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1/2022 | Theorie & Praxis
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Informationsprobleme

Die Anlagen an den privaten Märkten werden weiterhin stark wachsen, da die Investoren versuchen, ihre Portfolios weiter zu diversifizieren und höhere Renditen zu erzielen, als an den Börsen erreichbar sind. Das Thema „Daten“ spielt dabei eine wenig beachtete und wohl unterschätzte Schlüsselrolle.

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Bei Investments an geregelten Börsen ist Informations- und Datenmangel seit vielen Jahren kein Thema mehr, das entsprechende Angebot ist gigantisch. Ganz anders präsentiert sich die Situation bei Privatmarktanlagen: Hier ist das Entwicklungspotenzial noch enorm groß – fest steht dabei, dass der Bedarf deutlich zunehmen wird.

© Melanie Inserra, peterschreiber.media | stock.ad
Dass an den Aktienmärkten in den vor uns liegenden Jahren nicht genauso viel verdient werden kann wie in den hinter uns liegenden Jahren, ist zumindest wahrscheinlich. Asset Manager wie GMO unter der Führung von Jeremy Grantham, die an die Gravitations­kräf­te der Mean Reversion glauben, erwarten für die nächsten sieben Jahre bestenfalls karge Renditen – und das nicht nur an den Aktienmärkten, sondern auch für Anleihen und Cash (siehe Grafik „Magerer Renditeausblick“). In ihren Berechnungen für die nächsten sieben Jahre gehen die GMO-Strategen davon aus, dass sich die Inflation in den USA über einen Zeitraum von 15 Jahren an die langfristige Inflationsrate von 2,2 Prozent annähern wird. Reale positive Renditen in den nächsten sieben Jahren erwartet das Haus dabei nur von Schwellenländeraktien und Non-US-Small-Caps. Auf der Suche nach Alternativen zu den gelisteten Assets landet man fast zwangsläufig bei den Privatmärkten. State Street spricht in einer Kurzstudie gar von einer stillen Revolution – und das gleich in mehrerlei Hinsicht: Diese betrifft Asset Manager ­genauso wie Asset Owner, also schwer­gewichtig die institutionellen Anleger.
 
Bestandsaufnahme 
Laut dem US-Researchhaus Preqin betrug das verwaltete Vermögen allein im Bereich Private Equity Ende März 2021 schätzungsweise 4,1 Billionen US-Dollar, wobei sich diese Zahl bis 2025 auf 9,1 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln dürfte. Die kleineren Unterkategorien der Privatmärkte, z. B. private Kredite, sind ebenfalls für ein erhebliches Wachstum gerüstet, sodass der kombinierte Sektor auf dem besten Weg ist, einen größeren Anteil des professionell ­verwalteten Vermögens zu erobern. Sowohl die traditionellen als auch die alternativen Vermögensverwalter haben diesen Wandel erkannt und kämpfen darum, diese Welle zu reiten. Eine Vielzahl von Geschäftsabschlüssen zwischen Managern – zum Beispiel die Partnerschaft von Vanguard mit HarbourVest – zeigt, wie wichtig die Investitionen in private Märkte für die Wachstumsaussichten traditioneller Asset Manager sind.
 
Das starke Wachstum des verwalteten Vermögens geht mit einer Diversifizierung der Kundengruppen einher. Abgesehen von klassischen institutionellen Kunden in den USA wie angelsächsischen Pensionsfonds mit Leistungszusage, die zur Bereitstellung hoher Renditen verpflichtet sind, und Staatsfonds erwarten die Privat-Asset-Manager auch, dass Vermögensverwalter, Stiftungen, vermögende Private und beitragsorientierte Pensionsfonds immer wichtigere Kundengruppen werden, von der weiteren Internationalisierung ganz zu schweigen. In Kontinentaleuropa liegt mit wenigen Ausnahmen wie Skandinavien, der Schweiz und den Niederlanden nämlich das Engagement institutioneller Investoren an den Privatmärkten noch immer deutlich unter jenem der angelsächsischen Staaten. Doch es tut sich einiges, auch in Deutschland. Uwe Rieken, Geschäftsführer Faros Consulting und Vorstand Faros Fiduciary Management AG in Frankfurt a. M., meint dazu: „Die Nachfrage steigt auch hierzulande, wie wir anhand der Zugriffe auf unserer Private Markets Database sehen. Sie ist eine der ersten Datenbanken in Deutschland, die ­eine strukturierte Übersicht in investierbare illiquide Strategien der Assetklassen Immobilien, Infrastruktur, Private Debt und Pri­vate Equity bietet. Mittlerweile haben wir die Zielmarke von 100 registrierten institutionellen Investoren erreicht und auch sonst einen ganz guten Markteinblick in die Strategien gewinnen können. Mit der Datenbank verfolgen wir das Ziel, Transparenz in diesen illiquiden und stark wachsenden Markt zu bringen.“
 
Finanzkrise als Gamechanger
Durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 bis 2009 haben sich die Finanzierungsquellen für viele Anlageklassen der Privatmärkte grundlegend verändert. Die Investmentbanken mussten sich aus risikoreicheren Formen der Kreditvergabe zurückziehen und schufen eine Lücke, die Asset Manager besetzten, um die Nachfrage zu decken. Mehr als ein Jahrzehnt später sind Bereiche wie Private Equity, Private Debt und Infrastruktur immer stärker in den Fokus der Investoren gerückt. Gemessen an den Vermögenswerten ist Private Equity die größte Untergruppe des Private-Markets-Universums. Die Asset-Manager-Stichprobe der Befragung zeigt jedoch eine Neigung zu Private Debt, einem Bereich, der in den letzten zehn Jahren erhebliches Interesse der Anleger dies- und jenseits des Atlantiks auf sich gezogen hat. Die Auswertung lässt erkennen, dass nordamerikanische Asset Manager von diesem Trend besonders profitiert haben: Im Durchschnitt halten sie in der State-Street-Umfrage 17,9 Milliarden US-Dollar an Private Debt, verglichen mit 9,7 Milliarden US-Dollar bei Managern mit Sitz in Europa. Auf Investorenebene präsentiert sich die Verteilung anders: Bei den Befragten liegt die durchschnittliche Alloka­tion in Private Equity bei 8,5 Prozent und damit noch vor Immobilien (7,2 Prozent) und Private Debt (4,3 Prozent). Was künftige Investments betrifft, sind Institutionelle nach wie vor bestrebt, ihre Allokationen in Private Equity, Private Debt und Infrastruktur aufzustocken. Für jede Anlageklasse ­gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie in den nächsten drei bis fünf Jahren eine höhere Gewichtung planen. Bei Immobilien sind die Aussichten etwas anders. Ein größerer Prozentsatz an Asset Ownern scheint damit zufrieden zu sein, seine derzeitige Allokation beizubehalten (49 Prozent). An eine Ausweitung denken nur 35 Prozent, während weitere 15 Prozent sogar eine Verringerung ihres Immobilienengagements planen (siehe Grafik „Weiterhin aufwärts“).
 
Differenzen
Während die Vermögensverwalter auf globaler Ebene erwarten, dass das durchschnittliche Engagement in Private-Markets-Vermögenswerten von 30 auf 35 Prozent ansteigen wird, soll dieses nach dem Willen der Asset Owner von 22 auf 28 Prozent steigen. Sieht man genauer hin, entdeckt man einige signifikante Unterschiede in den Allokationen und bei der Nachfrage für die einzelnen Anlageklassen des Privatmarktes zwischen den beiden Hauptregionen Nordamerika und Europa. So illustriert die Umfrage, dass europäische Institutionelle viel eher bereit sind, ihre Private-Equity-Allokationen zu erhöhen, während nordamerikanische Institutionelle darauf bedacht sind, ihre Private-Debt-Bestände zu erhöhen. Die letztgenannte Gruppe hält im Durchschnitt bereits mehr Anteile an Immobilien und Infrastruktur als ihre europäischen Kollegen. Zudem beabsichtigen die nordamerikanischen Investoren, diese bestehenden Anteile stärker zu erhöhen als die europäischen Investoren. 
 
Vorliebe für ­Privatmärkte
Die vier Kernbereiche der Privatmärkte (Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien) sind bei Investoren sehr begehrt. Ziele dieser Allokationen reichen von Kapitalwachstum über Einkommensgenerierung und Inflationsschutz bis hin zur Diversifikation. Jede Anlageklasse und Strategie ist dafür unterschiedlich gut geeignet. Die Umfrage hat gezeigt, dass jede Assetklasse der Privatmärkte ihre Meriten hat (siehe Grafik „Feine Unterschiede“). Von den befragten Asset Ownern geben beispielsweise 91 Prozent an, dass sie das Potenzial für Kapitalwachstum oder Alpha als ein Hauptmerkmal von Private Equity ansehen. Bei Private Debt werden attraktive Renditen und die Generierung von laufenden Erträgen von 84 Prozent der befragten Institutionellen als Hauptmerkmale genannt. Bei den Immobilien steht der Inflationsschutz mit 64 Prozent ganz vorn, bei Infrastruktur sind die wichtigsten Eigenschaften das Diversifikationsmoment (62 Prozent) und die Langfristigkeit der Anlageklasse (60 Prozent).
 
Daten im Fokus
State Street und Mercatus befragten im August und September 2021 85 Asset Manager und 85 Asset Owner, um die Treiber für die Nachfrage nach Privatmarktinvestments zu verstehen und um zu untersuchen, wie Manager und Owner mit der Herausforderung der Privatmarktdaten und deren Verarbeitung umgehen. Ein entscheidender Faktor bei der sich verändernden Natur von Privatmarktinvestitionen sind jedenfalls ­Daten. Die Manager müssen effektiver und effizienter werden, wenn es um die Verwaltung, Analyse und Berichterstattung über die riesigen Mengen komplexer Daten im Zusammenhang mit bestehenden und künftigen Investitionen geht. Verbesserungen in diesen Bereichen könnten einen wesentlichen Beitrag zum Alpha leisten, meint man bei State Street. Aber noch dringender sei, dass die institutionelle Anlegerschaft dies einfordert. Diese Kapitalsammelbecken benötigen mehr Transparenz in Bezug auf ­Bestände, Investitionsprozesse, Kosten und Nachhaltigkeitskriterien, was die bestehenden Berichterstattungskapazitäten vieler Ma­nager von Privatmarkt-Assets enorm ­belastet. Einerseits hat das Ausmaß der ­Sophistizierung auf institutioneller Seite zugenommen, die Daten der Privatmarktinvestments in ihre Szenarioanalysen und Modellrechnungen einspeisen möchten, und das möglichst zeitnah, versteht sich. Dazu kommen Anforderungen betreffend Portfolio Monitoring, ESG und Risikomanagement. Man hat sich an den hohen Standard aus den Investments in gelistete Assets gewöhnt und möchte bei Privatmarktpositionen möglichst wenig Abstriche machen müssen. Andererseits sitzen die Aufsichtsbehörden den institutionellen Kapitalverwaltungen im Nacken und verlangen kurzfristig qualitativ hochwertige Daten. Auch in den USA werden große Pensionsfonds von Aufsichtsbehörden, Anspruchs- und Leistungsberechtigten verstärkt daraufhin überprüft, ob sie ihre Kosten im Griff haben und Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Beides erfordert von den Asset Managern der Privatmarkt-Assets mehr Transparenz und Berichterstattung, begleitet von einem entsprechenden Zeitdruck.
 
Silodaten
Diese Daten sind oft isoliert, nicht standardisiert und erfordern manuelle Eingriffe, was die Erstellung eines einheitlichen Gesamtüberblicks über die Privatmarktportfolios erschwert und eine zeitnahe Portfolioübersicht nahezu unmöglich macht. Nur 15 Prozent der befragten Asset Manager haben mitgeteilt, dass sie ihren Kunden Daten via Data Feeds zur Verfügung stellen. Selbst wenn Daten übermittelt werden, liegen sie in der Regel nicht in einem Format vor, das eine nahtlose Integration in die Systeme und Prozesse institutioneller Anleger ermöglicht. Das erfordert Investitionen seitens der Privatmarkt-Asset-Manager in entsprechende Technologien und eine Modernisierung der Prozesse der Asset Manager für die Verarbeitung und Meldung von Daten, um den Bedürfnissen ihrer institutionellen Investoren gerecht zu werden. Diese Aufgabe ist keineswegs einfach, aber eine Conditio sine qua non, wenn man auf mittlere Sicht mit regulierten Kundengruppen im Geschäft bleiben will.
 
Datendilemma
Eine robuste Datenmanagementarchitektur wird zunehmend als Wettbewerbsvorteil für Asset Manager angesehen. Mehr als zwei Drittel von ihnen geben an, dass der Umgang mit problematischen Daten über Privatmärkte erhebliche Opportunitätskosten verursacht. Die Suche nach qualitativ hochwertigen Lösungen, das Sammeln und die Verarbeitung der erforderlichen oft unstrukturiert vorliegenden Daten sowie andere damit verbundene Verwaltungsaufgaben nehmen auf den Privatmärkten mehr Zeit in Anspruch, sodass Mitarbeitern weniger Zeit für andere Aufgaben bleibt. 
 
Es überrascht daher nicht, dass die Überprüfung der Datenverwaltung und -qualität ein wichtiger Bestandteil der Due-Diligence-Prozesse von Asset Ownern bei der Auswahl von Private-Equity-Managern, insbesondere bei solchen mit Sitz in Nordamerika, ist. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) stimmt zu, dass die in den Privatmärkten ­tätigen Manager ihre Technologie- und ­Datenverwaltungssysteme aufrüsten müssen, um ihren Service zu verbessern, einschließlich einer stärkeren Nutzung von Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs). Das Aufbrechen der Datensilos ist also das Gebot der Stunde.
 
Trotz der Wünsche der Asset Owner sind die EDV-Systeme der Asset Manager nicht in der Lage, die Kundenanforderungen vollständig zu erfüllen. Mehr als zwei Drittel der befragten Asset Manager (69 Prozent) geben an, dass sie den Investoren „isolierte“ Datenberichte zur Verfügung stellen – und damit in einem Format, das es nicht erlaubt, die Daten direkt in die Systeme der Investo­ren zu integrieren. Ein ähnlicher Anteil gab an, Ad-hoc-Berichte zu erstellen, die auf die Anforderungen der Investoren zugeschnitten (tailormade) sind. Diese Arbeitsweise ist ressourcenintensiv und erschwert den Portfoliodurchblick sowohl für Asset Owner als auch Manager. Relevante Daten befinden sich in unterschiedlichen Systemen und Dokumenten ohne einheitliches Konzept oder Standardformat. Veraltete Verfahren wie ­Tabellenkalkulationen und Makros erhöhen den Zeitaufwand für die Informationsverarbeitung und sind fehleranfälliger. Darüber hinaus kann es schwierig sein, Strategien zu erweitern, wenn die eingesetzte Technologie nicht mit der zusätzlichen Nachfrage nach Informationen oder der steigenden Anzahl von Eingaben Schritt halten kann. Nur 21 Prozent der Asset Manager bieten interaktive Onlinetools oder -dienste an, die es den Investoren ermöglichen, Daten selbst zu analysieren, und nur 15 Prozent haben direkte automatisierte Dateneinspeisungen über Technologien wie APIs im Angebot.
 
Wahrnehmungsunterschiede
Aus den Ergebnissen der Umfrage geht eindeutig hervor, dass es eine Diskrepanz zwischen den Ansichten und Prioritäten der Asset Manager in Bezug auf Daten und den Wünschen und Erwartungen der Asset ­Owner an ihre Dienstleistungsanbieter gibt. Manuelle Prozesse sind ein bedeutendes Hindernis für Aktualität. Um dies zu verdeutlichen, hat State Street beide Gruppen nach ihrer Meinung gefragt, wie lange es dauert, den Nettoinventarwert (NAV) eines Portfolios zu berechnen und eine vorausschauende Analyse auf Grundlage eines Marktereignisses, etwa einer Zinserhöhung, zu erstellen.
 
Während sich Asset Manager und Owner ziemlich einig sind, wie lange es dauert, ­einen Fonds-NAV zu ermitteln – fast die Hälfte der Manager gab an, dass es bis zu einer Woche oder länger dauert –, ist der Unterschied in der Wahrnehmung betreffend die Zeit, die für die Durchführung ­einer vorausschauenden Analyse benötigt wird, beträchtlich. 51 Prozent der Asset ­Manager, aber 85 Prozent der Asset Owner geben an, dass es bis zu einer Woche oder länger dauert, Szenarien für ihre Portfolios durchzurechnen.
 
Manuelle Eingriffe sind ein wesentlicher Faktor beim Zeitaufwand für die Erstellung dieser Analysen und Berichte. Vier von fünf Vermögensverwaltern (81 Prozent) geben an, dass zukunftsorientierte Analysen in gewissem Umfang auf manuellen Prozessen beruhen – darunter sind 44 Prozent, die ­angeben, dass manuelle Eingaben „in sehr hohem Maße“ erforderlich seien. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) sagen, dass die NAV-Berechnung eines Fonds in gewissem Umfang auf manuellen Prozessen beruht (siehe Grafik „Schnell sieht anders aus“). Das lässt jedenfalls viel Spielraum für Verbesserungen. 
 
Kostendruck
Die IT- und KI-Ausgaben werden steigen, da die Asset Manager auf die Nach­frage der institutionellen Anleger und die sich ständig weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen reagieren. Das nagt an der Marge. Daher suchen Fondsmanager nach Möglichkeiten zur Rationalisierung der Datenerfassung, zur Verbesserung des Berichtswesens, zur Risiko- und Leistungsanalyse und zur Organisation komplexer, nicht standardisierter Datensätze wie ESG-Kennzahlen oder alternative Daten. Auf die Frage nach der technologischen Entwicklung in den nächsten zwei Jahren geben 47 Prozent der Asset Manager an, dass sie die Entwicklung oder Anschaffung von Technologie-Tools für die Portfolioüberwachung planen. Weitere Prioritäten sind die Entwicklung maßgeschneiderter Anlagelösungen und interner Datenmanagementsysteme.
 
Eine Auslagerung wäre hier eine Alternative, sie wird aber von erstaunlich wenigen Anlegern genannt: Nur 26 Prozent der Asset Manager geben zu Protokoll, dass sie ­Optionen von Drittanbietern prüfen, um ihren Technologiebedarf zu decken. 15 Prozent meinen, dass sie Middle- oder Back­office-Funktionen auslagern werden. Ein Alleingang könnte sich für viele als kostspielige Entscheidung erweisen, da spezialisierte ausgelagerte Lösungen die internen Entwicklungsprobleme und -verzögerungen umgehen können. 
 
Asset Manager werden wahrscheinlich die Kosten für IT-Upgrades in Kauf nehmen müssen, wenn sie auf den Privatmärkten langfristig erfolgreich sein wollen. Die wachsende und dynamische Nachfrage nach ESG-Daten, die für viele Institutionen vor allem in Europa eine Schlüsselpriorität ­darstellt, wird eine wichtige Triebfeder für die Notwendigkeit sein, hochmoderne Systeme zu implementieren.
 
Die auf den privaten Märkten tätigen Asset Manager haben eine starke Wachstumsperiode hinter sich. Es wird erwartet, dass die Nachfrage auch in den nächsten Jahren hoch bleiben wird, da Großanleger nach Diversifizierung sowie besseren Erträgen und Renditen suchen. Die Argumente für Investitionen scheinen überzeugend. Asset Owner wie Manager können nicht nur diversifizieren, sondern auch neue Chancen nutzen und soziale und ökologische Anliegen unterstützen, beispielsweise durch Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien oder den sozialen Wohnungsbau.
 
Um jedoch die nächste Wachstumsphase auf den Privatmärkten wirklich zu nutzen und die steigenden Erwartungen der Anleger zu erfüllen, müssen die Asset Manager Geld in die Verbesserung ihres Daten­managements und ihrer Berichtsprozesse ­investieren. Denn alle Kundengruppen erwarten von ihren Anbietern eine ausgefeilte Technologie, die eine aktuelle und genaue Berichterstattung über Performance, Bewertungen, Kosten und ESG-bezogene Daten ermöglicht. 
 
Die Asset Manager sind bereit, neue Datentools zu erforschen, werden aber durch die Kosten und die Befürchtung behindert, dass umfassende Änderungen die tägliche Kundenbetreuung stören werden. Interne Systeme sind zwar auf die individuellen ­Bedürfnisse der einzelnen Asset Manager zugeschnitten, erfordern aber auch erhebliche Ressourcen für die Wartung und die reibungslose Integration mit anderen Systemen und Datenquellen. Darüber hinaus hat die Umfrage gezeigt, dass bei der Dateneingabe und -analyse in hohem Maße auf manuelle Verfahren zurückgegriffen wird. Dies kann im weiteren Verlauf aufgrund menschlicher Fehler oder inkonsistenter Daten zu Problemen führen.
 
Win-win-Situation
Integration ist ein Schlüsselelement für die Lösung des Datenproblems auf den Privatmärkten. Eine einzige integrierte Plattform kann es einem Asset Manager wesentlich erleichtern, sein Angebot mit der Aufnahme neuer Anlageklassen auszuweiten und dabei Skaleneffekte zu nutzen sowie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Für institutionelle Anleger sind solche Lösungen ebenfalls vorteilhaft. Wenn diese speziell für Privatmärkte entwickelt werden, geben sie Zugang zu ­Erkenntnissen und Performancecharakteristika, die zur Generierung von Alpha beitragen. Eine integrierte Plattform ermöglicht den Spezialisten für die Fondsverwaltung in den KVGen Zugang zu konsolidierten Informationen, Berichten und Erkenntnissen. Darüber hinaus kann die Nutzung einer eng integrierten Lösung für alle Geschäftsbereiche die Entscheidungsfindung bei Asset Managern inhouse verbessern und die Complianceprozesse stärken, während gleichzeitig die Berichtsanforderungen der Kunden erfüllt werden. Die richtige Plattform kann auch für mehr Flexibilität sorgen, indem sie schneller auf Kunden- und Berichtsanforderungen reagiert und das Risikomanagement verbessert. Sie sollte auch den Zugang zu flexiblen, cloudbasierten Asset-Management-Instrumenten wie Deal Management, ESG-Berichterstattung, Investor Relations und Portfolio Monitoring verbessern.
 
Dr. Kurt Becker 

Anhang:

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