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26. und 27. Februar 2019
Congress Center, Frankfurt
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Jürgen Hackenberg, Union Investment: Sind Aktien noch kaufenswert?

Union Investments Leiter Aktien Europa ist in einem Vortrag der Frage nachgegangen, ob Aktien im neunten Jahr eines Bullenmarkts weiterhin erste Wahl seien oder ob Investoren besser nicht mehr den gestiegenen Kursen nachlaufen sollten.

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Jürgen Hackenberg, Leiter Aktien Europa, hält Ende Februar 2018 am 11. Institutional Money Kongress in Frankfurt einen mit Spannung erwarteten Workshop mit dem Titel: "Zurück im Rampenlicht: Warum Euro-Aktien wieder gefragt sind"
© Union Investment

„Investments in europäische Aktien rechnen sich noch“, stellte Jürgen Hackenberg, Leiter Aktien Europa bei Union Investment gleich am Anfang seines Vortrages dar, den er im Rahmen der Veranstaltung „Kapitalmarktperspektiven“ hielt, mit der Union Investment derzeit auf Roadshow in deutschen Landen unterwegs ist. Der erfahrene Aktienchef wies mit einem Exkurs in die Behavioral Finance auf jene mentalen Probleme hin, die Marktteilnehmer am Aktienmarkt viel Performance gekostet haben bzw. wohl weiter kosten.

Konzentration auf Risiken, statt auf Chancen
Aufgrund negativer gemachter Erfahrungen bzw. erlittener Kursverluste im Rahmen der Finanz- und anderen Krisen suchen die dadurch „konditionierten“ Investoren oftmals neue Quellen für ein erneutes Aufflackern der Finanz- oder Staatsschuldenkrise und versäumen mit dieser „Rückspiegel-Mentalität“ jene Opportunitäten und Gewinnchancen, die vor ihnen liegen.

Vieles spricht für Aktien
Nach einer kurzen Rückschau auf die unterschiedlichen Performance-Zahlen der wichtigsten Aktienmärkte in US-Dollar, aber auch in Euro, „2017 performte gut aufgrund einer guten Konjunkturentwicklung, daher sollte auch 2018 gut laufen“, wies Hackenberg auf die sich positiv entwickelten Einkaufsmanagerindizes sowie andere, steigende Sentiment-Indikatoren hin, die allesamt optimistisch stimmen (siehe die Grafiken oben in der Bildergalerie).

Die Letzten werden die Ersten sein…
Dieser Optimismus spiegelt sich auch in jenen Gesprächen wider, die Hackenberg und seine Fondsmanager im Rahmen ihres Researchs mit Unternehmensführern verschiedenster Branchen führen. So habe in Frankreich die Wahl von Macrons sowie dessen angekündigten Arbeitsmarktreformen die dortigen Entrepreneure und Manager optimistisch und vor allem investitionsfreudig gestimmt. Frankreich könnte daher mit einer zunehmenden Wirtschaftsleistung – sowie auch ehemalige Problemländer wie Spanien oder Italien – der europäischen Konjunktur zusätzlichen Rückenwind geben.

Optimismus in fast jeder Branche
Anhand seiner Erkenntnisse aus seinen letzten Unternehmensgesprächen ging Hackenberg auf die Aussichten einiger ausgewählter Branchen ein. So erachtet Hackenberg Zulieferer für die Ölindustrie wie auch die Chemiebranche („so einen Superzyklus hat es schon lange nicht mehr gegeben“) als interessant.

Auch die deutschen Automobilhersteller werden sich zur Überraschung vieler Marktbeobachter gut auf das neue, Elektroauto-affine Umfeld einstellen. Vorsichtig bzw. Selektiv äußerte sich Hackenberg zu Unternehmen, die am Massengütermarkt tätig sind, da dort vielfach ruinöser Preiskampf herrsche - aussichtsreicher seien die Hersteller von Luxusgütern, die von einer steigenden Konsumentenkaufkraft weltweit profitieren würden.

Finanztitel seien vor allem dann kaufenswert, falls es bald zu steigenden Zinsen käme, weil dies für „einen riesigen Gewinnhebel“ sorge.

Manager setzen auf „Understatement“
Stichwort Unternehmensgewinne: Nach jahrelanger Stagnation bei den Firmenprofiten bzw. nicht erfüllten Analystenerwartungen können europäische Unternehmen seit über einem Jahr ihre Gewinne spürbar und vor allem nachhaltig steigern. „Ein hohes Gewinnwachstum in Europa sollte sich auch in 2018 fortsetzen“, prognostizierte Hackenberg.

Er rechnet sogar damit, dass Unternehmen aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit bei ihren nach außen kommunizierten Gewinnankündigungen (die dann aber nicht eingehalten werden konnten) derzeit tendenziell untertreiben und im Laufe des Jahres höhere Gewinne angekündigt bzw. auch erzielt werden könnten. Dies würde europäischen Aktien zusätzlichen Rückenwind geben. „Europäische Aktien haben noch viel Potenzial.“

Aufgrund der nunmehr höheren Gewinne sind die Aktienbewertungen trotz bereits gestiegener Aktienkurse summa summarum stabil geblieben. Im Gegensatz dazu sind US-Aktien wesentlich teurer (siehe Grafik oben).

Technologie: Fluch und Segen zugleich
Das könnte aber auch daran liegen, dass in den US-Indizes die in den letzten Jahren stark im Kurs gestiegenen Technologieaktien eine hohe Gewichtung haben, die wesentlich höher als in den europäischen Indizes ist. „Wenn der Technologiesektor jedoch eine Kurskorrektur erleidet, könnte dies den US-Markt stärker als den europäischen Aktienmarkt belasten“, warnte Hackenberg und sprach dabei eine Empfehlung für den Kauf europäischer Dividendentitel aus.

Verdirbt der starke Euro die Börsenparty?
Auf die jüngste Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar angesprochen, meinte Hackenberg, dass die Exporteure Eurolands bis zu einem Kursverhältnis von 1,30 US-Dollar keine oder kaum Probleme mit ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bekämen. Das liege daran, dass Unternehmen Euro-Aufwertungen bzw. Währungsschwankungen besser als früher absorbieren könnten, da auch viele Inputfaktoren wie Güter aus dem Ausland kämen. Trotzdem: Ab einem Eurokurs von 1,40 US-Dollar könnte es für exportlastige Euro-Unternehmen „problematisch werden“, warnte Hackenberg.

Konzentration auf Gewinneraktien
Den Abschluss von Hackenbergs Vortrag bildete die Vorstellung des seit über drei Jahren am Markt befindlichen Aktienfonds „UniInstitutional European Equities Concentrated“, der aufgrund seines konzentrierten, auf fundamentalen Daten basierenden Portfolioansatzes (ca. 50 Einzelwerte) seit Auflage jedes Jahr seine Benchmark spürbar outperformen konnte (siehe die letzte Grafik in der Bildergalerie oben). (aa)


Veranstaltungshinweis: Mehr Details zu diesem interessanten Union Investment-Fonds und zu den Aussichten europäischer Aktien bekommen institutionelle Investoren im Rahmen des von Jürgen Hackenbergs gehaltenen Workshop am 27. Februar 2018 am 11. Institutional Money Kongress.

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