Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Institutional Money Kongress 2020 Hier anmelden!

25. und 26. März 2020
RheinMain Congress Center
Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 1

Bringt ESG wirklich etwas? Kritische Fragen von unerwarteter Seite!

Ad

Drei Manger von NN Investment Partners stellen sich den schwierigen Fragen der nächsten Generation und geben unerwartete und persönliche Antworten zum Thema ESG und verantwortungsbewusster Geldanlage.

Anzeige
Advertisement
| Märkte
twitterlinkedInXING

Berenberg: Droht eine Staatsschuldenkrise 2.0?

Die florierende Weltkonjunktur ließ die Staatsschuldenkrise in den letzten Jahren fast in Vergessenheit geraten. Dabei sind die Probleme noch längst nicht vom Tisch, meint Berenberg-Ökonom Jörn Quitzau.

6.jpg
Risikofaktor 6: Demografie
Das Durchschnittsalter in vielen westlichen Gesellschaften steigt – mit negativen Folgen für die wirtschaftliche Dynamik und für die öffentlichen Finanzen. Neben den offiziell ausgewiesenen expliziten Schulden schlummern in den sozialen Sicherungssystemen vieler Länder verdeckte beziehungsweise implizite Schulden. In Deutschland etwa sind die impliziten Schulden höher als die offiziell ausgewiesenen Schulden. Implizite und explizite Schulden summieren sich auf rund 150 Prozent des BIP. Trotzdem dürfte der demografische Wandel kurzfristig kein und mittelfristig nur ein sehr begrenztes Gefahrenpotenzial darstellen. "Wahrscheinlich wird sich der Staat durch ein Bündel von Maßnahmen von den impliziten Schulden zu einem guten Teil befreien", so Quitzau. "So lassen sich Leistungsansprüche relativ leicht durch die Anhebung des Renteneintrittsalters verringern."
© Frederic Bos / stock.adobe.com

Die globale Finanzkrise 2008/2009 hat fast überall zu einem kräftigen Anstieg der Staatsschulden geführt. Der Schuldenberg in den meisten Ländern ist trotz guter Konjunktur in den letzten Jahren nach wie vor hoch. "Eine neue Schuldenkrise ist dennoch nach unserer Einschätzung vorerst nicht zu erwarten – wenn die Welt noch ein bis zwei gute Konjunkturjahre erlebt", sagt Jörn Quitzau, Volkswirt bei Berenberg in der aktuellen Studie "Staatsverschuldung" der Privatbank und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). "Das größte Einzelrisiko besteht in einem kräftigeren Konjunkturabschwung beziehungsweise Wachstumseinbruch."

Vor zehn Jahren erreichte die globale Wirtschafts- und Finanzkrise ihren Höhepunkt. Mit den Konjunkturprogrammen und den direkten Hilfen für angeschlagene Finanzinstitute haben die Regierungen schwere finanzielle Lasten auf sich genommen. Teile der zuvor privaten Schulden wurden in öffentliche umgewandelt. "In der Eurozone hat die Staatsschuldenquote im Zeitraum 2008 bis 2018 um 14,5 Prozentpunkte auf knapp 85 Prozent des BIP zugelegt", rechnet Quitzau vor. Im gleichen Zeitraum ist die Schuldenquote der großen Industrienationen (G7) um 27 Prozentpunkte auf rund 117 Prozent gestiegen. Einen großen Anteil an diesem kräftigen Anstieg hatten die USA, deren Schuldenstand im entsprechenden Zeitraum um 31 Prozentpunkte auf über 100 Prozent des BIP nach oben geschossen ist. "Japan ist Schuldenspitzenreiter unter den Industrieländern. Die Staatsschulden beliefen sich 2017 auf über 230 Prozent", sagt Quitzau.

 Aufgrund der guten Weltkonjunktur ist das Schuldenthema in den vergangenen Jahren etwas aus dem Fokus geraten. Gelöst ist die Problematik damit aber nicht. Unterschiedliche Risikofaktoren, insbesondere deren Zusammenspiel, könnten grundsätzlich zu einer neuen Schuldenkrise führen – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb)


Veranstaltungshinweis: 
Berenbergs Leiter Overlay Management, Matthias Grimm, hält am 12. Institutional Money Kongress, der von 26. bis 27. Februar 2019 im Frankfurter Congress Center stattfindet, einen Workshop zum Thema Währungsmanagement. Mehr Informationen dazu nachfolgend. Eine Kongress-Anmeldung ist u.a. HIER möglich

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren