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Berenberg reduziert trotz mieser Stimmung Aktienquote auf neutral

Die Hamburger Traditionsbank senkt die zuletzt leicht erhöhte Aktienquote auf neutral, um Risiken zur reduzieren. Einen Crash erwartet das Haus derzeit aber nicht - außer ein neuer, externer Belastungsfaktor erscheint.

Bernd Meyer
Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
© Berenberg

Für Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset im Wealth and Asset Management bei Berenberg, ist dieser Tage an den Kapitalmärkten auf nichts mehr Verlass, wie dem aktuellen "Berenberg Märkte Monitor" zu entnehmen ist: Weil die typische Erholungsrallye nach einer großen Fed-Sitzung hat nicht mal einen Tag angehalten. Weiter steigende Anleiherenditen haben die Anleger verschreckt und vor allem zinssensitive Anlagen wie Tech-Titel belastet. Darüber hinaus nehmen die Sorgen um eine Rezession weiter zu, zumal eine (schnelle) Lösung von Putins Krieg nicht in Sicht ist und sich auch die chinesischen Konjunkturdaten deutlich abgeschwächt haben.

Negative Stimmung könnte vor Sell-Off schützen
Institutionelle Investoren haben mit einer großen Zahl von Sorgen und Problemen gleichzeitig zu kämpfen. Entsprechend negativ sei Meyer zufolge die Anlegerstimmung und die Positionierung. Ein weiterer starker Abverkauf scheine deshalb ohne externen Auslöser unwahrscheinlich. "Trotzdem erwarten wir solange die Probleme fortbestehen keine große Erholung und haben die Erholungsrallye genutzt, um unsere Aktienquote auf neutral zu fahren. Kommt es doch schlimmer dürften Gold, eine erste kleine US-Staatsanleihen-Position und eine Absicherung gegen Extremrisiken helfen", merkt Meyer an.
 
Kurzfristiger Ausblick
Die Q1-Berichtssaison nähert sich Meyzer zufolge dem Ende. Bereits über 400 Unternehmen im S&P 500 haben berichtet und konnten im Schnitt sowohl beim Umsatz- als auch beim Gewinnwachstum nach oben überraschen. "Ausblickend dürfte das Gewinnwachstum aufgrund der steigenden Kosten jedoch schwieriger werden, was sich in zuletzt negativen Gewinnrevisionen widerspiegelt. Der Markt dürfte sich weiterhin auf die Rezessions-, Inflations- und geopolitische Risiken konzentrieren", erklärt Meyer und verweist abschließend auf ein paar der bevorstehenden Termine, die die Märkte beeinflussen könnten:

Wichtige Datenveröffentlichungen
Die Industrieproduktionsdaten (Mrz.) für Italien sowie die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen (Mai) stehen am Dienstag an. Am Mittwoch werden die Inflationsdaten (Apr.) für die USA und China veröffentlicht. Das vorläufige britische Q1-Wirtschaftswachstum sowie die US-Erzeugerpreise (Apr.) folgen am Donnerstag.

Die Eurozone-Industrieproduktionsdaten (Mrz.) sowie das US-Verbrauchervertrauen (Mai) werden am Freitag bekannt gegeben. In der Folgewoche stehen die US-Einzelhandelsumsätze (Apr.) sowie -Wirtschaftsindikatoren an. (aa)


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