Institutional Money, Ausgabe 3 | 2023
C hinas Volkswirtschaft ist momentan schwer zu interpretieren. Ein Beispiel? Die Teuerung. Diese zeigt in der Volksrepublik imGegensatz zumWes- ten Richtung null. Pessimisten verweisen in diesem Zusam- menhang auf die offensichtlichen deflationären Risiken. Optimisten führen hingegen die stimulierende Wirkung von niedrigen Zinsen im Land ins Treffen. Oder, genereller: das BIP. Hier sprechen Optimisten von den sich auf Jahres- sicht erholenden Wachstumsraten. Pessimisten reden von Basiseffekten und weisen auf die schwachen Daten imQuar- talsvergleich hin. Klar ist: Das Land ist als Markt zu groß, um von Investoren ignoriert zu werden. Es ist auch mehr als wahrscheinlich, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mittelfristig wieder Tritt fassen wird. Die Frage, die sich dem Investor für eine entsprechende Positionierung stellt: Woher soll die Traktion kommen? Aus der Binnenwirtschaft eines Marktes mit einer Milliarde Konsumenten? Oder aus der Exportwirtschaft einer internationalen Großmacht mit Zugriff auf globale Schlüsselressourcen? ImFolgenden zur Ori- entierung zwei Strategien aus der Praxis. HANS WEITMAYR Zwiespältiges Bild Deflationsszenarien … … fallende Zinsen … … aber hohe Forschungsraten Die Volksrepublik China steht vor veritablen Herausforderungen. Die schiere Größe des Landes lässt ein Ignorieren des Marktes aber nicht zu. Für eine langfristige Positionierung bieten sich zwei konträre Strategien an. Ein Land, zwei Strategien Chinas Zeichen der Schwäche BIP-Entwicklung, Investitionen und Immobilienmarkt unter Druck Das chinesische BIP profitiert auf Jahressicht von Basiseffekten, Quartal für Quartal sieht es nicht mehr so rosig aus. Die Exportwirtschaft ist zusammengebrochen und der Aktienkurs von Country Garden, Chinas größtem Immobilienentwickler, darf als pars pro toto für den Zustand des Immobilienmarktes gelten. Quelle: LBBW, Bloomberg Die Teuerung in der Volksrepublik lag zuletzt rund um den Nullpunkt, gleichzeitig fallen die Zinsen. Das zeichnet ein zwiespältiges Bild, das zwischen Stimulus und Deflation schwankt. Mut machen jedenfalls die relativ hohen Forschungsquoten des Landes. Quelle: LBBW, Bloomberg, J. Safra Sarasin -10 % -5 % 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % Basiseffekt Y-Y 2018 2019 2020 2021 2022 2023 % Q-Q China: BIP (% Y-Y) 2015 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2017 2016 -20 % -10 % 0 % 10 % 20 % 30 % 0 5 10 15 2021 2022 2023 Importe China: Exporte Country Garden HKD -1 % 0 % 1 % 2 % 3 % 4 % 5 % 6 % 3,5 3,6 3,7 3,8 3,9 4,0 4,1 4,2 4,3 0,0 % 0,5 % 1,0 % 1,5 % 2,0 % 2,5 % 3,0 % 3,5 % 0 10 20 30 40 50 60 70 Zinsen historisch Zinsen Umfrage BIP pro Kopf Forschungsquote in Relation zum BIP 2,55 % per 2022 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2019 2020 2021 2022 2023 China Inflationsrate; YoY USA Hong Kong DE UK JPN ESP GRC RUS China MEX BRA Prozent Prozent USD in Tausend 162 N o . 3/2023 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN | China
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