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Heribert Karch, MetallRente: „Opting-Out ist ein erprobtes Modell“

Laut einer MetallRente-Umfrage entspricht die Sozialpartnerrente den Erwartungen der Deutschen an eine zeitgemäße Altersvorsorge. Immer mehr Deutsche würden sogar Abstriche bei der Sicherheit machen, wenn sie dafür höhere Renditen erzielen könnten. Das hat Folgen...

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Heribert Karch, MetallRente: „Die Erkenntnis wächst, dass Garantien Rendite kosten und ihr Entfall eine sehr realistische Chance auf bessere Renten darstellt.“
 
© Günter Menzl

Das Versorgungswerk MetallRente hat über eine in Auftrag gegebene Umfrage eruiert, wie die Deutschen zur betrieblichen Altersversorgung stehen, welches Vertrauen diese in die Sozialpartner haben und welche Erwartungen Deutsche an ein neues Betriebsrentenmodell stellen.

Die repräsentative Umfrage wurde von Kantar Public (Infratest) zwischen 24.11. und 06.12. 2017 durchgeführt. Es wurden 1.000 Telefoninterviews mit Personen ab 14 Jahren in Privathaushalten in der Bundesrepublik Deutschland geführt.

Die Umfrage erfolgte vor dem Hintergrund, dass am 1. Januar 2018 das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten ist. Es gibt den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften viel Spielraum, um branchenweit attraktive Angebote für die betriebliche Altersversorgung als sogenannte Sozialpartner-Rente zu gestalten.

Die Ergebnisse stimmen laut MetallRente zuversichtlich: Die Befragten hätten großes Vertrauen in Betriebsrenten. Alles deutee auf gute Startbedingungen für die Sozialpartner-Rente hin. „Die Tarifparteien genießen ein enormes Vertrauen und haben die einmalige Chance, zu den Wegbereitern einer guten Rentenpolitik gerade für die Jungen zu werden“ folgert Heribert Karch, Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente.

Mehr Vertrauen in die Wirtschaft, als in den Staat
Denn wenn es um Altersvorsorge geht, vertrauen die meisten Deutschen vor allem den Angeboten ihres Arbeitgebers. Für 56 Prozent der Befragten schneiden deren Angebote sogar besser ab als die gesetzliche Rente, die von 48 Prozent genannt wurde. An dritter Stelle mit 40 Prozent stehen bereits gemeinsame Angebote von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden.

Junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren sehen ihre Alterssicherung über die gesetzliche Rente noch skeptischer. 34 Prozent der Befragten verlassen sich nicht mehr allein auf sie. Für diese Altersgruppe ist dagegen der Vertrauensvorschuss für Betriebsrentenangebote von ihrem Arbeitgeber (61 Prozent) oder den Tarifparteien (53 Prozent) besonders hoch.

Verpflichtende zweite Säule ist sinnvoll
83,7 Prozent der Befragten würden ein stärkeres Engagement der Sozialpartner ausdrücklich begrüßen. Doch auch zur Ausgestaltung einer neuen Sozialpartnerrente haben die Deutschen eine Haltung: Immerhin 57,7 Prozent befürworten einen Beitritts-Automatismus bei der betrieblichen Altersvorsorge. „Opting-Out ist ein international erprobtes Modell der automatischen Einbeziehung von Menschen in die Altersversorgung“ kommentiert Karch, „und ein wirksames Instrument für eine hohe Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung.“ Wird die automatische Altersvorsorge mit einem Arbeitgeberzuschuss kombiniert, stimmen sogar auf 81,5 Prozent der Befragten dem Modell zu.

Mehr Rendite, weniger Sicherheit
Ein Mentalitätswandel deutet sich an: 63 Prozent der Befragten würden auch geringe Rentenschwankungen in Kauf nehmen, wenn der Abstand einer höheren Rente zur 0,9-Prozent-Garantie deutlich genug ausfällt. Nur noch 37,6 Prozent der Befragten halten auf direkte Nachfrage noch am klassischen Garantie-Denken fest und würden sich grundsätzlich für einen – selbst niedrigen – Garantiezins entscheiden. Dagegen votiert mit 37,1 Prozent eine nahezu gleich starke Gruppe ohne Wenn und Aber immer für die Aussicht auf eine deutlich höhere Rente ohne Garantien.

Heribert Karch sieht in den Befragungsergebnissen eine Bestätigung, dass sich alte Denkmuster bereits ändern: „Die Einstellungen zu Rendite und Risiko sind offenbar in Bewegung, das Festhalten an versicherungstypischen Garantien viel geringer als vielfach angenommen. Das hat auch uns überrascht. Die Erkenntnis wächst, dass Garantien Rendite kosten und ihr Entfall eine sehr realistische Chance auf bessere Renten darstellt.“

Die neue Sozialpartner-Rente mache den Weg frei für eine zeitgemäße betriebliche Altersversorgung: Mit kollektiver Teilhabe am Produktivvermögen, z. B, durch Aktien, mit Generationenausgleich und Risikomanagement könnten die Tarifparteien als Gewährsträger Sicherheit für ein Rentenversprechen schaffen, das begrenzbare Schwankungen zwar zulasse, dies aber auf erheblich höherem Niveau. Karchs Fazit: Der Weg sei frei für eine neue betriebliche Altersversorgung, die nicht auf teure Garantien, sondern kluge Sicherungsinstrumente und gute Renditeaussichten setze. Die Befragungsergebnisse zeigten aber auch, dass noch viel zu tun bleibe, um nachhaltig einen noch breiteren Bewusstseinswandel zu erreichen. (aa)


Veranstaltungshinweis:
Podiumsdiskussion | Sozialpartnermodell – wie geht es weiter?

Was ist von der Politik zu erwarten? Welche Rolle spielen die Tarifparteien? Was bedeuten die neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz-Spielregeln für die „alte“ bAV, und was darf man für die neuen Segmente erwarten?

Bei einer mit Spannung erwarteten Podiumsdiskussion unter Leitung von MetallRente- und aba-Chef Heribert Karch werden am 11. Institutional Money Kongress 2018 im Rahmen von „IM Spezial“ die entsprechenden Antworten gegeben.

Welche namhaften Experten unter der Moderation von Karch diskutieren, erfahren Sie nachfolgend.

Hinweis: Durch einen Klick auf "Sitzplatz Reservieren" kommen Sie auf die Kongress-Seite und können sich dort bereits einen Platz sichern - sofern Sie schon für den Institutional Money Kongress angemeldet sind. Was noch alles im Rahmen von "IM Spezial" angeboten wird, erfahren Sie HIER.


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