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4/2017 | Produkte & Strategien
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Strategie wechsel als Lebensrettung?

FLOP. Seit Anfang 2016 wird mit neuem Manager und modifizierter Strategie an der ­Wiederbelebung des CC Asia Alpha Fund mit Hochdruck gearbeitet. Ausgang ungewiss.

Für ein kleines Haus wie die eigentümergeführte, 2005 gegründete Coupland Cardiff Asset Management mit zwei Milliarden US-Dollar Assets under Management, die von Pensionsfonds, Family Offices und anderen Einrichtungen stammen, sind hässliche Entlein in der Fondspalette Gift. Während große Häuser den einen oder anderen schwachen Fonds leicht verstecken und wegfusionieren können, tun sich Boutiquen damit schwer, stehen doch alle ihrer Fonds im Schaufenster. Das gilt auch für den CC Asia Alpha Fund (ISIN: IE00B7WJ4Z61, institutionelle US-Dollar-Tranche), der am 2. August 2012 das Licht der Welt erblickte. Der Fonds verfolgte einen All-Cap-Strategie und bereitete seinen Investoren damit alles andere als Freude. In seinem ersten vollen Geschäftsjahr 2013 underperformte der Fonds den MSCI Asia ex Japan Index (Bloomberg ID: MXPFJ) um 6,55 Prozent, im Folgejahr gar um 13,71 Prozent. Schwer wog dabei, dass beide Male die Fondsperformance negativ war, während der Index eine positive Entwicklung vermelden konnte. 2015 lief es ­relativ betrachtet besser – der Fonds verlor „nur“ 5,67 Prozent, die Benchmark 9,04 Prozent –, doch drei negative Jahre erforderten eine Korrektur. Schließlich waren auch die Assets, die in der Spitze im März 2013 411 Millionen US-Dollar betragen hatten, Ende 2014 auf 200 Millionen gefallen und hatten sich im Jahresverlauf 2015 auf 33 Millionen gesechstelt.


Partner managt selbst
Unternehmensmitgründer Angus Coupland zog mit 15. Januar 2016 das Fondsmanagement an sich und änderte die Anlagestrategie. War zuvor ein All-Cap-Ansatz verfolgt worden, der einen Growth Bias gerade zu jener Zeit aufwies, als aufgrund der von Wachstumsängsten Growth den falschen Ansatz darstellte und ­signifikant underperformte, verfolgt Coupland nun einen reinen Large-Cap-Ansatz, bei dem die sogenannten „High Growth Leaders“ im Fokus der Anlagepolitik stehen. Zu dieser Gruppe zählen Unternehmen mit einem hohen Ausmaß an Gewinnvisibilität, starkem Wachstum und hohen Kapitalrenditen. Unter den Top Five finden sich dann auch Namen wie Tencent Holding, Samsung Electronics und Alibaba Group.


Der Fokus liegt jetzt nicht mehr auf zy­kli­schen Wachstumstiteln, sondern auf weitgehend zyklusunabhängigen Growth-Aktien. Generell spricht das Umfeld wieder für Growth, nachdem die Wachstumsraten für den Welthandel nach oben revidiert wurden. Coupland Cardiff sieht in den Branchen, in die der Fonds investiert, exzellentes strukturelles Wachstum, von dem insbesondere die dominanten Firmen durch ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum weiterhin profitieren sollten. Dazu kommt auf der Makro-Ebene eine Anzahl positiver wirtschaftspolitischer Signale speziell aus Indien und China, sodass es mehr Investment­opportunitäten gibt. Basis der Strategie ist eine Berechenbarkeit der Unternehmensgewinne für die kommenden drei Jahre.


2016 ist in den Augen von Coupland Cardiff als Jahr des Übergangs zu werten, das man mit einem mageren Plus von 1,26 Prozent abschloss, während der MSCI Asia ex Japan Index mit 8,07 Prozent doch deutlich besser abschnitt. Per 2. November 2017 liegt man in diesem Jahr 2,80 ­Prozent vor der Benchmark, hier stehen 44,15 Prozent Performance zu Buche. Angesichts laufender Kosten von 2,11 Prozent pro Jahr kann sich die Year-to-date-Performance sehen lassen. Die Langfristbetrachtung rettet das freilich nicht. Seit Fondsstart stehen bis 3. November 2017 4,33 Prozent annualisierte Rendite im Fonds einem jährlichen Benchmark-Ertrag von 9,16 Prozent gegenüber (siehe Grafik „Noch nicht wirklich aufgetaucht“).


Fazit
Mitte 2017 war der Fonds nur mehr 22 Millionen US-Dollar schwer, mit 3. November 2017 sind es 25 Millionen. Das entspricht in der Spitze einem 95-prozentigen Volumensrückgang. Dass der Fonds nicht schließungsgefährdet ist, liegt laut Senior Sales Patrick Cooper an einem Investor, der dem Produkt die Treue hält. Zudem führe man Gespräche mit einigen potenziellen Investoren, die in signifikante Neuinvestments in den CC Asia ­Alpha Fund münden könnten.


Ehe jedoch deutliche Zuflüsse zu verzeichnen sein werden, benötigt der Fonds wohl noch einige Quar­tale mit überzeugenden Leistungsnachweisen. Die Begräbnisfeierlichkeiten für den Fonds sind vorläufig ausgesetzt. Von einer nachhaltigen Wende zum Besseren zu sprechen ist aber verfrüht.    


Anhang:

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