Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023
BÜRO STATT HOMEOFFICE Firmen holen ihre Professionals zurück Mit dem Ausklingen der Pandemie neigt sich auch der Homeoffice-Trend langsam, aber sicher einem Ende zu. Nicht nur Unternehmen der Realwirtschaft, auch Banken und Vermögensverwalter fordern von ihren Angestellten höhere Büroan- wesenheitszeiten ein.Die meisten Firmen verlangen mindestens drei Tage Vor-Ort- Präsenz, manche Finanzdienstleister sind aber strenger. So will beispielsweise Gold- man Sachs seine Professionals wieder fünf Tage pro Woche im Büro haben, BlackRock erhöht von drei auf vier Tage pro Woche. Bei der Deutschen Bank kön- nen die meisten Backoffice-Angestellten zwei oder drei Tage pro Woche „remote“ arbeiten – Mitarbeiter im Frontoffice wie Händler oder Filialmitarbeiter müssen aber mehr Präsenz zeigen. Unternehmenslenker, die „Büromuffel“ unter Druck setzen und Vollzeit ins Büro zwingen wollen, müssen laut einer Deloitte-Umfrage jedoch damit rechnen, viele ihrer Professionals ganz zu verlieren: Zwei Drittel der Befragten drohten, dass sie kündigen würden, wenn sie fünf Tage pro Woche ins Büro zurückkehren müssten. Neben der Mitarbeiterzufriedenheit gibt es aus Arbeitgebersicht aber noch einen anderen guten Grund, der fürs Homeoffice spricht: Die Beschäftigten sind laut einer Studie daheim ehrlicher und verstoßen nicht so oft gegen interne Regeln … Die Arbeit im Homeoffice hat zum Teil Formen angenommen, die die Unternehmen nicht goutieren. Nun sind wieder Anzug und Krawatte gefragt. RESTAURANTS IMMER DREISTER Abzocke von Gästen Vielen Investoren, die seit der Wiedereröff- nung der Lokale nach dem Corona-Lock- down beruflich oder auch privat essen gegangen sind, wird es schon aufgefallen sein: Nicht nur die Preise wurden massiv erhöht, auch unverschämte Forderungen nehmen zu. So wird immer öfter auf der Rechnung ein fixes Trinkgeld zum Abzug gebracht – egal wie gut oder schlecht der Service war. Andere Lokale fordern bereits bei der Tischreservierung einen hohen, manchmal sogar vierstelligen Konsumationsbetrag ein, um auf ihre Rechnung zu kommen. Inzwischen ist die Politik hellhörig ge- worden und droht aufgrund von „Erpres- sung und organisiertem Verbrechen“ den frechsten Lokalen mit Lizenzentzug. ULTRAKONSERVATIVE INVESTMENTBOUTIQUE GIBT AUF Anti-Woke-ETFs aufgelöst Die meistgelesenen Institutional Money Online-News Diese Themen haben die Leser seit der letzten Ausgabe auf institutional-money.com am meisten interessiert: VBL und HSBC INKA: Milliardenschweres Mandat erfolgreich implementiert 1 Siemens soll BNP für möglichen Innomotics-Verkauf ausgewählt haben 2 Ex-Deutsche-Bank-Trader verdoppelt Vermögen auf elf Milliarden 3 So kam die Bayerische Versorgungskammer durch das Anlagejahr 4 In Gold We Trust Report 2023 – das sind die Highlights! 5 HVB-Mutter UniCredit plant nächstes Kostensenkungsprogramm 6 Vonovia/Deutsche Wohnen: Sonderprüfung gefordert 7 BVK: Erstmals Frau im Vorstand 8 „Out of Office“: Diese Peinlichkeiten sollten Sie vermeiden 9 Goldman Sachs – Entwarnung: Diese Renditekurveninversion ist „anders“ 10 Newsletter abonnieren: institutional-money.com/newsletter Quelle: www.institutional-money.com Die unter dem Anlagemotto „Investing in Profits, not Politics“ 2020 von erzkonserva- tiven Vermögensverwaltern in den USA ge- gründeten 2nd Vote Advisors haben ihre bei- den ETFs schließen müssen und die verblei- benden Anleger ausbezahlt. Betroffen waren der „2nd Vote Life Neutral Plus“ und der „2nd Vote Society Defended“. Ersteres Pro- dukt exkludierte Aktien aller Unternehmen, die sich für Abtreibung aussprechen. Der andere Fonds investierte nicht in Firmen, die sich gegen das in den USA geltende Recht des Waffenbesitzes oder die Grenzsicherheit aussprechen. Dem Anbieter zufolge konnten die Fonds nicht genug Gelder anziehen, um das Research und die laufenden Kosten zu stemmen. Aber auch das Faktum, dass echte Profianleger Investments und politische An- sichten streng voneinander trennen, vereitelte den Geschäftserfolg.Damit ist 2nd Vote wohl ironischerweise am eigenen Anlagemotto gescheitert. Inzwischen ist die Firmenwebsite offline. Gerade konservative Anleger halten in der Regel Investmentziele und eigene politische Ansichten streng auseinander und kaufen keine Anti-Woke-Produkte. 266 N o . 3/2023 | institutional-money.com DIE LETZTE SEITE | Gemischtes & Skurriles FOTO: © ANDREY POPOV | STOCK.ADOBE.COM; DR_MICROBE | STOCK.ADOBE.COM
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=