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25. und 26. März 2020
RheinMain Congress Center
Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 1

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MIT-Star Andrew Lo: Wo Mathematik unsinnig wird

Der MIT-Finanzwissenschaftler mit Fokus auf quantitative Modelle stellt de facto das eigene Gebiet in Frage, kritisiert pseudo-naturwissenschaftliche Ansätze und versucht die Märkte durch neue Modelle, behavioristische Ideen und den Einsatz von Machine Learning zu erklären.

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MIT-Professor Andrew Lo beim Aufzählen der Gründe, aus denen mathematische Modelle zu kurz greifen können.
© Kathy Tarantola

Man kann es als Paradoxon sehen, wenn ein auf quantitative Finanzstrategien spezialisierter Finanzmathematiker von der Unsinnigkeit quantitativ-mathematischer Strategien spricht. Man kann eine solche Sichtweise aber auch als höheres Verständnis davon deuten, was mit Mathematik geht – und was eben nicht. MIT-Professe Andrew Lo hat in seiner Arbeit genau diesen Weg des kritischen Diskurses mit seinem eigenen Fach beschritten und stößt mit seinen Thesen naturgemäß nicht nur auf Befürworter.


Die Keynotes gehören traditionell zu den absoluten Highlights des Institutional Money-Kongresses – auch in seiner 13. Auflage besticht die Liste der Vortragenden durch hoch spezifische Kompetenz und weltweite Relevanz. Neben dem MIT-Finanzmathematiker und Systemkritiker Andrew Lo wird der legendäre und mittlerweile ehemalige Speaker of the House of Commons, John Bercow, ebenso sein Wissen teilen, wie der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt oder der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. Ein Anmeldung zu diesem exklusiven Event, das dieses Jahr mit Wiesbaden eine örtliche Premiere feiert, ist jederzeit über den hier angeführten Button möglich.


Lo meinte gegenüber Institutional Money, die Wirtschaftswissenschaften seien „schon immer eifersüchtig auf die wirklich bemerkenswerten Leistungen von Physikern und deren spektakuläre Triumphe wie letzten Endes die Mondlandung“ gewesen. Dementsprechend hätte man versucht, die Welt der Ökonomie in Modelle zu gießen: ­„Unsere Zunft hätte am liebsten wie die Physik drei grundlegende Gesetze, mit denen sich 99 Prozent aller wirtschaftlichen Phänomene erklären lassen. Stattdessen haben wir 99 Gesetze, die drei Prozent solcher Phänomene erklären“, so der Mann, der laut „Time ­Magazine“ zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gehört.

In Gedankenschnelle obsolet
Das Problem sei nur, dass sich ­Natur­gesetze nie, die ökonomischen Gesetze jedoch andauernd zu ändern scheinen, wie Lo erklärt. Das führt er schlicht – und leicht nachvollziehbar – darauf zurück, dass das wirtschaftliche Geschehen letzten Endes von Menschen bestimmt würde, die sich vor allem in Krisensituationen ­irrational verhielten. Somit können ökonomische Gesetze, die eben noch also unumstößlich galten, „in Gedankenschnelle obsolet werden“.

Ohne intellektuelle Scheu
Durch den Einsatz behavioristischer Methoden möchte er verstehen, wann Unsicherheit zu einem massenhaften Markt-Exodus führt – in seinen eigenen Worten sucht er nach nichts anderem als einer „Taxonomie der Unsicherheit“. Dass er bei dieser Suche keine intellek­­tuellen Berührungsängste zulässt, beweist er unter anderem ­dadurch, dass er zur Erforschung der menschlichen Irrationalität die nichtmenschlichen Mechanismen von künstlicher ­Intelligenz und Machine Learning einsetzt. (hw)

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