Institutional Money, Ausgabe 1 | 2019

170 N o. 1/2019 | www.institutional-money.com P R O D U K T E & S T R A T E G I E N : TOP D er Warburg – Defensiv – Fonds ist ein Kernprodukt von Warburg Invest im Be- reich „Liquid Alternatives“. Im Rahmen der Fondsstrategie werden absolute Erträge angestrebt. Der Fonds, des- sen Strategie zum 30. September 2011 auf die heute gültige umgestellt wurde, verein- nahmt die Volatilitätsrisikoprämie aus- schließlich von Aktien, indem er bör- sengelistete Derivate auf globaler Ebene handelt. Besagte Volatilitätsrisikoprämie entsteht durch die Bemühungen der Marktteilnehmer, ihre jeweilige Posi- tion abzusichern, und stellt die Diffe- renz zwischen der impliziten und der am Markt realisierten historischen Volatilität dar. Bei der impliziten Va- riante handelt es sich um die Volati- lität, die in den Optionspreisen enthalten ist. Wir sprechen also von der Differenz zwi- schen dem Wert, der vom Markt als zukünf- tige Volatilität erwartet wird und der am Markt realisierten – das heißt historisch messbaren – Volatilität. Diese Differenz ent- steht, weil Optionen in den meisten Markt- phasen zu teuer – also mit einer höheren impliziten Volatilität gehandelt werden. Die Differenz ergibt sich daraus, dass auch die Möglichkeit extremer Marktereignisse im- mer eingepreist wird – obwohl diese in der Mehrzahl der Fälle nicht eintreten. Insge- samt kann man bei den beiden Volatilitäts- formen von einer mittleren Differenz von rund vier Prozent ausgehen. Diese gilt es möglichst kostengünstig zu heben. In gut drei Viertel aller Monate liegt die realisierte Volatilität unter der impliziten – die Volati- litätsrisikoprämie ist in diesem Fall positiv. Die Differenz zwischen impliziter und rea- lisierter Volatilität ist auch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zwar unverändert at- traktiv geblieben (siehe Grafik „Volatilitäts- differenzen“) , unter den negativen Monaten gibt es aber einige, die deutlich kräftiger ausfallen als der Durchschnitt – man denke nur an die extremen Marktrückschläge 2008. Da die Rückschlagsgefahr solcher Strategien in Krisenzeiten hoch ist, erfordert es eine ausgereifte Managementtechnik, um mithilfe von Derivaten genau diese Draw- downs einzufangen. Insgesamt setzt das Management des War- burg – Defensiv fünf Strategiemodule ein. Auf diese Weise soll ein möglichst diversi- fiziertes Exposure erzielt werden. So läuft eine der Strategien auf den Verkauf langfris- tiger Volatilität hinaus: Die Erträge werden im Rahmen von Relative Value Trades er- zielt. Bei diesen geht man im Prinzip auf die implizite Volatilität in einem Markt long, weil diese im historischen Vergleich bezie- hungsweise im Vergleich zu den anderen Märkten relativ niedrig ausfällt. Gleichzeitig platziert man auf die implizite hohe Volati- lität in einem anderen Markt eine Leerver- kaufsorder. Man spricht in diesem Zusam- menhang von einer Straddle-Strategie. Zur weiteren Optimierung der Ergebnisse gibt es ein eigenes taktisches Asset-Alloca- tion-Tool, das die Möglichkeit zur Verrin- gerung von Risiken im Fonds beinhaltet. Hier würde ein negatives Gesamtergebnis der Analyse, in die Sentiment, Markttech- nik, Konjunktur und Faktoranalyse einflie- ßen, zu Absicherungen führen – etwa durch die Reduktion von Short Gamma. Diese Erfolgreiche Ernte Volatilitätsdifferenzen In der Mehrzahl der Fälle ist die Volatilitätsrisikoprämie positiv. Betrachtet man die historische (realisierte) Volatilität über die Zeit, zeigt sich, dass die aus den Optionspreisen extra- hierte implizite Volatilität üblicherweise über der realisierten liegt. Dann entstehen positive Volatilitätsdifferenzen (grün). In Phasen großer Marktbewegungen ist dann die realisierte Volatilität größer als die implizite (rot). Quelle: Warburg Invest 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 ’18 -40 % -20 % 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % Historische Volatilität über 30 Tage Positive Volatilitätsdifferenzen Negative Volatilitätsdifferenzen » Wir greifen Volatilitätsprämien hochreguliert, transparent und liquide mit börsengehandelten Derivaten ab. « Dr. Björn Borchers, Leiter Multi-Asset & Liquid Alternatives, Warburg Invest KAG mbH, Hamburg FOTO : © GMF; K A R L- J ENS HANNEWA L D TOP. Aktienvolatilitätsrisikoprämien einzusammeln war in der jüngeren Vergangenheit alles andere als leicht. 2018 gut abzuschließen, gelang demzufolge den wenigsten. Der Warburg – Defensiv – Fonds bildet eine rühmliche Ausnahme. k

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