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Integration von ESG-Kriterien bei Infrastruktur-Investitionen

Charles Dupont und Claire Smith, Schroders erläutern beim Investmentforum am Beispiel des US-amerikanischen Energieversorgers Pacific Gas & Electric Corporation die Integration von ESG Kriterien in den Investmentprozess. Erfahren Sie mehr!

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| Theorie
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Wo das Risiko von Risikoparitätsansätzen schlummert

Die wechselseitige Beziehung zwischen Aktien und Anleihen wird an den Finanzmärkten ganz genau verfolgt. Sie ist fraglos eine jener Korrelationen, denen viele Investoren große Aufmerksamkeit schenken. Und das zurecht.

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© kelly marken / stock.adobe.com

Besonds wichtig ist das Verhalten dieser beiden Hauptasseklassen zueinander bei Risk Parity-Ansätzen. Dort sollen Allokationen nach gleichen Risikobeiträgen vorgenommen werden.  In einer Analyse von MSCI zeigt sich, dass - nachdem die Korrelation von Bonds zu Aktien deutlich positiv geworden ist  - die Auswirkung größer als bei einem für US-Verhältnisse klasssichen Mischportfolio ausfällt, das zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Bonds besteht.  

Messung der Auswirkungen von Korrelationsänderungen 
Um die Auswirkung der Veränderungen der Aktien-Renten-Korrelation auf das Portfoliorisiko quantifizieren zu können, untersucht MSCI den sechsjährigen Zeitraum von Januar 2013 bis Januar 2019 und unterteilt ihn in die Zeiträume mit positiver und jene mit negativer Korrelation. Damit können extreme Annnahmen für die Aktien-Anleihen-Korrelation getestet werden, reicht die Bandbreite doch von minus 70 Prozent (an Tagen mit negativer Korrelation) bis zu plus 60 Prozent (an Tagen mit positiver Korrelation). Die durchschnittliche Korrelation des gesamten Untersuchungszeitraum liegt im Übrigen bei minus 29 Prozent.

Renten-Aktien-Korrelationen
Durchschnittiche Korrelation zwischen Aktien und Anleihen während der untersuchten sechs Jahre sowie die Korrelationsschätzer auf Basis der positiv beziehunsgweise negativ korrelierten Tage

Quelle: MSCI

Drei Risk Parity-Portfolios gebildet und mit 60/40 verglichen
In einem weiteren Schritt wird das Risiko eines 60/40-Portfolios und eines Risk Parity-Portfolios für jeden dieser drei Korrelationsschätzwerte für den gleichen Zeitraum abgebildet. Stellvertretend für US-Aktien wird der MSCI USA Index herangezogen, für US-Treasuries der ICE BofA ML US Treasury Index (Bloomberg ID: G0Q0). Daraus wird ein Risikoparitätsportfolio gebildet, wobei Aktien und Renten gleichermaßen zum Risiko auf Basis von Durchschnittsvolatilitäten und Korrelationsschätzungen beitragen. Leverage wird angewandt, um sicherzustellen, dass das Risk Parity-Portfolio dasselbe Risikoniveau wie das klassische Misch-Portfolio aufweist. 

Ergebnisse
Das 60/40-Portfolio wird größtenteils vom Aktienrisiko getrieben, wobei die Anleihen nur als schwacher Polster fungieren, wennn die Korrelation negativ ist. Daher ist der Unterschied im Portfoliorisiko zwischen den beiden extremen Korrealtionsannahmen nur gering. Das Risk Parity-Portfolio hingegen ist massiv in Bonds übergewichtet, um Risikoparität herzustellen. Hier kann sich das Portfoliorisiko mehr als verdoppeln, wenn die Korrelation von stark negativ zu stark positiv schwenkt. Das illustriert die folgende Grafik.

Korrelationsveränderungen haben größere Wirkung auf Risk Parity Portfolios

Das Portfoliorisiko wird für alle Portfolios anhand des Value-at-Risk (VaR) mit Horizont ein Tag und einem 99-prozentigen Konfidenzintervall gemessen. 

Quelle: MSCI

Fazit
Die Analyse von MSCI deutet darauf hin, dass das Ausmaß der Portfolioreaktion bei sich ändernden Aktien-Renten-Korrelationen sehr stark von der Asset Allokation abhängt. Die Risiokparitätspotfolios zeigen sich dabei verletzlicher als das relativ robuste aktienlastige 60/40-Mischportfolio. (kb)

 

 

 

 

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