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3/2021 | Produkte & Strategien
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Auf Dividendenjagd

Dividendenfonds befinden sich aus guten Gründen auf den Radarbildschirmen institutioneller ­Investoren. Ehe man sich aber zukünftiger Dividendenströme erfreuen kann, ist vorab vertiefendes ­Research geboten.

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Dividenden, möglichst üppig und regelmäßig ausbezahlt, können institutionellen Investoren bei der Erreichung ihrer Renditeziele helfen. Wie schnell sich das Bild bei Dividendenwerten aber eintrüben kann, zeigte sich zuletzt im Fall der Bayer-Aktie. 2020 musste die Ausschüttung von 2,80 auf 2,00 Euro gesenkt werden, parallel dazu fiel auch der Aktienkurs massiv.

© DJE Kapital, dvoevnore | stock.adobe.com

Die Empirie zeigt, dass Dividenden als Ertragsquelle ­einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtrendite einer Aktienanlage leisten und Kursschwankungen signifikant dämpfen können“, ruft Oleg Schantorenko, Senior Account Manager Institutional Clients bei DJE Kapital, in Erinnerung und beruft sich dabei auf Studien, die belegen, dass Dividenden je nach Markt und Zeitraum zwischen einem Viertel und der Hälfte zur Gesamtrendite beitragen. Dividendenstrategien schonen darüber hinaus knappe Risikobudgets: „Dividendenaktien sind deshalb oft eine gute Wahl für institutio­nelle Anleger, die Aktienrisiken akzeptieren können, sich aber eine defensivere Strategie mit möglichst stabiler Wertentwicklung wünschen“, ergänzt Schantorenko, um anzufügen: „Aufgrund ihrer risikoreduzierenden Eigenschaften eignen sich Dividendenstrategien als Core-Investment für ein diversifiziertes institutionelles Aktienportfolio.“

Lösen also Dividendenaktien sowohl das Problem hoher Bewertungen an den Aktienmärkten, die etwa den Fondsmanager Jens Ehrhardt bei US-Aktien über die kommenden zehn Jahre reale Aktienmarktrenditen von lediglich zwei Prozent pro Jahr erwarten lassen, als auch die Misere negativer Zinsen bei sicheren Anleihen? Trifft der ­Slogan „Dividenden sind der neue Zins“ bei Investoren zu Recht auf offene Ohren?

Kein „Free Lunch“

Naturgemäß lautet die Antwort Jein, denn auch Dividendenaktien stellen keinen Free Lunch dar. Es ist zwar richtig, dass laufend ausgeschüttete Dividenden über längere Zeiträume zu einer Outperformance führen, wie ein Langfristvergleich von J.P. Morgan Asset Management zeigt (siehe Grafik rechts), die Gegenbewegungen innerhalb dieses Langfristtrends fallen allerdings kräftig aus. Das US-Fondshaus verglich beginnend mit 1996 den sowohl Industrie- als auch Schwellenländeraktien umfassenden MSCI ACWI World Index mit jenen Benchmark-Aktien, die zu den Top-50-Prozent, ­gemessen an ihrer Dividendenrendite, gehören. Am Ende des Beobachtungszeitraums (30. Juni 2021) brachten Dividendenaktien Investoren mehr als doppelt so viel Rendite wie der Vergleichsindex. Die Grafik zeigt aber auch, dass viele Dividendenak­tien während des Corona-Crashs im ersten Quartal vergangenen Jahres besonders stark unter Abgabedruck gerieten und höhere Kursrückgänge als der breite Markt verzeichneten. In vielerlei Hinsicht war das Jahr 2020 für Dividenden schlimmer als die globale Finanzkrise. Verlässliche Dividendenzahler, beispielsweise Energieuntrnehmen, mussten dem Preisverfall bei Rohöl, das zwischenzeitlich sogar Negativpreise verzeichnete, Tribut zollen und nach Jahrzehnten stets steigender Dividenden diese erstmals kürzen. Anderen Dividendenperlen, beispielsweise Versicherungsgesellschaften und Banken, wurde von den Regulierungsbehörden „empfohlen“, bis zum ­Ende der Krise keine Dividenden zu zahlen, um das Eigenkapital zu stärken und auf ­diese Weise das Risiko einer Systemkrise zu reduzieren. Unternehmen haben die Ausschüttungen aber nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern oft auch aus sozialen Bedenken heraus gekürzt, merkt Ilga Haubelt, Leiterin von Newtons Equity Income Team, an: „Beispielsweise war das Bekleidungs­unternehmen Inditex – am besten bekannt mit seiner Hauptmarke Zara – eines der ersten, das seine Dividende reduzierte. Das Management hielt es für falsch, Dividenden auszuschütten, während es gleichzeitig gezwungen war, aufgrund des Abschwungs Mitarbeiter zu entlassen.“

Dividendenkürzungen oder -streichungen erfolgten rund um den Globus. So sanken beispielsweise in den USA die Dividenden stärker als während der Finanzkrise im Jahr 2008/09, schreibt „Scope Explorer“. Einem Bericht des US-Analysehauses Wolfe Research zufolge kürzten beziehungsweise strichen allein in den USA letztes Jahr 242 Aktiengesellschaften ihre Ausschüttungen. Zum Vergleich: 2008 und 2009 betrug diese Anzahl lediglich 90 respektive 98.

Ausnahmejahr 2020

Mittlerweile kann Entwarnung gegeben werden. Haubelt zufolge haben Dividenden auszahlende Unternehmen vielfach genauso rasch die Wiederaufnahme von Ausschüttungen beschlossen beziehungsweise in ­Erwägung gezogen, wie sie sie 2020 ausgesetzt oder gekürzt hatten. „Insgesamt erwarten wir, dass die Dividenden weltweit 2021 wieder das Ausschüttungsniveau von 2019 erreichen“, prognostiziert Haubelt angesichts erfolgreicher Impfkampagnen und der Aussicht, auf absehbare Zeit zu einem „normalen“ (Wirtschafts-)Leben zurückzukehren. Hinzu kommt die regulatorische Erlaubnis für Finanzunternehmen, ab dem vierten Quartal 2021 wieder Ausschüttungen vornehmen zu dürfen. „2020 war eindeutig ein schwieriges Jahr für Dividendeninvestoren, aufgrund der außergewöhnlichen Umstände jedoch eine Ausnahme“, sagt Haubelt. Nach dem laut Stuart Rhodes, Manager des M&G (Lux) Global Dividend Fund, „schlechtesten Dividendenumfeld seit dem Zweiten Weltkrieg“ befinden sich die Dividendenausschüttungen aus einem triftigen Grund wieder auf dem Erholungspfad: „Die Cashflows haben sich seit den dunklen Pandemietagen erholt, und Dividenden können wieder frei fließen.“ Die von enttäuschten Anlegern abgestoßenen und trotz zwischenzeitlicher Markterholung vielfach noch immer niedrig bewerteten Dividendenaktien könnten Institutionellen eine historisch einmalige Einstiegschance bieten.

Günstige Bewertung

Auf die nach der Marktkorrektur noch immer günstige fundamentale Bewertung vieler Dividendenaktien weist beispielsweise Helge Skibeli, Fondsmanager des JPM-Global Dividend Fund, hin: Ein Vergleich der Top-50-Prozent-Papiere (gemessen am Kriterium Dividenden­rendite) aller im Anlageuniversum von J.P. Morgan AM enthaltenen Aktien auf Basis des längerfristigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses zeigt, dass sich diese ­Aktien derzeit im Topdezil befinden, was historische Bewertungsabschläge betrifft (siehe Grafik „Günstige Bewertungen“).

Für zusätzlichen Rückenwind sorgen bei Dividendenaktien – zu denen traditionell viele zyklische Aktien gehören – die üppigen Konjunkturprogramme und die weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken – insbesondere in der Eurozone. „Die Kombination mit höheren Inflationsraten und einem ansteigenden Zinsniveau – wobei wir fern von Raten der letzten Dekade bleiben – begünstigt den Value-Investitionsstil und damit Europa insgesamt. Insbesondere Dividendenjäger sollten sich auf die kommenden Ausschüttungen freuen!“, erklärt Thomas Meier, Fondsmanager des MainFirst Global Dividend Stars. „Aufgrund der Pandemie einbehaltene Dividenden werden von den meisten Unternehmen nachgeholt ausgeschüttet – wie beispielsweise im Bankensektor“, ergänzt Christos Sitounis, Junior Portfoliomanager des MainFirst Global Dividend Stars. Ganz so leicht ist die ­Sache aber nicht.

Drohende Value-Fallen

Eine Strategie, einzig und allein aufbauend auf den Erwerb von ­Aktien mit den höchsten ausgewiesenen Dividendenrenditen, wird sich in den meisten Fällen als teures ­Unterfangen herausstellen. Hierbei landen Investoren in der Regel in Sektoren, die sehr zyklisch und kapitalintensiv sind oder deren Unternehmen am Gängelband der Aufsichten hängen. Betroffene Unternehmen kommen oftmals aus den Branchen Grundstoffe, Telekommunikation, Versorger oder Banken und Versicherungen und können vielfach nur sehr niedrige Renditen auf das eingesetzte Kapital generieren. „Ein ­alleiniger Fokus auf die Dividendenrendite ist meistens kontraproduktiv. Die Dividendenrendite steigt automatisch, wenn der ­Aktienkurs eines Unternehmens aufgrund hausgemachter Schwierigkeiten fällt. Sie ist dann allerdings kein Signal einer Stärke, sondern ein Signal der Schwäche“, erklärt Schantorenko. Davor warnt auch Rhodes: „Eine hohe Rendite ist nicht automatisch ein Zeichen von Werthaltigkeit, sondern oftmals ein Zeichen dafür, dass die Firma in Schwierigkeiten steckt – vor allem während Phasen von Marktstress.“ Das erklärt unter anderem, warum viele Dividenden-ETFs, die stur nur auf die Höhe der Dividendenrendite achten, Anleger auf lange Sicht bei der Performance enttäuschen und gerade bei Dividendenstrategien aktives Fondsmanagement gefragt ist, um „Value Traps“ zu vermeiden und unterbewertete Qualitätsunternehmen zu finden.

Zusätzlich erschwert wird das Finden von qualitativ hochwertigen Dividendentiteln mit hohen Ausschüttungen durch das Niedrigzinsumfeld. Dieses führt in fast allen Segmenten zu höheren Bewertungen und gleichzeitig zu im historischen Vergleich niedrigeren Dividendenrenditen, sodass manche „Perlen“ vielleicht übersehen werden. Angesichts dieser Herausforderungen achtet die Mehrzahl der Manager nicht nur auf die laufende Dividendenrendite, sondern darauf, ob möglichst niedrig verschuldete Unternehmen über steigende Gewinne und insbesondere über höhere Cashflows ihre zukünftigen Dividendenausschüttungen steigern können und damit den Grundstein für perspektivisch höhere Aktienkurse legen.

Für Ludwig Palm, Manager des Aktienfonds Flossbach von Storch – Dividend, sind steigende Dividenden ein Indiz für die Qualität eines Unternehmens und damit die Qualität eines Investments: „Nur Unternehmen mit stabilen und steigenden Gewinnen können ihre Dividendenzahlungen über lange Zeiträume erhöhen. Das honoriert der Markt.“ Palm führt als ­Argument den S&P 500 Dividend Aristocrats Index an, der all jene Unternehmen des marktbreiten Mutterindex S&P 500 abbildet, die ihre Dividende in den vergangenen 25 Jahren jedes Jahr erhöht haben. „Dieser Index hat in den vergangenen 20 und 30 Jahren deutlich besser abgeschnitten als sein Mutterindex. Anders ausgedrückt: Anleger wurden bei den Dividenden-Aristokraten nicht nur mit regelmäßig steigenden Dividenden belohnt, sondern auch mit einer höheren Gesamtperformance. Letztlich wird Wert durch profitables Wachstum generiert. Der Fokus auf Qualitätstitel zahlt sich langfristig aus.“

Fonds im Härtetest

Institutional Money erstellte ein Ranking global anlegender Dividendenfonds (Euro-Tranche) auf Basis der gelieferten Performance über fünf Jahre (um der Langfristigkeit von Dividendenstrategien zu genügen) per Stichtag 6. August 2021. Datenquelle ist der Informationsdienstleister baha GmbH. An der Spitze des Rankings (siehe Tabelle „Dividendenfonds im Vergleich“) steht der von Morningstar mit fünf Sternen ausgezeichnete JPMorgan Investment Funds – Global Dividend Fund. Darüber hinaus liegt er im Ranking der Fonds auch im Drei­jahreszeitfenster auf Platz eins und auf dem vierten Rang bei der Einjahres­betrachtung. Fondsmanager der seit 2007 verfolgten, mittlerweile milliardenschweren Strategie sind Helge Skibeli (35 Jahre Erfahrung) und Sam Witherow (13 Jahre Erfahrung). Die beiden nutzen die geballte Analystenexpertise von J.P. Morgan AM, um mithilfe von 80 Research-Analysten aus rund 2.500 Aktien weltweit unabhängig von allfälligen Regionen- oder Sektoreneinschränkungen die ­aussichtsreichsten 40 bis 90 Einzeltitel im Rahmen einer „Unconstrained“-Strategie zu identifizieren. Vergleichsindex ist der MSCI All Country Net Total Return EUR World Index, der im Fünf-, Drei- und Einjahresvergleich vom Fonds outperformt wurde – trotz des Nachteils von Managementge­bühren in Höhe von 60 Basispunkten per annum.

Die Outperformance ist für einen Dividendenfonds umso bemerkenswerter, als der Index in den vergangenen Jahren zusätzlichen Rückenwind von der Hausse bei Wachstumsaktien, insbesondere bei Technologietiteln erhielt, die in einem Dividendenfonds traditionell untergewichtet werden – in der Regel zugunsten von Substanzaktien. Dieser „strukturelle“ Nachteil von Dividendenfonds erklärt auch, warum es innerhalb seiner Vergleichsgruppe zuletzt lediglich J.P. Morgan AMs Dividendenfonds gelungen ist, den marktbreiten MSCI ACWI World zu schlagen, während alle anderen Dividendenfonds bei der Performance hinterherhinkten.

Erwartete Dividenden

Um mit dem von Wachstumsaktien hochgetriebenen Gesamtmarkt mithalten zu können, setzt der Fonds von J.P. Morgan AM ebenfalls auf „Wachstum“ – und zwar bei den zukünftig erwarteten Dividenden. Der Schwerpunkt der Anlagestrategie liegt auf „Compounders“. Darunter versteht Skibeli Aktien mit einer langen Dividendenwachstumshistorie, den Willen und die Fähigkeit, zukünftige Dividenden zu steigern, verbunden mit attraktivem Gewinnwachstum. Das soll Enttäuschungen vermeiden und den Aktienkurs nach unten absichern. „Wir suchen Aktien mit im Vergleich zum Gesamtmarkt höheren Dividendenrenditen und ­Dividendenwachstumsraten. Diese Qualitätsaktien bergen in der Folge auch weniger Risiken für Dividendenkürzungen“, erklärt Skibeli. Da diese hochwertigen „Compounders“ rar gesät beziehungsweise in der ­Regel ambitioniert bewertet sind, investiert das Fondsmanagement zusätzlich ganz klassisch auch in Aktien, die im Vergleich zum Index entweder „nur“ über hohe Dividendenrenditen (zum Beispiel der Energiekonzern Endesa) oder „nur“ überdurchschnittlich hohe Dividendenwachstumsraten (wie Microsoft) aufweisen können. Unterm Strich erhalten Investoren ein günstiger ­bewertetes und damit wahrscheinlich auch stabileres Portfolio im Vergleich zum Gesamtmarkt: Per Ultimo erstes Halbjahr bestand das Fondsvermögen aus 75 Einzelwerten und wies ein Marktbeta von 0,96, ­eine Dividendenrendite von 2,7 Prozent (Benchmark: 1,9 %) einen Return on Equity (ROE) von 19 Prozent (Benchmark: 17,8 %) und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,0 (Benchmark: 16,6) aus.

Die größten Übergewichtungen im Vergleich zur Benchmark waren Ende des Halbjahres Analog Devices, Coca-Cola, ­Novo Nordisk und Prologis. Nicht in das Portfolio aufgenommen wurden Indexschwergewichte wie Alphabet, Amazon, Facebook oder Tesla; Apple war im Port­folio mit lediglich 1,6 Prozent (Indexgewichtung: 3,5 %) vertreten.

Fokussierte Strategie

Auf ein im Gegensatz zum J.P.-Morgan-Fonds noch konzentriertes Portfolio von rund 50 Einzelwerten setzt der auf Platz zwei unseres Rankings liegende M&G Global Dividend Fund beziehungsweise dessen Manager Stuart Rhodes, der die globale „Unconstrained“-Strategie seit 2008 verantwortet. Vergleichsindex ist ebenfalls der MSCI ACWI Net Return Index. Ähnlich wie sein Konkurrent Skibeli sucht Rhodes nach Unternehmen, die ihre Dividenden langfristig steigern können. Rhodes achtet dabei auf die drei Kriterien langfristiger ­Dividenden-Track-Record, Kapitaldisziplin und langfristiges Gewinnwachstumspo­tenzial.

Nach dem Wettbewerbsvorteil („Competitive Edge“) seiner Strategie gefragt, erklärt Rhodes, dass er im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern auch abseits defensiver Ak­tien, die in der Regel Dividendenwerte sind, investiert: Er und sein Team kaufen Titel aus drei verschiedenen Kategorien: defen­sive, zyklische und Premium-Wachstums­aktien. Damit will er unterschiedliche Marktumfelder besser bewältigen. Hinzu nutzt der Fonds kurzfristige Kursrücksetzer einzelner Aktien aus, um diese günstig abzustauben. So wurde beispielsweise der Weltmarktführer bei Off-Shore-Windanlagen Ørsted im April 2020 günstig gekauft und hat sich seitdem im Kurs verdoppelt.

„Jüngst half uns das in vielen anderen traditionellen Dividendenfonds nicht oft gefundene Exposure in dividendenerhöhenden Zyklikern, um von der Rotation in Value-Aktien zu profitieren“, ergänzt Rhodes. Unterm Strich konnte der Fonds laut M&G-Unterlagen den Index über alle relevanten langjährigen Vergleichsperioden aber nicht schlagen – wohl aber jedes Mal die im „Morningstar Global Equity Income Sector“ vertretene Peergroup. Seit Kurzem läuft es für Rhodes deutlich besser: Auf Sicht von einem Jahr gewann der Fonds deutlich an Aufwärtsmomentum und konnte die Benchmark um mehr als vier Prozent outperformen.

Lukrative Nische

Wie der M&G-Fonds verzeichnete der MainFirst-Global Dividend Stars der Investmentboutique MainFirst in den letzten zwölf Monaten eine überdurchschnittlich starke Entwicklung, erzielte mit 38,63 Prozent die beste Einjahresperformance aller Fonds im Ranking und erreichte damit Platz drei im Fünfjahresvergleich. „Der MainFirst Global Dividend Stars unterscheidet sich vom Wettbewerb durch die strukturelle Beimischung von klein und mittelgroß kapitalisierten Unternehmen (KMU), welche meist in Nischen spezialisiert sind oder eine führende Marktposition mit hohen Eintrittsbarrieren besitzen. Nahezu die Hälfte der Unternehmen sind KMU, die zum Teil auch in Familienbesitz sind“, erklärt MainFirst-Fondsmanager Meier. Diese langfristig ­orientierte Unternehmensausrichtung spiegelt sich laut Meier neben den Bilanz­kennzahlen und der Profitabilität auch in der Dividendenfähigkeit und -verlässlichkeit wider.
Ergänzt wird der Managementansatz um eine Barbell-Strategie, basierend auf defensiven und zyklischen Unternehmen, die die Volatilität zum breiten Markt senken soll. Beim Blick auf die Top-Positionen des Fonds fallen deutsche Firmennamen wie Sixt, RWE, Deutsche Post oder (die jüngst ein Übernahmeangebot erhalten habende) Hella und damit ein starker Home Bias auf, der sich an einer Deutschlandgewichtung von über 23 Prozent zeigt.

Die höhere Deutschlandgewichtung und der Trend zu etwas kleineren Unternehmen zeigt sich nicht nur im Portfolio des MainFirst Global Dividend Stars, sondern auch im oberen Performancebereich unseres Rankings: Neben MainFirst belegen auch andere deutsche Investmentboutiquen wie Flossbach von Storch oder DJE Investment aufgrund guter Arbeit Top-Platzierungen.

Die Strategie des von Ludwig Palm gemanagten Flossbach von Storch – Dividend beruht auf den drei Säulen Dividendenhöhe, Dividendensicherheit und dem Dividendensteigerungspotenzial. Hinzu kommt ein proprietäres Dividendenrating. „Für uns ist es nicht so wichtig, wie hoch die aktuelle Dividendenrendite ist. Wir legen stattdessen größeren Wert auf Dividendensicherheit und das Potenzial für Dividendensteigerungen“, sagt Palm, um anzufügen: „Der Investor ­investiert mit dem Flossbach von Storch – Dividend in ein Portfolio aus globalen Qualitätsaktien, das laufende leicht über dem des MSCI Welt liegende Erträge und langfristiges Kurspotenzial bietet.“

Der bereits 2003 aufgelegte und mittlerweile rund 1,5 Milliarden Euro schwere DJE – Dividende & Substanz basiert auf der von Dr. Jens Ehrhardt vor Jahrzehnten entwickelten FMM-Methode (Fundamental-Monetär-Markttechnisch). „Als globaler Aktienfonds baut der DJE – Dividende & Substanz auf unserer jahrzehntelangen ­Investmenterfahrung auf und kombiniert die gesamte Makro- und Aktienresearch-Expertise unseres Hauses in einem Portfolio“, ­erklärt Schantorenko von DJE Kapital.

Dividendenaktie ohne Dividende

Unter den Top-Positionen des DJE – ­Dividende & Substanz findet sich interessanterweise mit Amazon eine Aktie, die mit einem KGV von mehr als 50 gehandelt wird und noch nie eine Dividende ausgeschüttet hat. „Konzeptionell suchen wir nach Unternehmen mit anlegerorientierter Unternehmenspolitik; hierbei sind Dividenden nur eine mögliche Ausprägung. Zusätzlich achten wir auf Aktienrückkäufe, durch die sich die auf dem Markt verbleibenden Aktien verteuern“, begründet Schantorenko das Investment.

Durch Buybacks steigt der Gewinn pro Aktie, erinnert der DJE-Mann: „Der Effekt ist mit der Zahlung einer Dividende vergleichbar und darum für den DJE – Dividende & Substanz interessant: In beiden Fällen wollen Unternehmen ihre Ertragskraft signalisieren und Anteilseigner an sich binden.“    

Anton Altendorfer


Anhang:

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