Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023

E s ist einer dieser heißen Spätsommertage in Genf. Der Zug hat uns direkt ins Zentrum der Stadt ge- führt. Beton und Stein verwandeln die Place de Cornavin in einen veritablen Backofen, die Kühle des Gen- fer Sees ist hier bestenfalls eine ferne Erinnerung. Hier hat die Schweizer Stiftung Swiss Philanthropy Foundation ihr Büro im vierten Stock. Der Aufstieg ist schweißtreibend, das Sakko fällt nach der Hälfte des Weges. Man ist überpünkt- lich, die Schweizer Fotografin, die das Interview begleiten wird, die Generaldirektorin der Stiftung, Sabrina Grassi, und die Pressesprecherin sind jedoch noch pünktlicher. Grassi und die Fotografin diskutieren gerade in diesem weichen Genfer Französisch, was sie am Set stört – der Stehtisch des Anstoßes wird von den beiden kurzerhand gepackt und in eine Ecke getragen, wo er unauffällig den Rest des Treffens überdauern wird. Grassi scheint die Hitze nichts auszumachen. Frisch und konzentriert erklärt sie, dass das Interview für sie in Deutsch ein wenig schwierig sei. Deutsch ist nur ihre vierte Sprache. Metaphorisch gesehen trägt sie an diesem Tag zwei Hüte: zum einen den als Generaldirektorin der Swiss Philanthropy Foundation, zum anderen den als erste Rotationspräsidentin des Schweizer Stiftungsverbands SwissFoundations. „Worüber wollen Sie zuerst reden?“, fragt sie. Zunächst darüber, wieso sie nur für ein Jahr Präsidentin des Stiftungs- verbands ist und was sie von einer „lame duck“unterscheidet. Sabrina Grassi ist die erste turnusmäßige Präsidentin des Stiftungsverbands Swiss- Foundations und gleichzeitig Generaldirektorin der Swiss Philanthropy Foundation. Damit ist sie die derzeit einflussreichste Stiftungsmanagerin der Schweiz. » Wir sollten die Avantgarde sein, die Pioniere « 214 N o . 3/2023 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Sabrina Grassi | SwissFoundations FOTO: © LEA KLOOS

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