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24. und 25. März 2021
RheinMain Congress Center
Wiesbaden

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Ist die Ölpreishausse zu Jahresbeginn nur ein Strohfeuer?

Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research bei der LBBW, befasst sich in der neuesten Ausgabe des "Strategy Research" mit der Entwicklung des Ölpreises, der infolge des Drohenangriffs der USA zu Jahresanfang ordentlich geklettert war.

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert
© LBBW

Nachdem der iranische General Soleimani bei einem US-Drohnenangriff am Flughafen von Bagdad Anfang Januar ums Leben kam und Teheran umgehend mit Vergeltungsmaßnahmen
drohte, machten sich am Ölmarkt einmal mehr Sorgen bezüglich der Versorgungslage breit. Brent zog in der Spitze bis auf knapp 72 US-Dollar je Barrel an. Mit der teilweisen Entspannung
des Konflikts in den letzten Tagen gaben auch die Ölpreise wieder etwas nach.

Iran und Irak sind Schwergewichte am Ölmarkt
Die Tatsache, dass der Ölpreis auf diesen Konflikt so heftig reagierte, liegt daran, dass mit dem Iran und dem Irak gleich zwei Schwergewichte am Ölmarkt in die Auseinandersetzungen verwickelt sind. LBBW-Chefökonom Uwe Burkert dazu; "Der Iran kam im Dezember 2019 trotz US-Sanktionen auf eine Ölproduktion von 2,08 Millionen Barrel pro Tag (mbpd). Der Output des Irak lag sogar bei 4,65 mbpd. Zusammen kommen die beiden Länder auf eine Ölproduktion von gut 6,7 mbpd, das entspricht fast sieben Prozent des weltweiten Ölangebots."

Deeskalation ist wohl angesagt
Der Iran reagierte auf den Anschlag mit einem Raketenangriff auf US-Militärstützpunkte im Irak. Nachdem daraufhin die USA auf weitere militärische Reaktionen verzichteten, deutet vieles auf eine Deeskalation. Entsprechend gab auch der Ölpreis wieder etwas nach. Die Situation ähnelt der Lage im September 2019, als nach Drohnenangriffen gegen Ölanlagen in Saudi-Arabien kurzfristig 5,7 mbpd des saudischen Outputs ausgefallen waren. Auch hier zog der Ölpreis kurzfristig sehr stark an. Brent stieg bis auf fast 72 US-Dollar/Barrel. Nachdem aber klar wurde, dass der Förderausfall relativ zügig behoben werden kann, gaben auch die Ölpreise recht schnell wieder nach.

Weiter zu viel Öl am Markt
Für die Ölnachfrage ist auch in diesem Jahr aufgrund der verhaltenen Konjunkturentwicklung keine hohe Dynamik zu erwarten. Burkert dazu: "Legte der weltweite Ölverbrauch 2019 noch um 1,0 mbpd zu, rechne ich für 2020 mit einem Plus von 0,9 mbpd. Auf der Angebotsseite dürfte die OPEC den Output im laufenden Jahr nochmals um ca. 0,2 mbpd kürzen. Allerdings ist in Europa ein Förderanstieg um etwa 0,4 mbpd zu erwarten, wurde doch vor kurzem das gigantische Johan-Sverdrup-Ölfeld in Norwegen in Betrieb genommen. Auch der Schieferölboom in den USA dürfte sich fortsetzen. 2019 kletterte der US-Output um 1,2 mbpd auf den Rekordstand von 12,9 mbpd. Für 2020 erwarte ich ein weiteres Plus von 0,6 mbpd. Damit bleibt der Angebotsüberschuss am Ölmarkt weiter bestehen."

Weiterhin Angebotsüberschuss
Für 2020 dürfte das Öl-Angebot die Nachfrage durchschnittlich um 0,7 mbpd übertreffen. Die Ölpreishausse zu Jahresbeginn war damit tatsächlich wohl nur ein Strohfeuer - denn der Trend bei Brent & Co. dürfte in den kommenden Wochen weiter nach unten gehen, vermutet Burkert. (kb)

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LBBW Asset Management ist einer der vielen, namhaften Sponsoren des 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress Center). ​Frank Hagenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung​ beschäftigt sich in seinem Workshop mit der ​Multi-Asset-Income-Ertragsgenerierung in herausfordernden Zeiten. Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

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