Abaris Conservative Equity Global Strategy im Übrigen auch nicht. Zusätzlich zur fixen Managementgebühr von 1,50 Prozent jährlich kommt - zumindest theoretisch - eine zehnprozentige Performancegebühr. Wenn nicht bald ein Wunder geschieht, sind die Tage des Fonds gezählt. 


Anhang:

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