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24. und 25. März 2021
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Wiesbaden

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Invesco über die Gefahren eines Kriegs sowie Gewinner und Verlierer

Auch wenn ein klassischer Krieg zwischen dem Iran und den USA zumindest aus derzeitiger Sicht unwahrscheinlich ist, sollten Profianleger bereits jetzt überlegen, wie sich ein solcher auf das Portefeuille auswirken könnte. Wie immer gibt es auch in Kriegszeiten an den Märkten Gewinnchancen.

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© KingmaPhotos / stock.adobe.com

Invesco hält zwar einen Krieg zwischen den USA und dem Iran zum aktuellen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, warnt aber vor den potenziellen Auswirkungen eines solchen Worst-Case-Szenarios für die Märkte. „Militärische Auseinandersetzungen gehören zu den eindeutigeren Auslösern von Bärenmärkten für Aktien“, betont Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist. „Die Lage scheint sich entspannt zu haben. Sollte es aber doch noch zur Eskalation kommen, könnte das erhebliche Folgen für verschiedene Anlageklassen haben.“

Krieg sorgt für Unsicherheit und damit für weniger Profite
Invesco hat mehrere Faktoren analysiert, die in den vergangenen über 100 Jahren mitverantwortlich für Baissephasen an den Aktienmärkten waren. Das Ergebnis: Kriege sind zwar keine notwendige Bedingung für einen Bärenmarkt, haben in der Vergangenheit aber ausgereicht, um einen solchen auszulösen. Wie die Untersuchungen der Investmentexperten zeigen, kam es in 80 Prozent der Fälle, in denen weltweit Kriege geführt wurden, anschließend zu einer Baisse — häufiger als bei anderen Faktoren wie Rezessionen, steigenden Arbeitslosenraten, invertierten Zinsstrukturkurven oder höheren Inflationsraten.

„Das gilt insbesondere für Konflikte im Nahen Osten mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Ölversorgung, da ein starker Anstieg des Ölpreises die Unternehmensinvestitionen und den Konsum dämpft und die Wirtschaft so noch stärker schädigt“, erläutert Paul Jackson, Global Head of Asset Allocation. Allerdings hätten sich die Aktienkurse nach bewaffneten Konflikten zumeist auch relativ schnell wieder erholt. So habe der US-amerikanische Aktienmarkt gewöhnlich innerhalb von zwölf Monaten nach Aufflammen eines Konfliktes – und damit gewöhnlich vor Ausbruch des eigentlichen Krieges – seinen Tiefpunkt erreicht und sich zumeist innerhalb von 18 Monaten wieder auf dem Niveau eingependelt, auf dem er sich vor dem Konflikt bewegt hatte.

Abhängigkeit von der Ölversorgung
Wie die Investmentexperten von Invesco zudem hervorheben, ist die weltweite Abhängigkeit vom Öl aus dem Nahen Osten dank der massiven Ausweitung der Ölproduktion in den USA deutlich gesunken. Gleichzeitig ist die Weltwirtschaft insgesamt nicht mehr so abhängig vom Öl, weil sie inzwischen weniger energieintensiv ist als noch vor wenigen Jahrzehnten. Nach Meinung der Invesco-Experten könnte das auch etwaige negative wirtschaftliche Auswirkungen eines größeren Konfliktes zwischen den USA und dem Iran mindern.

Hooper und Jackson raten Anlegern, die Nachrichtenlage genau zu verfolgen und sich für mehrere mögliche Auswirkungen einer Eskalation zu rüsten. Obwohl ein etwaiger Ausverkauf an den Märkten durch die sehr akkommodierende Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank (Fed) und anderer großer Zentralbanken etwas abgefedert werden dürfte, halten die Invesco-Experten einen solchen Ausverkauf im Worst-Case-Szenario für wahrscheinlich. Am stärksten zu spüren bekommen dürften dies die Aktien energieintensiver Unternehmen und Märkte im Nahen Osten.

Sichere Häfen gefragt - und Rußland
Im Gegenzug rechnen die Investmentexperten im Eskalationsfall mit einer guten Performance von „Sichere Hafen“-Anlagen wie Gold, Japanischer Yen, Schweizer Franken und US-Staatsanleihen. Obwohl die Welt heute weniger abhängig von Energie aus dem Nahen Osten ist, sei in einem solchen Szenario auch eine deutliche Verteuerung von Öl und anderen Energierohstoffen sowie eine relative Outperformance von Branchen wie Öl und Gas oder Versorgung zu erwarten.

Auf Faktorebene würde eine höhere Risikoabneigung nach Meinung der Invesco-Experten zu einer Outperformance weniger volatiler Aktien führen. In den Schwellenmärkten sei zu erwarten, dass die Märkte von Energieverbrauchern wie China und Indien schlechter abschneiden als die energieproduzierender Staaten wie Russland und Mexiko. Erhebliches Aufwärtspotenzial sehen die Investmentexperten vor allem am russischen Aktienmarkt, der mit einer über dem Kurs-Gewinn-Verhältnis liegenden Dividendenrendite aktuell günstig erscheint und sich durch eine hohe Gewichtung des Energiesektors auszeichnet. Der russische Rubel und der mexikanische Peso könnten ebenfalls vom Status dieser Länder als Energieproduzenten profitieren.

Schließlich glauben die Invesco-Experten, dass sich US-amerikanische Hochzinsanleihen im „Worst Case“ gut halten könnten. Die Anlageklasse könnte zwar eine größere Risikoabneigung zu spüren bekommen, ist aber ebenfalls stark im Energiesektor vertreten, was für gute Unterstützung sorgen könnte. (aa)


Invesco ist einer der Sponsoren des 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress  Center) und hält zum Thema Faktor Nachhaltigkeit einen Workshop. Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

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