Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023

I nstitutionelle Family Offices gewinnen aus mehreren Gründen an Bedeutung: Das liegt nicht nur an deren steigender Zahl sowie zunehmenden verwalteten As- sets, sondern auch an deren Freiheit, unabhängig von gesetz- lich vorgegebenen Anlagevorschriften gänzlich frei dort zu investieren, wo es die lukrativsten Investmentopportunitäten gibt. Umso interessanter sind für institutionelle Investoren jene Einblicke, die drei jüngst von BlackRock, Goldman Sachs und UBS veröffentlichte Studien über das Anlage- verhalten von Single Family Offices gewähren. Die diesjährigen Berichte der drei großen Vermögensver- walter kommen zu einem besonderen Zeitpunkt. Immer- hin endete eine langjährige Ära niedriger und teilweiser negativer Zinsen inklusive reichlich vorhandener Liquidität, die schlussendlich in eine neue Phase höherer Inflation und stark steigender Zinsen übergegangen ist. Genau das treibt vielen Lenkern von Family Offices Sorgenfalten auf die Stirn: Hohe Inflationsraten und die daraus resultierenden höheren Zinsen, eine drohende Rezession sowie insbeson- dere die zunehmenden geopolitischen Gefahren nennen die befragten Family-Office-Verantwortlichen am öftesten als jene Risiken beziehungsweise Sorgen, die sie am meisten bewegen.Das zeigen alle drei Studien unisono. In Regionen wie EMEA (Europe, Middle East and Africa) und APAC (Asia Pacific) werden aufgrund der Nähe zu Ländern wie Russland und China aus verständlichen Gründen die geo- politischen Risiken von den Befragten am öftesten genannt, während sich Family Offices in den USA aufgrund der größeren Distanz zu den großen Brandherden dieser Welt diesbezüglich entspannter zeigen. Auf diese Sorgen auslösenden Entwicklungen reagieren viele der befragten Family Offices, erklärt Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für UBS in Deutschland: „Unser Report zeigt auf, dass Family Offices weltweit einige der größten Portfolioumschichtungen seit Jahren planen.“ Damit stellt sich für Marktbeobachter einerseits die Frage, wie die derzei- tige strategische Asset Allocation bei Family Offices aussieht, und andererseits, welche Umschichtungen erfolgen sollen. Dabei gibt es je nach Umfrage Unterschiede. Blick in die aktuellen Portfolios Der BlackRock-Report unterscheidet bei der strategischen Allokation ganz klassisch zwischen den beiden Aggregaten „traditionelle Assetklassen“, die Aktien, Anleihen und Cash umfassen, und „alternative Assetklassen“, bestehend aus Gleich drei Umfragen von BlackRock, Goldman Sachs und UBS zeigen, inwieweit Family Offices auf das geänderte Marktumfeld reagieren und vor allem wohin sie ihre Gelder umdirigieren. Umschichtungs zwänge Family Offices gewähren Einblicke Drei bekannte Vermögensverwalter veröffentlichten Studien. D ie Asset Manager BlackRock, Goldman Sachs und UBS befragten weltweit die Anlagechefs (CIOs) und andere Topmanager großer Family Offices zu deren aktuellen sowie geplanten Anlagestrategien und welche Herausforderungen zu meistern sind. BlackRock interviewte über Illuminas zwischen November 2022 und Januar 2023 120 Single Family Offices, die in Summe rund 243 Milliarden US-Dollar verwalten. Hinzu kamen vertiefte Gespräche mit den Anlagechefs (CIOs) und anderen hoch- rangigen Entscheidungsträgern, um für den „BlackRock Global Family Office Survey“ zusätzliche Einblicke zu erhalten. Goldman Sachs ließ für den mittlerweile zweiten „Goldman Sachs Family Office Investment Insights Report, Eyes on the Horizon“ zwischen Mitte Januar und Mitte Februar 2033 166 institutionelle Family Offices befragen. Diese mussten mindestens ein Nettovermögen von 500 Millionen US-Dollar verwalten, wobei 72 Prozent der Befragten mehr als eine Milliarde US-Dollar an Assets auf die Waage bringen. UBS erstellte den „UBS Global Family Office Report 2023“ zum mittlerweile vierten Mal vollständig im eigenen Haus und befragte hierfür zwischen 19. Januar und 5. März 2023 230 UBS-Kunden in 30 Märkten weltweit, die gesamthaft ein Vermögen von rund 500 Milliarden US-Dollar verwalten. Damit gilt das UBS-Werk als die welt- weit größte und umfassendste Studie zu Single Family Offices. 194 N o . 3/2023 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Family Offices FOTO: © BALZ MARTI | UBS » Family Offices weltweit planen einige der größten Portfolioumschichtungen seit Jahren. « Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für UBS in Deutschland

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