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3/2021 | Produkte & Strategien
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Gut gesprungen? Wie hoch?

Den Umgang mit nichtfinanziellen Zielen und den entsprechenden Daten müssen viele ­Marktteilnehmer noch trainieren. An der Entwicklung von Standards wird aber längst gearbeitet.

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Die Methodik zur Erhebung nichtfinanzieller Kennzahlen steckt noch in den Kinderschuhen. Hier stehen auch kaum anerkannte Benchmarks zur Verfügung. Finanzkennzahlen wurden hingegen schon über Jahrzehnte entwickelt und gelten mittlerweile weltweit.

© R+V Versicherung, Markus Tischler | stock.adobe

Die Berücksichtigung nicht­finanzieller Ziele wird eingefordert, daher spielen sie auch im Finanzsektor eine immer wichtigere Rolle. Fordert ein ­Capital Owner: „Spring!“, fragen Produktanbieter heute, wie hoch es denn bitte sein soll. Dabei werden auch die Capital Owner von ihren Gremien ­sowie von den Regulatoren gedrängt, sich mit ihren Kapitalanlagen immer konkreter in Richtung E, S und G zu bewegen. Die Schwierigkeit ist: Es müssen erst gemeinsame Standards gefunden werden.

Enorme Datenmengen

Der ESG-Trend führt dazu, dass Nachhaltigkeits- und Impact-Fonds auf dem Vormarsch sind. Um den Trend zu immer mehr Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage bewältigen zu können, werden immense Datenmengen benötigt. Sie müssen erhoben, gepflegt, in die hauseigenen Systeme eingespeist und ausgewertet werden, was kostspielig ist. Die Branche kennt das: Auch die Erhebung von Finanzkennzahlen ist teuer. In beiden Fällen hofft die Branche, dass sich der Aufwand lohnt und am Ende die viel zitierte finanzielle und nichtfinanzielle Rendite herausspringt.

Doch es gibt einen Unterschied: Den Umgang mit Finanzkennzahlen und den entsprechenden Daten sind die Akteure am Finanzmarkt seit Jahrzehnten gewohnt, aber den Umgang mit nichtfinanziellen Daten müssen sie noch trainieren. Das beginnt mit der konkreten Formulierung der Ziele; schon das ist nicht trivial. Danach erfolgen Beschaffung, Pflege und Auswertung der Daten, um diejenigen Titel zu selektieren, mit denen man dem gewünschten Ziel ­näher kommt. Anschließend muss der Zielerreichungsgrad gemessen werden, um das Portfolio gegebenenfalls nachjustieren zu können. Die Formulierung eines traditionellen Ziels, etwa die Erreichung eines bestimmten Chance-Risiko-Verhältnisses, ist dagegen Standard und die Messung der entsprechenden Daten längst eingeübt.

Die Art der Daten, die für das Anstreben der nichtfinanziellen Ziele erhoben und ausgewertet werden, ist teilweise erstaunlich. Wer die Anzahl der Autos auf den Parkplätzen großer Kaufhäuser schon für „alternative Daten“ hält, wird schnell eines Besseren belehrt: dass es nämlich noch deutlich ­„alternativer“ geht. Die Anbieter dieser ­Daten sind zum Teil dieselben wie die der Finanzdaten – MSCI, S&P, Bloomberg sind einige von ihnen. Zum Teil wird aber Expertise aus völlig anderen Fachbereichen benötigt, um beispielsweise Daten zu Biodiversität, Gender-Gerechtigkeit, Sauberkeit der Meere, Frieden etc. zu generieren. Durch die zunehmende Berücksichtigung nichtfinanzieller Ziele in der Kapitalanlage entwickeln sich hier neue Tätigkeitsfelder für Datenanbieter, die vom Sammeln der entsprechenden Daten über die Zusammenstellung von Scorings bis hin zur Verleihung von Zertifikaten reicht. Und darüber hinaus benötigen Capital Owner und Asset Manager noch Benchmarks – am liebsten länderübergreifende. Die gibt es aber in großen Teilen noch nicht.

Wir unterhalten uns mit einigen Kapitalmarktteilnehmern, wie sie ihre nichtfinanziellen Ziele formulieren, wie sie das Thema angehen und welche ­Daten sie einsetzen – und wie sie am Ende überprüfen, ob die gesetzten Ziele auch erreicht wurden.

Viele Treiber des Trends

„Die Treiber des Nachhaltigkeitstrends sind zum einen der eigene Anspruch des Unternehmens, aber natür­lich auch die Wettbewerber und die Regulierung“, erklärt Dr. Uwe Siegmund. Er ist Chief Investment Strategist der R+V Versicherung und Nachhaltigkeitsmanager Kapitalanlagen. Was die Regulierung betrifft, hat zuletzt die Europäische Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) dem Thema innerhalb der R+V einen deutlichen Schub verliehen, ­wobei der Versicherer auch schon vorher daran gearbeitet hat. Die SFDR ist seit 10. März 2021 in Kraft und fordert, dass Anbieter von Finanzprodukten ­offenlegen müssen,

  • wie und in welchem Ausmaß sie die Taxonomie nutzen, um die dem Investment zugrunde liegende Nachhaltigkeit zu bestimmen
  • zu welchem Umweltziel das Investment beiträgt und
  • wie hoch der taxonomiekompatible Anteil der Investments ist (Prozentzahl).

Unterschieden wird nun in Artikel-6-, ­Artikel-8- und Artikel-9-Fonds, was grob beschrieben Nicht-ESG, Light-Green- und Dark-Green-Produkte sind.

„Obwohl wir als Versicherer auch unter die SFDR fallen, passen die Regelungen zu uns weniger gut als beispielsweise zu Fonds oder ETFs“, meint Siegmund und erklärt, warum: „Eine Investmentgesellschaft kann viele verschiedene Fonds auflegen und mit jedem ein anderes Impact- oder Nachhaltigkeitsziel verfolgen. Das Sicherungsvermögen einer Versicherung ist quasi wie ein riesiger, ewig laufender Mischfonds, und dafür müssen wir uns jetzt auf mindestens ein Umwelt- oder Sozialziel festlegen, um uns nach Artikel 8 zu qualifizieren.“ Nicht nur die Ziele sind genau anzugeben, sondern auch, wie man diese über Ausschlüsse oder andere Verfahren erreichen will.

Der Prozess ist angestoßen, aber die Regulatorik fordert bislang nur zwei Schritte: Festlegung der Ziele und Erklärung, wie man sie erreichen will. Die Zielerreichungsmessung ist bislang nicht Pflicht, sondern Kür. Auch ist noch nicht festgelegt, dass ein bestimmter Prozentsatz der Kapitalanlagen nachhaltig anzulegen ist. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Regulatoren nach einer gewissen Eingewöhnungsphase beides künftig zur Pflicht machen.
Doch geht man ins Detail, haben es schon die ersten beiden Schritte in sich. „Auch wir als R+V-Versicherung wollen natürlich nachhaltiger werden. Aber wir möchten uns nicht nur auf ein oder zwei ESG-Ziele festlegen. Daher haben wir bei uns einen ESG-Scoring-Prozess implementiert, der zu einem Gesamtscoring führt“, so Siegmund. Wie die einzelnen E-, S- und G-Faktoren gewichtet werden, das bestimmt die R+V. Für ein solches Scoring werden Daten benötigt – viele Daten. „Hier arbeiten wir mit nichtfinanziellen Daten, und der Umgang damit ist für den Finanzsektor bislang noch weitgehend ungewohnt. Wir alle müssen noch das vertiefte Verständnis dafür erwerben“, erklärt Siegmund. Die meisten Anbieter von Finanzprodukten kaufen die nichtfinanziellen Daten von spezialisierten Datenhäusern, die R+V beispielsweise nutzt zwei Anbieter. „Einige Fondsgesellschaften nutzen noch mehr Datenanbieter, weil sie zum einen Fonds mit unterschiedlichen Nachhaltigkeitsschwerpunkten anbieten und zum anderen ihren Kunden die jeweils gewünschten Daten liefern wollen“, beobachtet Siegmund.

Bei der Gewichtung des Scorings orientiert sich die R+V an den Methodiken der ESG-Datenanbieter, regulatorischen Vorgaben, Selbstverpflichtungen und eigenen Ansprüchen. Um die Auswirkungen der Investitionstätigkeit auf E-, S- und G-Ziele sichtbarer zu machen, misst die R+V zusätzlich ihren Beitrag zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN, den sogenannten SDGs. Siegmund verweist darauf, dass die 17 SDGs der UN auf nicht weniger als 169 Unterziele, sogenannte „Targets“, heruntergebrochen werden.

Illiquide Investments

Auch wenn das machbar ist, gibt es eine Einschränkung: „Die Datenhäuser können uns die Daten nur für gelistete Investments liefern“, so Siegmund. Über Direktdarlehen, Immobilien und sonstige Illiquids, die sich in den Portfolios befinden, müssen die Produktanbieter selbst Daten sammeln, oder sie verpflichten die jeweiligen Verwalter vor Ort dazu. Ob dies praktikabel ist, hängt unter anderem von der Marktmacht des Players ab. Obwohl die R+V als eines der großen Versicherungshäuser Deutschlands mit 130 Milliarden Euro Kapitalanlagen über Marktmacht verfügen dürfte, erklärt Siegmund: „Wir werden selber ganz neue nichtfinanzielle Daten sammeln und aufbereiten.“ Allein damit ist es allerdings nicht getan. „Was uns bei den nichtgelisteten ­Investments noch fehlt, sind geeignete Benchmarks für die nichtfinanziellen Ziele“, sagt Siegmund. Für die seit Jahrzehnten verwendeten finanziellen Ziele haben sich die Benchmarks längst etabliert.

Nachdem die Ziele definiert sind, die ­Daten gesammelt und aufbereitet wurden und auch klar ist, wie man die Ziele erreichen will, kommt die Messung der Zielerreichung. Denn nur durch die Quantifizierung des Zielerreichungsgrades lassen sich die knappen Ressourcen optimal auf die einzelnen Produkte oder Projekte allokieren.

Bei ökologischen Zielen, dem „E“ in ESG, ist die Messung des Zielerreichungsgrades vergleichsweise einfach. Zumindest macht man es sich einfach, indem man sich etwa dem gefundenen Konsens anschließt, der CO2-Fußabdruck sei ein guter Indikator dafür, ob der Klimawandel gestoppt werden kann oder nicht.

Kniffliger wird es bei den diversen Impact-Zielen, die teilweise schwer zu greifen sind. Kirchen und Stiftungen haben mit der Verfolgung nichtfinanzieller Ziele und deren Messung die längste Erfahrung, denn sie existieren zum Teil seit Jahrhunderten. Daher lohnt sich ein Blick, wie sie das machen. Die Deutsche Bischofskonferenz kennt ihr Ziel: den christlichen Glauben zu verbreiten und zu verkünden. Hinsichtlich der Zielerreichung misst die Organisation der katholischen Kirche in Deutschland ­etwa die Zahlen der Erstkommunionen, Taufen, Eintritte, Austritte, wie viele Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen es unter katholischer Trägerschaft gibt und wie viele Gottesdienstteilnehmer es pro Bistum gibt. Diese Zahlen werden in jährlichen Zahlenreihen festgehalten.

Ganz andere Daten benötigt der Smart-Beta-Investmentspezialist Ossiam, eine Tochtergesellschaft von Natixis Investment Managers. Der Asset Manager beschäftigt sich mit der Messung von Biodiversität und greift dabei auf externe Datenlieferanten zurück. „Unser neu aufgelegter Ossiam Food for Biodiversity UCITS ETF hat zum Ziel, eine deutliche und quantifizierbare Senkung des Biodiversitäts-Fußabdrucks des Lebensmittel- und Landwirtschaftssektors zu erreichen“, sagt Carmine de Franco, Head of Research bei Ossiam. Ein weiteres Ziel ist die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, „denn der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf den Biodiversitätsverlust, ähnlich wie in einer negativen Rückkopplungsschleife“, so de Franco.

Ossiam verfolgt ­Biodiversität

Das investierbare Universum des Fonds besteht aus etwa 250 Unternehmen aus dem ­Lebensmittel- und Landwirtschaftssektor in ausgewählten Industrieländern; nach Anwendung der ESG- und Kohlenstoff­reduk­tionsfilter enthält das Portfolio schließlich 60 Titel. „Wir analysieren beispielsweise, wie eine Tonne Rindfleisch produziert wird. Dabei macht es einen Unterschied, ob das in Deutschland oder Brasilien geschieht“, erklärt de Franco. Ossiam greift dabei auf Daten des FinTech-Unternehmens Iceberg Data Lab zurück, die bei Biodiversitätszahlen führend sind. „Früher hat man Biodiversität einfach anhand der Zahl der Tierarten gemessen. Wir betrachten vier Impact-Bereiche: Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Umweltverschmutzung durch Düngemittel, da die darin enthaltenen Stickoxide (NOx) den Boden versauern, und Verschmutzung von Süßwasser“, erklärt de Franco. Dabei umfasst die Bewertung das jeweilige Unternehmen selbst sowie seine Lieferanten und Kunden. Anhand von McDonald’s gibt er ein Beispiel: „Wir betrachten die Produkte: Burger. Dann ermitteln wir, wo McDonald’s das Rindfleisch für die Burger kauft. Sagen wir, es wird überwiegend lokal eingekauft. Dann ermitteln wir, welchen Einfluss die lokale Rindfleischproduktion auf die Biodiversität hat.“ Solche Daten werden für alle Portfoliounternehmen zusammengetragen. Um am Ende ein optimiertes Portfolio zu erstellen, wird die Mean Species Abundance (MSA) unter den gegebenen Bedingungen maximiert. „Der Prozess ähnelt der Messung des CO2-Fußabdrucks eines Wertpapierportfolios, nur ist es dann nicht der CO2-, sondern der Biodiversitäts-Fußabdruck“, erklärt de Franco.

Einen Engpass sieht er: „Wir hätten die Biodiversitätsdaten gern auf globaler Ebene, aber das gibt es noch nicht. Wir arbeiten mit unserem Datenlieferanten daran, dass zumindest Daten für China und Brasilien ­erhoben werden. Außerdem hat natürlich ­jeder Datenlieferant und jedes Analysehaus seine Vor- und Nachteile, aber man kann nicht mit allen zusammenarbeiten.“ Er rechnet damit, dass die Kosten für nichtfinanzielle Daten langfristig steigen, da dies ein veritables Business wird, insbesondere die Lizenzierung. „Alle Daten- und Lizenzkosten, einschließlich der ESG- und Biodiversitätsdatenanbieter, sind bereits in unserer Management Fee von 75 Basispunkten enthalten“, so de Franco.

Ihm gefällt, dass die Weltbank-Tochter IFC und das Global Impact Investing Network (GIIN) im März gemeinsam begonnen haben, die Joint Impact Indicators (JII) zu veröffentlichen. Dabei handelt es sich um harmonisierte Indikatoren, auf die Impact-Investoren bei der Messung und beim Reporting über ihre Anlagetätigkeit zugreifen können. „Es wäre gut, wenn noch mehr Daten, die erhoben werden, ­öffentlich verfügbar gemacht würden. Internationale Organisationen wie die Weltbank könnten auch bei der Entwicklung von Methodologien behilflich sein und hier international anerkannte Standards setzen. Hier wird zwar schon viel getan, aber es könnte noch mehr sein“, fordert de Franco.

Eurazeo mit maritimen Zielen

So wie Ossiam holen sich die meisten Anbieter externe Hilfe von Datenlieferanten, von denen es mittlerweile eine fast unüberschaubare Zahl gibt (siehe Tabelle unten). Beispielsweise das börsennotierte französische Beteiligungsunternehmen Eurazeo, das aktuell dabei ist, einen Private-Equity-Fonds mit Schwerpunkt auf ökologischen Wandel im maritimen Sektor aufzulegen. „Der Eurazeo Sustainable Maritime Infrastructure ist Artikel-9-konform und hat eine Zielgröße von 300 Millionen Euro“, erklärt Sophie Flak, Managing Partner ESG und Digitalisierung bei Eurazeo. Der Leasingfonds finanziert drei Bereiche: mit fortschrittlichen Technologien ausgestattete und damit umweltschonendere Schiffe, innovative Hafenanlagen sowie Investitionsgüter, die bei der Entwicklung von Offshore-­Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen. „Neben der Erzielung einer finanziellen Rendite hat der Fonds das Ziel, zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und der besonders luftschädlichen Emissionen von Schwefeloxiden (SOx) und Stickoxiden (NOx) beizu­tragen“, erklärt Flak. „Die Emissionsmin­derungen werden dabei von unserem Wirtschaftsprüfer PwC gemessen. Die Methodik zur Erhebung wurde von Carbone 4, einem unabhängigen Umwelt-Consultant, überprüft.“

Neu ist die Impact-Messung für Eurazeo nicht. „Wir legen schon immer großen Wert auf die Veröffentlichung nichtfinanzieller Daten. Für jedes Einzelinvestment unserer Fonds erstellen wir einen Report, in dem wir über 70 Datenpunkte verfolgen – von HR-Daten über die Lieferkette bis hin zu Emissions- und Governance-Daten“, so Flak. „Bei Private-Equity-Investments ist das besonders fordernd. Dort stellt sich ­immer die Frage: Wie gut reflektieren die gelieferten nichtfinanziellen Daten die Realität? Außerdem fehlen im Private-Equity-Bereich oft die passenden Benchmarks“, so Flak. „Es wäre wünschenswert, wenn es bei der nichtfinanziellen Datenerhebung mehr anerkannte Standards gäbe, nach denen man vorgehen könnte.“ Die Methodik zur Er­hebung der nichtfinanziellen Kennzahlen stecke noch in den Kinderschuhen, meint Flak. „An extrafinanziellen KPIs wird erst seit rund 20 Jahren gearbeitet, und anfangs noch recht zögerlich, verglichen mit Finanzkennzahlen, die über viele Jahrzehnte entwickelt wurden und weltweit gelten. Und für die es Benchmarks gibt!“ Solche weltweit anerkannten Standards wären auch bei der Messung nichtfinanzieller Ziele wünschenswert, da müsse es noch Entwicklung geben, so Flak.

Sie spricht sich dafür aus, mit den Daten und Methoden, die es heute schon gibt, zu arbeiten, anstatt Zeit mit dem Warten auf ­eine perfekte Lösung zu verlieren. Gerade bei Anbietern von Impact-Produkten hält sie es für essenziell, dass die Bezahlung des Managements vom Grad der Zielerreichung abhängt. „Sonst lässt sich das Anstreben ­eines Impact-Ziels nicht glaubhaft vermitteln. Entweder will ich das Ziel erreichen, oder es ist mir egal. Für das Spitzenmanagement von Eurazeo hängen 15 Prozent des variablen Gehalts vom Zielerreichungsgrad unserer Investments ab. Nur so sind wir glaubwürdig“, erklärt Flak.

Damit sich die Portfoliounternehmen auf die Erhebung der extrafinanziellen Daten einstellen, Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich ihrer Geschäftstätigkeit feststellen und diese nutzen können, stellt Eurazeo den Unternehmen kostenlos eine digitale Plattform zur Verfügung, die ESG-Tools wie CO2-Rechner, Risiko-Assessments für Lieferketten und Trainings bietet. „Diese Toolbox ist einzigartig, und wir stellen sie auch als Open-Source-Instrument unseren Wettbewerbern zur Verfügung“, so Flak. „So wollen wir helfen, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und inklusiven Wirtschaft mitzugestalten.“  

Anke Dembowski


Anhang:

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