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2/2022 | Produkte & Strategien
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Ein gutes Jahr

Asset Manager werden das Jahr 2021 in guter Erinnerung behalten. Denn steigende Börsenkurse in fast allen relevanten Märkten und Marktsegmenten sorgten bei den global verwalteten Vermögen für erfreuliche Volumenszuwächse.

Das zurückliegende Börsenjahr verlief aus Kapitalmarktsicht trotz aller Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie ungewöhnlich gut. Sowohl Aktien- als auch die meisten Rentensegmente lieferten eine positive Performance, und das vergrößerte auch das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen. Kurz nach Jahresende 2021 bewirkte dies im Fall von BlackRock, dass das von der US-Gesellschaft verwaltete Vermögen die Marke von zehn Billionen US-Dollar überschritten hat. Es war dabei vor allem das ETF-Geschäft von iShares, das mehr als die Hälfte der Nettomittelzuflüsse von fast 600 Milliarden US-Dollar beisteuerte. „BlackRock verzeichnete das stärkste organische Wachstum in seiner Geschichte, während das verwaltete Vermögen neue Höchststände erreichte“, kommentierte Konzernchef Larry Fink die Ergebnisse. Damit belegt BlackRock Platz eins im ersten Cluster des Rankings, in dem alle ­Asset Manager angeführt sind, die per Stichtag 31. Dezember 2021 mehr als 100 Milliarden Euro auf die Waage brachten. Zufriedene Gesichter aufgrund höherer Vermögen gab es nicht nur bei BlackRock, sondern auch bei Goldman Sachs AM (GSAM). „Der Anstieg der global verwalteten Assets in der zweiten Jahreshälfte 2021 basierte insbesondere auf Netto-Rekordzuflüssen über alle Assetklassen hinweg“, erläutert Dennis Lübcke, Leiter Kundengeschäft bei Goldman Sachs AM für Deutschland und Österreich, auf Anfrage von Institutional Money. GSAM könnte damit beim nächsten veröffentlichten Ranking Mitbewerber wie die Capital Group oder J.P. Morgan AM überholen. Denn durch die im April 2022 abgeschlossene Übernahme von NN Investment Partners (ca. 300 Mrd. Euro Assets) werden sich die von GSAM verwalteten Gelder deutlich erhöhen. „Dies unterstreicht die Position des Unternehmens als einer der fünf weltweit führenden aktiven Vermögensverwalter“, betont Lübcke.
 
Einen Schritt weiter ist Europas größter Vermögensverwalter Amundi, der bereits per Jahresende Lyxor AM übernommen hat und sich nun dessen Assets von mehr als 165 Milliarden Euro (per letztem Stichtag) zurechnen darf. „Amundi erreichte 2021 bei den Assets under Management den ­Zwei-Billionen-Euro-Meilenstein dank des ­Erwerbs von Lyxor und einer hohen Geschäftsdynamik“, sagt Amundi-CEO Valérie Baudson.
 
Ebenfalls von einer Übernahme profitierte Insight Investments, denn die Konzernmutter BNY Mellon IM übertrug Teile ihres Rentengeschäfts in Höhe von rund 87 Milliarden Euro auf Insight Investments.
 
Der Zuwachs von Columbia Threadneedle basiert auch auf einer Akquisition: Deren Mutter Ameriprise Financial kaufte das EMEA-Geschäft von BMO GAM und gliederte es bei Columbia Threadneedle ein. Der Firmenname von BMO GAM (EMEA) wird sich in Columbia Threadneedle Investments ändern. Laut Nick Ring, CEO EMEA bei Columbia Threadneedle Investments, sind beide Unternehmen zusammen besser positioniert als jedes für sich, da man sich mit Blick auf die bedienten Kundensegmente ergänze. „So verstärken wir mit BMO GAM signifikant unser Geschäft mit institutionellen Anlegern in den Bereichen Responsible Investment, Liability-Driven Investing, Solutions und Immobilien. Gleiches gilt für die geografische Verbreitung: In Deutschland beispielsweise sind wir vorrangig im Retail- und Wholesale-Geschäft verankert. Mit den Kollegen von BMO GAM ergänzen wir den institutionellen Vertrieb. In Österreich wiederum hatte BMO GAM niemanden vor Ort, wohingegen wir in Wien mit einer Niederlassung vertreten sind.“ 
 
Eurizon Capital konnte ebenfalls die ­Höhe ihrer verwalteten Gelder steigern. „Der starke Anstieg in unseren Assets under Management im zweiten Halbjahr 2021 ­resultierte vor allem aus der vollständigen Übernahme von Pramerica SGR und der ­Integration ihrer Assets under Management, die zum 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist“, berichtet Howard Luder, Country Head Germany/Austria/Netherlands von Eurizon Capital S.A.
 
Dass Übernahmen nicht nur Positives bringen, zeigt nachfolgendes Beispiel: Die Veräußerung des Frankreich-Geschäfts seitens der britischen Aviva-Versicherung kos­tete deren Vermögensverwaltungstochter Aviva Investors das damit einhergehende Geschäft und sorgte für einen Rückgang der insgesamt verwalteten Gelder. Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Ohne diesen Schnitt hätte Aviva Investors ein Plus bei den verwalteten Assets verzeichnet. 
 
Ein kleines Minus verzeichnete die für ihre Growth-Strategien bekannte Gesellschaft Baillie Gifford. „Der Rückgang des verwalteten Vermögens ist vor allem auf die gesunkenen Aktienkurse zurückzuführen. Gerade wachstumsstarke Unternehmen, in die Baillie Gifford investiert, werden aktuell unter dem Eindruck von Inflation, Krieg und Corona neu bewertet“, sagt David ­Gaschik, Leiter des Geschäfts in Deutschland und Österreich. „Unsere Kunden wissen aber mit Marktschwankungen umzu­gehen und haben einen langfristigen Investmenthorizont. Besser lief es bei HSBC ­Global AM, insbesondere im institutionellen Geschäft. Laut Niklas Georg, Geschäfts­führer von HSBC AM Deutschland, überzeugt sein Haus aufgrund der angebotenen individuellen Lösungen für die Kernanlageklassen, die Emerging Markets wie auch die alternativen Investments. „Seit Anfang 2020 wurde diese Strategie nochmals geschärft. In Verbindung mit entsprechenden Vertriebsoffensiven und Produktentwicklungen hat das auf globaler Ebene im Jahr 2021 Früchte getragen.“ 
 
Zufriedene Gesichter gibt es bei Ardian, der Partners Group und bei BlueBay AM, die vom zweiten in den ersten Cluster aufstiegen, Absteiger gibt es keine. BlueBay AM steigerte sein verwaltetes Vermögen von rund 64,5 um rund 75 Prozent auf 112,8 Milliarden Euro. Den beachtlichen Vermögenszuwachs begründet die Tochterfirma von RBC Global AM mit einer stärkeren operativen Zusammenarbeit beider Gesellschaften. Das kommt BlueBay AM zugute, erklärt Viola Patock, Head of Nor­thern Europe: „Im Zuge dieses Prozesses wurden im November vergangenen Jahres unsere beiden juristischen Einheiten in den USA zusammengeschlossen und das verwaltete Vermögen unter dem Banner der BlueBay-Fixed-Income-Plattform gebündelt.“
 
Auf dem Weg ganz nach oben
An der Spitze des zweiten Clusters, der alle Asset Manager zwischen zehn und einhundert Milliarden Euro umfasst, liegen LSV AM und Cohen & Steers. Letztgenannter Verwalter ist zum ersten Mal im Ranking vertreten, genauso wie fair-finance AM, Virtus Investment Partners, Apollo Global Management, Global Evolution, ­Lumyna, BlackPoint AM und Convex ­Experts. 
 
 Ein starkes Wachstum verzeichnete die britische Investmentboutique Fidante Partners. David Cubbin, Head of Distribution, EMEA, begründet dies mit den von Inves­toren geschätzten defensiveren und unkor­relierten Produkten seines Hauses. „Und schließlich haben wir festgestellt, dass trotz der Konsolidierungswelle in der Vermögensverwaltungsbranche die Kunden unser Boutique-Modell schätzen, weil die Manager sich eng an den Kunden orientieren und oft weniger interne Hindernisse für die ­Erreichung der Anlageziele bestehen.“
 
Über eine hohe Nachfrage nach ihren Produkten kann auch Assenagon berichten. „Wir konnten in den letzten Jahren ein sehr starkes organisches Wachstum aus unseren langjährigen Partnerschaften sowohl im passiven als auch systematischen Bereich generieren“, erklärt Matthias Kunze, Head of Distribution bei Assenagon. Weitere Wachstumstreiber waren unter anderem ­Assenagons Aktienmandate mit einem klaren ESG-Fokus und institutionelle Volatilitätsstrategien wie beispielsweise der Assenagon Alpha Volatility Fonds. „Die konstant sehr guten Ergebnisse der letzten Jahre haben uns ein durchweg positives zweites Halbjahr 2021 mit erfreulichen Mittelzuflüssen beschert“, betont Kunze.
 
Hauck & Aufhäuser Global Investment Management (HAGIM), das vor etwas mehr als drei Jahren ausgegliederte Asset Management von Hauck Aufhäuser Lampe, wuchs um über 50 Prozent und will diese Dynamik nach dem personellen Ausbau der Investorenbetreuungsteams in der DACH-Region, das Vertriebsleiter Michael van ­Riesen verantwortet, beibehalten. „Unsere Credit-Plattformen für Direct Lending sowie liquide Credit-Produkte erfreuten sich guter Nachfrage bei unseren Solvency-I- und Solvency-II-Partnern“, sagt van Riesen.
 
Die Schlagzahl zukünftig nochmals erhöhen werden wohl jene Gesellschaften, die im Beobachtungszeitraum Assets verloren haben, beispielsweise der Emerging-Markets-Spezialist Ashmore, GAM, Matthews Asia, Redwheel (ehemals RWC Partners), Universal Investment, Bellevue und Fisch Asset Management. 
 
Den Aufstieg in den zweiten Cluster ­feiern Quantum und Prime Capital, die nach einem Rücksetzer im ersten Halbjahr nun den sofortigen Wiederaufstieg schafften. „Prime Capital ist in all seinen Angebotssegmenten – Absolute Return, Real Assets, Private Debt und Access Solutions – erfolgreich gewachsen und konnte seine Assets under Management deutlich steigern“, erläutert Prime-Capital-CEO Andreas Kalusche.
 
Gefragte Spezialisten
Die im dritten Cluster enthaltenen Vermögensverwalter bringen Assets zwischen einer und zehn Milliarden Euro auf die Waage und sind in der Regel kleinere, spezialisierte Boutiquen. Auf Platz eins liegt Wealthcap, die wegen eines marginalen Rückgangs von 81 Millionen Euro wieder unter die zehn Milliarden-Grenze rutschte und damit nach einem kurzen Gastspiel von einem halben Jahr den zweiten Cluster wieder verlassen musste.
 
Weiterhin aufsteigende Tendenz verzeichnete 7orca AM, die auch im zweiten Halbjahr von institutionellen Mandaten im Bereich Währungs-Overlay-Management und Short-Volatility-Strategien profitierte. „Unser Erfolgsrezept bleibt dabei immer gleich: Mit unseren Strategien bieten wir Investmentlösungen, die unsere Kunden durch ­ihre Charaktertreue, Transparenz und Performance voll und ganz zufriedenstellen“, sagt CEO Tindaro Siragusano.
 
Megatrend Gesundheit
Den Trend in Richtung Themeninvestments, im Speziellen den Megatrend Gesundheit, nutzt die darauf spezialisierte Apo AM, die insbesondere im institutionellen Segment einen Anstieg von 95 Prozent meldete. „Speziell der Digitalisierungstrend im Healthcare-Sektor überzeugte Institutionelle. Auch mit einer anthropozentrischen Ausrichtung der Multi-Asset-Mandate setzten wir neue Akzente für viele Anleger, um ­zukunftsfest durch die volatile Börsenphase des zweiten Halbjahres zu kommen. Zudem trug die Konsolidierung der Fondsanlagen unserer Beteiligung Medical Strategy zur Steigerung der Assets under Management bei“, sagt Andreas Dittmer, bei Apo AM ­Direktor für institutionelle Kunden für die Regionen Deutschland, Österreich und ­Israel. 
 
Der Immobilienboom sorgt einerseits bei Empira Investment Solutions für Rückenwind (+31 %), aber auch bei der auf ­Lebensmittelmärkte spezialisierten GPEP (+46 %). „Lebensmittelmärkte bleiben stark nachgefragt bei Investoren. Deshalb beginnen wir gerade mit der Vermarktung eines neuen Spezialfonds. Dieser wird sich an ESG-Kriterien orientieren und als Artikel-8-Fonds gemäß EU-Offenlegungsverordnung konzipiert sein“, kündigt GPEP-Geschäftsführer Jörn Burghardt an. 
 
Das prozentual höchste Wachstum aller von uns gecoverten Asset Manager in Höhe von 110 Prozent erzielte 21Shares. Zugute kam dem Anbieter von Kryptowährungs­indexfonds der im zweiten Halbjahr 2021 noch beobachtbare Boom bei Bitcoin und Co., der von 21Shares aktiv gefördert wird. „Für uns sind das steigende Interesse von Investoren an unseren Produkten und unsere beständig wachsenden Inflows auf die inhärente Attraktivität des Investmentprodukts Krypto-ETP sowie auf die von uns geleistete Wissensvermittlung zur Krypto-Welt zurückzuführen“, erklärt Bernhard Wenger, Head of Northern Europa und DACH.
 
Der Aufstieg aus dem vierten Cluster (Assets von 200 Millionen bis eine Milliarde Euro) in den dritten Cluster gelang LIP Invest, Trill Impact, fair-finance Asset Management und INP Invest. Absteiger gibt es keine. Bei diesen kleinen Vermögensverwaltern, die oftmals erst kurze Zeit bestehen, führen bereits die Investmententscheidungen größerer Anleger aufgrund des ­Basiseffekts zu prozentual größeren Bewegungen. Ein Beispiel ist Tabula Investments, die aufgrund eines hohen Anteils an ESG-ETFs im Produktsortiment vom derzeitigen Nachhaltigkeitsboom profitiert.
 
Die erstmals im Ranking vertretene Wandelanleihenboutique Convex Experts aus Wien verzeichnete starke Zuflüsse in ihrem ESG-Convertible-Bond-Fonds. Hilfreich war nicht nur das Überschreiten wichtiger Fondsvolumina-Schwellen, sondern unter anderem auch das Erreichen eines dreijährigen Track Records beim streng nachhaltigen ART Top 50 Smart ESG Convertibles UI. Neu ist darüber hinaus BlackPoint AM. Hinter der erst im Herbst 2021 gegründeten Gesellschaft stehen der ehemalige Eyb-&- Wallwitz-Vertriebsleiter Eduardo Mollo Cunha, der Fondsmanager Alexander Pir­pamer und als Ankerinvestor das Family Office von Dr. Kurt Schwarz, der zur Gründerfamilie von Schwarz Pharma gehört. „Unser Fonds, der BlackPoint Evolution Fund, verfolgt einen vermögensverwaltenden Ansatz und hat die Familienvermögen-Strategie als Vorbild, die auch in diesem Konstrukt umgesetzt wird“, erklärt Mollo Cunha.

Anton Altendorfer

Anhang:

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