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DWS: Ausblick auf die EZB-Sitzung kommenden Donnerstag

Ulrike Kastens, Volkswirtin bei der DWS, erwartet für die anstehende EZB-Sitzung nur wenig Überraschendes. Interessanter ist, was derzeit hinter den Kulissen von Christine Lagarde akkordiert wird.

Ulrike Kastens, DWS
Ulrike Kastens, DWS
 
© Deutsche Bank

Auch wenn Ulrike Kastens, Volkswirtin bei der DWS, keine Überraschungen von der kommenden EZB-Ratssitzung erwarten, bietet diese zusammen mit der Pressekonferenz eine gute Gelegenheit, ein besseres Gefühl für die Überzeugungen und Prioritäten der immer noch relativ neuen Präsidenten Christine Lagarde zu bekommen.

Dies bezieht sich laut Kastens in erster Linie auf den mittel- bis langfristigen Zeithorizont, für den Lagarde ein größerer Tatendrang zugetraut wird. Kurzfristig habe sich die EZB jedoch ein zu enges Korsett auferlegt, als dass mit Änderungen der geldpolitischen Parameter zu rechnen sei. Die Zentralbank fährt mehr oder weniger auf Autopilot, und dieser Kurs wird von der Mehrheit des Rates auch unterstützt.

Lagardes' Ausblick ("Forward Guidance") war zudem zuletzt so formuliert, dass die Hürden für eine Veränderung sehr hoch gesteckt sind. Immerhin liest sich die englische Formulierung aus den einleitenden Bemerkungen ihres letzten Communiques entsprechend: "We expect (rates) to remain at their present or lower levels until we have seen the inflation outlook robustly converge to a level sufficiently close to, but below, 2% within our projection horizon, and such convergence has been consistently reflected in underlying inflation dynamics."

Abwarten und beobachten
"Unserer Meinung nach befindet sich die EZB in einer abwartenden Haltung und beobachtet, wie und ob die Maßnahmen aus den September-Entscheidungen wirken", erklärt Kastens. Fragen nach negativen Nebeneffekten ihrer Zinspolitik dürften weiter mit Verweis auf die aktuell noch dominierenden positiven Effekte beantwortet werden. Aber man beobachte die Situation genau. Aufgrund der nur schleppenden Bodenbildung der Frühindikatoren dürfte der Ausblick vorsichtig bleiben, was sich in der Formulierung "die Risiken sind leicht abwärts gerichtet" spiegeln dürfte, welche wiederum in einem "easing Bias" münden. Also der Tendenz, die Geldpolitik eher zu lockern als zu straffen.

Daran dürfte sich erst etwas ändern, wenn eine Konjunkturaufhellung sichtbarer wird und die Abwärtsrisiken entsprechend nachhaltiger zurückgehen.

"Wir glauben, dass auf der Pressekonferenz der offizielle Start der strategischen Überprüfung bekannt gegeben werden könnte. Wir gehen aber nicht davon aus, dass Lagarde bereits ihre diesbezüglichen Meinungen äußern wird", sagt Kastens. Lagarde dürfte zunächst die Diskussion innerhalb des Rates suchen und hinter den Kulissen mit den nationalen Notenbankern sprechen, um einen Konsens herbeizuführen. "Die Überprüfung bis Ende 2020 abschließen zu wollen, halten wir für ein ehrgeiziges Ziel", erklärt Kastens.

"Insgesamt gehen wir nicht davon aus, dass die EZB im laufenden Jahr die Märkte in ähnlicher Weise wie im vergangenen Jahr treiben wird. Dennoch werden die anhaltenden Anleihekäufe den Rentenmärkten weiterhin ein stabiles Momentum verleihen", sagt Kastens abschließend. (aa)


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