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Weshalb Schroders 2019 mit einer Erholung des Ölpreises rechnet

Der Einbruch der Rohöl- und Benzinpreise, die seit September um rund 40 Prozent nachgegeben haben, stellt den größten Abverkauf von Öl in den vergangenen zehn Jahren dar. Schroders geht allerdings davon aus, dass die angebotsseitige Reaktion 2019 zu einer deutlichen Preiserholung führen wird.

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Mike Lacey, Fondsmanager bei Schroders

"Wir betrachteten die Rohölpreise in den vergangenen Monaten zwar mit einer gewissen Vorsicht, aber mit einem derartig spürbaren und raschen Preisverfall hatten wir nicht gerechnet", schreibt Fondsmanager Mark Lacey in seinem Blog-Eintrag gleich zu Beginn. 

Wertentwicklung des Ölpreises in US-Dollar / Barrel

Schroders Ansichten zu Öl
Das Haus rechnet für 2019 nicht mit einem Einbruch der Nachfrage.Mark Lacey und seine Kollegen glauben, dass die Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA und der Organisation erdölexportierender Länder OPEC für 2019 inzwischen zu niedrig liegen. Die Ölnachfrage in China und Indien könnte unerwartet groß ausfallen. Man erwartet nicht, dass Nordamerika den Markt 2019 mit Öl überfluten wird.

Zu Gunsten des Ölpreises spricht auch, dass die Lagerbestände von Rohöl nicht exzessiv sind. Lacey dazu; "Wir gehen davon aus, dass sie in den nächsten Monaten ansteigen und davon im zweiten und dritten Quartal gezehrt werden wird. Die Lagerbestände von Öl und Ölprodukten insgesamt sind für diese Jahreszeit normal.Die Ölpreise in Umschlagplätzen in Nordamerika zu Tiefstniveaus (Hardisty, Clearbrook und Midland) werden zu geringeren Volumina führen." Was den Iran anbelangt, werden die Volumina 2019 weiter auf 3,2 Millionen Barrel pro Tag sinken, selbst wenn Ausnahmeregelungen in Kraft treten, die einigen Nationen den Import von iranischem Öl erlauben, ohne Sanktionen der USA nach sich zu ziehen.

Was war die Ursache des aktuellen Abverkaufs?
"
Unseres Erachtens liegen dem Abverkauf folgende Ursachen zugrunde: Einmal Befürchtungen im Hinblick auf einen Angebotsüberschuss 2019, die unseres Erachtens übertrieben sind. Dazu kommen Befürchtungen über einen Einbruch der Nachfrage 2019. Hier glaiben wir, dass das Nachfragewachstum 2019 zwar nachlassen wird, aber immer noch solide steigen wird. Ein wieterer grund sind Befürchtungen, dass Nordamerika den Ölmarkt 2019 mit einem Überangebot überfluten wird. Wir sind der Ansicht, dass dieses Risiko aufgrund der Abschläge der regionalen Umschlagplätze stark gesunken ist", dagt Lacey. Dazu komme noch der breiter angelegte Abverkauf der Anlageklassen, der die Preise zusätzlich unter Druck brachte..

Wie sieht der Ausblick für die globale Ölnachfrage im Jahr 2019 aus?
Der Meinung vieler Investoren zum Trotz ist die Ölnachfrage relativ robust, was auch im Fall einer Konjunkturabkühlung gilt. Für den Kontext von Schroders Prognose für die Ölnachfrage 2019 muss man wissen, dass die Nachfrage 2018 um etwa 1,45 Millionen Barrel pro Tag stieg. Lacey dazu: "Unsere konservative Prognose für 2019 lautet auf ein Nachfragewachstum von rund 1,25 Millionen Barrel pro Tag. Dieses Wachstum wird sich nahezu ausschließlich aus der Nachfrage außerhalb der OPEC ergeben. Es wird erwartet, dass die Nachfrage der OPEC-Staaten 2019 seitwärts tendieren wird."

Liegen OPEC und IEA falsch?
OPEC und IEA haben seit dem Preisverfall ihre Nachfrageerwartungen für 2019 nach unten korrigiert, da sie mit einem generell nachlassenden globalen BIP-Wachstum rechnen. In den bislang veröffentlichten Zahlen hat sich eine nachlassende Nachfrage jedoch noch nicht niedergeschlagen. Aktuelle Zahlen sprechen für eine chinesische Nachfrage nach Raffinerieprodukten auf Rekordniveau und eine Erholung der indischen Ölnachfrage, die große Importe nach sich zieht. Schroders rechnet zwar damit, dass die schwachen Schwellenländerwährungen die Ölpreise belasten werden. Diese Auswirkung werde nun jedoch angesichts der niedrigeren Preise verhaltener ausfallen.

Unterschätzte chinesische Öl-Nachfrage
"Wir glauben außerdem, dass die OPEC und die IEA das Nachfragewachstum in China unterschätzen. Wir glauben, dass die chinesische Nachfrage vor allem Entwicklungen in der Fahrzeugnutzung zu verdanken sein wird, und nicht industrieller Aktivität oder dem Wirtschaftswachstum. Persönliche Mobilität (ob im Inland oder durch Reisen ins Ausland) gewinnt in China zunehmend an Bedeutung, sodass der durchschnittliche Kopfverbrauch von Benzin und Kerosin in China steigen wird", ist Lacey überzeugt. (kb)

 

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