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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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2/2017 | Produkte & Strategien
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Überzeugend davongezogen

DNCA Invest Europe Growth. Der Fonds selektiert nach fundamentalen Kriterien europäische Wachstumsaktien in einem konzentrierten Portfolio – und das bisher ohne Schwächen.

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Der auf qualitativ hochwertige Wachstumstitel ausgerichtete DNCA Invest Europe Growth Fonds setzt keinerlei Derivate ein und ist somit ein Plain-Vanilla-Long-only-Fund. Die überzeugende Managementleistung hat zu deutlichen Mittelzuflüssen geführt.

Ende Dezember 2012 aufgelegt, setzt der von Carl Auffret von Beginn an gemanagte DNCA Invest Europe Growth auf ausgewählte Wachstumsaktien aus Europa. Dabei wird ein „Strong Conviction“-Ansatz verfolgt, der dazu führt, dass sich immer nur zirka 40 Aktien im Portfolio befinden. Die französische Boutique DNCA Finance ist seit Juni 2015 Teil von Natixis Global Asset Management (NGAM), dem Management des Fonds hat das aber keinen Abbruch getan. Hier kam es zu keinen Änderungen. Unterstützt wird der Leadmanager seit Fondsauflage von Rajesh Varma und seit April 2015 auch von Yingying Wu, die zu DNCA stieß. Das Haus DNCA verwaltet um die 20 Milliarden Euro und gilt generell als Gesellschaft mit valueorientiertem Ansatz. Umso erstaunlicher ist es, dass man seine europäische Fondspalette erfolgreich um diesen auf Wachstumswerte ausgerichteten Fonds ergänzt hat. Betrachtet man aber den Anlageprozess, wird klar, dass man keinesfalls Wachstum um jeden Preis sucht, sondern den Bewertungskriterien, wie man sie auch von Value her kennt, breiten Platz einräumt.


Investmentprozess
Aktien selektiert Auffret anhand ihres „Intrinsic Value“, dafür wird eine ausführliche Analyse der Fundamentaldaten hausintern durchgeführt. Bei den insgesamt acht quantitativen und qualitativen Auswahlkriterien steht ein künftiges organisches Umsatzwachstum von konstant mehr als fünf Prozent an oberster Stelle. Die weiteren Kriterien sind ein hoher Cashflow sowie eine prognostizierte Verbesserung der Profitabilität, ein vernünftiges Bewertungsniveau, eine solide Bilanz, eine entsprechende Wertschöpfung sowie eine hervorragende Managementqualität. Last but not least gehört noch das dazu, was Warren Buffett und andere „Moat“ nennen, also hohe Eintrittsbarrieren, die ähnlich einem Burggraben eine Absicherung des Geschäftsmodells darstellen.


Trends der Zukunft
Ziel des DNCA Invest Europe Growth ist es, mittels der aufgrund von Fundamentals selektierten erstklassigen Wachstumsaktien über einen mehrjährigen Anlagezeitraum ­eine bessere Wertentwicklung zu erzielen als die breiten europäischen Aktienmärkte. Dabei wird ein aktiver All-Cap-Ansatz verfolgt, wobei vorrangig in den Mid- und ­Large-Cap-Sektor mit einer Mindestmarktkapitalisierung von mehr als fünf Milliarden Euro investiert wird. Wie konzentriert das Portfolio ist, erkennt man daran, dass je nach Stichtag die Top-10-Fondspositionen zwischen 40 und 50 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.
Das Fondsmanagement identifiziert langfristige, möglichst konjunkturunabhängige Wachstumsthemen und besetzt diese dann mit aussichtsreichen Qualitätswerten. Dazu zählt etwa der Gesundheitssektor, der ein defensives Wachstum zu einem erschwinglichen Preis anbietet. In diesem für das Portfolio wichtigen Sektor (siehe Grafik „Struktur auf Branchen- und Länderebene“) befinden sich auf Innovation set­zende Unternehmen wie Novo Nordisk, Shire und Merck, aber auch Firmen der Medizintechnik wie beispielsweise Fresenius oder die von individualisierten Immuntherapien profitierenden Werte wie Sartorius Stedim Biotech, die Ausrüstungen zur Herstellung monoklonaler Antikörper anbieten, und die schweizerische Lonza. Aber auch das Thema Demografie und die ­alternde Bevölkerung sind vertreten, Titel hier sind unter anderem Korian, ein französischer Altersheim- und Rehab-Center-Betreiber, oder der in Schweden beheimatete Pflegedienstleistungsanbieter Attendo, der in ganz Skandinavien tätig ist.


Langfristige Megathemen
Ein weiteres Megathema für die nächsten Jahre ist die Revolution auf dem Gebiet der Mobilität als Folge gestiegener Umweltsensibilität. Hier reichen die Subthemen vom Elektroantrieb über autonomes Fahren bis zu Konnektivität (smarte Steuerung) und neuen Formen der Mobilität. Innovativ sind hier besonders die Zulieferer der Autoindustrie, die den technologischen Fortschritt tragen (Parkassis­tenten, Kollisionsvermeidung, Spurwechselwarner, Verkehrszeichenerkennung, Abdeckung toter Winkel etc.). Hier gefällt dem Team etwa der französische Zulieferer Valeo, der mit Fortschreiten der Automatisierung zu den strukturellen Outperformern gehören sollte, da dann ein immer größerer Teil eines Fahrzeugs aus Valeo-Komponenten bestehen wird. Valeo verfügt über ein ausgezeichnetes Management und eine Outperformance von mindes­tens fünf Prozentpunkten gegenüber dem Wachstum des globalen Automarktes, wächst doch seit 2009 das Orderbuch im Schnitt um 13 Prozent pro Jahr. Damit liegt man vor den Etappenzielen des Plans für 2020.


Auch der Niedrigkostensektor ist ein ­Zukunftsthema, das das Fondmanagement abdeckt. Exemplarisches Beispiel für diesen Trend ist der Low-Cost-Carrier Ryanair, der wohl gemeinsam mit Easyjet die Hälfte der Marktanteile in Europa auf sich vereinen wird. Hervorra­gende Fundamentaldaten in puncto Rentabilität, Bilanz und Cashflow, ein zu hundert Prozent europäisches Wachstum, dazu eine investorenfreundliche Unternehmenspolitik in Bezug auf Dividenden und Aktienrückkäufe sowie das Bestreben, künftig kundenfreundlicher zu agieren, runden das Bild ab.


Der nach wie vor bestehende Trend zum Outsourcing von Dienstleistungen ist eine weitere Inspira­tionsquelle für das Fondsmanagement. Der weltweit führende Callcenterbetreiber Teleperformance ist ein solcher Wert, der von steigenden Outsourcing-Quoten profitieren wird. Neue Technologien befeuern diese Lösungen, man denke nur an E-Learning und Online-Reisen. Die spanische Amadeus IT Group ist ebenfalls ein solches Beispiel, das im Fonds prominent gewichtet ist, denn Ho­tel-, Zug- und Flugbuchungen laufen immer stärker über deren IT-System.


Zusätzlich nutzt Carl Auffret mögliche Chancen, die sich durch Börsengänge, Übernahmen oder Spin-offs von Unternehmen ergeben, als Performancequelle.


Leistungsnachweis
Als Messlatte des Fonds dient der Stoxx Europe 600 Net Return Index (Bloomberg ID: SXXR). Tatsächlich konnte dieser in den 52 Monaten seit Start annualisiert um 599 Basispunkte jährlich outperformt werden. Das illustriert die Grafik „Auf und davon“. Splittet man die relative Performance in ­jene der einzelnen Kalenderjahre, so stellt man fest, dass das Team um Auffret jedes Jahr mit Ausnahme von 2016 meist deutlich vor dem Markt lag. 2016 erwies sich auf verschiedene Art als schwierig. So ging es in den ersten sechs ­Wochen mit dem Markt gut 16 Prozent südwärts, dann konnte man bis zur Wahl von Donald Trump eine herzeigbare Outperformance erarbeiten, die dann bis zum Jahresende verloren ging und in einen relativen Minderertrag von 1,72 Prozent mündete.


Ab 9. November fiel der Fonds gegenüber der Benchmark zurück, was an seiner starken Positionierung im Pharma- und Health­care-Sektor sowie an der nicht vorhandenen Allokation zu Banken und Ver­sicherern lag, die zum Jahresende hin ins Laufen kamen. Pharma und Healthcare, die zuvor sehr gut abgeschnitten hatten, kamen unter Druck, da man fürchtete, die Pharmakonzerne würden durch den Sieg Trumps in ihrer Preisgestaltung Abstriche machen müssen. Die Allokation zu Financials ist deswegen nicht gegeben, da Banken und Versicherer keine Wachstumsunternehmen sind, die den Qualitätsvorstellungen des Fondsmanagements genügen.


Fazit
Der auf qualitativ hochwertige Wachstumstitel ausgerichtete DNCA Invest Europe Growth Fonds setzt keinerlei Derivate ein und ist somit ein Plain-Vanilla-Long-only-Fund. Die überzeugende Managementleistung hat zu deutlichen Mittelzuflüssen geführt, sodass der Fonds mitt­lerweile 683,67 Millionen Euro schwer ist (Stand: 4. Mai 2017). Zum Vergleich: Am 1. April 2014 lag das Fondsvolmen erst bei 136,31 Millionen Euro, sodass in den letzten drei Jahren eine glatte Verfünffachung der Assets zu beobachten war. Die Flows scheinen im Großen und Ganzen sehr stabil zu sein, allerdings mit einer Ausnahme, dem vierten Quartal 2016 (siehe Grafik „Deutlicher Mittelzuwachs“). Hier brach Ende des Vorjahres eine richtiggehende ­Value-Renaissance aus, wenn man den MSCI Europe Value mit dem MSCI Europe Growth und dem DNCY Invest Europe Growth vergleicht, der sich fast deckungsgleich zum Wachstumsbarometer entwickelte. Die Performanceschere ging hier deutlich auf, was sofort mit Abflüssen quittiert wurde. Normalerweise wäre anzunehmen, dass sich solche taktischen Dispositionen im ETF-Bereich und nicht bei aktiv gemanagten Fonds beobachten lassen. Die Outflows galten jedenfalls der Ausrichtung auf Growth und nicht dem Fonds als solchem und seinem Management.


Erwähnenswert ist des Weiteren der relativ große Frankreich-Bias, der sehr oft bei französischen Adressen zu beobachten ist, aber in Kombination mit Growth-Ma­nagern, die anderswo ihren Sitz haben, ausgeglichen werden kann. Die Kosten der institutionellen Tranche sind mit einer fixen Verwaltungsgebühr von einem Prozent jährlich und ­einer zehnprozentigen Performance Fee als durchaus stolz zu bezeichnen. Umso bemerkenswerter ist die Gesamtleistung, da nach Abzug der Gebühren eine hohe Outperformance verbleibt. Größere Institutionelle werden den „Growth Quality“-Ansatz wohl zu anderen Konditionen in Form eines Spezialfondsmandats erhalten können.


Anhang:

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