Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
2/2018 | Produkte & Strategien
twitterlinkedInXING

Ruhe vor dem Sturm?

Großanleger profitierten im Jahr 2017 zumindest auf der Aktienseite von relativ schwankungsarmen, ­steigenden Kursen. Das zeigt sich auch an den verwalteten Assets der allermeisten Fondsgesellschaften. Marktbeobachter glauben aber, dass diese „goldene Ära“ nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm war …

Die Empfehlung, eine Sache zu beenden, wenn sie gerade am schönsten läuft, hat etwas für sich. Oft bereut man den zweiten Nachschlag beim Dessert oder das letzte Glas Wein, auch so manche Künstler- oder Sportlerkarriere hätte man in besserer Erinnerung behalten können, wäre sie etwa früher beendet worden. Für Vermögensverwalter und Investoren hätte das Anlagejahr 2017 eine solche Gelegenheit geboten: steigende Kurse praktisch ohne Schwankungen. Der S&P 500 Index haussierte von 2016 weg über das gesamte Jahr 2017 ohne nennenswerte Kursrückgänge. Laut Ned Davis Research wurde hier möglicherweise sogar ein Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. Seit den 1920er-Jahren gab es beim S&P 500 noch nie eine mehr als 300 Börsentage währende Phase, in der die Kurse bei maximal drei Prozent Kursverlust auf Tagesbasis zulegten. Seit Anfang Februar dieses Jahres ist das nur mehr eine Erinnerung. Als Anleger kann man sich allerdings mit der Erkenntnis trösten, dass man ohnedies nicht die Möglichkeit gehabt hätte, „auszusteigen“. Wer institutionell Kapital betreut, ist mit den Märkten verheiratet – in guten wie in schlechten Tagen. Dasselbe gilt für die Investmenthäuser: Sie haben sich mittlerweile längst damit abgefunden, dass die gemütliche Zeit vorbei und der Wettbewerb um die Anlegergelder wieder voll entbrannt ist. Im zweiten Halbjahr 2017 war das noch kein Problem, die meisten Asset Manager konnten ihre verwalteten Vermögen steigern, dramatische Rückgänge musste niemand verbuchen.


Champions League
An der Spitze unserer Rankings, bei dem wir regelmäßig die global aggregierten ­Assets under Management nach den Segmenten „Privatkunden“, also das Geschäft mit Retail-, Wholesale- und Private-Banking-Anlegern, und „Institutionelle Kunden“ auf halbjährlicher Basis listen, steht auch dieses Mal BlackRock. Der Fondsriese überschritt im zweiten Halbjahr 2017 als ­erster Asset Manager der Welt die Sechs-Billionen-US-Dollar-Marke beim verwalteten Vermögen und meldete per Jahresultimo Assets in Höhe von 6,29 Billionen US-Dollar (5,25 Billionen Euro). „376 Milliarden US-Dollar Nettoabsatz für das Jahr 2017 waren der größte Mittelzufluss in unserer Geschichte“, betonte BlackRock-Chef Larry Fink bei der Präsentation der Jahreszahlen. Laut BlackRocks Harald Klug, Leiter des Geschäfts mit institutionellen Kunden in Deutschland, Österreich und Osteuropa, profitierte sein Haus im zweiten Halbjahr 2017 – und darüber hinaus – von drei großen das Anlageverhalten institutioneller ­Investoren bestimmenden Trends: erstens mehr Ertrag aus der existierenden Alloka­tion auf der Fixed-Income-Seite zu erzielen, zweitens das Erschließen zusätzlicher Renditequellen durch alternative Investments sowie drittens die Optimierung des Port­folio- und Risikomanagements durch die Möglichkeiten der Technologisierung und der Digitalisierung. „BlackRock hat sich in diesen drei Feldern frühzeitig positioniert“, betont Klug. „Diese einzigartige Positio­nierung hat aus unserer Sicht dazu beige­tragen, dass unser verwaltetes Vermögen speziell auch im Segment der institutio­nellen Kunden im zweiten Halbjahr 2017 zugelegt hat.“


Aber auch wenn das von BlackRock verwaltete Vermögen steigt und steigt: Der seit Jahren unumstrittene Platz eins in unserem Ranking muss nicht für alle Zeiten in Stein gemeißelt sein. Vanguard, seit Langem die Nummer zwei, legte in der zweiten Jahreshälfte 2017 stärker zu als der Platzhirsch. Vor allem die intensivierten Expansionsbestrebungen in Richtung Kontinentaleuropa sorgten für höhere Wachstumsraten als bei BlackRock. Und Schritt für Schritt rückt der Indexfonds-Pionier dem Branchenprimus immer näher.


Steigern konnte auch die Capital Group die von ihr verwalteten Gelder. Das US-Haus profitierte erneut vom Boom bei Multi-Asset-Strategien. Allein in diesem Bereich verwalten die Amerikaner mittlerweile rund 400 Milliarden US-Dollar. Vor allem das Thema Altersvorsorge spielt der Capital Group in die Hände. „Insbesondere unsere Target-Date-Fonds konnten deutlich dazugewinnen. In nur zehn Jahren haben wir uns zum viertgrößten Anbieter von Fonds für die Anlage von Pensionsplänen entwickelt“, erklärt Capital Groups Henning Busch, Managing Director für institutionelle Kunden in Deutschland und Österreich, und ­kündigt bei dieser Gelegenheit gleich eine Offensive hierzulande an: „In Anbetracht der jüngsten Änderungen bei der deutschen betrieblichen Altersvorsorge denken wir darüber nach, unsere Erfahrung in diesem Bereich für die Einführung ähnlicher Produkte in Europa zu nutzen.“


Auffällig groß fiel der Volumenszuwachs bei Amundi aus. Das liegt allerdings weniger an Absatzerfolgen als vielmehr daran, dass der größte Asset Manager Europas erstmals die durch die mehr als 3,5 Milliarden Euro teure Übernahme von Pioneer Investments akquirierten Gelder in Höhe von etwa 230 Milliarden Euro bei sich ausweisen kann. Da die ehemalige Fondsgesellschaft der UniCredit vor allem im Segment „Retail/Wholesale“ stark war (zwei Drittel aller Assets), verzeichnet Amundi in diesem Bereich logischerweise einen besonders starken Zuwachs. Die seit November 2015 börsennotierte Fondsgesellschaft reüssierte zuletzt eigenen Angaben zufolge aber auch bei institutionellen Investoren. „Im vergangenen Jahr kamen knapp zwei Drittel der 7,2 Milliarden Euro Neugeschäft von institutionellen Kunden. Aus unserer Sicht ein gutes Ergebnis!“, betont Gottfried Hörich, Deputy-CEO und Head of Sales Amundi Deutschland, um anzufügen: „Vor allem wenn wir uns anschauen, dass die Gelder im Jahr der Fusion sowohl von Bestandskunden als auch von Neukunden stammen. Ein gutes Drittel davon floss in Geldmarktprodukte und zeigt uns, dass unsere Kunden das durch die Übernahme erweiterte Produktangebot goutieren.“


Von Institutional Money auf die Auswirkungen der Pioneer-Investments-Übernahme auf das heimische Geschäft angesprochen, antwortete Hörich, dass der Integra­tionsprozess von Pioneer Investments in Amundi „sehr geräuschlos vonstattengegangen“ sei, da es bei der Investorenbetreuung kaum Änderungen bei den Ansprechpartnern gab. Weiters käme es seitens der Inves­toren zu einem positiven Zuspruch aufgrund der Ausweitung der angebotenen Produktpalette. Die Übernahme von Pioneer Investments durch Amundi wirkte sich übrigens auch auf BlackRock aus: Denn bislang nutzte Pioneer Investments BlackRocks ­Risikomanagementsystem „Aladdin“, seit der Übernahme kommen jedoch die konzerninternen Amundi-Systeme zum Einsatz.


Nennenswerte Zugewinne bei den Assets under Management – zumindest in der Heimatwährung Schweizer Franken – verzeichnete Credit Suisse AM. Leider sorgte die Frankenabwertung gegenüber dem Euro im zweiten Halbjahr dafür, dass den Asset-Zuwachs der Credit Suisse AM im traditionell in der Währung Euro geführten AuM-Ranking nur das geübte Auge sieht. Vergleichbares gilt auch für viele US-Fondshäuser wie auszugsweise Legg Mason, Wells Fargo AM und Western Asset Management, die dieses Mal ebenfalls die Leidtragenden der im zweiten Halbjahr 2017 wiedererstarkten Einheitswährung sind. Zurück zu den Eidgenossen: Laut Harald Réczek, Leiter Distribution Schweiz und EMEA bei Credit Suisse AM, profitierte sein Haus in der Berichtsperiode einerseits von „innovativen, vom Markt gut aufgenommenen Anlagelösungen“ sowie dem Ausbau der Vertriebsstruktur. „Als Ergebnis ist es uns unter anderem gelungen, einige Blockbuster-Produkte mit mehr als einer Milliarde Volumen in kürzester Zeit zu generieren.“


Den derzeitigen Investorengeschmack trifft offenbar auch AQR Capital Management. Trotz des Handicaps eines schwächeren US-Dollars konnten die überwiegend auf institutionelle Investoren spezialisierten US-Amerikaner ihre Assets um zirka neun Prozent steigern. „Als einer der führenden quantitativen Asset Manager erfahren wir weiterhin wachsendes Interesse an unserer weitreichenden Expertise in der Integration von Daten, Technologien, Behavioral Finance und statistischer Analyse“, begründet Dr. Axel Weiss, Leiter deutsches und österreichisches Geschäft bei AQR Capital Management (Europe), den Aufwärtstrend: „Wir verzeichnen Nachfrage über alle unsere Strategien hinweg – inklusive nach systematischen Aktien- und Rentenansätzen sowie alternativen Produkten.“


Erstmalig dabei im ersten Cluster, in dem wir alle Asset Manager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Milliarden Euro anführen, ist Vontobel AM dank eines länger andauernden „Schlussspurts“ im Jahr 2017, wie uns René Weinhold, Head of Sales Germany/Austria bei Von­tobel AM, verriet: „Die verwalteten Vermögen sind 2017 in allen Vontobel-Boutiquen organisch gewachsen. Das Neugeldwachstum hat sich insbesondere in den letzten neun Monaten des Jahres 2017 deutlich beschleunigt und erreichte in dieser Zeit eine Wachstumsrate von 6,8 Prozent, was über unserem Ziel von vier bis sechs Prozent und deutlich über dem Marktwachstum liegt.“ Laut Weinhold habe neben den Zuflüssen auch die Wertentwicklung beim Anstieg der Assets under Management eine Rolle gespielt: So wiesen rund 73 Prozent der hauseigenen Produkte 2017 eine Outperfor­mance gegenüber den Benchmarks auf.


Unter Anführungszeichen „neu“ im Ranking ist auch ORIX. Dabei handelt es sich um die im Jahr 1929 gegründete ­Robeco, die per Jahreswechsel auf Wunsch ihrer Muttergesellschaft ORIX Europe, einer Tochter der japanischen ORIX Corporation, unter neuer Firmenbezeichnung antritt.


An der Spitze des zweiten Clusters, in dem alle Asset Manager mit einem Volumen zwischen zehn und 100 Milliarden Euro enthalten sind, steht MacKay Shields. Die vielleicht nicht jedem institutionellen Investor bekannte, in New Yorker beheimatete Investmentfirma setzt auf einen Multi-Boutiquen-Ansatz und ist in der Branche für ihr hochwertiges, laut eigenen Angaben sogar „scharfsinniges“ Research bekannt. Der Asset-Anstieg von MacKay Shields beruht einerseits auf organischem Wachstum, insbesondere aufgrund des erfolgreichen U.S.-Municipal-Bond-Teams, andererseits auch auf der Integration des fundamentalen und des systematischen Aktienteams, die früher bei MacKay Shields’ kleinerer Schwes­tergesellschaft Cornerstone tätig waren. „Für uns stellt dies eine logische Erweiterung unserer Unternehmensstrategie dar, die bisher hauptsächlich auf unsere Expertise im Fixed-Income-Credit-Bereich aufbaute“, erklärt Madeleine Fulst, bei MacKay Shields Leiterin institutionelle Kunden DACH-Region.


Bei Edmond de Rothschild AM war nicht die Übernahme eines anderen Asset Managers oder seiner Geschäftsteile, sondern der erfolgreiche Absatz von Fondsanteilen der Schlüssel zum Erfolg. Laut Gad Amar, ­Global Head of Business Development bei Edmond de Rothschild AM, erreichten die verwalteten Vermögen bei den Fonds EdR Fund Bond Allocation und EdR Financial Bonds jeweils die Zwei-Milliarden-Euro-Marke. „Unserer BRIDGE-Infrastrukturplattform wurden über ihre vier Fonds insgesamt 1,3 Milliarden Euro anvertraut, und ein neuer Fonds der Plattform wurde 2018 zum Vertrieb zugelassen“, erklärt der Vertriebschef und verweist auf eine organisatorische Änderung, die nun Früchte trägt: „Um agiler zu werden und dadurch die ­Interessen unserer Kunden noch besser zu bedienen, haben wir eine selektive Wachstumsstrategie eingeführt, durch die sich der Vertrieb auf Kontinentaleuropa neu kon­zentriert. In anderen Weltregionen bevor­zugen wir Partnerschaften mit lokalen Marktführern.“


Overlay-Management gefragt
Die Helaba Invest begründet ihren Anstieg von immerhin 16 Prozent bei den ­eigengemanagten Mandaten mit einem gestiegenen Neugeschäft, der positiven Wertentwicklung bestehender Anlagestrategien – beispielsweise die Aktienkonzepte DividendenPlus und Aktien Low Risk – sowie der laufenden Erweiterung des Produktangebots. „Im Bereich Emerging Markets sind wir in den letzten Jahren zu einer festen Größe am Markt geworden und haben im Herbst letzten Jahres mit dem HI-EM Credits Quality Select-Fonds die Produktpalette nochmals erweitert“, erklärt Uwe Trautmann, Vorsitzender der Helaba Invest-Geschäftsführung. „Schließlich erkennen immer mehr Anleger die Vorteile unserer Multi-Asset-Konzepte und einer zentralen Risikosteuerung durch unser erfolgreiches Overlay. Zunehmend zahlt sich zudem unser strategischer Ansatz aus, die Produktpalette auf illiquide Assets auszuweiten.“


Aber nicht nur die Helaba Invest, auch die ebenfalls in Frankfurt ansässige Uni­versal-Investment profitierte im Betrachtungszeitraum von ihrer hohen Expertise im Overlay- respektive Risikomanagement. „Wir sehen eine signifikant steigende Nachfrage von institutionellen Investoren nach Risk-Management-Lösungen. Gefragt sind nach Jahren steigender Kurse vor allem Overlay-Mandate zur Steuerung von Marktrisiken. Hier konnten wir national wie international auch neue Mandate renommierter Adressen gewinnen“, sagt Peter Flöck, Head of Portfolio Management und Mitglied der Geschäftsleitung bei Universal-­Investment.


Die französische Aktienboutique Comgest begründet ihren Zuwachs mit dem Druck vieler Investoren, von kaum verzins­ten Anleihen in Aktien umzuschichten. Dabei setzen Institutionelle aus Risikogründen am liebsten auf Qualitätsaktien, die Portefeuilles in Drawdownphasen stabilisieren. „Genau das macht Comgest – und zwar über alle Strategien hinweg“, betont Thorben Pollitaras, Geschäftsführer Comgest Deutschland, und verweist auf die erfreulichen Flows in Richtung der hauseigenen Fonds: „Was die Mittelzuflüsse betrifft, lag Comgest im Jahr 2017 laut Morningstar unter den Top-10-Long-only-Aktienmanagern in Europa.“ Lediglich Aktienmanager mit erheblich größeren Fondsvertrieben lagen Pollitaras zufolge vor Comgest. „Im Ergebnis gab es Zuflüsse nicht nur in unseren bekannteren Kompetenzbereichen wie Global Emerging Markets und Europa, sondern auch in den Bereichen Global und Asien. Insbesondere Japan hat im Jahr 2017 ‚abgehoben‘. Der Comgest Growth Japan ist mittlerweile zu einer Milliardenstrategie von Comgest aufgestiegen.“ Neu im zweiten Cluster dank einer „Punktlandung“ bei den gemeldeten Assets in Höhe von genau zehn Milliarden Euro ist Lupus alpha.


Auf- und Absteiger
Im dritten Cluster, der alle Asset Manager zwischen einer und zehn Milliarden Euro an verwalteten Vermögen beinhaltet, heißt es Abschied nehmen. Denn Frankfurt-Trust ist zum Stichtag 31. 12. 2017 zum letzten Mal dabei, da die deutsche Boutique per Ende April 2018 in Oddo BHF Asset Management aus Düsseldorf aufgegangen ist. Vor allem institutionelle Investoren reagierten im Vorfeld mit Mittelabzügen, sodass Frankfurt-Trust kurz vor dem Exitus auch noch vom zweiten in den dritten Cluster ­absteigen musste. Abgestiegen sind darüber hinaus auch Tocqueville AM sowie HQ ­Capital. Bei letztgenannter Gesellschaft sorgte die Immobiliensparte für einen Rückgang bei den Assets, da einige Immobilienfonds Wohnhausanlagen veräußert und die Gelder an die Investoren ausgeschüttet haben.


Aber auch bei Bantleon verzeichnete man einen Rückgang der verwalteten Assets. Das liegt am zurückgehenden Interesse institutioneller Investoren an Spezialfonds mit risikoreduzierenden Aktien-Overlay-Strategien, was wohl an dem für manche Risikomanager zu „guten“ Marktumfeld des vergangenen Jahres liegt.


Besser lief es bei Golding Capital Partners, die Nutznießer der weiter zunehmenden Relevanz alternativer Investments in der institutionellen Kapitalanlage sind und von einigen Zeichnungsschlüssen zum Jahresende 2017 profitierten. Beispiele dafür sind die Closings der Anlageprogramme „Golding Infrastructure 2016“ sowie „Golding Buyout 2015“. „Neben diversifizierten Beteiligungsprogrammen in Buyout, Private Debt und Infrastruktur nahmen Managed Accounts mit rund 40 Prozent der gesamten Neugelder eine wesentliche Rolle ein. Hier konnten mehrere große Mandate institutioneller Investoren aus dem deutschsprachigen Raum gewonnen werden“, erklärt Jeremy Golding, Gründer und Geschäftsführer von Golding Capital Partners.


Der Zuwachs beim verwalteten Vermögen von Acatis beruht auf mehreren Faktoren. Abgesehen von der guten Performance verzeichnete die Gesellschaft wesentliche Zuflüsse in den institutionellen Anteilsklassen der hauseigenen Publikumsfonds sowie den Gewinn eines Spezialfondsmandats. „Ein weiterer Faktor war sicher auch, dass wir einen Fonds einer befreundeten Gesellschaft mit einem unserer Fonds verschmolzen haben“, merkt Faik Yargucu, Geschäftsführender Gesellschafter bei Acatis, an, um zu ergänzen: „Nicht zuletzt haben Zuflüsse in unserem Künstliche-Intelligenz-Fonds und die Auflage eines White-Label-Mandats in Skandinavien zum Volumenszuwachs beigetragen.“


Gut unterwegs sind auch Aquila Capital und die auf Unternehmensanleihen spezialisierte Boutique Zantke Asset Management. Der ehemalige LBBW-Starfondsmanager Dietmar Zantke übernahm das Management zusätzlicher Spezialfonds und verzeichnete weitere Zuflüsse bei bestehenden Mandaten institutioneller Anleger. „Die seit Jahren erfolgreiche Erweiterung unseres Anlageuniversums auf High Yield und Fremdwährungsanleihen findet große Nachfrage im Niedrigzinsumfeld“, sagt Zantke.


Bei MFI Asset Management springt der 73-prozentige Anstieg bei den institutionellen Geldern ins Auge. Das liegt daran, dass MFI AM per 2. Januar 2018 eine Tochter der Bayerische Vermögen AG (BV), eines unabhängigen Finanzdienstleisters mit Sitz in München, wurde. Während sich die neue Mutter um regulatorische Belange kümmert und für die notwendigen Kontakte sorgt, kann sich MFI AM voll und ganz auf das Portfoliomanagement, insbesondere von institutionellen Geldern, konzentrieren. „Dass sich hier zwei Gesellschaften gefunden haben, bei denen die Summe mehr ergibt als die Einzelteile, zeigte sich noch zum Jahresende 2017“, erzählt MFI-AM-Geschäftsführer Josef Kaesmeier: „Gemeinsam konnten wir im institutionellen Bereich neue Spezialfonds akquirieren, die allein weder die BV noch MFI hätte gewinnen können. Von der BV kamen die guten Kundenkontakte, und MFI konnte die professionelle Asset-Management-Infrastruktur vorweisen, von der sich die Kunden überzeugen ließen.“


Dynamisch ist auch die Entwicklung bei der ebenfalls in München ansässigen ILG-Gruppe. Der Spezialist für großflächige Einzelhandelsimmobilien hat im Herbst ein eigenes Unternehmen zur Parkraumbewirtschaftung mit dem Namen „Parken & Management GmbH“ gegründet. Neu im dritten Cluster sind Eyb & Wallwitz und Ökoworld, abgestiegen in den vierten Cluster (Assets zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Euro) ist dieses Mal keiner.


Jedes Mandat zählt
Am Aufstieg aus dem vierten Cluster, wo alle Boutiquen mit Assets zwischen 200 und einer Milliarde Euro enthalten sind, arbeiten Greiff Capital Management, IfK – Institut für Kapitalmarkt, QC Partners und vor allem die Immobiliengesellschaft GPEP, die einen Volumenszuwachs von fast hundert Prozent aufweist. Laut Marcel Fuhr, Geschäftsführer der GPEP und verantwortlich für Akquisitionen, beruht der starke Anstieg auf der eigenen langjährigen Fokussierung auf Fach- und Lebensmittelmärkte in Verbindung mit einem etablierten Netzwerk und dem sehr guten Marktzugang. „Gerade in den vergangenen zwei bis drei Jahren ­haben viele institutionelle Investoren die Vorteile dieser Assetklasse hinsichtlich Diversifikation, Nachhaltigkeit und Rendite erkannt“, erklärt Fuhr.


Ebenfalls gut läuft es bei Robus Capital. Der Spezialist für Fremdkapitalinstrumente von mittelgroßen Emittenten in Kontinentaleuropa musste den Robus Mid-Market Value Bond Funds per 26. Oktober 2017 für Neuzeichnungen wegen zu großer Nachfrage sogar schließen. Bei Investoren wieder angesagt sind auch die Emerging Markets. Das spielt Gemway Assets (83 Prozent Anstieg) in die Hände, da mit dem Schwellenländeraktienfonds GemEquity lediglich ein Produkt existiert, das seit Sommer 2017 ­einen Fünf-Jahres-Track-Record aufweist und ­damit auf die Kauflisten vieler Investoren gerückt ist. „Durch die wirklich herausragende Performance im Jahr 2017 konnte der Fonds ebenfalls deutliche Mittelzuflüsse generieren“, erklärt Vertriebsprofi Andreas Willenbacher von Willenbacher Advisory. Der fast 22-jährige Track Record in Verbindung mit sehr guter Performance im Peergroup-Vergleich sowie der Gewinn zahl­reicher internationaler Awards des Flagg­schiff-Produkts SMN Diversified Futures Fund machten internationale Investoren auf SMN Capital aus Wien aufmerksam und bewegten diese zu Mandatsvergaben. „Da­rüber hinaus hat sowohl unser Trendfolgeprodukt auf Nischenmärkte als auch der trendfolgende UCITs-Rentenfonds Kepler SMN Bond Trend Plus Aufmerksamkeit ­erregt, den wir in Zusammenarbeit mit der oberösterreichischen Kepler Fonds KAG entwickelt haben. Insbesondere Letzterer zeigt im aktuellen Zinsszenario seine Stärken“, betont SMN-Geschäftsführer Gernot Heitzinger.


Bei der 2011 von den Fondsmanagern Harald Schmidt und Johannes Ries gegründeten Apus Capital sorgten das Überschreiten wichtiger Voluminamarken bei den Fonds Apus Capital ReValue und Apus Capital ReValue in Verbindung mit guter Performance, aber auch die Auflage institutioneller Fondstranchen für zusätzliche Inves­torengelder und damit für steigende Fondsvolumina. „Darüber hinaus haben wir im abgelaufenen Jahr viele Marketingmaßnahmen – unter anderem ein eigener Stand auf dem FONDS professionell Kongress in Mannheim oder die Teilnahme an der Aecon Hidden Champions Tour – durchgeführt. Damit wurde die Bekanntheit von Apus ­Capital, aber auch unserer Produkte erhöht“, erklärten Schmidt und Ries zum Aufstieg, zu dem wir auch Geneon gratulieren.


Anhang:

twitterlinkedInXING
 Schliessen