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1/2021 | Steuer & Recht
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Drei Fragen an Berenike Wiener zum Thema Nachhaltigkeit

Auch Banken müssen sich zum Thema Nachhaltigkeit positionieren und darüber berichten.

Die Evangelische Bank (EB) in Kassel ist die größte deutsche Kirchenbank und befasst sich daher schon länger mit Nachhaltigkeitsfragen. Berenike Wiener verantwortet dort als Direktorin Strategie und Head of CSR / Sustainable Finance die operative Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie.

1. Warum gehört Nachhaltigkeit zum Risikomanagement bei der Kapitalanlage?
Berenike Wiener: Die Evangelische Bank ist eine langfristig orientierte Bank. Das gilt in Bezug auf unsere Kundenbeziehungen genauso wie im Umgang mit der Kapitalanlage. Wir sind überzeugt, dass Entscheidungen, die Informationen über einen längeren Zeitraum einbeziehen, die besseren sind. Nehmen wir zum Beispiel Klima- und Umweltfaktoren. Erst in einigen Jahren – in fünf, zehn oder 20 – werden wir die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft und die Wirtschaft als „Hard Facts“ greifen können. Schon heute müssen wir aber bei Investitionsentscheidungen mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen abschätzen können. Umweltrisiken könnten zu finanziellen Risiken für das Depot A werden.

2. Würde es nicht ausreichen, bestimmte Branchen wie fossile Brennstoffe in der Kapitalanlage auszuschließen?
Heutzutage sicherlich nicht mehr. Derartige Negativkriterien sind rückwärtsgewandt. Gerade für das aktive Management eines Portfolios sind auch Faktoren der Zukunft entscheidend. Das Portfoliomanagement sollte sich die Frage stellen, ob sich die Unternehmen, in die sie investiert sind, auf einem Transformationspfad hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise befinden oder Klima­ziele im Sinne des Pariser Klimaabkommens gesetzt haben. Auch aktiv geführte Unternehmensdialoge, also Engagement, ermöglichen zukunftsgerichtete Bewer­tungen.

3. Inwieweit ist Engagement als Teil des Risikomanagements zu verstehen?
Der Bereich Engagement umfasst die Stimmrechtsausübung und den Dialog mit relevanten Unternehmen. Wir haben 2019 eine Engagement-Strategie verabschiedet, die unseren klaren Prozess für Unternehmensdialoge beschreibt. Relevante Verstöße bei sozialen und ökologischen Aspekten oder aktuelle Kontroversen bei Unternehmen nehmen wir zum Anlass, mit dem Management in einen Dialog zu treten. Uns ist wichtig zu erfahren, wie das Unternehmen Verstöße in der Zukunft verhindert und welche Strategien im Umgang mit Kontroversen bestehen. Diese Informationen helfen uns, zukünftige Gefahren einzuschätzen.

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