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4/2020 | Produkte & Strategien
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Bestandsaufnahme

Das erste Halbjahr 2020 war für institutionelle Investoren wie auch für Asset Manager herausfordernd. Die meisten Fondshäuser kamen aber unbeschadet, manche sogar gestärkt aus der Krise. Einen aktualisierten Überblick über den Stand der Dinge zeigt das jüngste Asset-Manager-Ranking per Ende Juni.

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Wie sich die Pandemie längerfristig auf die Weltwirtschaft auswirken wird, ist derzeit noch offen, angesichts der Aussicht auf eine Impfung wird die Lage aber schon wieder optimistischer ­eingeschätzt. Fest steht schon heute, dass die Vermögensverwaltungsbranche mehrheitlich bisher nicht zu den Verlierern dieser Krise zählt.

© Ettore | stock.adobe.com

Wenn ein Asset Manager in einem einzigen Quartal trotz Nettomittelzuflüssen von zirka 35 Milliarden US-Dollar einen Rückgang beim verwalteten Vermögen von fast einer Billion US-Dollar erleidet, kann sich zwischenzeitlich nur ein Crash ereignet haben, und es wird sich bei dieser Adresse angesichts dieser imposanten Volumina um einen der größten Vermögensverwalter der Welt handeln. Der davon betroffene Investment Manager BlackRock erholte sich aber rasch von diesem Rücksetzer von Februar/März dieses Jahres. Aufgrund der fulminanten Rallye bei den meisten Assetklassen im weiteren Jahresverlauf verzeichnete das US-Haus am Ende des ersten Halbjahres 2020 „nur“ einen Rückgang von zwei Prozent beim verwalteten Vermögen. Damit ent­wickelt sich der Branchenprimus ein wenig schlechter als die im „Assets under Management“-Ranking erfasste Peergroup, die es trotz ­aller Widrigkeiten in einer gewichteten Durchschnittsbetrachtung ganz knapp ins Plus schaffte.

Cash is King

Wesentlich besser im ersten Halbjahr entwickelten sich die Assets von J.P. Morgan AM und Goldman Sachs AM. Laut Jens Schmitt, Leiter des institutionellen Geschäfts in Deutschland und Österreich bei J.P. Morgan AM, nutzten viele Großanleger die hauseigenen institutionellen Geldmarktfonds und Ultra-Short-Fixed-Income-ETFs während der Krise als sichere Häfen, um dort erst einmal abzuwarten, bis sie neue Opportunitäten nutzen konnten. Geldmarktfonds waren auch aus anderen Gründen ­gefragt, berichtet Schmitt: „Einerseits haben sich viele Corporates durch massive Emissionstätigkeit mit Liquidität eingedeckt, die sie zunächst in den AAA-gerateten Geldmarktfonds sicher ,parkten‘, bis sie diese ­Liquidität benötigten.“ Ein anderer Grund für die Zuflüsse in Geldmarktinstrumente waren Investoren in „Alternatives“, die Cash für bevorstehende Capital Calls parken mussten. Von Flows in Richtung Geldmarkt, Anleihen, aber auch Alternatives ­profitierte auch Goldman Sachs AM, die bei diesen Segmenten zu den vier größten ­globalen agierenden Anbietern zählt.

Ein Minus bei der Gesamtsumme, dafür aber ein nennenswertes Plus beim Teilsegment „Institutionelle Kunden“ verzeichnete die Capital Group. Henning Busch, Managing Director Institutional, Germany & Aus­tria, begründet dies mit starken Zuflüssen europäischer und asiatischer Institutioneller. Investiert wurde beispielsweise in den globalen Aktienfonds New Perspective Fund und in US-Investment-Grade-Unternehmensanleihen-Fonds.

„Schwellenländeranleihen in Lokalwährung waren ebenfalls ein Bereich, in dem Capital Group eine Reihe neuer Mandate mit institutionellen Kunden gewinnen konnte“, sagt Busch.
Von guten Absatzerfolgen berichtet auch Antonis Maggoutas, Head of Business ­Development, Germany & Austria bei Federated Hermes: Nachdem sich Ende März der Turnaround an den Märkten abgezeichnet hat, erhöhten Investoren ihr Exposure in Globalen Aktien und SDG-(Sustainable Development Goals)-Fonds. Hohe Zuflüsse verzeichnete Federated Hermes vor allem in den hauseigenen High-Yield- und Multi-Sektor-Fixed-Income-Strategien, deren Volumen neue Höchststände erreichten.

Da Großanleger derzeit stärker in Richtung ESG, Klima-Impact-Investing oder ­Infrastruktur umschichten, profitierten die beiden US-Häuser Morgan Stanley und Wells Fargo AM überproportional stark von Mittelzuflüssen, da dafür beide Adressen zahlreiche passende Lösungen im Angebot haben. „Es ist wichtig, für die Investoren­bedürfnisse gute Lösungen anzubieten, statt einfach nur Produkte zu liefern“, kommentiert Wells Fargo AM-CEO Nico Marais.

Ebenfalls grüne Vorzeichen bei der Vermögensentwicklung vorweisen kann die Versicherungstochter MEAG. „Als Asset Manager der Munich Re sind wir gerade für VAG-regulierte und VAG-nahe Anleger ­erste Adresse“, betont MEAG-Geschäftsführer Frank Becker. Abgesehen von Absatzerfolgen bei Fixed Income verkauften sich auch Produkte im Bereich alternativer Kapitalanlagen gut, beispielsweise Infrastructure-Debt-Fonds. „Ergänzend plant die MEAG, in Zukunft erstmals auch institu­tionellen Investoren die Möglichkeit zu eröffnen, gemeinsam mit Munich Re in Infrastruktur Eigenkapital sowie Forst & Agrar zu investieren“, kündigt Becker an.

Stetig nach oben im Ranking arbeitet sich die bereits 1908 in Edinburgh gegründete Baillie Gifford und legte vor allem aufgrund von Kurszuwächsen um zwölf Prozent zu. Die unabhängige, im Besitz ihrer aktiv mitarbeitenden 46 Partner stehende Gesellschaft setzt im Rahmen ihrer Growth-Strategie auf einen sehr langen Anlagehorizont, im Schnitt werden die Positionen achteinhalb Jahre gehalten. „Dieser langfristige ­Ansatz hat sich vor allem bei Namen wie Amazon, Alibaba, Netflix, Illumina, Zoom und Shopify extrem bezahlt gemacht. Bei vielen dieser Unternehmen waren wir schon vor dem Börsengang dabei“, hält David Gaschik, Leiter für das Geschäft in Deutschland und Österreich bei Baillie Gifford, fest.

Hoffen auf bessere Zeiten

Aber nicht überall gab es im ersten Halbjahr zufriedene Gesichter. Einige Gesellschaften verzeichneten spürbare Rückgänge bei ihren verwalteten Vermögen. Beispielsweise Dimensional Fund Advisors, Janus Henderson Investors, Santander AM, ­Lazard AM, AQR und Ninety One, die ehemalige Investec AM. Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei Santander AM wurden beispielsweise in Großbritannien Gelder von der Asset-Management-Einheit in den Private-Banking-Bereich der Santander Bank umgebucht. Bei Janus Henderson laboriert man noch immer an den Nachwirkungen der Fusion von Janus und Henderson, die vor allem institutionelle Investoren nur ­bedingt goutieren. „Trotz institutioneller Abflüsse im ersten Halbjahr verfügen wir weiterhin über eine starke globale Pipeline bei vielen Kunden und Strategien. Und wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Gelegenheiten in Nettozuflüsse umzuwandeln“, sagt Daniela Brogt, Head of Sales Germany & Austria bei Janus Henderson Investors. Zukünftig soll es Brogt zufolge besser laufen: „Die Impulse, die wir nach dem ersten Halbjahr in verschiedenen Geschäftsbereichen beobachten können, die einheitliche Unternehmenskultur, die anhaltenden Bemühungen zur Vereinfachung unserer Geschäftsabläufe und die Unterstützung neuer Wachstums­initiativen ermutigen uns.“

Von Institutionellen nicht geschätzte und mit Mittelabzügen quittierte organisatorische Veränderungen gab es zuletzt auch bei Ninety One. Der Firmenname bezieht sich auf das Gründungsdatum der 1991 in Südafrika als Investec Asset Management ­gestarteten Unternehmung. 2020 löste sich die Firma von der Investec-Gruppe und wurde zu Ninety One. „Dies war ein Jahr bedeutenden Fortschritts im Zuge der strategischen Positionierung von Ninety One als unabhängiger, fokussierter Vermögensverwalter. Wir haben eine Abspaltung und ein Listing abgeschlossen, was mit der Schaffung einer neuen, aufregenden Marke einherging“, rekapituliert Maik Fechner, Country Head Germany and Austria, Director Institutional Clients bei Ninety One.

Ins Auge sticht der 24-prozentige Rückgang bei AQR Capital Management. Leider wollte die Gesellschaft trotz schriftlicher und telefonischer Anfragen von Institutional Money in den USA dazu nicht Stellung nehmen. Kenner des Unternehmens nennen als möglichen Grund für das gesunkene Vermögen den gleichzeitigen Kursrückgang bei vielen Assetklassen während des Crashs in Verbindung mit einem unerwarteten ­hohen Volatilitätsanstieg, der nicht nur Risk-Parity-Strategien, sondern auch viele andere quantitative Ansätze in Mitleidenschaft zog.

Unter 100 Milliarden Euro

Das schwierige Marktumfeld im ersten Halbjahr hat dazu geführt, dass es per Stichtag Ende Juni keinen Aufsteiger in den ­ersten Cluster, mit Danske Invest hingegen einen Absteiger in den zweiten Cluster gibt, in dem alle Asset Manager mit verwalteten Vermögen zwischen zehn und 100 Milliarden Euro gelistet sind. Laut Marc Homsy, Head of Asset Management Distribution, Germany, Austria, Switzerland & Luxembourg, war die „Marktentwicklung“ für den zehnprozentigen Rückgang auf 99,9 Mil­liarden Euro verantwortlich, inzwischen konnte man die verwalteten Vermögen wieder auf mehr als 104 Milliarden Euro steigern und wird damit beim nächsten Mal wohl wieder erstklassig sein. „Unsere Fonds haben relativ gut performt, aber die absolut positiven Anlageklassen, zum Beispiel US-Technologiewerte, haben bei unseren Assets eben keinen großen Anteil als europäisches Haus“, kommentiert Homsy.

In Prozentpunkten deutlich höhere Ver­lus­te verzeichneten Asset Manager wie Ashmore (leidet als Spezialist für Emerging-Markets-Fonds unter der schwachen Entwicklung), Jupiter (Folgewirkungen prominenter Fondsmanagerabgänge) und GAM, die an einem aufgedeckten Skandal leidet. La Française restrukturierte und konzentriert sich zukünftig auf die zwei Hauptgeschäftsfelder Vermögensverwaltung und Immobilien. „In der Konsequenz haben wir uns bewusst aus einigen Bereichen wie strukturierte Produkte, Entwicklung von Fremdfondslösungen und Liquid Alterna­tives zurückgezogen sowie von Minder­heitsbeteiligungen getrennt“, sagt Patrick Rivière, Vorstandsvorsitzender der La-Française-Gruppe. Metzler AM musste den Wechsel eines größeren institutionellen Kunden verdauen, nachdem ein Mandat turnusmäßig nach zehn Jahren erneut ausgeschrieben wurde. Die erstmals im Ranking vertretene Artemis IM litt laut Deutschland-Chef Stefan Sealey unter ihrem hohen ­Geschäftsanteil in Großbritannien beziehungsweise  UK-Aktien-Fonds, die vor dem Brexit-Hintergrund bei internationalen Investoren derzeit unbeliebt sind, und einem Bias in Richtung „Value“ beim Produkt­angebot. Den Handelskrieg zwischen den USA und China, der zu einer vorsichtigen Stimmung gegenüber asiatischen Aktien beitrug, nannte Matthews Asias Global Head of Sales and Client Services, Jonathan Schuman, als Grund für den Rückgang.

Gutes Timing

Während WisdomTree der Boom bei ­Indexfonds zugutekommt (+28 %), profitierte Flossbach von Storch (FvS) von gutem Markttiming. Laut Marcus Stollenwerk, Leiter des Bereichs Vermögensverwaltung bei Flossbach von Storch, hat man die Portfolios frühzeitig gegen Kursverluste abgesichert und konnte so die Rückschläge relativ gut abfedern. „Letztlich ist aber auch das nur eine Momentaufnahme. Wir haben den Anspruch, langfristig attraktive Renditen für unsere Kunden zu erwirtschaften, nicht nur in bestimmten Zeiträumen, und ihnen einen erstklassigen Service zu bieten. Daran lassen wir uns messen.“

Jeweils 16 Prozent Zuwachs verzeich­neten Sprott AM und BLI – Banque de ­Luxembourg Investments. Wie Flossbach von Storch setzte BLI richtigerweise auf „Safety First“. „Zum signifikanten Anstieg der BLI-Assets dürfte unter anderem die Tatsache beigetragen haben, dass unsere Portfolios zu Krisenbeginn defensiv ausgerichtet waren, was uns dabei half, diese Zeit gut zu überstehen“, resümiert BLIs Head of Sales, Lutz Overlack. Von der Flucht in ­sichere Häfen profitierte auch Sprott AM, einer der größten globalen Vermögensverwalter mit Schwerpunkt auf den Gold- und Edelmetallsektor. „Der Anstieg des verwalteten Vermögens ist ein Resultat gewonnener Kundenmandate und der erfreulichen Performance im Gold- und Edelmetall­sektor“, begründet Harald Steinbichler, geschäftsführender Gesellschafter der von Sprott mandatierten Vertriebsgesellschaft axessum, den Zuwachs.

Neu im zweiten Cluster befinden sich die Aufsteiger HM Trust, Fisch AM und Real I.S., abgestiegen in die dritte Gruppe ist die 3 Banken-Generali Investment aus Linz.

Value leidet

Schwere Zeiten erleben derzeit nicht nur Value-Anleger, sondern auch jene Investmentboutiquen, die auf wertorientierte ­Aktien setzen. Mehr als ein Jahrzehnt der fortgesetzten Underperformance sowie die durch Covid-19 und die Reaktion der Zentralbanken nochmals mittelfristig begrabenen Hoffnungen auf eine Normalisierung der Zinsen führten zu einer Reduzierung der Value-Positionen, rekapituliert Andreas Krebs, Partner und Managing Director bei Mandarine Gestion, um anzufügen: „Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass unsere beiden dezidierten Nachhaltigkeitsstrategien Mandarine Active und der zu Jahresbeginn neu aufgelegte Mandarine Global Transition an Momentum in Performance und Assetflows gewonnen haben.“ Von der Value-Schwäche und entsprechenden Mittelabflüssen betroffen sind auch die Value-Boutiquen Lingohr und Partner, die u. a. ein Managementmandat an DJE Investments verlor, sowie Shareholder Value Management. Der Vorstandsvorsitzende und CIO Frank Fischer und sein Team setzen daher stärker auf „Modern Value“-Titel, die zwar teurer sind, aber mit höheren Wachstums­raten und Kapitalrenditen überzeugen. Laut dem für den Vertrieb zuständigen Vorstand Philipp Prömm hat sich die höhere Gewichtung der „Modern Value“-Titel mittlerweile positiv auf die Wertentwicklung der eigenen Fonds ausgewirkt.

Die auf systematische Multi-Asset-Strategien für institutionelle Investoren spezialisierte Investmentboutique ansa capital befindet sich weiter im Aufwärtstrend. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Verknüpfung von aktivem Assetklassenmanagement mit einer modernen, systematischen Risiko­steuerung“, betont Unternehmensgründer Dr. Andreas Sauer, der schon wie 2019 deutliche Zuflüsse Institutioneller in eine defensive Variante der angebotenen Total-Return-Strategie verzeichnete.

Erfolgreiche Nischenplayer

Vom vierten in den dritten Cluster aufgestiegen sind GPEP und Medical Strategy. GPEP ist ein inhabergeführter unabhängiger Asset- und Immobilienmanager mit Fokus auf die Assetklasse Food Retail, bestehend aus Supermärkten, Discountern, Fachmärkten und Fachmarktzentren mit Lebensmittelhändlern als Ankermieter. Genau für dieses Segment lancierte GPEP Anfang des ­ersten Halbjahres einen Spezialfonds für ­Institutionelle, der sich großer Nachfrage erfreute. „Zusammenfassend ist unser Erfolg das Resultat aus der Spezialisierung auf ­einen Nischenmarkt, qualitativ hochwertiger Kundenbetreuung, einem innovativen Team und einem stetig wachsenden Portfolio“, ­resümieren die beiden Geschäftsführer ­Marcel Fuhr und Herwart W. Reip.

Medical Strategy profitierte von der ­gestiegenen Investorenaufmerksamkeit im Rahmen der Pandemie für Gesundheitsinvestments. „Anderseits ist es aber auch die gute Performance der von uns gemanagten Fonds, die für eine zunehmende Aufmerksamkeit gesorgt hat. Dabei sticht unser Flagship-Fonds, der Medical BioHealth, heraus. Wir können hier einen 20-jährigen Track Record vorweisen“, erklärt Medical-Geschäftsführer Jürgen Harter.

Abgestiegen vom dritten in den vierten Cluster und damit unter die Eine-Milliarde-Euro-Schwelle bei den verwalteten Vermögen gefallen sind die auf künstliche Intelligenz setzende Get Capital, die ein Mandat verlor, und QC Partners, die als Anbieter von Volatilitätsstrategien 2020 ein herausforderndes Jahr zu meistern hat. Während bei diesen beiden Adressen der Wiederaufstieg wohl nur eine Frage der Zeit ist, sieht es bei Avana Invest derzeit düster aus, da die Bafin einen Insolvenzantrag stellte.

Anton Altendorfer


Die dynamischsten Asset Manager

Auffallend hohe relative Zuwächse und Abflüsse im ersten Halbjahr 2020

Die stärkste Entwicklung, gemessen in Prozent, lieferte dieses Mal ein Neueinsteiger: BIT Capital (BIT = Berlin Investment Technology Capital, zuvor HF Invest), die ihr verwaltetes Vermögen von 55 auf 268 Millionen Euro fast vervierfachte. Verantwortlich war die exzellente Performance der hauseigenen Global-Internet-Leaders-Strategie, die im ersten Halbjahr mit 117,6 Prozent die Benchmark MSCI AC World ­Information Technology um mehr als 100 Prozent outperformte, da das Fondsmanagement rechtzeitig im Themenfonds auf die Gewinner eines globalen Corona-Szenarios (wie z. B. Zoom, Hello Fresh oder ­Livongo) setzte. „Durch unsere Performance und unseren klar differenzierten Investmentansatz konnten wir sehr viele institutionelle Kunden wie Banken, Versicherungen, Family Offices oder Vermögensverwalter, aber auch Privatkunden als Investoren gewinnen“, erklärt CIO Jan Beckers gegenüber Institutional Money.

Erfolgreiche Strategien

Einen Vermögenszuwachs von mehr als 100 Prozent kann auch Source for Alpha vorweisen. Vorstand und Fondsmanager Dr. Christian Funke zufolge erfährt die ­Gesellschaft derzeit hohes Anlegerinteresse für die hauseigene systematische, regel­gebundene Anlagestrategie mit nachhaltigen globalen Aktien, bei der auf die Schwarm­intelligenz von Nachhaltigkeitsfondsmanagern gesetzt wird. Rückenwind brachte auch die Neueinstellung dreier Kunden­betreuer, die neue Mittel eingeworben ­haben. 2021 sollen zwei weitere Mitar­beiter folgen.

Nennenswert sind auch die Zuwächse bei Antecedo AM aus Bad Homburg. Der Erfolg beruht auf der Strategie zur Absi­cherung von Aktien, die Antecedo seit 14 Jahren für institutionelle Kunden umsetzt. „Gerade in unruhigen Zeiten wie diesen ist unser Know-how zur Absicherung von ­Aktienmarktrisiken gefragt“, erläutert Kay-Peter Tönnes, Geschäftsführer und Gründer von Antecedo. Aber nicht nur mit Aktien kann man als Fondsgesellschaft reüssieren, auch Immobilien führen zum Erfolg.

Gute Logistik gefragt

Seit Pandemiebeginn stehen als indirekte Profiteure eines zunehmenden Versandhandels und des Umbaus internationaler Logistikketten auch die dafür notwendigen Immobilien stärker im Investorenfokus und sorgen bei der auf deutsche Logistikimmobilien spezialisierten LIP Invest aus München für zusätzlichen Schwung und damit einen Assetzuwachs von mehr als 100 Prozent. Laut Gesellschafter und Geschäftsführer Bodo Hollung ist Logistik aber schon seit vielen Jahren eine interessante Anlage­klasse für Institutionelle, die unter anderem hohe Renditen bei geringer Vola­tilität bietet: „Und hier setzen inzwischen immer mehr Inves­toren auf die sogenannten Spezialisten, wie wir es sind, ausschließlich Fokus auf eine Assetklasse und ein Land.“

Value hat es schwer

Zu den Fondsgesellschaften, die im ersten Halbjahr 2020 schrumpfende Vermögen beklagen mussten, gehört beispielsweise die Value-Aktien-Boutique Lingohr und Partner.
Den Rückgang von mehr als 600 Millionen Euro begründet die von dem vor wenigen Jahren verstorbenen Frank Lingohr gegründete Firma mit der hartnäckigen Underperformance von Substanzaktien gegenüber anderen Anlagestilen wie ins­besondere Growth. Während der Coronakrise kamen die ­mittlerweile historisch extrem günstig bewerteten zyklischen ­Titel und Finanzwerte erneut ­unter Verkaufsdruck, hinzu kamen erneut Nettomittelabflüsse aus den Value-Fonds.

Trendwechsel sind schlecht

Wie brutal und unfair das Asset-Management-Geschäft oft sein kann, erfuhr auch die für ihre Managed-Futures-Trendfolgestrategien bekannte Wiener SMN Investment Services. Laut Geschäftsführer Gernot Heitzinger erzielten die eigenen Produkte und Mandate im sehr schwie­rigen Marktumfeld des ersten Halbjahres allesamt eine positive Wertentwicklung. Dadurch wurde man aber Opfer von ­Gewinnmitnahmen und Rebalancing-Maßnahmen internationaler Großinvestoren: „Diese nützten den deutlichen Aufschwung und die hohe Liquidität unserer Produkte während des ,Corona-Crashs‘, um Gewinne mitzunehmen und zu Ausverkaufspreisen in die Aktienmärkte einzusteigen. Eine Entwicklung, die uns leider bereits aus dem Jahr 2008 bekannt ist.


Anhang:

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