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26. und 27. Mai 2021
RheinMain Congress Center
Wiesbaden

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Fidelity-Stratege: Sind noch nicht im finalen Ausverkauf angelangt

Der Abverkauf letzte Woche wurde von markttechnisch ausgerichteten Anlegern ausgelöst, während die meisten Profianleger ihre Positionen noch behalten haben. Daher könnte es noch einmal an den Aktienmärkten hinuntergehen, falls auch diese Profis auf die Verkaufstasten drücken, meint Fidelity.

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International
Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International
© Fidelity International

Investoren sollten an den Aktienmärkten weiterhin besondere Vorsicht walten lassen, das Schlimmste könnte noch kommen. Das ist einer aktuellen Marktanalyse von Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International, zu entnehmen. Seiner Ansicht nach sei es zu früh, die aktuelle Situation mit der Finanzkrise 2008/2009 zu vergleichen. „Aber eine Gemeinsamkeit gibt es: die Ansteckungsgefahr. Vor etwas mehr als zehn Jahren ging es um die Ansteckung, die von wertlosen Schuldpapieren ausging und insbesondere den Finanzsektor an den Rand des Abgrunds brachte. Heute ist es der COVID-19-Virus, der den Alltag in vielen Teilen der Welt massiv beeinflusst“, merkt Roemheld an.


Fidelity International ist einer der vielen, namhaften Sponsoren des 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress Center). In einem Workshop mit dem Titel "Ihr Reisebegleiter im China-Onshore-Markt (Aktien und Renten) " erklären Aktienexperte Gary Monaghan und Rentenexpertin Vanessa Chan, was es für Investoren bedeutet, Onshore in China zu investieren.

Interessiert? Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

Wirtschaftliche Vollbremsung
So wurden Großveranstaltungen wie der Autosalon in Genf und die Internationale Touristikmesse ITB abgesagt. Geschäftsreisen werden weitgehend eingestellt und Urlauber überlegen sich sehr genau, ob sie ihre geplante Reise antreten sollen.

Das alles wird laut Roemheld auch über das erste Quartal 2020 starke Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen und die weltwirtschaftlichen Wachstumserwartungen haben. Die globalen Kapitalmärkte sind zu Beginn des Jahres also mit diesem Risiko überrascht worden, den niemand auf der Agenda hatte.

Die ersten offiziellen Daten zeichnen ein dramatisches Bild: Der Einkaufsmanagerindex des produzierenden Gewerbes in China fiel mit 35,7 auf den niedrigsten je gemessenen Stand. Die Service-Komponente fiel mit 29,6 noch drastischer und zeigt, dass der Dienstleistungssektor praktisch zum Erliegen gekommen sei.

„Die Kapitalmärkte haben überraschend spät, aber dafür umso schärfer auf die Gefahr einer globalen Ausbreitung des Virus reagiert. Der jüngste Kursverfall war einer der gravierendsten, der je in einer Woche an den globalen Märkten beobachtet werden konnte; die Volatilität stieg in kürzester Zeit signifikant an. Vieles spricht dafür, dass wir uns bereits auf dem Weg in eine Rezession befinden“, prognostiziert Roemheld.

Rufe nach mehr Zentralbankgeld
Jetzt werden die Rufe nach weiteren Zentralbankmaßnahmen und fiskalpolitischen Schritten lauter. In China und anderen Ländern wurden bereits Zinssenkungen und weitere Stützungsmaßnahmen für die Liquidität der Finanzmärkte eingeleitet. In Hongkong wurde gerade das erste Helikoptergeld an die Bürger ausbezahlt. Weitere Aktivitäten werden laut Roemheld folgen.

Auch die FED und die EZB werden nicht umhinkommen, die Märkte weiter zu unterstützen. Aber genau hier stellen sich Roemheld zu Folge die entscheidenden Fragen für die kurz- und mittelfristige Zukunft der Finanzmärkte: „Lassen sich die Zentralbanken und Regierungen darauf ein, die letzten Pfeile aus dem Köcher zu verwenden, um die vermeintlich vorübergehende wirtschaftliche Schwächephase zu überwinden? Reichen diese aus, um die aktuelle Situation zu überstehen? Oder überlässt man die Märkte sich selbst in der Hoffnung, die schlimmste Marktphase möge bereits hinter uns liegen?“

 Die Antworten geben Roemheld zufolge jedem einzelnen Investor Aufschluss darüber, wie er sich jetzt positionieren sollte. In ihnen wird aber auch der große Entscheidungsdruck deutlich, dem sich die verschiedenen Akteure auf dem Spielfeld momentan ausgesetzt sehen.

Gehe man jetzt aufs Ganze, bleiben möglicherweise keine Reserven mehr für die nächste Krise. Und Garantien, dass die Maßnahmen die entsprechende Wirkung zeigen, gäbe es nicht. Genau dieser Konflikt werde das Marktgeschehen in den kommenden Wochen und Monaten bestimmen, da Bewertungsfragen in diesen Phasen so gut wie keine Rolle spielen.

Techniker draußen, Profis noch investiert
Wer sich in diesen Tagen zurecht die Frage stellt, ob wir uns näher an einem Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt befinden, der muss sich vor allem bewusst darüber sein, welchen Anlagehorizont er hat. „Denn der große Verkaufsdruck der letzten Tage kam primär von technischen Verkaufsprogrammen. Professionellen Anleger haben sich überwiegend zurückgehalten und sich nicht in deutlichem Maße von Aktien, getrennt“, meint Roemheld.

Weiterer Verkaufsdruck möglich
Für sich genommen sei das durchaus positiv, bedeute andererseits aber auch einen weiteren Verkaufsdruck, wenn sich dieses Verhalten ändern sollte. „Wir sind also sehr wahrscheinlich noch nicht im finalen Ausverkauf an den Märkten angelangt“, sagt Roemheld.

Wer längerfristig denkt, sollte sich nach Einschätzung des Fidelity-Mannes hingegen langsam wieder für die ersten Käufe bereithalten. Sobald negative Schlagzeilen nicht mehr zu weiterem Verkaufsdruck führen, könne der Markt in eine Bodenbildung einmünden und sukzessive wieder Potenzial für eine deutliche Erholung aufbauen. „Insbesondere dann, wenn sich nicht alle negativen Erwartungen materialisieren, die momentan im Umlauf sind“, erklärt Roemheld abschließend. (aa)

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