Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023
den vorgenannten Kategorien zuzuordnen sind. Darunter fallen beispielsweise Utility Token. An jede der drei Kategorien werden für die Marktteil- nehmer spezifische Rechtsfolgen geknüpft. „Der Fokus der Verordnung liegt auf fungiblen, also austauschbaren Token“, stellt Geuder klar.Das Gegenteil davon sind NFT (Non-Fun- gible Token), die auf EU-Ebene später geregelt werden sollen und jetzt Gegenstand nationaler Regelungen sein können. „Die MiCAR regelt Kryptowerte,materielle und immate- rielle Vermögensgegenstände, die auf der Blockchain abge- bildet werden. Sie ist daher weniger für Finanzhippies ge- dacht, sondern setzt gute und sinnvolle Leitplanken, die an- spruchsvollen privaten und institutionellen Investoren zugu- tekommen“, meint Daniel Andemeskel. Er ist Director und Head of Innovation Management bei Universal Investment sowie CEO und Co-Founder der Tochtergesellschaft UI Enlyte. „Dass Kryptowerte nun EU-weit reguliert sind, schafft Rechtssicherheit innerhalb Europas, und wenn die ESMA den Kryptomarkt beaufsichtigt, schafft das zusätz- liches Vertrauen unter den Investoren“, meint Andemeskel. Lizenzpflicht und Register Auch Geuder ist zufriedenmit der Verordnung: „Die MiCAR setzt auch bei den Dienstleistern rund um Kryptowerte an. Der Grund dafür ist: Kryptowerte sind qua Definition dezentral organisiert. Daher lässt sich für sie nur schwer ein Verantwortlicher finden und die Regulierung liefe teilweise leer, wenn nur auf den Emittenten abgestellt werden würde.“ Weiter führt er aus: „Ein ähnlicher Mechanismus greift auch in Bezug auf Anbieter, die sich außerhalb der EU befinden. Wollen diese auf dem europäischen Markt aktiv werden, tref- fen sie auch die Pflichten der MiCAR. Zudem kommt den in Europa regulierten Marktteilnehmern, beispielsweise Handelsplattformen, eine Gatekeeper.Stellung zu.“ Neben Zulassungserfordernissen ist ein zentrales Element der MiCAR die Pflicht zur Erstellung von sogenannten Whitepapers. Dieser Mechanismus ähnelt den Regelungen des Wertpapierprospektrechts. Die MiCAR selbst sieht be- reits eine Haftung für fehlerhafte Angaben in Whitepapers vor, die jedoch neben eine mögliche zivilrechtliche Haftung in den jeweiligen Mitgliedsstaaten tritt. Die Pflicht zur Er- Kryptowerte finden unterschiedlich Eingang in die Regulatorik Wie die einzelnen Finanzmarktgesetze ineinandergreifen In verschiedenen aufsichtsrechtlichen Vorschriften gibt es Bezugspunkte zu Kryptowerten. Teilweise überschneiden sie sich, teilweise grenzen sie aneinander. Noch werden die Begriffe in den einzelnen Rechtsvorschriften nicht einheitlich verwendet. Quelle: Quelle: BAI, basierend auf: paytechlaw.com/wp-content/uploads/MiCAR-Info-Chart_PayTechLaw_Annerton.pdf Dass das Interesse institutioneller Investoren an Kryptowerten lange gering war, lag auch an der unklaren Rechtslage, die unregulierten Zeiten liegen aber hinter uns. ZAG MiCAR KWG MiFID II WpHG Zahlungs- instrumente E-Money Token Finanzinstrumente (z. B. Rechnungs- einheiten) Strukturierte Einlagen Finanzin- strumente Currency Token Security Token Utility Token mit Anlagezweck Asset-Refe- renced Token N o . 3/2023 | institutional-money.com 261 MiCA-Krypto-Regulierung | STEUER & RECHT FOTO: © JKC PHOTOGRAPHY | STOCK.ADOBE.COM
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