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4/2019 | Produkte & Strategien
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Ungesunde Entwicklung

FLOP. Dem Fondsmanagement des 20 Jahre alten C Worldwide HealthCare Select Fund ist in den ersten zehn Jahren sehr viel, dafür in letzten zehn Jahren nichts mehr gelungen. Ein Abgesang.

Das Ziel des C WorldWide HealthCare Select Fund, der vom schwedischen Asset Manager C Worldwide Asset Management seit 1998 gemanagt wird, ist die Schaffung langfristiger Wertzuwächse, indem weltweit in Unternehmen aus allen Sparten des Gesundheitssektors, wie sie im MSCI World HealthCare Net Div zusammengefasst sind, investiert wird. Die beiden verantwortlichen Fondsmanager verfügen über langjährige Erfahrung – Mikael Svensson kam 1998 zu C World­Wide Asset Management und ist seit 2003 Portfoliomanager, Ulf Arvidsson stieß 2008 zur Firma und managt seit 2004 Portfolios. Ihre Käufe werden gemäß eines All-Cap-Ansatzes getätigt, wobei ihre Anlageentscheidungen auf einer fundamentalen Aktienanalyse basieren. Im Dialog mit einem wissenschaftlichen Beirat bildet das Team ein konzentriertes „High-Conviction-Portfolio“, bestehend aus 30 bis 50 Unternehmen. Der Beirat setzt sich aus führenden Forschern zusammen, die dem renommierten Karolinska Institutet in Stockholm angeschlossen sind. Dies bietet „grundsätzlich einen einzigartigen Einblick in den neuesten Stand der medizinischen Forschung und wertvolles Wissen zum Verständnis des wirtschaftlichen Potenzials verschiedener Forschungsprojekte“, heißt es in den Fondsunterlagen. Angesichts der enttäuschenden Ergebnisse in den letzten Jahren, erhebt sich die Frage, ob der Beirat tatsächlich einen Mehrwert liefern kann. Die Realität lässt befürchten, dass dies heute nicht mehr der Fall ist.

Drei Phasen

Um die Jahrtausendwende erzielte der Fonds eine phänomenale Outperformance, die ihn weit über die Benchmark hob. In weiterer Folge konnte man an diese Erfolge aber nicht anschließen. Der Fonds verhielt sich bis Mitte 2015 fast wie ein ETF, sprich: es wurden nur ­wenige aktive Wetten eingegangen. Damit konnte die alte Outperformance in Langfristvergleichen gehalten werden, wodurch der Fonds bei Vergleichen ab Auflage Outperformer blieb. Mitte 2015 verließ man diesen Pfad und positionierte sich aktiv, allerdings mit bescheidenem Erfolg, wie der Chart „Hoffnungslos abgehängt“ zeigt. Im Langfristvergleich ergibt sich dadurch eine annualisierte Underperformance von bloß 2,01 Prozent, die aber in den Jahren ab 2015 wesentlich deutlich ausfiel. In den ­ersten drei Quartalen 2019 blieb man 7,5 Prozent hinter dem Vergleichsindex, über drei Jahre per 30. 9. um kumuliert 21,8 Prozent und über fünf Jahre um 49,5 Prozent. Interessant auch die Zehnjahresbetrachtung: Während der C WorldWide HealthCare Select Fund 197,5 Prozent zulegte, gewann die Benchmark 323,4 Prozent hinzu, wie die Zahlen auf der Homepage des schwedischen Asset Managers belegen. Was die Volatilität des Fonds betrifft, so war diese zuletzt geringer als jene der Benchmark, davor aber meist höher. Die ­Information Ratio liegt über drei und fünf Jahre bei minus eins. Eine Bloomberg-Auswertung Ende Oktober 2019 belegt, dass der Fonds sowohl year-to-date als auch über ein, drei und fünf Jahre jeweils im letzten Quartil seiner Vergleichsgruppe liegt.

Fazit

Organisatorisch ist anzumerken, dass der Fonds mit 1. Juni 2019 eine Namensänderung erfuhr: Aus dem C WorldWide Medical wurde der C WorldWide HealthCare Select. Damit nicht genug, ist der Fonds kurz zuvor am 21. Mai 2019 mit dem C WorldWide Medical Small & Mid Cap zusammengeführt worden. Die laufenden Kosten von 1,62 Prozent sind jene einer ­Retailtranche, weswegen man 2016 eine institutionelle Tranche mit einer Gesamtkostenbelastung von 0,82 Prozent pro Jahr aufgelegt hat. Doch auch das rettet den Tag nicht. Noch ist der Fonds 608,7 Millionen Euro schwer. Wie lange die Geduld der treuen Investoren reicht, ist offen. Vielleicht hoffen manche, dass dem Fonds ein „Lucky Shot“ wie nach dem Fondsstart 1998 gelingt. Alle anderen werden sich aus guten Gründen fernhalten.   

Dr. Kurt Becker


Anhang:

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