Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Großanleger sucht Immobilien-Manager

Ad

Ein institutioneller Investor sucht einen Manager für ein Immobilien-Mandat mit einem Volumen zwischen 200 und 500 Millionen Euro. Mehr Informationen zum Mandat erhalten nur registrierte User. Mehr erfahren >>

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Stehen Versicherungen wie Banken kurz vor dem Fall in den Abgrund?

Laut sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner sind Investoren für Versicherungen respektive deren Aktien zu optimistisch gestimmt. Damit drohen Anlegern nennenswerte Kursverluste. Der Blick auf Bankaktien zeigt, wie tief es dabei gehen könnte.

Manfred Hübner, sentix
Manfred Hübner, sentix: "Versicherungen geraten in den Zins-Fokus"
© sentix

Aktionären von Versicherungen könnten ähnlich schlimme Verluste drohen wie jenen von Banken. Das liegt laut Einschätzung von sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner an der Zinsentwicklung. In den letzten drei Wochen sind vor allem die Renditen für langlaufende Anleihen massiv unter Druck geraten. Der aktuelle Zins für Bundesanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit ist seit 16. Juli 2019 von 0,33 auf ca. -0,14 Prozent gefallen. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Aktien der Versicherungsbranche. Die Anleger hätten dies nach Einschätzung Hübners jedoch noch nicht im Fokus.


Save the Date: Insurance Day 2019
Professionelle Marktteilnehmer aus der Versicherungsbranche sollten sich unbedingt den 10. September 2019 vormerken. Dann an diesem Dienstag findet der gemeinsam von „Institutional Money“ und dem „Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO)“ organisierte Insurance Day unter dem Motto „Asset Management unter Solvency II“ im Wiener Hotel „Park Hyatt Wien“ statt.

Die Kongressbesucher erwarten in Summe sieben Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Zu den Referenten zählen Dr. Daniel Stelter, Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Forums beyond the obvious, der über die drohende Eiszeit in der Wirtschaft spricht, und Prof. Dr. Hato Schmeiser, Inhaber desLehrstuhls für Risikomanagement und Versicherungswirtschaft und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen, der einen Vortrag mit dem Thema "Welchen Einfluss übt Solvency II auf die Asset Allokation von Versicherern aus?" halten wird.

Die weiteren bekannten und hochrangigen Referenten kommen u.a von der Finanzmarktaufsicht und von großen internationalen Finanzadressen.

Neugierig geworden, wer genau zu welchen Themen vortragen wird?
Mehr Details inklusive eine Anmeldemöglichkeit finden Sie HIER.

Die Anmeldung ist bis 8. September 2019 möglich.


Rezession voraus
Der aktuelle, starke Verfall langfristiger Zinssätze hat die Diskussion über den aktuellen Zustand der Weltwirtschaft angeheizt. Nachdem Frühindikatoren wie die sentix Konjunkturindizes bereits seit Anfang Juli klare Rezessionssignale senden, tun dies die Bondmärkte nun auch. Vor allem die dramatische Verflachung der Zinskurven gilt laut Hübner als untrügliches Rezessionssignal. Als 2000 oder 2007/2008 die US-Zinskurve zwischen zehn- und zweijährigen Anleihen einen Zinsabstand von unter null Prozent aufwies, folgten Abschwung und Aktien-Bärenmarkt.

Flache Zinskurve erschwert Banken das Leben
Aber auch einzelne Sektoren zeigen sich zinssensitiv. Offensichtlich gilt dies für Banken, die deutlich unter einer flachen Zinskurve leiden. Zum einen, weil ihnen eine flache Zinskurve die sogenannte Fristentransformation erschwert. Und zum anderen, weil ein Wirtschaftsabschwung meist auch erhöhte Abschreibungen auf das Kreditportfolio nach sich zieht.

Zäsur bei Versicherungen?
Weniger im Fokus der allgemeinen Betrachtung sind die Versicherungsaktien. Diese waren im Finanzbereich in den letzten Jahren die positive Ausnahme und konnten bis zuletzt durch eine moderate Outperformance überzeugen. Die nachfolgende Grafik unterstreicht jedoch, dass dieser Sektor ebenfalls zinsabhängig ist und nun im Juli eine wichtige Zäsur stattgefunden haben könnte.

Der Chart zeigt, dass der Rückgang im langfristigen Zinsbereich zuletzt die Kurse von Versicherungen deutlich gedrückt und sich hier möglicherweise eine Trendwende in der relativen Stärke eingestellt hat.

Kapitalanlagen der Versicherungen in Gefahr
Versicherungen verfügen über erhebliche Kapitalanlagen, die sie zur Deckung übernommener Risiken benötigen. Die Bewertung dieser Anlagen ist stark zinsabhängig. Unmittelbar, sofern es sich um Anleihen handelt, und mittelbar im Falle von Aktien und anderen Wertpapieren.

Es verwundert deshalb nicht, dass parallel zum langfristigen Renditerückgang seit 2008 auch die Versicherungsaktien deutlich an Wert gewonnen haben. Schaut man jedoch genau hin, dann sind sich beschleunigende Abwärtsbewegungen bei Zinsen meist Vorboten einer Korrektur am Bondmarkt und damit einer Phase relativ unterdurchschnittlicher Kurschancen bei Aktien der Versicherungsbranche.

Auf eine solche Phase seien die Anleger laut Hübner noch nicht eingestellt. Dies zeigt das sentix Sektor Sentiment für Versicherungen:

Dieses notiert zwar vordergründig unauffällig an der Null-Linie, ist demnach also „neutral“. Doch diese neutrale Haltung ist immerhin das bullischste Sentiment seit 2013. Zur eigenen Historie ist die Stimmung also vergleichsweise positiv. Hinzu kommt, dass viele Anleger nicht ausreichend im Finanzbereich zwischen Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern unterscheiden. Das bedeutet, dass die schwache Bankenstimmung auch das Sentiment bei Versicherungen beeinflusst.

Es lohnt sich laut Hübner deshalb ein Blick auf das relative Sentiment von Versicherungen zu Banken. Hier zeigt sich, dass die Anleger geradezu euphorisch für Versicherungen im Vergleich zu Banken gestimmt sind:

Dies war laut Manfred Hübner bislang auch richtig, doch die veränderte Zinslandschaft hält auch für die Aktionäre von Versicherungen eine unschöne Botschaft bereit. "Denn die Vergangenheit zeigt deutlich, dass die relative Performance von Versicherungen vor allem durch einen Zinsanstieg sowie fallende Aktienmärkte belastet wird", prophezeit Hübner abschließend. (aa)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren