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26. und 27. Februar 2019
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Wie sieht Michael Collins von PGIM die Märkte?

Der bekannte Managing Director und Senior Portfolio Manager von PGIM legt seine Sicht auf die Märkte dar. Der Grundtenor ist zwar optimistisch, Sorgen bereitet ihm u.a. die zurückgehende Sparquote der US-Konsumenten.

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© Fotolia

Michael Collins, Managing Director und Senior Portfolio Manager für Core Plus, Absolute Return und weitere Multi-Sector-Strategien im Fixed Income Bereich von PGIM, skizziert in einer aktuellen Markteinschätzung sein “Großes Bild auf die Märkte”.

Keine unmittelbares Zyklus-Ende absehbar
„Der aktuelle Kreditzyklus ist mit rund neun Jahren der bislang zweitlängste in der Geschichte, und auch 2017 ist noch kein unmittelbares Ende abzusehen“, erklärt Collins. Die Langlebigkeit des aktuellen Zyklus beruht auf dem moderaten Weltwirtschaftswachstum, der anhaltend lockeren Geldpolitik und dem im historischen Vergleich überwiegend wenig aggressiven Vorgehen von Kreditgebern, Kreditnehmern und Investoren. Der heutige Zyklus wird von einer Reihe historischer Besonderheiten geprägt, die auf regulatorische Änderungen nach der Krise, die Rohstoffblase, den demographischen Wandel und andere Faktoren zurückzuführen sind. „Das Ergebnis ist ein asynchroner Zyklus, den die verschiedenen Wirtschaftsbranchen nicht alle mit der gleichen Geschwindigkeit durchschreiten“, merkt Collins an.

Gleichlauf nimmt zu
So war laut Collins in den vergangenen Monaten zu beobachten, dass die bislang zurückhängenden Sektoren zum Rest der Wirtschaft aufschließen und der Zyklus sich allmählich synchronisiert. In den nächsten zwei Jahren könnte sich dadurch eine Belebung des Kreditgeschäfts und der Investmenttätigkeit ergeben bei gleichzeitiger Abnahme der Gewinnmargen. „Die Synchronisierung des Zyklus könnte insbesondere im Zusammenspiel mit einer laxeren Haltung der Regulierungsbehörde in den USA und einer Verschärfung der Geldpolitik den Boden für die nächste Abschwungphase der Weltwirtschaft bereiten. Vor diesem Hintergrund ist die Bottom-up-Analyse bei allen Sektoren und Emittenten gerade jetzt besonders wichtig, um die vielfältigen und teilweise gegenläufigen Trends der verschiedenen Regionen, Branchen und Einzelunternehmen korrekt einschätzen zu können“ erklärt Collins.  

Im Folgenden befasst sich Collins in seinem Kommetar mit dem zyklischen Verhalten verschiedener Wirtschaftssektoren:

Banken schütten teilweise mehr aus, als sie verdienen
Europäische und britische Bankensind laut Einschätzung des PGIM-Mannes nun ungefähr zur Mitte des Zyklus vorgerückt. Die Entwicklung der Banken folgt im Allgemeinen der Entwicklung der jeweiligen Volkswirtschaft. Und die Wirtschaft in Europa hat im letzten Jahr überwiegend positiv überrascht. Die Banken haben ihre Eigenkapitalausstattung verbessert und die meisten Kreditinstitute erfüllen mittlerweile die neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Außerdem hat es in jüngerer Zeit endlich Fortschritte bei der Konsolidierung und Restrukturierung der schwächeren Banken in Peripherieländern wie Italien und Spanien gegeben. Nach langem Zögern werden notleidende Kredite jetzt aus der Bilanz entfernt und verkauft. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Haftung aus der weltweiten Finanzkrise neigen sich ebenfalls dem Ende zu. Natürlich haben britische Banken und auch andere Banken mit größeren Aktivitäten in London mit den Auswirkungen des Brexit zu kämpfen. Und nicht nur die Banken sind betroffen – die gesamte britische Wirtschaft wird durch den bevorstehenden Austritt Großbritanniens und angesichts des ungewissen Ausgangs der Brexit-Verhandlungen in den nächsten Jahren mit größeren Herausforderungen und Unsicherheiten zu kämpfen haben.

Die US-Banken befinden sich etwa in der Mitte ihres Zyklus. Die großen US-Banken sind ausreichend kapitalisiert und einige schütten sogar mehr als 100 Prozent ihrer Gewinne an ihre Aktionäre aus – sie erhöhen also ihre Verschuldungsquote. Sollte die Trump-Regierung es schaffen, mit der angestrebten Deregulierung des US-Bankensystems voranzukommen, könnte dies für die Banken zu einer weiteren Beschleunigung des Kreditzyklus führen. „Wir gehen davon aus, dass eine Lockerung der Kreditstandards bei gleichzeitiger Beibehaltung der höheren Kapitalanforderungen im Fall einer Deregulierung das wahrscheinlichste Szenario ist“, prognostiziert Collins.

Boom sorgt für Schattenseiten
Die US-Verbraucher profitieren von einem starken Arbeitsmarkt, sicheren Arbeitsplätzen, Lohnwachstum und Vermögenszuwächsen durch steigende Immobilienpreise und Aktienkurse. Die Entwicklung hat aber laut Collins auch Schattenseiten. Viele Verbraucher haben von der positiven Entwicklung nicht profitiert und die Verschuldung der Privathaushalte nimmt wieder zu. Ein großer Teil der Bevölkerung trägt eine erhebliche Schuldenlast in Form von Studiendarlehen, Kfz-Krediten und Kreditkartenschulden. Betroffen sind davon vor allem Schuldner mit unterdurchschnittlicher Bonität. Außerdem ist die Sparquote in den USA von zwischenzeitlich fünf erneut auf drei Prozent gefallen, was wenig Potenzial für zusätzliche Ausgaben lässt.

Blick auf die Industrieunternehmen
Die Industrieunternehmen in den USA und Europa befinden sich laut Einschätzung von Collins jeweils in den mittleren bis späteren Phasen des Kreditzyklus. Diese großen Wirtschaftssektoren umfassen Dutzende von Teilsektoren und Tausende von Emittenten mit sehr vielfältigen Trends. Die meisten Unternehmen profitieren von den niedrigen Zinsen, der lockeren Geldpolitik und den guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Die Unternehmen in Europa sind im Vergleich zu US-Unternehmen weniger bereit, ihre Verschuldungsquote zu erhöhen. Dennoch steigt das Eventrisiko wieder und auch bei der Geldpolitik setzt sich eine allmähliche Verschärfung in Bewegung. Die Industrieunternehmen in den USA haben dagegen ihre Verschuldung wieder signifikant ausgebaut. Viele Unternehmen begeben in großem Umfang Anleihen, um Übernahmen und Fusionen, Aktienrückkäufe und Ausschüttungen zu finanzieren. Die kürzlich umgesetzte Unternehmenssteuerreform der US-Regierung sollte die Ertragslage der Unternehmen verbessern und könnte die Neuverschuldung und Neuemissionsversorgung bremsen. (aa)


Veranstaltungshinweis: Gregory Peters, Managing Director und Senior Portfolio Manager für die Multi-Sektor-Fixed-Income-Strategien bei PGIM, zeigt am 11. Institutional Money Kongress im Rahmen eines Workshops, wie Investoren stabile Erträge mit Multi-Asset-Credit-Strategien erzielen können. Interessiert? Mehr Details dazu finden Sie nachfolgend:

 

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