Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023

I nstitutionelle Anleger treffen Allokationsentscheidun- gen, die darauf abzielen, Anlagerisiko, Ertragserwartun- gen und Duration der zugrunde liegenden Verpflich- tungen miteinander in Einklang zu bringen. Unter Bedacht- nahme auf die Risikotragfähigkeit der treuhändig verwalte- ten Vermögen werden via Outsourcing Mandate an externe Asset Manager vergeben, die dann die einzelnen Investment- entscheidungen treffen.Diese und deren Leistungen werden regelmäßig einemMonitoring unterzogen. Unter bestimm- ten Bedingungen wird der Managementvertrag aufgekün- digt und das Mandatsvermögen einem anderen Asset Ma- nager übertragen. Durch die Managerselektion und das spätere Beenden dieser Geschäftsbeziehung werden große Vermögensmassen transferiert. Eine Aufstellung von fund- map.com zeigt, dass zwischen 1995 und 2021 mehr als 74.000 Mandate durch institutionelle Investoren bewegt wurden. Mangelnde Transparenz Die Entscheidung, einen Asset Manager mit dem Manage- ment zu beauftragen, hängt von der bisherigen Leistung des Vermögensverwalters ab, aber auch von den persönlichen Verbindungen zwischen den Entscheidern der Kapitalsam- melbecken und den Vermögensverwaltern sowie den Emp- fehlungen von Investment Consultants. Das haben Amit Goyal und Sunil Wahal bereits 2008 in „The Selection and Termination of Investment Management Firms by Plan Sponsors“ festgestellt. Allerdings weiß man bis dato sehr wenig über den Prozess der Auswechslung des Vermögens- verwalters. Das liegt zum Teil daran, dass nur wenige Daten zu Kündigungen von Mandatsverträgen öffentlich verfügbar sind. Die meisten Großanleger haben kein Interesse daran, diese Kündigungen publik zu machen, damit Wettbewerber im Dunkeln tappen und aus diesem Schritt keine Rück- schlüsse etwa in Bezug auf eine geänderte taktische Ausrich- tung ziehen können. Zudem könnte der hauseigene Selek- tionsprozess bei Bekanntgabe des Auswechselns eines Asset Managers in die Kritik geraten. Asset Managern geht es ähnlich: Auch sie haben kein gesteigertes Interesse daran bekanntzugeben, dass sie eine Mandatskündigung erhalten haben, da sie Reputationsrisiken fürchten und weitere Mit- telabflüsse vermeiden möchten. Aus institutioneller Sicht sind mit einem Wechsel des Asset Managers sowohl Vorteile als auch Kosten verbunden. So erzeugt ein zu häufiges Auswechseln der Asset Manager verschiedene Reibungsverluste wie etwa Übergangskosten (Transition Costs), die letztendlich von den Anspruchsbe- rechtigten dieser Institutionen (Rentner, Studenten,Wohltä- tigkeitsorganisationen, gegenwärtige und zukünftige Bürger) getragen werden. Andererseits bedeutet auch die Nichtkün- digung eines Vermögensverwalters mit schwacher Perfor- mance, dass Anspruchsberechtigte mit Kosten einer länger anhaltenden schlechten Performance belastet werden. Des Institutionelle Anleger zeigen zum Teil erstaunlich viel Frustrationstoleranz, wenn ihre Asset Manager enttäuschende Ergebnisse liefern. Eine Studie der Uni Lausanne wollte wissen, warum mit der Mandatskündigung so lange gewartet wird. Geduld: Tugend oder Schwäche? Wer entscheidet über die Kündigung externer Mandate? CIOs liegen hier mit einem Drittelanteil voran. Die zweitwichtigste Entscheidergruppe sind die Leiter der Abteilung Fondsselektion, gefolgt vom Verwaltungsrat der Pensionsfonds, einem eigenen Investment-Advisory- Komitee und externen Investmentberatern. Immerhin in jedem zehnten Fall wird die Entscheidung von keiner dieser Personen beziehungsweise Gremien getroffen. Quelle: Studie % 21 % 13 % 10 % 3 % 20 % CIO Head of Management Selection Pension Board Investment Advisory Commission Sonstige 170 N o . 3/2023 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | Managerwechsel FOTO: © UNIVERSITÄT VON LAUSANNE » Amerikaner sind nachsichtiger beim Vorliegen von Underperformance als Europäer und Asiaten! « Dr. Amit Goyal, Professor of Finance an der Universität von Lausanne

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