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4/2020 | Produkte & Strategien
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Perfektes Pandemie-Tool

Die Krise beeinflusst das Verhalten von Großanlegern und bremste ab März 2020 die Aktivitäten auf dem Mandate-Tool von Institutional Money. Vor dem ­Hintergrund des geforderten „Social Distancing“ bieten sich Onlineausschreibungen geradezu an.

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Wenn aufgrund von Kontaktbeschränkungen Investoren und Asset Manager keine persönlichen Treffen vor Ort haben dürfen, werden Ausschreibungsplattformen wie das Mandate-Tool zu einem unverzichtbaren Werkzeug.

© EkaterinaVladimirova Ý Adobe.Stock.com, Marlene

Das Anlagejahr 2020 wird bei Investoren im wahrsten Sinn des Wortes als „Seuchenjahr“ in Erinnerung bleiben, das vor allem von Zurückhaltung gekennzeichnet war. Angesichts des Ausmaßes der konjunkturellen Talfahrt infolge der praktisch weltweit verhängten Lockdowns und der dadurch ausgelösten Marktkorrekturen war diese Vorsicht auch keineswegs irrational. Sie wirkte sich auch auf das Mandate-Tool, die Ausschreibungsplattform von Institutional Money, aus. Nach einem starken Jahresauftakt folgte mit Pandemieausbruch die Ernüchterung. Weil kurzfristig kein Neuanlagebedarf beziehungsweise ein hohes Maß an Unsicherheit bestand, ging auch beim Mandate-Tool die Anzahl der Mandatsausschreibungen spürbar zurück. Wenn alle Augen auf ein hochvolatiles Marktgeschehen gerichtet sind, fehlen vielen institutionellen Investoren oftmals auch die Kapazitäten für die aufwendige Suche nach neuen Asset Managern. Sobald sich der Staub ­gelegt hat, wird aber voraussichtlich in vielen Häusern damit begonnen werden, das Abschneiden der bisher mandatierten Fondsmanager zu analysieren – der Weizen trennt sich erfahrungsgemäß in der Krise von der Spreu. Diese Mechanismen waren auch beim Mandate-Tool in früheren Phasen zu beobachten.

Starker Auftakt

Wie gewohnt startete das Mandate-Tool auch 2020 dynamisch in das neue Jahr. So schrieb gleich am 7. Januar 2020 ein bekanntes Versorgungswerk für seinen deutschen Masterfonds ein Schwellenländeranleihenmandat in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrages aus. Wie zu vernehmen war, bewarb sich die Crème de la Crème der auf Emerging Market Debt spezialisierten Asset Manager für das Mandat. Wer der glückliche Gewinner war, können und dürfen wir an dieser Stelle leider nicht verraten.

14 Tage nach der ersten Ausschreibung platzierte auf dem Mandate-Tool einer der größten und bekanntesten Institutionellen Deutschlands einen Suchauftrag nach einem Asset Manager für eine Absolute-Return-Strategie. Das ausgeschriebene Volumen lag in der Bandbreite zwischen 200 und 500 Millionen Euro und zog enormes Interesse seitens der „Sell Side“ auf sich. Denn der Investor legte sich hinsichtlich des Abso­lute-Return-Ansatzes nicht auf eine oder mehrere Assetklassen fest, sondern forderte lediglich, dass der Drawdown maximal 15 Prozent betragen dürfe, wobei der Einsatz von Derivaten erlaubt war. Die Ausschreibung lief bis 10. März 2020 – und es bewarben sich fast 100 Vermögensverwalter. Bislang hat der Ausschreiber noch keine Entscheidung getroffen, wem er sein Geld anvertraut, erst 2021 soll die finale Entscheidung fallen. Das könnte bei der Analyse der angebotenen Lösungen Vorteile bringen: Denn der Crash war das perfekte Umfeld, in dem die in Frage kommenden Absolute-Return-Strategien einen intensiven Elchtest bestehen konnten.

Dass es bei Institutionellen oftmals etwas länger braucht, bis der mandatierte Asset Manager seine Arbeit aufnehmen darf, zeigt sich bei der dritten Ausschreibung des Jahres 2020, die ab Mitte Juni über das Mandate-Tool lief. Der Grund ist einfach erklärt: Die ausschreibende Pensionskasse hat bei all ihren Spezialfonds ein gebrochenes Geschäftsjahr, beginnend mit 1. November. Ab diesem Zeitpunkt darf nun auch der Gewinner des Spezialfonds-Mandats seine Künste unter Beweis stellen.

Erfolgreiche Suche

Ausschreiber des Mandats in zweistelliger Millionenhöhe war Christian Sobotta, Spezialist für Kapitalanlagen/Finanzen bei der Pensionskasse vom Deutschen Roten Kreuz (DRK PK) in Bonn. Dieses Haus zählt zu den Stammkunden des „Mandate-Tools“. „Das Mandate-Tool hat bereits eine Historie bei unserer Pensionskasse“, erklärte Sobotta im Telefoninterview mit Institutional Money. Dieses Mal suchte die Pensionskasse über das Mandate-Tool eine Wandelanleihenstrategie, eingebettet in einen Total-Return-Ansatz. Dabei sollte diese Strategie mit anderen Assetklassen kombiniert werden, wobei Wandelanleihen im Mittelpunkt der Überlegungen zu stehen hatten.

Dank des Mandate-Tools erhielt die Pensionskasse zahlreiche interessante Bewerbungen und lernte auch neue Anbieter näher kennen. „Über das Mandate-Tool sind wir auf für uns neue Asset Manager gestoßen, die es sogar auf die Shortlist geschafft haben“, sagt Sobotta, um anzufügen: „Dank des Mandate-Tools konnten wir mit unseren Anforderungen objektiv die besten Anbieter im Markt finden.“ Der gesamte Ausschreibungsprozess verlief wegen der Pandemie elektronisch. Nachdem die Shortlist erstellt war, wurde der Beauty Contest mit den verbleibenden drei Kandidaten online durch­geführt, bereits am dritten Tag fiel die Entscheidung.

Schlussendlich gewonnen hat der bekannte Wandelanleihenspezialist Fisch AM aus der Schweiz. „Fisch AM war das Haus, das unsere Vorstellung einer TR-Wandelanleihenstrategie am besten umsetzt“, erklärt Sobotta. Entscheidend war, dass Fisch AM im Rahmen seiner Strategie abhängig vom Marktumfeld zwischen Wandelanleihen und Sicherheits-Assets wechselt. Falls Fisch AM die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt, könnte es Sobotta zufolge zu einer Aufstockung des Mandats kommen. „Das Mandat ist der erste Schuss im Bereich Wandelanleihen, den wir machen. Wir wollen perspektivisch weiter in Wandelanleihen investieren.“

Alles nur mehr online

Die Pensionskasse vom Deutschen Roten Kreuz pflegt wie wohl viele Investoren seit Pandemiebeginn ihre Kontakte zu Asset Managern nur mehr telefonisch oder online, ohne persönlichen Kontakt vor Ort. Aus diesem Grund war in den letzten Monaten kein einziger Sell-Side-Vertreter bei Sobotta im Büro. Das hat den Nachteil, dass es während einer Pandemie Institutionellen schwerfällt, neue Asset Manager zu treffen und kennen zu lernen beziehungsweise zu suchen und zu finden.

In der Folge werden Onlineplattformen wie das Mandate-Tool insbesondere in Zeiten von „Social Distancing“ besonders interessant. Das sieht auch Sobotta so: „Gerade in Pandemiezeiten ist eine Onlineausschreibung über das Mandate-Tool sehr hilfreich. Das Mandate-Tool ist ein gutes Werkzeug, um sich am Markt auf objektive Art und Weise umzuschauen.“

Persönlicher Kontakt

Auch wenn das Mandate-Tool Investoren die Arbeit erleichtert: Auf den persönlichen fachlichen Austausch „face to face“ mit anderen Professionals will Sobotta nicht ganz verzichten, wie er im Gespräch mit Institutional Money erklärt.

Daher freut sich Sobotta umso mehr auf den Besuch von „echten“ Investmentkon­ferenzen mit gutem Corona-Sicherheits­konzept, beispielsweise auf den 13. Insti­tutional Money Kongress in Wiesbaden Ende Mai 2021. Bei diesem Event können sich Institutionelle auch ganz ungezwungen in einer eigenen exklusiven Lounge über die zahlreichen Vorzüge des Mandate-Tools – einfache Bedienung, Anonymität, moderiertes Forum oder Scorecard-Funk­tion etc. – informieren und das Relation­ship-Team von Institutional Money persönlich kennen lernen.  

Anton Altendorfer


Anhang:

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