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4/2019 | Steuer & Recht
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Flexible Suchmaschine

Auch 2019 nutzten wieder etliche Großanleger bei ihrer Suche nach geeigneten ­Produktanbietern und Dienstleistern das Mandate-Tool von Institutional Money. Ein Blick auf das zurückliegende Jahr zeigt, wie unterschiedlich die Anforderungen dabei sein können.

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In der institutionellen Vermögensverwaltung zählt die Suche nach den besten Produktanbietern und Servicedienstleistern zu den schwierigen Herausforderungen. Fehlentscheidungen erkennt man oft erst nach Jahren, und sie sind immer kostspielig. Die Mandatsvergabe ist daher stets ein langwieriger Prozess, den das Mandate-Tool von Institutional Money bestmöglich unterstützen will.

© marlene fröhlich, adragan | adobe.stock.com

Wenn von der Vergabe institutioneller Mandate die Rede ist, denkt man automatisch an die Suche nach aktiven Vermögensverwaltern für bestimmte Assetklassen, denn dieser Fall ist in der Praxis nach wie vor der häufigste. Professionelle Investoren benötigen neben ­Anlageprodukten auch eine Vielzahl von Dienstleistungen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Die Bandbreite reicht dabei vom Spezialisten für Währungsoverlays bis hin zur Master-KGV. Das Mandate-Tool von Institutional Money bietet sich auch in diesen Fällen als Selektions- beziehungsweise Vorselektionshilfe an. Um einen Eindruck zu vermitteln, was in der Praxis wirklich gesucht wird, lohnt sich ein Blick auf das nun schon fast hinter uns liegende Jahr 2019.

Service-KVG gesucht

Ein Beispiel dafür ist jenes Unternehmen aus dem Süden Deutschlands, dass im ­Januar 2019 über das Mandate-Tool eine Service-KVG (KVG, Kapitalverwaltungsgesellschaft) für die Verwaltung zweier Spe­zial-AIFs nach den Grundsätzen des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) suchte. Das Mandatsvolumen wurde mit 50 bis 100 Millionen Euro beziffert. Der Ausschreiber grenzte den Anbieterkreis dahingehend ein, dass nur KVGs in Frage kamen, deren Sitz in Deutschland liegt und die zumindest ein betreutes Vermögen (Assets under Administration) in Höhe von mindestens 25 Milliarden Euro vorweisen können. Diese erste Ausschreibung des Jahres 2019 bewies einmal mehr, dass von der Ausschreibung bis zur endgültigen Unterzeichnung des Verwaltungsauftrags beziehungsweise Mandats längere Zeit vergehen kann: Bereits im Januar kündigte der Ausschreiber an, dass die Vertragsunterzeichnung sowie die Fondsauflage erst im Oktober oder November 2019 erfolgen würden. Wie Institutional Money erfuhr, bewarben sich auf diese Ausschreibung acht heimische Anbieter. Drei davon schafften es in den „Beauty Contest“, wobei eine äußerst renommierte Gesellschaft schlussendlich den Auftrag an Land ziehen konnte – naturgemäß darf der Name des Unternehmens nicht bekannt ­gegeben werden.

Frühzeitiger Einstieg

Die V-förmige Erholung der Aktienmärkten im ersten Quartal 2019 nach dem unerfreulichen Jahresende 2018 motivierte etliche Marktteilnehmer, ihre Risikopositionen wieder auszubauen, was auch dazu führte, dass im ersten Halbjahr zwei Aktienmandate vergeben wurden. So suchte ein Versorgungswerk aus dem Westen einen Manager für eine Anlagestrategie, die in asiatische Unternehmen investiert. Der Fokus sollte auf Aktien und auf Private Equity ­liegen, über die Exposure in asiatischen ­(inklusive chinesischen) Technologie- und Innovationsführern aufgebaut werden sollte. Wichtig war dem Ausschreiber, „bei der technologischen Entwicklung möglichst frühzeitig dabei zu sein“, wie ein Blick in die Ausschreibungsunterlagen zeigt. Da der Ausschreiber keine „Intermediäre“ als Bewerber akzeptierte, lag die Zahl der Bewerbungen – wohl auch aufgrund des sehr speziellen Anlage­universums und wegen des relativ geringen Volumens (25 bis 50 Millionen Euro) – nur im unteren zweistelligen Bereich.

In fernen Landen auf Renditesuche war auch jene Versorgungskasse, die ein paar Wochen später ein Mandat im oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausschrieb. Gesucht wurde ein Manager für einen innerhalb einer Master-KVG-Struktur eingebetteten Spezialfonds, der ohne Tracking- Error-Restriktionen in Schwellenländernebenwerte inves­tiert und dabei die Benchmark MSCI Emerging Market Small Cap USD Net Total Return Dollar möglichst schlagen soll. Der Verzicht auf einen niedrigen Tracking Error hatte einen plausiblen Grund: Der Ausschreiber gibt dem Fondsmanager genau vor, welche Aktien aus dem Anlageuniversum er nicht kaufen darf. Trotz dieser Restriktion bewarben sich immerhin 18 Asset Manager.

Beste zweier Welten

Eine kleine Premiere beim Mandate-Tool gab es im Juli: Zum ersten Mal suchte ein Institutioneller eine „„Best of Two“-Strategie. Das zugrunde liegende Universum dieses Mandats zwischen 50 und 100 Millionen Euro sind OECD-Industrieländer-Aktien und Euro-Renten, wobei Währungsrisiken abzusichern sind. Während sich der Ausschreiber bei der rechtlichen Ausgestaltung der Anlagestrategie relativ flexibel zeigte, war er bei anderen Kriterien wesentlich strenger: Abgesehen von Mindestratings (A/A2) bei der Rententangente und einem Verbot der Wertpapierleihe forderte die Institution die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien sowie eine deutschsprachige Kundenbetreuung. Trotz der Forderung nach „ausgewiesener Expertise im Bereich der Best-of-Two-Strategien“, bewarben sich immerhin 18 Fondsgesellschaften auf diese Ausschreibung. Wie zu hören war, ist das Mandat bislang noch nicht vergeben.

Volatilitätsprämien kassieren

Sicherlich auch keine Produktlösung „von der Stange“ sucht jene Adresse, die ­einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag einer Volatilitätsstrategie anvertrauen will. Der zukünftige Verwalter übernimmt dabei im Rahmen eines Outsourcings das Segmentmanagement in einem Master-Spezial-AIF. Quellen der Volatilitätsprämien sind Aktien und Renten – nicht jedoch Rohstoffe, Währungen oder andere schwankungsintensive Assetklassen. Die Versicherung forderte explizit ein Solvency-II-Reporting sowie deutsche Kundenbetreuung. Die Erstellung der Shortlist war in diesem Fall nicht allzu aufwendig. Aufgrund der speziellen Anforderungen beziehungsweise der „exotischen“ Anlagestrategie reichten in diesem Fall überschaubare fünf Asset Manager Bewerbungsunterlagen ein. Bewerbungen waren bis Anfang Oktober möglich.

Konkrete Vorstellungen

Das im bisherigen Jahresverlauf größte „Ticket“ (Bandbreite zwischen 200 und 500 Millionen Euro) vergibt dieser Tage wohl jener Investor, der einen Manager für ein Immobilienmandat sucht. „Der Manager soll das Asset Management in einem Mas­terspezial-AIF-Segment im Outsourcing oder ein Spezialfondsmandat inklusive ­Asset Management übernehmen“, erklärt die für das Mandate-Tool verantwortliche Managerin Ingrid Punz.

Als Anlageuniversum stellt sich der In­ves­tor europäische Wohn- und Bürogewerbeimmobilien innerhalb der Eurozone vor, wobei die Objektgrößen zwischen zehn und 40 Millionen Euro liegen sollen. Das Portfolio muss zumindest aus 40 Prozent Wohnimmobilien bestehen. Die Investitionen sollen in A-Lagen in B-Städten oder B-Lagen in A-Städten erfolgen.
„Genauere Städtespezifikationen wird der Investor dann im persönlichen Gespräch definieren“, ergänzt Punz.

Betreffend die Kreditaufnahme akzeptiert der Ausschreiber maximal 50 Prozent Fremdkapitaleinsatz. Abgesehen von regelmäßigen Ausschüttungen ist darüber hinaus sehr wichtig, dass ein Solvency-II-Reporting gemacht wird und dass die Betreuung in deutscher Sprache erfolgt. Wie viele Fondsanbieter sich auf diese Ausschreibung bewarben, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest, denn Bewerbungen waren bis 25. November 2019 möglich. Möge der Beste gewinnen.     

Anton Altendorfer


Anhang:

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