Institutional Money, Ausgabe 2 | 2018

D ass die Schweiz alles andere als verschlafen agiert, wenn es um das Thema Fintech geht, ist allen Profis bekannt, die sich mit der Start-up-Szene beschäfti- gen. Loanboox – angelehnt an den engli- schen Begriff der Loanbooks oder Darle- hensbücher – ist ein solches Unternehmen, das erst kürzlich zum besten Schweizer Fintech gekürt wurde. Im September 2016 gegründet, hat es Loanboox in nur 19 Mo- naten erfolgreich geschafft, in meh- reren europäischen Ländern einen digitalen Marktplatz einzurichten, über den in Summe schon Milliar- den an Geld- und Kapitalmarktfi- nanzierungen für kommunale Ein- richtungen wie Gemeinden, Städte und Kantone laufen. Neben den Kapitalsuchenden aus dem öffent- lichen Sektor in bald vier Ländern (Schweiz und Deutschland bereits live, Österreich und Frankreich in Vorbereitung) registrieren sich zu- nehmend mehr institutionelle Inves- toren aus verschiedenen Ländern auf der Plattform, die als Kapitalge- ber auftreten. Vorteil für Kreditnehmer Das Charmante an dem von Stefan Mühlemann (CEO), Andi Burri (Geschäftsführer Schweiz) und Dario Zogg (CTO) ins Leben gerufenen Portal ist die Tatsache, dass Loanboox Gemeinden, Städte und Kantone als Kreditsuchende mit institutionellen Kapitalgebern wie Banken, Versicherungen oder Pen- sionskassen in Echtzeit zusammen- bringt. Die potenziellen Kreditneh- mer können mit nur wenigen Klicks eine Kreditanfrage auf der Plattform erstellen und damit eine Vielzahl von registrierten Investoren simultan an- sprechen. Die Angebote erfolgen dabei in einer vorgegebenen Informationssystematik. „Nicht nur die Preise, sondern auch die je- weiligen Vertragsparameter können mitein- ander verglichen werden. Hohe Transparenz erleichtert somit die Auswahl des ge- wünschten Finanzierungsangebots“, betont Mühlemann. Auf das Thema Datensicherheit wird dabei laut Loanboox großes Augenmerk gelegt, weil es gerade im öffentlichen Sek- tor besonders sensibel ist. Konkret werden die Sicherheitsstandards gemäß ISO-Norm 27001 umgesetzt, die die Informations- sicherheit für Unternehmen, Non-Profit-Or- ganisationen und öffentlichen Institutionen definiert. Der Ablauf ist schematisch in der Grafik „Wie Loanboox funktioniert“ dargestellt. Für die Kämmerer der Gemeinden sind Transparenz und die gute Vergleichbarkeit Das Schweizer Fintech Loanboox schafft es, institutionelle Geldgeber und öffentliche Darlehensnehmer aus mehreren Ländern erfolgreich zusammenzubringen. Wie Loanboox funktioniert Das Peer-to-Peer-Lending schematisch dargestellt Kosten fallen nur beim Abschluss auf Seiten des Kreditnehmers, der mit seiner Kreditanfrage den Startschuss gegeben hat, in der Höhe von einem Basispunkt der Kreditsumme pro Jahr an. Quelle: Loanboox FOTO : © LOANBOX , P E 3CHECK | S TOCK . ADOB E . COM » Durch unsere internationale Ausrichtung können wir auch Cross Border Business Solutions anbieten. « Stefan Mühlemann, CEO von Loanboox in Zürich Peer-to-Peer -Lending à la Suisse 1. Kreditanfrage 2. Kreditangebot 3. Vertrag 5. Zinsen und Rückzahlung Kredit 4. Kredit 176 N o. 2/2018 | www.institutional-money.com P R O D U K T E & S T R A T E G I E N : D I R E C T L END I NG

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