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Wirtschaftsweiser: "Notenbank hätte Anleihekäufe stoppen müssen"

"Vorsicht vor dem Boom" hatte Lars Feld, Professor an der Uni Freiburg und einer der fünf Wirtschaftsweisen, seinen Vortrag am Institutional Money Kongress überschrieben. Und ging dabei nicht zu knapp ins Gericht mit aktueller Geld- und Fiskalpolitik.

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Prof. Lars Feld wurde am 11. Institutional Money Kongress von Chefredakteur Hans Heuser interviewt.
 
© Axel Gaube

"Nach Meinung der Mehrheit im Sachverständigenrat hätte es im Grunde schon zu einer Zinsanhebung durch die EZB kommen müssen", ist Lars Feld, Wirtschaftsprofessor an der Universität Freiburg und Direktor des Walter Eucken Instituts, überzeugt. Zumindest hätte die Notenbank die Anleihekäufe im laufenden Jahr nicht fortsetzen dürfen, glaubt Feld, der auch dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört.

Als Grund für seine Skepsis gegenüber der aktuellen geldpolitischen Haltung der EZB nennt der Ökonom die Tatsache, dass Deutschland und Europa sich bereits in der Überauslastung der Wirtschaft befinden. Das sei noch nicht bedrohlich, denn von Überhitzung sei die Konjunktur durchaus noch entfernt. Auch beim Sachverständigenrat gehe man davon aus, dass etwa Deutschland in diesem wie auch im kommenden Jahr und teilweise sogar noch darüber hinaus eine durchaus sehr ordentliche Wachstumsperformance bei der Wirtschaftsleistung zeigen werde. Insgesamt aber zeichne sich schon eine Tendenz ab, wonach für das kommende Jahr von einer gewissen Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität auszugehen sein werde. Feld brachte es in seinem Vortrag am Institutional Money Kongress auf einen kurzen Nenner: "Ein Wirtschaftsaufschwung ermüdet irgendwann."

Mahnende Worte richtet Feld aber nicht nur in Richtung Notenbank, er bemängelt auch die Steuerpolitik in Deutschland. Die sei nach Auffassung des Sachverständigenrats in der aktuellen wirtschaftlichen Verfassung zu expansiv, wenngleich auch in einem deutlich geringeren Ausmaß als die Geldpolitik. Aber eine Situation aus insgesamt stark expansiver Geldpolitik und gleichzeitig leicht expansiver Fiskalpolitik müsse in gewisser Weise Sorge bereiten, denn beides wirke natürlich im Endeffekt prozyklisch in einer Zeit, da dafür keine wirkliche Notwendigkeit bestehe. Die Politik sollte laut Feld nicht auf der Ausgaben- sondern auf der Einnahmenseite durch entsprechende Maßnahmen ansetzen, um so mit Steuererleichterungen dafür zu sorgen, dass wieder stärkere Investitions- und andere Arbeitsanreize gesetzt würden. (hh)

Durch einen Klick auf den Startbutton können Interessierte das Kurzinterview mit Lars Feld aufrufen:

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